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Wanderschutz für Fahrzeugschienen \ Nach dem bisherigen Stand der
Technik sind verschiedene Mittel bekannt, die das sog. Schienenwandern bei
Temperaturveränderung verhindern sollen, beispielsweise durch Verwendung von festen
Anschlägen oder Formstücken, die mit der Schiene durch Schweißung fest verbunden
sind und sich gegen die auf den Schwellen befestigten Schwellenplatten abstützen,
oder durch direkte Verschweißung der Schienen mit den Unterlagsplatten oder durch
Verwendung von Unterlagsplatten mit wellenförniigen oder gerippten Oberflächen,
die den Reibungswiderstand zwischen Schiene und Unterlagsplatte vergrößern sollen.
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Zu den genannten Mitteln besteht der Nachteil, daß einerseits die
Verschweißung von Anschlägen unter der Schienenfußfläche bei eingebauten Schienen
wegen Platz- und Sichtmangels nicht möglich ist und andererseits Schienen mit angeschweißten
Anschlägen nur unter größten Schwierigkeiten verlegt xverden können, nämlich nur
dann, wenn alle Schwellen mit ihren Utiterlagsplatten passend zu den einzelnen Schienenanschlägen
eingerückt sind. Ein solches Verfahren ist jedoch wegen der im Steinschotter eingebetteten
Schwellen unwirtschaftlich und zeitraubend. Eine andere Ausführung, bei der durch
angeschweißte Anschläge an der Schiene, und zwar vor und hinter der Unterlagsplatte
das Schienenwandern verhindert werden soll, hat den Nachteil, daß die Schweißnähte
verhältnismäßig lang sein müssen, um die hohen Schubkräfte der Schiene bei Temperaturveränderung
aufzunehmen. Lange Schweißnähte sind jedoch unerwünscht, weil
sie;
während: der ,Zugfahrt infolge der wellenartig verlaufenden '.hleneni#urchbiegung
eher zu Bruch führen können als kurze Schweißnähte und bei isolierten Schienenstößen
wenig Raum zwischen den auf der Doppelschwelle befestigten Unterlagsplatten zur
Verfügung steht, wie in Bild 6 ersichtlich ist. #Dag-- ;Verfahren; ` .nach dem die
Unterlagsplatten mit. der. Schiene durch Verschweißung fest verbuiiüen werden, hat
den Nachteil, daß die Unterlagsplatten bei einem späteren Ausbau der Schiene nicht
mehr verwendbar sind und attgehobelt werden müssen, wenn die Schiene für andere
Zwecke weiterverwendet werden soll.
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Bei den bekannten Wanderschutzmitteln, deren Oberseite wellenförmig
ausgebildet ist, besteht der Nachteil, daß einerseits mit der an sich geringen wellenförmigen
Ausbildung .der Unterlagsplatten nur eine geringe Erhöhung des Reibungswiderstands
zwischen Schiene und Unterlagsplatte eintritt und andererseits die waagerechten
Schubkräfte der Schiene sich in senkrechte, nach oben wirkende Kräfte umwandeln,
die zur Längung und Lockerung der Schienenklemmschrauben führen können.
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Im Gegensatz zu den genannten Ausführungen zeigt der Erfindungsgegenstand
neuartige Wanderschutzmittel, die ohne Schwierigkeiten herstellbar tirid änwendbac-siüd-
Sie können dort; wo ein vollkommener Wanderschutz erreicht werden soll, beispielsweise
bei isolierten Schienenstößen, .fest mit der Schiene verbunden werden, oder dort,
wo keine starre Schienenfesthaltung, sondern nur ein verstärkter Wanderschutz gewünscht
ist, beispielsweise bei gewöhnlichen Schienenstößen; derart ausgebildet werden,
daß der Widerstand gegen Schienenwandern erhöht wird.
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Der Gegenstand der Erfindung ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:
i. Verwendung von Zwischenplatten, die innerhalb der Rippen von UnterlagslaJatten
lösbar und unverschiebbar gelagert sind und deren über die Unterlagsplatten hinausragenden
Flächen Verbreiterungen nach Bild 2 zur Anlage an den Stirnflächen der Rippen aufweisen,
die nach Wahl zur Verschweißung mit den Schienenfußkanten verwendet werden können;
2. Oberflächenausbildung der auswechselbaren Einlegeplatte 3 nach Bild 2 mit einer
schräg versetzten Riffelung oder Zahnung; 3. zweiteilige Ausführung der Zwischenplatte
4 nach Bild 3 oder 5; 4. Ausbildung der Zwischenplatte 5 oder 6 nach Bild 4 oder
5 mit einer Ausnehmung zur Aufnahme einer Einlegeplatte 7, deren Oberfläche riffel-
oder zahnartig geformt ist; 5. zweiteilige Ausführung der Einlege-1>latte 7 nach
Bild 4, die derart zusammengesetzt wird, daß die Riffelung oder Zahnung der Oberflächen
eine Pfeilform ergeben.
