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Verfahren und Vorrichtung zum Fertiggießen der Flanschen mit Schraubenlöchern
an Absperrorgangehäusen Es ist im Armaturenbau bekannt, an Flanschen von Artnaturteilen,
z. 13, Schieherhauben, Stopflriichsteilen, Untersiitzen für Hydranten u.
dgl., die Schraulxn.loiher oder Schraubenschlitze und die 1)icltttl:iclieii finit
Dichtungsrillen fertigzugieBen. Dieses \-erfahren ist insbesondere bei stehendgeformten
Armaturteilen einfach und jedem Gießercifachniann geläufig. Anders verhält es sich
z. B. lxi zweiteilig liegendgeformten Absperrschiebergnehäusen finit drei AnschlulManschen,
bei denen die Schraulienlöclier nicht ohne weiteres in einem Arbeitsgang finit dem
Modell ausgeformt werden kühnen und die Trennungslinie des Modells sich in Form
eines Grates am Gußstiick und an den Flanschen abzeichnet.
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Uni inin den Grat an den Flanschen zu beseitigen, hat nian schon `'ersuche
angestellt, auf die Enden eines Absperrschiebergehäusekernes jeweils eiserne, mit
Dichtungsrillen versehene Kokillenscheiben aufzustecken. Infolge der holten Temperatur
beim <ließen haben sich die Kokillen nach kurzem Gebrauch verzogen uni mußten,
um Ausschuß zu vermeiden, rasch wieder erneuert werden. Es wurde aber auch schon
vorgeschlagen, die Kokillen mit "Zapfen für die Herstellung der Schraubenlöcher
zu versehen. Aber auch dieser Vorschlag führte nicht
zum Ziel, weil
der Übelstand des Verziehens noch viel stärker in Erscheinung trat. Ein weiterer
Nachteil ist der, daß der Gehäusekern getrocknet sein muß, um die schweren Kokillen
aufzustecken, und claß dieser schwere Kern nicht leicht in die Form eingelegt «-erden
kann. Aus diesen Gründen hat man vom Fertiggießen der Flanschen an Absperrschiebergehäusen
Abstand genommen und die Gehäuse bis in die jüngste Zeit auf besonders konstruierten
sogenannten Dreispindelbänken und Mehrspindelbohrmaschinen mit hochwertigen: Werkzeugen
fertigbearbeitet.
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Durch das der Erfindung zugrunde liegende Verfahren mit Vorrichtung
wird das Problem des Fertiggießens der drei Flanschen in einem Gießvorgang an At>sperrorgangehäusen,
insbesondere Schiebergehäu@sen, die zweiteilig liegendgeformt werden, einwandfrei
gelöst, und es fallen dadurch die teuren Bearbeitungsmaschinen, einschließlich der
hochwertigen Werkzeuge, sowie deren Einstellung und Instandhaltung fort. Weiter
werden eingespart die Fortbewegung der vielen Gußstücke von Maschine zu Maschine,
das Wegbringen der Gußspäne von den Maschinen, ferner der durch den erhöhten Abbrand
beim Einschmelzen der Späne entstehende Verlust an Werkstoff und nicht zuletzt das
Einsparen vorn Arbeitskräften und gewaltiger Energiemengen bei der Bearbeitung.
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In den Zeichnungen ist das Verfahren und beispielsweise eine Ausführungsform
der Vorrichtung zum Fertiggießen der drei Flanschen eines Absperrschiebergehäuses
dargestellt, und zwar zeigt Abt). i einen senkrechten Schnitt durch die Kernform
zur Herstellung eines Nebenkernes für die beiden Anschlußflanschen, Abb. 2 einen
Grundriß der Abb. i, Abt). Seinen senkrechten Schnitt durch den Nebenkern für den
Fertiggüß der Anschlußflanscben, Abt>. .4 einen senkrechten Schnitt durch die Kern,
form zur Herstellung des Nebenkernes für die Gehäuseflanschen, Abb. 5 einen Grundriß
der Abb. 4, Abt). 6 einen senkrechten Schnitt durch den Kern für den. Fertigguß
der Gehäuseflanschen, Abt). 7 eine Draufsicht auf die Hälfte der Kernbüchse, die
zur Herstellung des Hauptkernes dient, mit Schnitt durch den oberen aufklappbaren
Deckel und einem eingelegten Nebenkern für die Anschlußflanschen, Abt>. 8 einen
Schnitt A-B durch die Kernbüchse der Abb. 7, Abb.9 einen senkrechten Schnitt durch
den Hauptkern mit den eingefügten drei Nebenkernen, Abb. io einen senkrechten Schnitt
durch ein fertiggegossenes Absperrschiebergehäuse nach dem Guß.
