DE848832C - Verfahren zur Herstellung von Flachdruckoberflaechen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Flachdruckoberflaechen

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DE848832C
DE848832C DEW3316A DEW0003316A DE848832C DE 848832 C DE848832 C DE 848832C DE W3316 A DEW3316 A DE W3316A DE W0003316 A DEW0003316 A DE W0003316A DE 848832 C DE848832 C DE 848832C
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Frederick Hazard Frost
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Warren SD Co
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B41PRINTING; LINING MACHINES; TYPEWRITERS; STAMPS
    • B41NPRINTING PLATES OR FOILS; MATERIALS FOR SURFACES USED IN PRINTING MACHINES FOR PRINTING, INKING, DAMPING, OR THE LIKE; PREPARING SUCH SURFACES FOR USE AND CONSERVING THEM
    • B41N1/00Printing plates or foils; Materials therefor
    • B41N1/12Printing plates or foils; Materials therefor non-metallic other than stone, e.g. printing plates or foils comprising inorganic materials in an organic matrix
    • B41N1/14Lithographic printing foils

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  • Printing Plates And Materials Therefor (AREA)

Description

Die vorliegende Erfindung l>etrifft Platten oder
Oberflächen für den Flachdruck und Verfahren zu ihrer Herstellung und insl>esondere die durch Reiben, Bürsten oder Polieren dieser Oberflächen erzielte Verbesserung ihrer Druckeigenschaften.
Die Erfindung richtet sich allgemein auf alle
Flachdruckoberflächen, die ein hydrophiles Kolloid enthalten. Diese erfahren durch die Erfindung allgemein eine Verbesserung ihrer Druckeigenschäften.
Die Eignung von Oberflächen für den Flachdruck hängt hauptsächlich von drei Bedingungen ab, nämlich i. von ihrer Fähigkeit, im trockenen Zustand die zu druckenden Linien und Flächen aufzunehmen, wobei eine Druckzeichnung entsteht, die durch eine I)ruckfarl>e netzbar ist, 2. von der Fähigkeit der zeichnungsleeren Stellen der Oberfläche, durch Wasser oder .wäßrige oder andere Flüssigkeiten, d. h. sog. Ätzlösungen, die mit der Druckfarl>€ nicht mischbar sind, genetzt zu werden und 3. von der Fähigkeit der benetzten, zeichnungsleeren Stellen der Oberfläche, die Druckfarbe abzustoßen bzw. einer Netzung durch diese zu widerstehen. In der Praxis wird eine Flachdruckoberfläche, die die zu druckenden Teile enthält, mit Wasser oder einer wäßrigen oder anderen Flüssigkeit, die mit der Druckfarbe nicht mischbar ist, beispielsweise unter Verwendung einer Walze, die diese Flüssigkeit überträgt, genetzt. Hierauf kommt die Oberfläche in Berührung mit einer anderen, einen dünnen Überzug von Druckfarbe tragenden Walze, die auf die mit Zeichnung versehenen Stellen, nicht
aber auf die mit Wasser usw. genetzten, zeichnungsleeren Stellen Druckfarbe überträgt. Schließlich tritt die Oberfläche in Berührung mit einem Übertragungstuch oder einer Walze und bzw; oder mit einem unbedruckten Blatt, wobei Teile der Druckfarbe und auch der Netzflüssigkeit auf das unbedruckte Blatt übertragen werden.
