DE82204C - - Google Patents

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DE82204C
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D05SEWING; EMBROIDERING; TUFTING
    • D05CEMBROIDERING; TUFTING
    • D05C7/00Special-purpose or automatic embroidering machines
    • D05C7/06Special-purpose or automatic embroidering machines for embroidering festoons

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Sewing Machines And Sewing (AREA)
  • Decoration Of Textiles (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 52: Nähmaschinen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 2g. Juni 1894 ab.
Die bisherigen Kanten für Hemden, Schürzen u. s. w. hatten den wesentlichen Nachtheil, dafs nur ein unvollkommener Schlufs erzielt wurde.
Diesem Uebelstand wird nach vorliegender Erfindung dadurch begegnet, dafs man mittelst des Nähfadens zwischen die beiden Saumfäden noch zwei besondere Zierfäden einflechtet.
Zo diesem Zwecke empfiehlt es sich, eine Seidel & Naumann'sche oder eine Kaisersche Nähmaschine mit seitwärts hin- und hergehender Nadel zu benutzen. An einer solchen Maschine wird der Zierkantenapparat angebracht. Derselbe ist gekennzeichnet durch zwei Stangen, die vom Schiffchenantrieb aus bethätigt werden und deren winkelförmig gebogene Arme als Führungen für die beiden Zierfaden dienen. Diese Zierfaden werden mittelst der hin- und her- und auf- und abwärtsgehenden Nadel von dem Nähfaden zwischen die beiden Saumfäden verflochten. Der Zierkantenapparat kann leicht aufser· Thätigkeit gesetzt und die Maschine zum Nähen von Knopflöchern benutzt werden.
'im Ausführungsbeispiele ist der Apparat an einer Seidel & Na umann'schen Nähmaschine angebracht, und zwar zeigt:
Fig. ι die Unteransicht hiervon,
Fig. 2 dieselbe Ansicht in anderer Schiffchenstellung,
Fig. 3 einen Schnitt nach Linie x-x, Fig. 1, Fig. 4 einen Schnitt nach Linie y-y, Fig. 1, Fig. 5 zeigt die Oberansicht mit Stichplatte; die
Fig. 6, 7 und 8 zeigen verschiedene Stellungen der Zierfadenführungen,
Fig. 9 zeigt einen Schnitt nach Linie \-%, Fig. 2, und die Fig. 10 bis 17 zeigen verschiedene Stichstellungen.
Die mit Buchstaben bezeichneten Theile gehören zu der bekannten Nähmaschine, während die mit Ziffern bezeichneten Theile neu hinzugekommen sind und den Zierkantenapparat bilden.
Die Kurbelscheibe α (Fig. 1 und 2) erhält ihren Antrieb von der (nicht dargestellten) Hauptwelle, welche die Nadel η mit dem Oberfaden C (Fig. 4 und 9) in auf- und ab- und seitwärts hin- und hergehende Bewegung versetzt. Auf der Welle der Kurbelscheibe a sitzt ein Excenter b, welches mit einer Stange c in Verbindung steht, um den Stoffschieber s (Fig. 5 und 6) zu bethätigen. Die Kurbelscheibe α trägt einen Zapfen d1, an welchem die Verbindungsstange d drehbar angebracht ist, welche das in Schiene f geführte Schiffchen e mit dem Unterfaden D hin- und herbewegt.