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Das wesentlich Neue der Erfindung besteht darin, claß die den Fertigguß
der drei Flanschen erzeugenden, besonders gestalteten, zweckmäßig aus Hartkerusand
hergestellten Nebenkerne nicht auf einen fertigen Gehäusekern aufgesteckt, sondern
in einer besonders konstruierten Vorrichtung, die gleichzeitig zur Herstellung des
üblichen Gehäusekernes dient, eingesetzt, festgehalten und durch Stampfen oder Blasen
zu einem festgefügten gießfertigen Hauptkern verarbeitet werden.
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Die in der Kerfiform (Abb. i, 2) hergestellten, in Abb. 3 dargestellten
Nebenkerne i erzeugen den Fertigguß der beiden Anschlußflanschen 2, des Schiebergehäuses
(Abb. io). Durch die Zapfen 3 entstehen die Schraubenlöcher, und durch die Vorsprünge
5 werden die Dichtungsrillen gebildet. Der vorstehende Rand 6, der so hoch ist wie
die Länge der Zapfen 3 und der zugleich den äußeren Durchmesser des Flansches ohne
Naht erzeugt, dient zum Schutze der sonst frei stehenden Zapfen und zur besseren
und sicheren Einführung des Hauptkernes in die Gießform. An dem äußeren Durchmesser
des vorstehenden Randes 6 sind kleine Ansätze angebracht, die sich in die entsprechenden
Aussparungen 4 der Kernbüchse (Abt). 7) legen. Dadurch wird die genaue Lage der
Zapfen 3, die die Schraubenlöcher der Flanischen erzeugen, einwandfrei erreicht.
Der ringförmige vorspringende Teil 7, durch. den.die Kernspindel hindurchgeht, ist
von solcher Länge, daß sein äußerer Durchmesser sich in die verschiebbare Schale
8 der Vorrichtung derart einlegt und abdichtet, daß beim Herstellen des Hauptkernes
kein Kernsand hinter die Schale 8 eindringt und diese an ihrer Rückzugsbewegung
hindert.
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Der in der Kernform (Abt). 4 und 5) hergestellte, in Abb.6 dargestellte
Nebernkern io für die Gehäuseflansche besitzt ebenfalls die Zapfen 3, die Vorsprünge
für die Dichtungsrillen 5, den vorstehenden Rand 6 und den ringförmigen Teil 7.
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Die in Abb. 7 und 8 dargestellte Vorrichtung, die zur Herstellung
des Hauptkernes dient, besteht aus einer zweiteiligen Kernbüchse, die mit ,1ussparungen
i i und 12 zur Aufnahme der Nebenkerne versehen ist. Die Kerntbüchse (Abt). 7 und
8) ist um den Zapfen 13 drehbar gelagert, und es kann die eine Hälfte noch um den
Gelenkbolzen 14 umgelegt werden. Der obere Deckel 15 ist ebenfalls umlegbar und
wird durch die Klinke 16 festgehalten.
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Die Arbeitsweise der beispielsweise vorgeschlagenen Vorrichtung ist
folgende: In die eine Hälfte der um ein Gelenk 14 umgelegten Kernbüchse werden die
beiden Nebenkerne i in die Aussparungen i i eingelegt. Nachdem die Kernbüchse zugeklappt
und durch die Schließkeile 17 festgehalten ist, wird der Nebenkern ib in die obere
Aussparung 12 eingelegt und durch den umgelegten und verschließbaren Deckel 15 festgedrückt.
Nach dem Einbringen der Kernspindel und des Kerneisens kann der Hauptkern 18 (Abt.
9), ohne die Nebenkerne zu verletzer4 von drei Seiten her in üblicher Weise aufgestampft
oder mit einer Kernblasemaschine gießfertig geblasen werden.