Die Brauchbarkeit von Oberflächen für den Flachdruck hängt von einigen, sehr verschiedenen Faktoren ab, hauptsächlich aber von ihrer Fähigkeit, die Zeichnung, die Druckfarbe und die wäßrige oder andersartige Flüssigkeit, die mit der Druckfarbe nicht mischbar ist, festzuhalten. Das heißt also, daß die Druckfarbe und die Flüssigkeit jeweils ausschließlich die zeichnungsenthaltenden bzw. die zeichnungsfreien Oberfläc'henteile netzen und an diesen Stellen festgehalten werden müssen, ohne jedoch durch die Oberfläche hindurch in das darunterliegende Material der Platte durchzudringen. Das erfindungsgemäße Verfahren verbessert in einer nicht genauer erklärbaren Weise, die vielleicht aber auf einer Verminderung der Porosität der Oberfläche beruht, deren Fähigkeit, einer solchen Durchdringung seitens der Druckfarbe und der wäßrigen oder andersartigen, mit Druckfarbe nicht mischbaren1 Flüssigkeit Widerstand zu leisten, ohne daß die Netzbarkeit der Oberfläche oder die Adhäsion zwischen Oberfläche und Druckfarbe oder der andersartigen Flüssigkeit beeinträchtigt wird. Die Reibbehandlung gemäß vorliegender Erfindung kann auf die verschiedenste Weise und mit dem verschiedenartigsten Material durchgeführt werden. Zum Beispiel kann die Oberfläche von Hand oder maschinell gerieben, gebürstet, poliert oder geglättet werden, wobei Tuch, Filz, Plüsch, Borsten, Roßhaar, Dachshaar, Baumwolltuch oder -fasern, Gewebe aus Superpolyamiden, Kunstseide, Tampicofasern oder sogar feiner Draht verwendet werden können. Auch die Flintpolierung und ähnliehe Verfahren, jedoch ohne die übliche Verwenr dung von Wachs, können· angewendet werden, wobei die Druckfläche mit einer glatten, polierten und harten Oberfläche gerieben wird.
Wie bereits oben erwähnt, ist es nicht genau bekannt, worauf die Wirkung dieser Behandlung, die im folgenden kurz Reibbehandlung genannt wird, beruht. Es tritt mehr oder weniger ein Polieren der Oberfläche ein, d. h. eine Erhöhung ihres Glanzes, obwohl der Grad der Glanizerhö'hung der geriebenen Oberfläche kein verläßliches Maß für die Verbesserung ihrer Druckfähigkeit darstellt. Das Verfahren kann auch nicht als ein einfaches Schleifverfahren angesehen werden, obwohl gewöhnlich gewisse Mengen des Materials von der Druckoberfläche entfernt werden und als Staub in Erscheinung treten. Dieser Staub neigt dazu, sich auf der Reibvorrichtung anzusammeln und wirkt dann wie ein Schleifmittel. Dies ist zum Teil der Grund dafür, daß Borstenpinsel für das Reibverfahren bevorzugt werden, da hierbei der Staub, d. h. das von der Druckoberfläche abgeriebene Material, sich nicht in nachteiliger Weise auf den Borsten ansammelt, und somit das Verfahren ununterbrochen laufen kann, und da andererseits auch die Schleifwirkung des Staubes beseitigt oder vermindert wird. Ein übermäßiges Abschleifen der Druckoberfläche ist nachteilig, wie sich daraus ergibt, daß das Bürsten mit steifen Borsten, wie z. B. Tampicofasern oder feinen Metalldrähten, eine große Menge Staub liefert, aber doch nicht eine solche Verbesserung der Druckeigenschaften der Druckoberfläche bewirkt wie z. B. das Bürsten mit Schweineborsten.
Daß eine physikalische Veränderung der Druckoberfläche infolge der Reibbehandlung vor sich geht, ergibt sich aus der Tatsache, daß die verbesserten Druckeigenschaften der Oberfläche beständig sind und auch nach Gebrauch und längerer Lagerung der Druckplatten erhalten bleiben.
Die Reibbehandlung wird gewöhnlich an der fertigen Druckoberfläche durchgeführt. Wie jedoch in den Beispielen später gezeigt wird, können die Druckeigenschaften einer Platte, die eine Grundschicht und eine Wasch- oder Oberschicht besitzt, auch dadurch verbessert werden, daß man entweder die getrocknete Oberfläche der Grundschicht vor dem Auftragen der Waschschicht reibt oder daß man die Oberfläche erst nach dem Aufbringen der Waschschicht und deren Trocknen reibt oder daß man beide Maßnahmen durchführt.
