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Verfahren zur Herstellung von insbesondere zum Färben von Acetatseide
geeigneten gasschwundfesten Anthrachinonfarbstoffen Die Erfindung betrifft Farbstoffe
der Anthrachinonreihe, die insbesondere zum Färben von Acetatseide brauchbar sind
und auf dieser violette oder blaustichigviolette Töne liefern.
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Es wurde eine Reihe neuer und wertvoller Farbstoffe gefunden, die
im wesentlichen Oxyäthoxymethylplienylaminoanthrachinone und deren Derivate der
folgenden Formel
sind, in der X Wasserstoff oder eine Methylgruppe, R Wasserstoff oder die Gruppe
- C H2 0 C H, C H, 0 Z, Z Wasserstoff, eine Oxyalkyl-
oder Alkoxyalkylgruppe und Y Wasserstoff, eine Hydroxylgruppe oder die Gruppe
bedeuten. Diese Verbindungen besitzen ein wesentlich besseres Aufziehvermögen gegenüber
Acetatseide, und außerdem haben sie den Vorteil, daß sie gegen die Einwirkung von
sauren Gasen oder Dämpfen, wie die Verbrennungsprodukte von technischen und Motorenbrennstoffen,
beständig sind.
Diese Eigenschaft ist sehr wichtig, da die meisten
der bisher bekannten Farbstoffe, die Celluloseacetat in violetten oder blauen Tönen
färben, stark verblassen, wenn sie sauren Gasen, Dämpfen oder Rauch ausgesetzt werden.
Einige bisher bekannte Farbstoffe, die zwar gute Echtheit gegen Qasschwund besitzen,
haben wieder andere Nachteile, wie z. B. geringe Lichtechtheit. In den beschriebenen
i-Oxy-4-arylaminoanthrachinonen wurde eine Reihe von blaustichigvioletten Farbstoffen
gefunden, welche sowohl ein gutes Aufziehvermögen besitzen als auch gut lichtecht,
waschecht und beständig gegen Gasschwund sind.
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Auch die erlindungsgemäß erhältlichen i, 4-Diarylaminoanthrachinone
besitzen gutes Aufziehvermögen und gute Wasch-'und Lichtechtheit. Das gute Aufziellvermögen
ist bemerkenswert; es sind keine anderen grünlichen Farbstoffe der Anthrachinonreihe
bekannt, die ein derartig gutes Aufziehvermögen besitzen. Gewöhnlich haben Verbindungen
äWichen Molekulargewichtes praktisch überhaupt keine Affinität gegenüber Acetatseide.
Die Waschechtheit ist ausgezeichnet und die Gasfestigkeit den bekannten Verbindungen
gegenüber wesentlich überlegen. Die Waschechtheit war so gut, daß weiße Acetatfasern,
die mit gefärbten Fasern in den Kessel gegeben wurden, beim Waschversuch nicht anbluteten.
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Die Erfindung wird an Hand der folgenden Beispiele auf die sie jedoch
nicht beschränkt ist, näher beschrieben. Die Teile bedeuten Gewichtsteile. Beispiel
T In einem geeigneten Kessel wurde ein Gemisch aus ig,2 Teilen Chinizarin, 4,8 Teilen
Leukochinizarin, 18,1 Teilen :z-(5-Amino-o-tolylmethoxy)-äthanol, i:z Teilen Borsäure
und 16o Teilen absolutem Alkohol unter Rühren etwa i Stunde auf der Rückflußtemperatur
des Lösungsmittels gehalten. Den Kesselinhalt ließ man dann auf Zimmehemperatur
abkühlen und trennte das abgeschiedene Produkt durch Dekantieren und Filtrieren
ab. Der Filterkucheg wurde dann 2 Stunden mit 8oo Teilen heißem Wasser, das 5,6Teile
Natriumhydroxyd enthielt, durchgerührt, wobei die Temperatur auf 8o' gehalten und
ein Luftstrom durch das Gemisch hindurchgeschickt wurde. Der feste Rückstand wurde
durch Filtrieren abgetrennt und von neuem go Minuten mit einer heißen Lösung aus
8oo Teilen, Wasser und 5,6 Teilen Natriumhydroxyd durchgerührt. Der feste
Rückstand wurde abfiltriert und die vorausgehende Verfahrensstufe wiederholt. Der
Filterkuchen betrug nach dem Waschen mit Wasser und Trocknen 24 Teile. Der Farbstoff
besitzt die folgende Strukturformel
Nach dem Dispergieren mit einem geeigneten, gemäß amerikanischer Patentschrift
2 371 136 hergestellten Verteilungsmittel färbte das Produkt Celluloseacetat
in prächtigen blaustichigvioletten Tönen von guter Haftfestigkeit und Farbtiefe.