Die an geeigneter Stelle verbreiterte Verbindungsstange d ist mit einer Aussparung 1 versehen, in welche der Stift 2 eines bei 3' drehbaren Hebels 3 greift. Der in Platte 4 gelagerte Zapfen 3' trägt noch ein Zahnrad 5, welches in ein Zahnrad 6 greift. Excentrisch mit Zahnrad 6 verbunden ist mittelst des Zapfens 7 ein Lenker 8, dessen anderes Ende mit einem zweiarmigen Hebel 10 verbunden ist, der um Punkt 11 drehbar ist. Auf
Stift g dieses Hebels ist eine Stange 12 drehbar befestigt, die als Fadenführer für den einen der beiden Zierfaden 15 dient. Zu diesem Zwecke ist der winkelfömig gebogene Arm der Stange 12 mit einer schräg geführten Bohrung versehen. Am anderen Ende des Hebels 10 ist ein Stift 14 angebracht, der mit einer Stange 13 in Verbindung steht, deren winkelförmiger Arm als Fadenführer für den zweiten Zierfaden 16 dient. Haben die beiden Zierfaden 15,16 die Oeffhungen der Stangen 12, 13 verlassen, so treten sie durch den ausgefrästen Stichschlitz gl der Stichplatte. Beim Einfädeln der Zierfaden mufs die Stichplatte weggenommen werden. Neben der Stichplatte g (Fig. 5) befinden sich Oeffnungen, durch welche die Zierfäden 15, 16 in die Führer 12,13 eingeführt werden. Am unteren Theile besitzt die Stichplatte g einen Kanal h, durch welchen der eine bezw. untere Saumfaden A eingeführt wird, der dann durch die Oeffnung hl (Fig. 5) der Stichplatte wieder zum Vorschein kommt. Der zweite oder obere Saumfaden B wird oben durch den Schlitz des Füfschens F (Fig. 9) eingeführt und legt sich dann parallel über den ersten Saumfaden A, so dafs der Stoff 5 in der Mitte liegt (Fig. 9).
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende:
Zunächst werden die beiden Zierfaden 15, 16 in die Führer 12, 13 eingefädelt, so dafs sie in dem Stichschlitz der Stichplatte zum Vorschein kommen. Alsdann werden die beiden Saumfäden AB eingefädelt, von denen der eine A unter den Stoff 5 und der andere B über denselben zu liegen kommt.
Nachdem auch der Oberfaden C und der Schiffchenfaden D eingefädelt sind, ist die Maschine zum Gebrauche fertig.
Beim ersten Stich bezw. bei ihrem Niedergange sticht die Nadel η (Fig. 4 und 9) zunächst in die Aussparung der Stichplatte. Bei diesem Vorgange sind die Arme der Stangen 12,13 am weitesten von einander entfernt (Fig. 8) und ermöglichen dadurch das Einflechten des einen der beiden Zierfaden (Fig. 10 und 11). Nunmehr geht die Nadel wieder aufwärts, abwärts und gleichzeitig seitwärts, wobei sie wieder in den Stoff sticht (zweiter Stich) und hierbei den beiden Armen 12, 13 Zeit zum Wechseln ihrer Stellung läfst, so dafs dieselben über einander zu stehen kommen (Fig. 7). Beim Aufwärtsgange der Nadel η wird der Oberfaden C um die beiden Saumfäden A B geschlungen und diese werden verbunden (Fig. ι 2 und 13).
Hierauf geht die Nadel wieder abwärts, wobei sie wieder in die Aussparung der Stichplatte sticht (dritter Stich). Gleichzeitig aber haben die Führer 12, 13 ihre Stellung vertauscht, so dafs sie die Stellung Fig. 6 einnehmen. Dadurch werden die Zierfaden ebenfalls vertauscht, so dafs der eine, der vorher rechts lag, nunmehr nach links kommt (Fig. 14 und 15). Im übrigen bleibt der Vorgang derselbe. Beim vierten Stich (Fig. 16 und 17) nehmen die Theile wieder die Stellung (Fig. 7) ein, während sie beim fünften Stich wieder in die Stellung Fig. 8 und 10. kommen u. s. f.
Um den Apparat aufser Thätigkeit zu setzen, hat man nur den Stift 2 aus der Curvennuth 1 herauszunehmen, worauf man sofort mit dem gewöhnlichen Knopflochnähen beginnen kann.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Eine Vorrichtung für Doppelsteppstich-Nähmaschinen mit seitwärts hin- und hergehender Nadel zum Einfassen von Stoffkanten mit Zierfäden, dadurch gekennzeichnet, dafs zwei Zierfäden (15, 16) durch zwei von dem Schiffchenantrieb aus wechselweise senkrecht zur Stoffkante hin- und herbewegte Fadenführer (12, 13) vor die Stoffkante gelegt werden und dort mittelst Nadel- und Schiffchenfadens (C und D) mit zwei weiteren unterhalb und oberhalb des Stoffes auf dessen Kante gelegten Zierfäden (A und B) verbunden werden.
    Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
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