Zur Feststellung der erforderlichen Dauer und Intensität des Reibvorgangs läßt sich außer der Verbesserung der Druokeigenschaften der Oberfläche kein meßbares Wirkungsmerkmal auf der Oberfläche verwenden. Das Optimum an Reibung irgendeiner Oberfläche mit irgendeiner Reibvorrichtung kann natürlich leicht durch Untersuchen der Druckeigenschaften der Oberfläche festgestellt werden, z. B. derart, daß man die Druckoberflächen einer ungeriebenen Platte und von Platten, die verschieden lang der gleichen Reibbehandlung unterworfen wurden, ausprobiert. Im allgemeinen läßt sich feststellen, daß eine sehr kurze Reibbehandlung im wesentlichen eine ebenso gute Verbesserung gibt wie eine längere Reibbehandlung.
Die Druckoberflächen, deren Druckeigenschaften durch Reiben verbessert werden, müssen offenbar nicht nur durch das Zeichnungsmaterial, wie z. B. Zeichenstift, Schreibmaschinenfarbe od. dgl., durch die Druckfarbe und durch das mit der Druckfarbe unmischbare Netzmittel angreifbar bzw. netzbar sein, sondern auch bis zu einem gewissen Grad die Druckfarbe und das Netzmittel oder beide absorbieren. Sie müssen weiterhin so beschaffen sein, daß die Reibbehandlung die Absorption der Druckfarbe und des Netzmittels seitens der Oberfläche und des unter ihr liegenden Materials vermindert, ohne gleichzeitig die Netzbarkeit der Oberfläche in schädlicher Weise zu verringern. Auf dieser Grundlage wurde die Theorie entwickelt, daß die durch Reiben bewirkte Verbesserung der Druckeigenschaften der Oberfläche auf einer Verringerung der Porosität der Druckoberfläche beruht. Hieraus folgt, daß, wenn eine Druckoberfläche nicht porös ist, d. h. von der Druckfarbe und der Ätzlösung nicht durchdrungen wird, ihre Druckeigenschaften
auch nicht durch Reil>en verbessert werden können, oder mit anderen Worten, daß, wenn die Porosität einer Plattenol>erfläche durch Reiben nicht verringert werden kann, ihre Druckeigenschaften durch Reihen auch nicht verbessert werden können. Für die vorliegende Erfindung kommen vorzugsweise Flachdruckplatten in Frage, die im wesentlichen folgende Bestandteile enthalten: a) einTräger aus Papier oder einem anderen biegsamen Material, ίο wobei das Papier mehr oder weniger wasserfest gemacht werden kann, b) eine Grundschicht, die im wesentlichen a,us einem hydrophilen Kolloid, wie z. B. Kasein, und aus einem feinverteilten Pigment oder Füllstoff, wie z. R. Ton, besteht, wobei diese Grundschicht durch Einwirkung eines Kolloidhärtungsmittels, wie z. B. Formaldehyd, zweckmäßig mehr oder weniger unlöslich gemacht worden ist und c) eine leichte Waschschicht, die aus einem pigmentfreien, hydrophilen Kolloid besteht. Erfindungsgemäß lassen sich die Druckeigenschaften solcher Platten mit oder ohne Salzbehandlung verbessern. Wenn die Oberfläche der Grundschicht ohne Waschschicht bzw. mit oder ohne Behandlung der Oberfläche mit zweiwertigen Metallsalzen »5 Flachdruckeigensc'haften besitzt, dann lassen sich die Druckeigenschaften durch die Reibbehandlung verbessern.
Da die vorliegende Erfindung sich auf die Verl >esserung der Druckeigenschaften von hydrophile Kolloide enthaltenden Druckoberflächen durch Reiben oder ähnliche Behandlungen bezieht, so wird in dieser Beschreibung davon abgesehen, die Druckplatten als solche zu beschreiben oder die für die Herstellung solcher Platten geeigneten Materialien aufzuzählen. Derartige Angaben können aus der Literatur entnommen werden.
