DE864426C - Verfahren zur Herstellung von trocknenden Polyestern - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von trocknenden PolyesternInfo
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Description
(WiGBI. S. 175)
AUSGEGEBEN AM 26. JANUAR 1953
D 6848 IVc/22 h
Zusatz zum Patent 852
In der -Patentschrift 852 300 ist ein Verfahren
zur Bereitung von trocknenden Polyestern beschrieben, die geeignet sind z. B. zur Herstellung
von Überzugsschichten. Nach diesem Verfahren werden Kondensate, die aus Hydroxylverbindungen
mit Epoxyverbindungen erhalten worden sind, verestert mit einer ungesättigten organischen Säure oder mit einem Gemisch organischer
Säuren, die zum wesentlichen Teil ungesättigten Charakter besitzen.
Nach der Erfindung des Patents 852 300 werden vorzugsweise solche Kondensate benutzt, die aus
mehrwertigen, vorzugsweise zweiwertigen Phenolen und Epoxyverbindungen, erhalten worden sind. Die
Phenole können ein- oder mehrkernig sein, und im letzten Fall können die Kerne entweder kondensiert
oder durch nicht zu den Kernen gehörige Atome miteinander verbunden sein.
Ein Beispiel einer solchen Verbindung ist das Bis-(oxyphenyl)-dimethylmethan. Es sind einige
Isomere bekannt, von denen die Verbindung mit den Hydroxylgruppen in den Stellungen 4 und 4'
die wichtigste ist. Technisches Bis-(oxyphenyl)-dimethylmethan enthält hauptsächlich diese Verbindung
und außerdem geringere Mengen der 2, 2'- und 4, 2'-Isomeren. Die Isomeren sind je für
sich oder in beliebigem Mischungsverhältnis verwendbar. Praktisch wird vorzugsweise technisches
Bis-(oxyphenyl) -dimethylmethan benutzt. . Verwendete Epoxyverbindungen oder diese ergebende
Verbindungen können entweder Halogenverbindungen, wie Dichlorhydrin, Bromhydrin, Dibromhydrin
aber· vorzugsweise Epichlorhydrin, oder mehrwertige, vorzugsweise zweiwertige
Epoxyverbindungen sein. Im letzteren Fall läßt ίο sich die Molekülgröße der Kondensate in einfacher
Weise regulieren.
Nach der Erfindung des Hauptpatents kommt es nur darauf an, daß der erhaltene Ester in genügendem
Maße ungesättigten Charakter besitzt. Die Säurereste an sich brauchen" trocknende Eigenschaften
nicht zu besitzen, und zum Teil können die . Säurereste sogar gesättigt sein. Bei steigendem
Molekulargewicht der Kondensate nimmt der erforderliche Gehalt an Doppelbindungen in den
Säuren ab.
Statt der freien Säuren kann man viele ihrer Ester benutzen. Die Veresterungsreaktion wird
dann also eine Umesterung. Viele trocknende und halbtrocknende Öle können z.B. als solche zugesetzt
werden, wenn man die Kondensate mit den in den Ölen enthaltenen Säuren zu verestern wünscht.
Die nach dem Verfahren des Patents 852300
erhaltenen Produkte sind gelöst in organischen Lösungsmitteln, besonders in Lackbenzin, z. B. als
Firnisse geeignet. Es empfiehlt sich, Sikkative in kleinen Mengen zuzusetzen. Gewünschtenfalls
können auch Pigmente oder eventuell andere trocknende Substanzen zugegeben werden.
Es wurde nun gefunden, daß trocknende Substanzen mit besonders günstigen Eigenschaften erhalten
werden, welche z. B. ausgezeichnete Firnisse ergeben, wenn man das Kondensat mit einem oder
mehreren mehrwertigen aliphatischen Alkoholen vermischt, welche mitverestert werden.
Beispiele geeigneter Alkohole sind Glycerin, Pentaerythrit, Polypentaerythrit, Polyallylalkohole,
Mannit.
Besonders gute Ergebnisse sind erzielt worden mit Pentaerythrit.
Die Erfindung sei weiter erklärt durch die folgenden,
nicht beschränkenden Beispiele.
In einem 1,6 m3 großen Stahlgefäß mit Rührwerk
wurden 545 kg Wasser, 49 kg Natriumhydroxyd und 279 kg Bis-(oxyphenyl)-dimethylmethan zusammengebracht.
Das erhaltene Gemisch wurde während 15 Minuten gerührt. Die Temperatur war
dann 3 8°; Unter fortwährendem Rühren wurden 151kg Epichlorhydrin zugesetzt, wodurch die
Temperatur ohne äußere Erhitzung auf 15510 anstieg.
