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Wagen Die Erfindung betrifft einen Wagen, der als Handwagen, Anhänger
oder Gespannfahrzeug vielseitige Verwendung finden kann. Ihr liegt die Aufgabe zugrunde,
einen derartigen Wagen zu schaffen, der trotz hoher Tragfähigkeit und Festigkeit
ein geringes Eigengewicht hat und außerdem leicht zerlegt und verschiedenen Verwendungszwecken
angepaßt werden kann.
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Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung im wesentlichen dadurch gelöst,
daß der Aufbau des Wagens selbsttragend ausgebildet ist und die Räder einzeln an
ihm aufgehängt sind. Dabei kann der Aufbau vorteilhaft dadurch verwindbar sein,
daß er aus Längs- und Querträgern besteht, die zusammen einen offenen Kasten bilden,
und diese Längs- und Querträger können zweckmäßig als Fachwerke, z. B. aus Holzstäben,
ausgebildet sein, deren Knotenpunkte als Gelenke ausgeführt sind. Durch diese Ausbildung
des Erfindungsgegenstandes setzt sich der Aufbau des Wagens aus einzelnen Stäben
zusammen, die in der Hauptsache Zug-und/oder Druckkräfte aufnehmen, während Biegekräfte
weitgehend vermieden sind.
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Die Herstellung des neuen Wagens kann in vorteilhafter Weise dadurch
wesentlich vereinfacht und verbilligt werden, daß alle Stäbe der Fachwerke den gleichen
Querschnitt haben. Für die Ober- und Untergurte der Längs- und Querträger kann hierbei
die erforderliche Festigkeit in einfacher Weise dadurch erreicht werden, daß diese
aus zwei parallelen Stäben bestehen, zwischen denen die Enden der Streben liegen:
Dabei können die Stäbe an den Knotenpunkten jeweils einfach durch einen Hohlniet
miteinander verbunden sein, an deren Stelle auch ein Holzdübel treten kann.
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Der Erfindungsgegenstand kann dadurch mit wenigen Handgriffen in die
vier Hauptbestandteile Boden, Längs- und Querträger und Lenkung zerlegt
werden,
daß bei lose eingelegtem Boden und Spurstangenlenkung die die Räder tragenden Längsträger
mit den Querträgern und die Spurstange mit den Rädern leicht lösbar verbunden sind.
Diese vier Teile können in vorteilhafter Weise zu einem flachen Paket zusammengelegt
werden, das dann entweder z. B. unter dem Arm getragen oder auch auf den Rädern
nachgezogen werden kann. Die leichte Zerlegbarkeit des Erfindungsgegenstandes hat
den weiteren Vorteil, daß die Spurweite des neuen Wagens im Bedarfsfalle in einfacher
Weise dadurch geändert werden kann, .daß Querträgerpaare und Spurstangen verschiedener
Länge zum Auswechseln vorgesehen sind. In ebenso einfacher Weise kann der Laderaum
des neuen Wagens den jeweiligen Bedürfnissen angepaßr werden, z. B. für sperriges
Gut, wie Heu, Stroh usw., dadurch, daß ein die Längs- und Querträger nach oben verlängerndes
Gitterwerk zwischen die Stäbe der Obergurte einsteckbar ist, oder für Obstkörbe
usw. dadurch, daß auf den Längs- und Qugrträgern eine Plattform abnehmbar angebracht
ist.
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Eine gute Bodenfreiheit des neuen Wagens mit gleichzeitigem Schutz
der Spurstange kann in vorteilhafter Weise dadurch erreicht werden, daß die Spurstange
vor dem Wagenboden in der Höhe desselben angeordnet ist. Dabei kann die Lenkeinrichtung
zweckmäßig so ausgebildet sein, daß die Untergurte der Längsträger über den vorderen
Querträger hinaus verlängert und durch einen Führungssteg für das an dem Querträgeruntergurt
angelenkte Lenkscheit verbunden sind, über dem die Spurstange liegt. Die Herstellung
der Deichsel kann dadurch vereinfacht sein, daß diese aus zwei miteinander verbundenen
Einheitsstäben besteht und in dem gegabelten vorderen Ende des Lenkscheites gelagert
ist.
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Eine besonders einfache und zuverlässige Radschmierung kann gemäß
der Erfindung darin bestehen, daß die hohle Radachse im Bereich der Radnabe radial
durchbohrt, an beiden Enden geschlossen und am freien Ende mit einem Schmiernippel
zum Einpressen von Schmierfett versehen ist. Diese Art der Schmierung kann mit Vorteil
insbesondere bei Blechscheibenrädern angewendet werden, die auf der Achse mittels
auf beiden Seiten eingesetzter Buchsen gelagert und außerdem in insbesondere für
Handwagen neuer und vorteilhafter Weise mit Luftbereifung versehen sein können.
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Die Herstellung des neuen Wagens kann gemäß der Erfindung noch dadurch
vereinfacht und verbilligt werden, daß alle Beschläge, wie z. B. Radaufhängung,
Radabstützung, Verbindungslaschen usw., aus Bandeisen ein und desselben Profils
gebogen sind.