Einige der Mangel oder Fehler von Flachdruckplatten, die durch die erfindungsgemäße Reibbehandlung beseitigt oder gemildert werden können, sind folgende:
Manche Flachdruckplatten neigen dazu, bei Beginn des Drückens ein eindeutiges Bild und erst mit zunehmendem Gebrauch ein kräftigeres Bild zu liefern. Die Reibl>ehandlung verbessert solche Platten in dieser Beziehung, so daß die geriebene Platte beim Gebrauch sofort oder schneller ein gutes Bild gibt als die gleiche Platte im ungeriebenen Zustand.
Bei den meisten Flachdruckplatten besteht im Gebrauch mit zunehmender Zahl der Drucke die Neigung, daß der Druckgegenstand infolge von Verschiebungen oder teilweisem Verschwinden von Zeichnungsteilen verschwommen wird. Auch hier bewirkt die Reibbehandlung eine Verbesserung der Platte, so daß im allgemeinen eine wesentlich größere Zahl klarer Drucke von einer Platte erhalten werden kann.
Flachdruckplatten zeigen allgemein mit zunehmender Zahl der Drucke die Neigung, an den zeichnungsfreien Stellen Druckfarbe von der Farbwalze aufzunehmen und diese auf das Druckblatt zu übertragen. Auch hier tritt eine Verbesserung der Druckplatte ein, d. h. durch die Reibbehandlung wird erreicht,' daß eine wesentlich größere Zahl sauberer Drucke erhalten wird. Eine weitere Wirkung der Reibbehandlung besteht darin, daß sie die später noch näher erläuterte Reinigungsfähigkeit der Platte verbessert.
Die Reibbehandlung erweist sich auch insofern als vorteilhaft, als sie irgendwelche Salzkristalle, die sich infolge der Behandlung der Oberfläche mit Lösungen von wasserlöslichen und wasserbeständigen Salzen zweiwertiger Metalle abgeschieden haben können, beseitigt.
Das Kalandern oder Hochglanzkalandern der Flachdruckplatten hat auf diese nicht die gleiche Wirkung wie die erfindungsgemäße Reibbehandlung. Das Kalandern kann vorteilhaft sein, soweit es auf die Grundschicht angewendet wird. Jedoch bewirkt die Reibbehandlung solcher kalanderten Platten im wesentlichen die gleiche Verbesserung der Druckeigenschaften, wie sie auch mit ähnlichen, aber nicht kalanderten Platten zu erzielen ist. Das Kalandern vermag zwar offensichtlich die Oberfläche von Druckplatten in vorteilhafter Weise zu glätten, jedoch ist der durch Kalandern erzielte Effekt deutlich verschieden von dem durch Reiben erzielten Effekt.
Eine vorteilhafte Eigenschaft der geriebenen Flachdruckplatten, die zu ihrer Identifizierung und Unterscheidung von einer nicht geriebenen Platte dienen kann, zeigt sich in der sog. Radierprobe. Zur Durchführung dieser Probe wird eine Platte mit Zeichnung versehen, z. B. durch Beschriften mit einer Schreibmaschine. Darauf wird ein Teil der Druckschrift mit einem weichen Radiergummi ausradiert und die radierte Stelle neu beschriftet, worauf mit der Platte in üblicher Weise gedruckt wird. Falls die wieder beschriftete Stelle zu Beginn dunkler druckt als die übrigen Teile der Platte, so zeigt dies an, daß die Platte nicht gerieben worden war, da eine geriebene Platte, die der gleichen Probe unterworfen wird, an den wieder beschrifteten Stellen nicht merkbar dunkler druckt als der übrige Teil der Platte. Diese Probe ist nur dann zuverlässig, wenn die Platte eine Grundschicht und eine Waschschicht hat. Sie ist jedoch unzuverlässig, wenn die Platte nur eine einzige hydrophileKolloidsdhicht und keine Waschschicht besitzt, da diese Platte manchmal auch ungerieben auf radierten und wieder beschrifteten Stellen keine dunkleren Drucke geben.