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Zur Erläuterung der verschiedenen Wanderschutzmittel sind die Bilder
i bis 6 zu betrachten. Bild i stellt 'die Seitenansicht einer Befestigungsstelle
dar; Bild 2 zeigt eine einteilige Zwischenplatte mit Unterlagsplatte;.
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Bild 3 stellt eine zweiteilige Zwischenplatte mit Untertagsplatte
-dar; Bild 4 zeigt eine einteilige Zwischenplatte mit einer Ausnehmung zur Aufnahme
einer zweiteiligen Einlegeplatte; 'Bild 5 stellt eine zweiteilige Zwischenplatte
mit einer Ausnehmung zur Aufnahme einer einteiligen Einlegeplatte, und Bild 6 zeigt
einen Schienenstoß.
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Die Unterlagsplatte 2 nach Bild i und 2 ist durch vier Befestigungsschrauben
mit der nicht dargestellten Schwelle fest verschraubt. In die Unterlagsplatte 2
ist die "Zwischenplatte 3 nach $ild. 2 unverschiebbar, aber lösbar eingelegt. Die
Schiene i wird auf die Zwischenplatte 3 aufgesetzt und hiernach durch die Klemmplatten
K mittels der Hakenschrauben Hnach Bild i festgeklemmt. Die Zwischenplatte 3 kann
nunmehr mit der Schiene durch Verschweißung, und zwar entlang der Schienenfußkanten
innerhalb des verbreiterten Plattenbereichs, fest verbunden werden, so daß beispielsweise
ein bei isolierten Schienenstößen erwünschter vollkommener Wanderschutz erzielt
wird. Bei gewöhnlichen, nicht isolierten Schienenstößen oder dort, wo nur ein verstärkter
Wanderschutz erwünscht ist, kann die Oberseite der Zwischenplatte mit einer das
Wandern hindernden Riffelung oder "Zahnung versehen werden, wie sie beispielsweise
in Bild 2 durch Schrägstriche angedeutet ist.
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Bei der geteilten Zwischenplatte nach Bild 3 besteht der Vorteil,
daß diese bereits hei geringer Hebung der Schiene in die Uuterlagsplatte eingelegt
werden kann.
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Nach Bild 4 bestehen die Wanderschutzmittel aus der eigentlichen Zwischenplatte
5, die eine Ausnehmung aufweist, in die eine zweiteilige Einlegeplatte eingefügt
ist. Der Vorteil ist der, daß lediglich die Einlegeplatte, deren Oberseite mit einer
das Wandern hindernden Riffelung oder Zahnung versehen ist, aus hochwertigem Stahl
hergestellt wird, wogegen die Zwischenplatte aus Stahl mit geringerer Güte besteht.
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.Bild 5 zeigt fast die gleiche Ausführung wie Bild 4, jedoch ist hierbei
die Zwischenplatte 6 zweiteilig und die Einlegeplatte 7 einteilig ausgebildet. Der
Vorteil ist bereits in Bild 3 erläutert.
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Bild 6 stellt einen isolierten Schienenstoß dar, wobei nicht nur der
Raummangel zwischen den beiden Unterlagsplatten der Doppelschwelle ersichtlich ist,
sondern gleichzeitig die Zwischenplatte in einer bei ähnlichen Einrichtungen bekannten
schaukelförmigen Ausbildung dargestellt ist.
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Die Zusammenfassung der Kennzeichen i bis ergibt gegenüber dem bekannten
Stand der Technik einen erheblichen Fortschritt. Der Erfindungsgegenstand stellt
nicht nur eine praktisch anzuwendende Einrichtung dar, sondern er kann als Massenartikel
billig hergestellt werden, weil es sich um reine Stanz- bzw. Preßteile mit geringem
Stahlbedarf handelt. Der Erfindungsgegenstand soll in erster Linie isolierte Schienenstöße
gegen vorzeitige Zerstörung schützen. Durch die verstärkte bzw. vollkommene Festhaltung
der Schienen am isolierten Schienenstoß muß sich (las Schienenwandern infolgedessen
nach der dem isolierten Schienenstoß
entgegengesetzten Seite aus-,%,irkeii.
Der Erfindungsgegenstand kann jedoch auch bei allen gewöhnlichen Stößen eingebaut
werden, nämlich dann, wenn nur ein verstärkter Wanderschutz erzielt werden soll.