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Die Zeichnung veranschaulicht die Erfindung beispielsweise an einer
Ausführungsform des Gegenstandes derselben, 'und zwar zeigt Fig. i eine Seitenansicht
des neuen Wagens, Fig. 'z eine Rückansicht hierzu, Fig.3 eine Rückansicht des Wagens
mit Aufsatz, Fig. 4 eine solche mit Plattform, Fig.5 eine Rückansicht des zusammengelegten
Wagens und Fig. 6 eine Draufsicht auf den Wagenboden jeweils in schematischer Darstellung,
Fig. 7 einen Schnitt durch eine Radlagerung etwa in natürlicher Größe, ' Fig.8 einen
Schnitt durch einen Knotenpunkt des Wagenaufbaus und Fig.9 eine Ansicht hierzu ebenfalls
in natürlicher Größe.
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Hierin bezeichnet a einen Obergurt und b einen Untergurt, die durch
Streben c zu einem Fachwerk miteinander verbunden sind und zwei Längsträger des
Wagenaufbaus bilden. In gleicher Weise sind zwei Obergurte d und Untergurte
e durch Streben f zu Querträgern miteinander verbunden, die ihrerseits mit den Längsträgern
zii einem offenen Kasten beispielsweise dadurch leicht lösbar verbunden sind, daß
an den Enden der Gurte d, e
aus Bandeisen bestehende, ösenförmige Laschen
angebracht sind, die auf die Enden der Gurte a, b aufgeschoben und mit diesen verstiftet
sind. Auf die Untergurte b, e ist der Wagenboden aufgelegt. Die Räder sind als Blechscheibenräderg
ausgebildet und tragen Gummibereifung, gegebenenfalls Luftbereifung. Ihre Achsen
1i1, h" sind an den beiden Längsträgern aufgehängt, beispielsweise an einem Eck-
oder einem Knotenpunkt und durch Streben i, die gegebenenfalls federnd ausgebildet
sein können, am Obergurt a abgestützt. Das freie Ende der Hinterachse 112 ist durch
eine Strebe j mit dem Untergurt b verbunden.
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Die Lenkung der Vorderräder g ist als Spurstatigen1enkung ausgebildet
mit Lenkschenkel 111,
Lenkhebel k und vor den Achsen liegender Spurstange
1. Hierzu sind die Untergurte b der beiden Längsträger über den Untergurt e des
vorderen Querträgers hinaus verlängert und ihre Enden durch einen Steg m miteinander
verbunden. Dieser besteht aus zwei Endstücken von der Stärke der Untergurte b, die
durch zwei von oben und unten aufgesetzte Leisten miteinander verbunden und mittels
der gleichen Laschen wie die Gurte d, e
auf die Untergurte b aufgeschoben
und mit diesen verstiftet sind. Er dient zur Führung eines Lenkscheites n, das zwischen
den leiden Verbindungsleisten liegt und an dem Untergurt e des vorderen Querträgers
angelenkt ist. Die Spurstange 1, deren Enden mit den Lenkhebeln k leicht lösbar
verbunden sind, liegt über dem Lenkscheit n und ist mit diesem durch einen Zapfen
o ebenfalls leicht lösbar verbunden. Das vordere Ende des Lenkscheites n ist gabelförmig
ausgebildet, und in ihm ist das hintere Ende einer Deichsel p gelagert.
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Die Wände des Wagenkastens können durch einen gitterartigen Aufsatz
q nach oben verbreitert werden. Außerdem kann auf die Obergurte a, d eine
Plattform r aufgelegt werden.
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Der neue Wagen kann mit wenigen Handgriffen in seine Hauptbestandteile
Boden, Längs-und Querträger und Lenkeinrichtung zerlegt werden. Hierzu wird nach
dem Entfernen des Bodens und der Deichsel p die Spurstange 1 von
den
Lenkhebeln k und das Lenkscheit n von dem Untergurt e gelöst,
und der Führungssteg m wird von den Untergurten b abgezogen. Danach werden
die beiden Querträger von den Gurten a, b abgezogen. Nun können die beiden Längsträger,
wie in Fig. 5 veranschaulicht ist, unter Zwischenfassung aller übrigen Teile mit
einander zugekehrten Innenseiten aufeinandergelegt und z. B. durch Stege s miteinander
verbunden werden.
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Bei der in Fig. 7 dargestellten Radlagerung ist in die Bohrung des
Blechscheibenrades g auf jeder Seite eine Buchse t eingesetzt. Mit diesen ist das
Rad g auf einer hohlen Achse h gelagert, die in ihrer Mitte mit radialen Durchbohrungen
u versehen ist. Während das hintere Achsenende verschlossen ist, ist in das vordere
Ende ein Schmiernippel v eingesetzt. Durch diesen kann das Schmierfett mit einer
Hochdruckpresse in den Hohlraum der Achse h, von da durch die Öffnungen
u in den Ringraum zwischen den Buchsen t und schließlich zwischen diese und
die Achse h gepreßt werden. Auf diese Weise wird die Radlagerung stets zuverlässig
geschmiert und der Eintritt von Schmutz verhindert.
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Das Fachwerk der Längs- und Querträger wird durch Stäbe gebildet,
die alle den gleichen Querschnitt haben, und zwar bestehen die Gurte a, b, d,
e
jeweils aus zwei parallelen Stäben, z. B. b1 und b2, die, wie aus Fig. 8 und
9 ersichtlich ist, an den Knotenpunkten die als Streben dienenden Stäbe c zwischen
sich fassen und jeweils lediglich durch einen Hohlniet w fest miteinander verbunden
sind. An die Stelle dieser Hohlniete w können auch einfache llolzdübel treten, die,
vor dem Einschlagen zw eckmäßig in Leim getaucht werden.