Eine andere charakteristische Eigenschaft der geriebenen Platten, die zuverlässiger bei der Bestimmung ist, ob eine geriebene oder eine ungeriebene Platte vorliegt, zeigt sich bei der sog. Reinigungsprobe. Hier wird ein Teil der zu prüfenden Platte mit einem weichen Tuch gerieben und dann etwas Druckfarbe auf geriebenen und ungeriebenen Stellen der Platte aufgewischt. Diese Farbschmieren werden dann wieder mit einem Wattebausch, der mit einer Farbbeseitigungslösung, z. B. einer Mischung aus 25 Gewichtsteilen Glcyerin und 75 Gewic'htsteilen Wasser, die mit saurem Monoammoniumphosphat auf den pH-Wert 3,8 eingestellt ist, getränkt ist, ab-
gewaschen. Lag eine ursprünglich nicht geriebene Platte vor, so zeigt sich, daß die Farbschmieren an den im Rahmen des Tests geriebenen Stellen besser beseitigt werden als an den ungeriebenen Stellen. Tritt jedoch eine gleichmäßige Säuberung an beiden Stellen ein, so zeigt dies an, daß eine geriebene Platte vorlag, da die Probereibung auf einem Teil der Platte wirkungslos blieb. Bei den Versuchen mit den verschiedensten Flachdruckplatten mit ίο hydrophilen Kolloiden in der Druckoberfläche hat sich ergeben, daß die Reibbehandlung stets eine sichtbare Verbesserung der Reinigungseigenschaften der Platten bewirkt.
Die Verbesserung der Reinigungsfähigkeit einer Platte ist natürlich für den oben beschriebenen Prüfzweck weniger wichtig als für den tatsächlichen Gebrauch der Platte, da zufällige Farbverunreinigungen der Platte sich bei ihrer Verwendung im Flachdruck häufig einstellen, so daß die Verbesserung der Reinigungsfähigkeit der Platten ein wichtiges Ergebnis der vorliegenden Erfindung ist. Für die Zwecke der Erfindung wird zweckmäßig eine geleimte Papierbahn aus den üblichen Papierfaserstoffen hergestellt, und zwar mit einem Gewicht von 70 bis 200 g/m2. Diese Papierbahn wird zweckmäßig naßfest gemacht, was in bekannter Weise durch Zusatz eines Melamin-Formaldehyd-Kondensationsproduktes zu den Papierbereitungsstoffen oder durch Oberflächenbehandlung der Papierbahn mit einer Harnstoff-Formaldehyd- oder Kasein-Formaldehyd-Lösung od. dgl. oder auch durch beide Maßnahmen bewirkt wird. In diesem Stadium ist auch die Oberflächenleimung des Papiers vorteilhaft, um die Oberflächenfasern einzubetten und zu binden. Auf die Papierbahn wird dann in üblicher Weise eine gut verarbeitete Pigmentschicht, z. B. aus Ton, Blanc fixe, Satinweiß od. dgl, und ein Haftmittel, wie z. B. Kasein, Polyvinylalkohol, Sojaprotein od. dgl., aufgetragen. Zweckmäßig enthält diese Schicht auch noch ein Härtungsmittel, um die Haftmittel unlöslich zu machen. Diese Schicht wird zweckmäßig auf beiden Seiten der Papierbahn aufgetragen, um die Rollneigung der Papierbahn zu verringern, wie auch um ihre Wasserbeständigkeit zu erhöhen. Die Schicht wird zweckmäßig in einer Menge von 15 bis 50 g/m2 und pro Seite der Bahn aufgetragen. Die so beschichtete Papierbahn kann dann, obwohl es nicht unbedingt erforderlich ist, kalandert werden, damit sie glatt wird und flach Hegt. Das Trockengewicht der dann aufgebrachten Waschschicht ist normalerweise ziemlich gering, l>eispielsweise 1,5 bis 3,5 g/m2. Eine geeignete Schicht für diesen Zweck ist beispielsweise eine wäßrige Gelatinelösung, die Ammoniumbichromat als Härtungsmittel enthält. Die mit der Waschschicht versehene Papierbahn wird nach dem Trocknen über einen zylindrischen Tisch geleitet. Hierbei wird ihre Oberfläche mit einer oder zweckmäßig mehreren rotierenden, zylindrischen Bürsten leicht gerieben, wodurch die Oberfläche poliert wird und gleichzeitig ihre Eigenschaften, wie oben beschrieben, wesentlich verbessert werden. Schließlich wird die Papierbahn in Blätter geeigneter Größe geschnitten, die dann als Platten in Vervielfältigungs- oder anderen Flachdruckmaschinen verwendet werden.