Die Färbungen waren ausgezeichnet wasch- und lichtecht sowie auch echt gegen die
Verbrennungsgase von Brennstoffen. Beispiel 2 Der Farbstoff der Formel
wurde in gleicher Weise wie der des Beispiels i hergestellt, jedochwurdedas 9,-(5-Amino-o-tolylmethoxy)-äthanol
durch 16,7Teile ?,-(m-Anünobenzyloxy)-äthanol ersetzt. Der Farbstoff erzeugte als
dispergiertes Pulver auf Celluloseacetat violette Töne. Die Substantivität des Farbstoffes
war sehr gut, und die Licht- und Waschechtheit sowie die Echtheit gegen Gasschwund
waren ausgezeichnet. Beispiel 3
Das Produkt der Formel
wurde nach dem Verfahren des Beispiels i -hergestellt, mit dem Unterschied, daß
an Stelle des 7,-(5-Aminoo-tolylmethoxy)-äthanols 9,5,5 Teile ?, 2'-(4-Anüno-2,
6-tolylendimethoxy)-diäthanol benutzt wurden. Das Produkt lieferte nach dem Dispergieren
mit einem geeigneten Dispergiermittel auf Celluloseacetatfasern kräftige, lebhafte,
blaustichigviolette Töne. Die Eigenschaften und insbesondere die Gasfestigkeit sowie
die Wasch- und Lichtechtheit waren ausgezeichnet.
Beispiel 4 Die
Verbindung der Formel
wurde wie das Produkt des Beispiels i hergestellt, doch wurden an Stelle des 2-
(5-Amino-o-tolylmethoxy) -äthanols 22,5 Teile a-2,-(2-Methoxyäthoxy)-äthoxy-mtoluidin
benutzt. Der Farbstoff lieferte auf Celluloseacetatfasem blauviolette Töne von guten
Eigenschaften.
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Beispiel 5
Ein geeigneter Kessel wurde mit 9 Teilen Chinizarin,
3 Teilen Leukochinizarin, 6 Teilen Borsäure, 14,7 Teilen 2-(2-m-Aminobenzyloxyäthoxy)-äthanol
und 96 Teilen absolutem Alkohol beschickt. Das Gemisch wurde unter Rühren
16 Stunden auf 8o' gehalten. Darauf wurden 3,5 Teile Natriumperborat in
25 Teilen Wasser zugesetzt und das Erhitzen i Stunde fortgesetzt, worauf
2oo Teile Wasser zugesetzt wurden. Es erfolgte eine Scheidung, und die flüssige
Phase wurde verworfen. Der feste Rückstand wurde zweimal mit heißer verdünnter Lauge
in etwa der gleichen Weise wie im Beispiel i ausgelaugt. Das Produkt färbte Acetatseide
in kräftigen violetten Tönen mit ausgezeichneten Eigenschaften. Es hat die Formel
Beispiel 6
In einen geeignete:a Kessel wurden io Teile Chinizarin,
5,9 Teile Leukochinizarin, 11,8 Teile Borsäure, 26,2 Teile 2-(m-Aminobenzyloxy)-äthanol
und 93Teile Glykolmonoäthyläther gegeben. Das Gemisch wurde 16 Stunden auf go bis
95' gehalten. Die Lösung wurde dann in 25oo Teile Wasser eingegossen und
das ausgefallene Material durch Dekantieren abgetrennt. Das halbfeste Produkt wurde
in 18o Teilen Aceton gelöst und die Lösung in 66o Teile warme i,8#/,ige Natriumhydroxydlösung
eingegossen, worauf der ausgefallene Niederschlag von neuem in Aceton gelöst und
von neuem aus wäßriger Base gefällt wurde. Der feste Rückstand wurde dann abfiltriert,
gewaschen und getrocknet. Mit dem in geeigneter Weise dispergierten Material wurden
Celluloseacetatfasern in kräftigen, schönerr blaugrünen Tönen gefärbt, die gute
Echtheit gegen saure Dämpfe besaßen und ausgezeichnet licht- und waschecht waren.