Darauf wurden noch 16kg Natriumhydroxyd, gelöst in 36 1 Wasser, dem Reaktionsgemisch zugesetzt,
welches darauf in 20 Minuten allmählich auf 85'Oj erhitzt wurde. Sodann wurde eine Lösung
von 22 kg Natriumhydroxyd in 45 1 Wasser zugegeben. Unter fortwährendem Rühren wurde das
Reaktionsgemisch langsam bis zu 93'0' erhitzt und während 1 Stunde im Temperaturbereich 93
bis iod0' gehalten. Die wäßrige obere Schicht wurde
abgegossen und die zurückgebliebene Harzmasse 6mal mit 4501 warmem Wasser gewaschen. Zur
Neutralisierung von Alkalispuren wurden bei der zweiten und dritten Waschung kleine Mengen
Essigsäure zugesetzt. Durch vorsichtige Erhitzung auf I5O;O>
unter fortwährendem Rühren wurde das zähe Harz wasserfrei gemacht. Der Durransche Erweichungspunkt
war 90O:.
Ein Gemisch von 45 Gewichtsteilen dieses Harzes, 676 Gewichtsteilen Rohleinöl, 169 Gewichtsteilen
vorwiegend aus Abietinsäure bestehendes Naturharz (Säurezahl = 160), 18 Gewichtsteilen
gereinigten Pentaerythrits und 3,6 Gewichtsteilen gelöschten Kalkes wurden unter fortwährendem
Rühren und Durchleiten von Kohlendioxyd während 8 Stunden auf 310 bis 312^' erhitzt.
Das erhaltene Produkt hatte die Säurezahl 18. Eine 45prozentige Lösung des Produktes in
Lackbenzin hatte eine Viskosität der Klasse N-o nach Gardner-Holdt. Sikkative wurden
zugesetzt in Mengen von 0,8 % Blei, 0,02% Kobalt und 0,1% Mangan, bezogen auf das Gewicht der
festen Substanz. Der erhaltene Firnis ergab ausgezeichnete, in einer Nacht trocknende Deckschichten.
100 Gewichtsteile des nach Beispiel I hergestellten Harzes in unmadifizierter Form wurden mit 6 Gewichtsteilen
Bis-(oxyphenyl)-dimethylmethan in ι Stunde auf 150 bis 2oo|Ql erhitzt und sodann noch
während 1V2 Stunden auf 200°' gehalten. Durranscher Erweichungspunkt des Endproduktes
I3O0'.
27 Gewichtsteile dieser Verbindung wurden zusammen
mit 580 Gewichtsteilen raffinierten TaIlöls (Harzsäuregehalt etwa 35%), 53 Gewichtsteilen gereinigten Pentaerythrits und 32 Gewichtsteilen Glycerin allmählich auf 3000 erhitzt und
während V2 Stunde auf dieser Temperatur gehalten. Diesem Gemisch wurden 82 Gewichtsteile eines bis
zu einer Viskosität der Klasse Z-3 nach Gardn e r - H ο 11 erhitzten Leinöls und 96 Gewichtsteile erhitzten dehydratierten Rizinusöls zugesetzt.
Das Reaktionsgemisch wurde etwa 5 Stunden lang n0
unter fortwährendem Rühren und Durchleiten von Kohlendioxyd auf 30ο10' gehalten. Das Produkt
hatte die Säurezahl 10.
Eine 48prozentige Lösung dieses Produktes in Lackbenzin besaß eine Viskosität der Klasse E nach
Gardner-Holdt und ergab nach Zusetzung von Blei-, Kobalt- und Mangansikkativen einen
ausgezeichneten Firnis.
In einem mit Rührwerk und Kühler vomBidwell-Sterling-Typus
versehenen geschlossenen Gefäß wurden 1180' Gewichtsteile Rohrizinusöl, 24721 Gewichtsteile
raffinierten Tallöls (Harzsäuregehalt etwa 35%), 364 Gewichtsteile Rohpentaerythrit
und 180 Gewichtsteile des bei 90'0' erweichenden
Harzes, dessen Herstellung in Beispiel I beschrieben wurde, zusammengebracht und während
3 Stunden unter fortwährendem Rühren und Durchleiten von Kohlendioxyd auf 30001 erhitzt. Lackbenzin
war in genügender Menge zugegeben, um bei dieser Temperatur unter Rückfluß arbeiten zu
können. Die Säurezahl des Produktes war 9. Eine 5oprozentige Lösung in Lackbenzin stellte nach Zu-.
gäbe von Blei- und Kobaltsikkativen einen ausgezeichneten Firnis dar.