Zur weiteren Erläuterung der Erfindung dienen die folgenden Beispiele:
B e i s ]) i e 1 e
i. Eine naßfeste Papierbahn mit einem Gewicht von 150 g/m2 wurde unter Verwendung von aus Koniferen oder Laubbäumen gewonnenen Papierfasern, Harzleim, Melamin-Formaldehyd-Kondensationsprodukten und Alaun hergestellt. Die Bahn wurde dann mit einer ammoniakalischen KaseinlÖsung, die mit handelsüblicher Formaldehydlösung leicht sauer gestellt war, auf der Oberfläche geleimt, wobei pro Quadratmeter Bahn etwa 5 g (Trockengewicht) Leim aufgenommen wurde. Nach dem Trocknen wurde die Bahn beiderseits mit 40 g (Trockengewicht) pro Quadratmeter einer Mischung aus 100 Teilen Ton, 20 Teilen Kasein und 1,5 Teilen Dimethylolharnstoff beschichtet. Die Bahn wurde getrocknet und kalandert. Die so erhaltene Bahn wurde dann, wie in den Beispielen 2 und 3 !«schrieben, weiterbehandelt.
2. Auf die eine Seite einer nach Beispiel 1 hergestellten Bahn wurde eine Waschschicht, 3,4 g Trockengewicht pro Quadratmeter, mittels einer verdünnten, etwa 3°/oigen wäßrigen Gelatinelösung, die ein wenig, 6°/o vom Gelatinegewicht, Ammoniumchromat enthielt, aufgetragen. Die Waschschicht wurde getrocknet, mit Zeichnung bedruckt und in eine Flachdruckpresse gegeben. Ein anderes Blatt mit der gleichen Grundschicht wurde in der gleichen Weise mit einer Waschschicht versehen, getrocknet und dann leicht in viermaliger Passage unter einer Bürste mittlerer Härte gebürstet. Diese Platte wurde dann ebenfalls mit Zeichnung bedruckt und in eine Flachdruckpresse gegeben. Die geriebene Platte gab nach 700 Drucken noch ebenso saubere und klare Drucke wie die ungeriebene Platte nach 300 Drucken.