Der Farbstoff hat die Formel
Beispiel 7
Der Farbstoff der folgenden Formel
wurde nach demselben Verfahren wie das Produkt des Beispiels 6 hergestellt,
mit dem Unterschied, daß das 2-(m-Aminobenzyloxy)-äthanol durch eine äquivalente
Menge von 2, 2'-(4-Amino-2, 6-tolylendimethoxy)-diäthanol ersetzt wird. Die Eigenschaften
dieses Produktes sind denen des Produktes des Beispiels 6
ähnlich. Beispiel
8
Der Farbstoff der Formel
wurde in gleicher Weise wie der Farbstoff des Beispiels
6 hergestellt, doch wurde das 2-(m-Aminobenzyloxy)-äthanol durch eine äquivalente
Menge 2-(5-Amino-o-tolylmethoxy)-äthanol ersetzt. Die Eigenschaften dieses Produktes
entsprachen etwa denen des Produktes nach Beispie16.
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Beispiel 9
In einen geeigneten Kessel wurden 27,4Teile Leukotetraoxyanthrachinon,
16,7Teile 2-(m-Aminobenzyloxy)-äthanol, i2Teile Borsäure und i8oTeile absoluter
Äthylalkohol gegeben. Das Gemisch wurde dann unter Rühren 16 Stunden zum Sieden
erhitzt. Dem Gemisch wurden dann 8ooTeile Wasser, die 5o Teile 2o"/jge wäßrige Natriumhydroxydlösung
enthielten zugesetzt und das Gemisch von neuem erhitzt. Die iomponenten wurden durch
Dekantieren getrennt und das halbfeste Produkt nach diesem Verfahren zweimal behandelt.
Das abgeschiedene Produkt wurde dann i Stunde mit 3oo Teilen Nitrobenzol gekocht
und das Lösungsmittel durch Dampfdestillation entfernt. Der feste Rückstand wurde
abgetrennt und getrocknet. Nach dem Dispergieren lieferte er auf Celluloseacetatfasern
blaue Färbungen von guten Eigenschaften. Er hat die Formel
Beispiel io In einen geeigneten Kessel wurden ig,gTeile 4, 8-Dibromanthrarufin,
38,3 Teile 2-(m-Arnffiobenzyloxy) -äthanol, 16,4 Teile frisch geschmolzenes
Natriumacetat, iTeil Cuprochlorid, 0,5Teile Kupferpulver und 2ooTeile Nitrobenzol
gegeben. Das Gemisch wurde dann unter Rühren 18 Stunden auf 130' und dann weitere
16 Stunden auf 165' erhitzt. Das Nitrobenzol wurde dann mit Dampf abgetrieben, und
der zurückbleibende feste Stoff wurde durch Filtrieren vom Wasser getrennt. Nach
dem Kristallisieren aus Chlorbenzol färbte das Produkt Celluloseacetatfasern in
sehr ansprechenden blauen Tönen, die bei Waschversuchen, bei Versuchen mit dem Fadeometer
und Versuchen mit Verbrennungsgasen sehr gute Eigenschaften besaßen. Der Farbstoff
hat die folgende Formel