Nach demselben Verfahren, wie in Beispiel III beschrieben, wurde ein Firnis hergestellt aus
2410 Gewichtsteilen raffinierten Tallöls (Harzsäuregehalt etwa 35%), 1120 Gewichtsteilen dehydratierten
Rizinusöls, 434 Gewichtsteilen Rohpentaerythrit und 240 Gewichtsteilen desselben
Harzes wie in den Beispielen I und III. Das
ao Produkt hatte die Säurezahl 11.
Eine 5oprozentige Lösung in Lackbenzin mit Viskosität F nach Gardner-Holdt bildete
nach Behandlung mit Blei- und Kobaltsikkativen einen ausgezeichneten Firnis.
In einem Gefäß derselben Art wie in Beispiel I wurden 1319 Gewichtsteile vorwiegend aus
Abietinsäure bestehendes Naturharz (Säurezahl = i6oc), 64 Gewichtsteile reines Pentaerythrit,
880 Gewichtsteile erhitztes Safloröl und 300 Gewichtsteile des Harzes von Beispiel I unter Rühren
auf 2900 erhitzt, bis das Gemisch völlig dispergiert war. Sodann wurden weitere 880 Gewichtsteile er-'
hitzten Safloröls zugesetzt und eine gleiche Menge wurde nochmals zugegeben, als das Gemisch
wiederum bei 29a0 völlig dispergiert war. Schließlich
wurde, als die Dispergierung vollständig war, eine genügende Menge Lackbenzin zugesetzt, um
unter Rückfluß arbeiten zu können, worauf das Gemisch unter fortwährendem Rühren auf 2900 erhitzt
wurde, bis die Säurezahl 8 erreicht war. Eine 54prozentige Lösung des Produktes in Lackbenzin
hatte eine Viskosität der Klasse H nach Gardner-Holdt.
Ein ausgezeichneter Firnis wurde erhalten durch Zugabe von 0,05% Kobaltsikkativ,
bezogen auf das Gewicht der festen Substanz.
In einem Gefäß derselben Art wie in Beispiel I wurden 705 Gewichtsteile Glycerin, 1702 Gewichtsteile Phthalsäureanhydrid, 1414 Gewichtsteile vorwiegend
aus Abietinsäure bestehendes Naturharz (Säurezahl = 160), 4541 Gewichtsteile Fettsäure
von dehydratisiertem Rizinusöl, 551 Gewichtsteile reines Pentaerythrit und 1659 Gewichtsteile des
Harzes von Beispiel I mit einer genügenden Menge Lackbenzin, um unter Rückfluß arbeiten zu
können, unter fortwährendem Rühren 6V2 Stunden auf 2500 erhitzt, wobei ein Produkt mit der Säurezahl
12,9 erhalten wurde. Eine 5OprozentigeLösung
desselben in Lackbenzin hatte eine Viskosität X-Y nach Gardner-Holdt und bildete nach Zugabe
von Sikkativen einen ausgezeichneten Firnis.
B e i s ρ i e 1 VII 6s
In derselben Weise, wie in Beispiel I beschrieben ist, wurde ein Kondensat hergestellt aus 2 Mol
Bis-(oxyphenylj-dimethylmethan, 3 Mol Epichlorhydrin und 3,87 Mol Natriumhydroxyd. Erweichungspunkt
des erhaltenen Produktes JJ0'.
In derselben Weise, wie in Beispiel VI beschrieben ist, wurden 1487 Gewichtsteile dieses
Produktes verestert durch 5V2Stündige Erhitzung auf 2500 zusammen mit 4701 Gewichtsteilen Fettsäure
aus Leinöl, 601 Gewichtsteilen reinem Pentaerythrit, 1616 Gewichtsteilen Phthalsäureanhydrid,
780 Gewichtsteilen Glycerin und 1384 Gewichtsteilen vorwiegend aus Abietinsäure bestehendes
Naturharz (Säurezahl = i6o°). Das Produkt hatte die Säurezahl 8,3. Eine 5oprozentige Lösung
in Lackbenzin besaß eine Viskosität U-V nach Gardner-Holdt und ergab nach Sikkativzugabe
einen ausgezeichneten Firnis.
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung von trocknenden Polyestern, nach Patent 852 300 durch Veresterung
von aus Hydroxylverbindungen mit Epoxyverbindungen erhaltenen Kondensaten mit einer ungesättigten organischen Säure oder
mit einem Gemisch organischer Säuren, die zum wesentlichen Teil ungesättigten Charakter besitzen,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kondensate vor ihrer Veresterung mit einem oder mehreren mehrwertigen aliphatischen Alkoholen
vermischt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß vor der Veresterung Pentaerythrit zugesetzt wird, evtl. zusammen mit anderen bekannten mehrwertigen Alkoholen.
© 5(360 1.53
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