DE862940C - Verfahren zur Herstellung von stabilisierten Cysteinloesungen und von stabilisiertem, freiem Cystein - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von stabilisierten Cysteinloesungen und von stabilisiertem, freiem Cystein

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DE862940C
DE862940C DE1949P0038361 DEP0038361D DE862940C DE 862940 C DE862940 C DE 862940C DE 1949P0038361 DE1949P0038361 DE 1949P0038361 DE P0038361 D DEP0038361 D DE P0038361D DE 862940 C DE862940 C DE 862940C
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cysteine
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heavy metal
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DE1949P0038361
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Siegfried Dr Winkler
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Nordmark Werke GmbH
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    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
    • A61K31/00Medicinal preparations containing organic active ingredients
    • A61K31/185Acids; Anhydrides, halides or salts thereof, e.g. sulfur acids, imidic, hydrazonic or hydroximic acids
    • A61K31/19Carboxylic acids, e.g. valproic acid
    • A61K31/195Carboxylic acids, e.g. valproic acid having an amino group

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  • Acyclic And Carbocyclic Compounds In Medicinal Compositions (AREA)

Description

(WiGBl. S. 175)
AUSGEGEBEN AM 15. JANUAR 1953
p 38361 IVaJ3OhD
ist als Erfinder genannt worden
Es ist bekannt, diaß Cystein in wäßrigen Lösungen wenig beständig ist; die Instabilität solcher Lösungen nimmt mit abnehmender H-Ionen-Konzentration zu, so daß bereits in schwach saurem, neutralem oder alkalischem Gebiet Cystein als praktisch instabil zu bezeichnen ist.
Für Injektionszwecke ist jedoch das H-Ionen-Konzentratio-nisgebiet im Bereich des Neutralpunktes, aliso' ira schwach saurem oder alkalischem Gebiet, von besonderer Bedeutung.
Es wurde nun gefunden, daß Cystein auch in neutralen, schwach sauren und alkalischen H-Ionen-Konizentrationsbereicben beständig ist, wenn! man die sauren Lösungen z. B. des Cysteinhydrochlorids mit Schwermetallkomplexbildnern oder deren Ionen enthaltenden Alkalien abstumpft bzw. neutralisiert. Als Schwermetallkomplexbildner kommen Derivate oder Salze der Säuren von Schwefelwasserstoff-, Pyrophoephor- und Blausäure in Betracht. Die Konzentration der Schwermetallkamplexbildtier ist dabei überraschend gering und steht weit Uttiterhalib ihres physiologischen Wirkungsbereiches, zum Teil unterhalb der Grenze ihrer analytischen) Nachweisbarkeit.
Es ist zwar bekannt), daß Schwermetallkomplexbildner oder deren Ionen, die Geschwindigkeit der xA.utoxydataon des Cysbeins wesentlich herabsetzen können. Einte ausreichende Stabilität solcher Lösungen konnte jedoch bisher nur bei tieferen Temperaturen erzielt werden. Für die Verwendung
von Cystein in wäßrigen. Lösungen für Injektionszwecke muß jedoch die Förderung auf Stabilität auch bei Zimmertemperatur, vorübergehend sogar bai Sterüisationstemperaturen, gestellt werden. Durch Verwendung vom unter Zusatz von Schwermetallkomplexbildnern hergestelltem Cystein gelingt es in ■ dem stabilisierten wäßrigen Lösungen· ausreichende Stabilität von Cysteinlösungen in Ampullen auch bei höheren Temperaturen zu
ίο erzielen, so daß einwandfreie Sterilisation möglich ist.