3. Auf die eine Seite einer nach Beispiel 1 hergestellten Bahn wurde eine Waschschicht, 2,9 g Trockengewicht pro Quadratmeter, mittels einer verdünnten, i°/oigen wäßrigen Lösung von durch Alkali gelöster Alginsäure und Ammoniumchromat, 30% vom Natriumalginatgewicht, aufgetragen. Das Blatt wurde dann getrocknet, mit Zeichnung bedruckt und in eine Flachdruckpresse gegeben. Ein anderes Blatt wurde in der gleichen Weise hergestellt, jedoch wurde es vor dem Bedrucken mit Zeichnung viermal unter einer Bürste mittlerer Härte durchgeführt. Dieses Blatt wurde nach dem Bedrucken mit Zeichnung ebenfalls in eine Flachdruckpresse gegeben. Die geriebene Platte gab nach 800 Drucken noch ebenso saubere und klare Drucke wie die ungeriebene Platte nach 400 Drucken. 120'
4. Auf einen Papierträger wurde zunächst eine wasserundurchdringlic'he Grenzschicht für Dauerbeanspruchung aufgetragen. Dann wurde auf diese Grenzschicht die übliche Ton-Kasein-Dimethylolharnstoff-Schicht aufgetragen, worauf die Bahn getrocknet und kalandert wurde. Ein Blatt dieser
Bahn wurde ohne weitere Behandlung als Druckplatte verwendet. Ein zweites Blatt wurde zunächst gerieben und dann im Vergleich mit dem anderen zum Drucken verwendet. Beide Platten waren mangelhaft, da sie unsaubere Oberflächen zeigten. Jedoch zeigte die geriebene Platte viel weniger Unsaul >erkeiten als die ungeriel>ene Platte, was auf die vorteilhafte Wirkung der Reibbehandlung hinweist. 5. Ein naßfestes Papier wurde mit einer Grundschicht aus 15 Gewichtsteilen Kasein, 100 Gewichtsteilen Ton und 20 Gewichtsteilen einer 40°/oigen Formaldehydlösung versehen. Das Papier wurde getrocknet und kalandert. Die eine Hälfte des Blattes wurde gerieben, während die andere Hälfte unbehandelt blieb. Dieses Blatt wurde dann mit einer i,5°/oigen Karboxy - Methylcellulose - Lösung beschichtet, getrocknet, mit einer io°/oigen Zinikacetatlösung üt>erstrichen und wieder getrocknet. Die Waschschicht wurde nicht gerieten. Dieses Blatt wurde dann als Druckplatte verwendet. Der Blattteil mit der ungeriebenen Grundschicht zeigte von Anfang an unsaubere Stellen, während der Blattteil mit der geriel>enen Grundschicht noch nach 200 Drucken vollkommen sauber war.
6. Ein naßfestes Papier wurde mit einer Schicht aus 15 Gewichtsteilen Kasein, 10 Gewichtsteilen Gummiarabikum, 100 Gewichtsteilen Ton und 20 Gewichtsteilen einer 4O°/»igen Formaldehydlösung versehen. Das Papier wurde getrocknet, kalandert und dann mit einer i5°/oigen Zinkacetatlösung überstrichen. Nach dem Trocknen wurde das Papier gerieten. Bei der Verwendung als Druckplatte zeigte dieses Blatt noch nach 200 Drucken ausgezeichnete Eigenschaften.
Die nach den vorstehenden Beispielen 2, 3, 4, 5 und 6 erhaltenen Druckoberflächen wurden durch die Reibbehandlung auch in ihrer Reinigungseigenschaft verbessert, d. h. in ihrer Fähigkeit, frische Farbschmieren durch Waschen der Oberfläche mit einer Farbteseitigungslösung zu entfernen. In den meisten Fällen konnten die Farbschmieren so vollständig teseitigt werden, daß sie überhaupt nicht mitdruckten. Für die Platte nach Beispiel 4 war diese Reinigung nicht so vollständig, aber sie erschien wesentlich verbessert im Vergleich zu Drucken mit der ungeriebenen Platte.
7. Es wurde ein Blatt mit einer kalandrierten, normalen Grundschicht, d. h. ein mit Kasein, Ton und Methylolharnstoff beschichtetes, naßfestes Papier verwendet. Auf einem 25 cm breitem und 38 cm langem Blatt wurde in der Länge eine Mittellinie gezogen. Auf der einen Seite der Mittellinie wurde die Grundschicht gerieben, während die andere Seite unbehandelt blieb. Auf das ganze Blatt wurde dann eine Waschschicht aufgebracht, die aus einer i°/oigen Natriumalginatlösung testand, die mit Phosphorsäure auf den pH-Wert 4 unter Vermeidung der Koagulation des Algins eingestellt war. Dieses Blatt wurde zum Altern eine Woche lang sich selbst überlassen und dann eine Nacht lang in eine mit Formaldehyd gesättigte Atmosphäre gebracht. Auf den teiden Hälften des Blattes wurde dann jeweils eine weitere Mittellinie gezogen und der eine Teil beider
Abschnitt I 2 3 4
Grundschicht
Oberschicht
nicht
gerieben
nicht
gerieben
n'cht
gerieben
gerieben
gerieben
nicht
gerieben
gerieben
gerieben
Hälften gerieben. Auf diese Weise wurde das Blatt in vier Abschnitte geteilt, die entsprechend folgender Zusammenstellung verschiedene Behandlungen erfahren hatten:
Das Blatt wurde dann beschriftet und als Offsetdruckplatte verwendet. Die Ergebnisse waren folgende:
Abschnitt 1: stark verschmutzt,
Abschnitt 2: mäßig verschmutzt,
Abschnitt 3: nach 200 Drucken noch sauber,
Abschnitt 4: nach 200 Drucken noch sauber.