Es wurde weiter gefunden, daß die stabilisierten Cysteinlösungen zum Teil überraschende und starke therapeutische Wirkungen zeigen; beispiels.-weise haben Cysteindnjektionen Antihistaminwirkungen oder auch blutstillende Wirkungen·. Die klinische Erfahrung hat bestätigt, daß diese Wirkung allein vom Gehalt an stabilisier tem Cystein abhängt. Ferner wunde gefunden, daß Cysteinlösungen, die reines, freies Cystein enthalten, gleichifallsi beständig sind. Das freie Cystein ist aus wäßrig alkoholischen Lösungen von Cysteinhydroehloridi durch Zusatz, von Pyridin erhalten worden; es ist jedoch nur bei tieferen -Temper rataren beständig. Wird das. freie Cystein aber nach Beispiel 2 unter Zusatz von Schwermetallkomplexbildnern in .sehr geringer Konzentration hergestellt, so· wird ein stabiles, freies Cystein gewonnen, das bei Zusatz von -Fällungsmitteln wie Alkohol oder Aceton in stark glänzenden Kristallen ausfällt. Die wäßrigen Lösungen der reinenAminosäure sind zur Herstellung von. Injektionslösung besonders geeignet. . .
Es ist wahrscheinlich, daß das freie Cystein ein starkes Absorptionsvermögen für Komplexbildner hat, so daß auch nach Umkristallisieren und Trocknen im Vakuum mit chemischen Mitteln nicht oder kaum noch nachweisbare, für die Stabilisation jedoch ausreichende Mengen der Komplexbildner absorptiv gebunden bleiben, die das freie Cystein somit auch in normalen wäßrigen Lösungen stabilisieren.
Ausf ührungsbeispi ele
i. 300 g Cysteänhydrochlorid werden bei Zimmertemperatur in ri,8 1 reinstem Wasser gelöst und 2800 ecm ro %iger Natriumcarbonatlösung, in welche 10 bis 20 ecm H2S eingeleitet waren, - unter Umrühren zugesetzt· und mit etwa 2ooccm io%iger Natronlauge, der etwa ibis2ccm H2 S zugesetzt war, neutralisiert.
2. 200 g Cysteinhydrochlorid werden in 250 ecm Wasser bei Zimmertemperatur gelöst, auf etwa30'° erwärmt, etwa 20 ecm H2 S eingeleitet und mit 95 ecm konzentriertem reinem Ammoniak bei etwa
— 5° ,anteilweise versetzt, mit 50 ecm kaltem reinem Wasser verdünnt und von ungelösten An- ■ teilen sofort in einer Glasfritte filtriert; das Filtrat scheidet besonders bei Kühlung auf —5 bis — io° große nadelförmiga Kristalle des freien Cysteine ab. Ausbeute etwa 100 g freies Cystein.
- 'Aus. den Mutterlaugen kristallisieren, besonders auf Zusatz von Alkohol, beim Abkühlen weitere Mengen Cystein. Das freie Cystein löst sich in Wasser mit einem schwach sauren pH (6,2). Es ist nicht oder kaum löslich in Alkohol und läßt sich leicht aus etwa 60 bis. 7O%igem Alkohol Umkristallisieren.
Der Schmelzpunkt 'des. reinen Cystein» liegt bei 209 bis 2io|0: (unkorrigiert); es schmilzt unscharf unter Braunfärbung und Zersetzung (Gasentwicklung) . ~".

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE:
    Angezogene Druckschrif ten: Pflügers Archiv 1923, S. 203; Biochemische Zeitschrift 1923, S. 68 bis 78; Biochemische Zeitschrift 1927, S. 255; Journal of Biological Chem. 1936, S. 497.
    ι. Verfahren zur Herstellung stabilisierter Cysteinlösungen für therapeutische, vorzugsweise - für Injektionszwecke, dadurch gekennzeichnet, daß den sauren, neutralen oder alkalischen Lösungen von Cystein Schwermetallkomplexbildner, wie beispielsweise Pyrophosr: phorsäure, Schwefelwasserstoff oder Blausäure bzw. deren Ionen in sehr geringer Konzentration zugesetzt werden.
  2. 2. Verfahren zur Herstellung von stabilisiertem freiem Cystein aius Cysteinchtorhydrat und Ammoniak, dadurch gekennzeichnet, daß Cysteinchlorhydrat in Gegenwart geringer Mengen von Schwermetallkomplexbildnern, wie Blausäure, Schwefelwasserstoff oder Pyn> phosphat mit Ammoniak unter Abkühlung umgesetzt wird.
    5627 1.513
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