Auf Grund der vorstehenden Beispiele und der mit den verschiedensten Flachdruckplatten gemachten Erfahrungen läßt sich die Bedeutung der Erfindung so kennzeichnen, daß das Verfahren auf alle Flachdruckoberflächen anwendbar ist, die ein hydrophiles Kolloid enthalten und auf Grund der Porosität mehr oder weniger von der Flachdruckfarbe und bzw. oder dem mit der Druckfarbe nicht mischbaren Netzmittel für die zeichnungsfreieni Stellen der Oberfläche durchdrungen werden. In zahlreichen Versuchen wurde gefunden, daß die Reibbehandlung die Druckeigenschaften der Platte verbessert, ohne nachteilige Eigenschaften der Platte hervorzurufen oder zu vermehren, und daß die Lebensdauer der Platte, d. h. die Zahl der von einer Platte erhältlichen Drucke um 10 bis 100% oder mehr größer wird.

Claims (3)

PATENTANSPRÜCHE:
1. Verfahren zur Herstellung von Flachdruck oterflächen, dadurch gekennzeichnet, daß man eine ein hydrophiles Kolloid enthaltende Oberfläche mit Flachdruckeigenschaften in getrocknetem Zustand einer Reibbehandlung, z. B. mittels Bürsten, unterwirft.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man einen geeigneten Träger, vorzugsweise einen Papierträger, mit einer Mischung beschichtet, die im wesentlichen aus einem in einem hydrophilen Kolloid dispergierten feinverteilten Füllstoff besteht, dann die Schicht trocknet und die Oberfläche dieser Schicht einer Reibbehandlung unterwirft.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man einen geeigneten Träger, vorzugsweise einen Papierträger, mit einer Mischung, die im wesentlichen aus einem in einem hydrophilen Kolloid dispergierten, feinverteilten Füllstoff besteht, beschichtet, die Schicht trocknet, darüber eine aus einem hydrophilen Kolloid bestehende Waschschicht legt, diese trocknet und die Oberfläche mindestens einer dieser teiden Schichten nach der jeweiligen »25 Trocknung einer Reibbehandlung unterwirft.
1 53 ti 8.52
DEW3316A 1946-08-19 1950-08-18 Verfahren zur Herstellung von Flachdruckoberflaechen Expired DE848832C (de)

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Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1047800B (de) * 1953-09-16 1958-12-31 Columbia Ribbon & Carbon Flachdruck-Blatt
DE1190005B (de) * 1959-06-18 1965-04-01 Plastic Coating Corp Verduennte waessrige Loesung zur Umwandlung eines ein auf elektrophotographischem Wege hergestelltes Bild tragenden Papierblattes in eine lithographische Flachdruckform
DE1206926B (de) * 1960-05-10 1965-12-16 Timefax Corp Elektrisch beschreibbare Flachdruckplatte und Verfahren zur Herstellung derselben

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DE1206926B (de) * 1960-05-10 1965-12-16 Timefax Corp Elektrisch beschreibbare Flachdruckplatte und Verfahren zur Herstellung derselben

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FR952128A (fr) 1949-11-09
GB633746A (en) 1949-12-19

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