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Reifen-Schutzvorrichtung Es ist eine bekannte Tatsache, daß insbesondere
bei Lastkraftwagen, aber auch in gewissem Maße bei Personenkraftwagen der Fahrer
längere Zeit nicht merkt, daß aus einem der Schläuche der Reifen die Luft entweicht.
Dies gilt insbesondere für geringfügige Beschädigungen des Reifens und Schlauches,
z. B. durch einen Nagel, bei «-elcher die Luft nur ganz allmählich entweicht. Eine
erhöhte Gefahr in dieser Hinsicht liegt bei den _1nhängern vor. Da so der Nagen
längere Zeit auf einem Reifen mit mehr oder minder entleertem Schlauch rollt, was
eine außerordentliche Beanspruchung sowohl des Schlauches als auch des Reifens bedingt,
ist eine schwere Beschädigung des Schlauches und des Reifens und unter Umständen
eine vollständige Zerstörtnig leider die Folge. Sogar Brände des Reifens und des
ganzen Fahrzeuges sind schon aus diesem Grunde entstanden. Wenn inan berücksichtigt,
daß allein ein großer Reifen für einen größeren Lastwagen 6oo DDT kostet, wird die
Bedeutung einer Reifen-Schutzvorrichtung klar.
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Nun sind schon Warnvorrichtungen an Kraftwagen bekannt, die aus einem
vorn \Vagenrahmen nach abwärts sich erstreckenden Fühlglied, einem elektrischen
Stromkreis und einer akustischen Warnvorrichtung, z. B. der eigenen Hupe, bestehen.
Eine solche Finrichtung hat folgende Nachteile: Entweder erstreckt sich dieselbe
bis in die unmittelbare Xälie der Fahrbahn, dann wird sie von der geringsten Unebenheit
derselben erfaßt, abgeschIiffen, abgebogen, abgerissen oder sonst beschädigt. Weini
das Fühlglied finit seinem Unterende auch
mir eilte Kleinigkeit
über der Fahrbahn angeordnet ist, dann ist der Reifen und der Schlauch bereits mehr
oder minder beschädigt, ehe die Warnvorrichtung überhaupt in Tätigkeit tritt. Der
Abstand des Unterendes ist ferner von der Belastung des Fahrzeuges abhängig und
damit auch der Grad des Ansprechens der Warnvorrichtung.
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Es besteht ferner noch die Gefahr, daß in dem elektrischen Stromkreis
oder der akustischen Warnvorrichtung ein Versager der elektrischen Teile oder Verbindungen
eintritt.
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Diese Nachteile werden durch die Erfindung überwunden, und es wird
mit denkbar einfachen Mitteln und mit einer geringfügigen Änderung eines einzigen
Teiles der üblichen Schlauchventile eine Schutzvorrichtung geschaffen, die das Entweichen
der Luft anzeigt, ehe eine Gefahr für Reifen und Schlauch vorliegt, gegebenenfalls
auch gleichzeitig den Fahrer darauf aufmerksam macht, falls auch ohne besondere
Beschädigung nur durch eine geringe Undichtigkeit an irgendeiner Stelle ein langsames
Abfallen des Druckes eintreten sollte.
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Die Erfindung ist an einem normalen Schlauchventil beispielsweise
veranschaulicht. Es stellt dar Fig. i einen teilweisen Längsschnitt durch ein Schlauchventil
nach der Erfindung in ungefähr vierfacher Vergrößerung, Fig.2 einen teilweisen Längsschnitt
desselben nach einer etwas anderen Ausführungsform, Fig. 3 einen Schnitt nach der
Linie 111-11I der F i g. 2, Fig. 4 einen teilweisen Längsschnitt durch ein Schlauchventil
nach der Erfindung und in einer anderen Ausführungsform, Fig. 5 eine Seitenansicht
eines Lastwagenreifens mit dem Erfindungsgegenstand in kleinerem -Maßstal>.
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In der Zeichnung bedeuten 1 das Ventilrohr, 2 ein Außengewinde, 3
ein Innengewinde, 4 eine konische Verengung und 5 eine absatzweise Verengung des
Ventilrohres. In dem Innengewinde 3 ist mittels einer Verschraubung 6 ein Hohlkörper
7 mit Bohrung 8 und Dichtungskonus 9, z. B. aus Gummi oder Fiber, so eingesetzt,
daß unter der Wirkung der Verschraubung dieser Dichtungskonus in der konischen Verengung
4 einen dichten Abschluß schafft. Das Ende dieses Hohlkörpers ist bei den bekannten
Ventilen mit einem Dichtungskonus versehen, der als Ventilsitz dient. Gegen diesen
liegt ein Ventilteller To mit Dichtungseinsatz 11, z. B. aus Fiber oder Hartgummi,
unter Wirkung einer Feder 12 und des im Schlauch herrschenden Innendruckes an. 13
ist ein Widerlager, z. B. aus Blech, für die Feder 12, das sich in der Verengung
5 abstützt. 14 ist eine mit dem Ventilteller To fest verhundene, sich durch den
Hohlkörper 7 hindurch erstreckende Führungsstange.
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Beim Aufpumpen des Schlauches kann die Luft in Richtung des Pfeiles
A in das Innere des Hohlkörpers 7 eintreten und den Ventilteller To abheben, bis
dieser durch den Innendruck und die Feder 12 wieder auf seinen Sitz gepreßt wird.
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Erfindungsgemäß ist zwischen dem Ilohlkörper 7 und dein Ventilteller
ro eine Druckfeder 15 eingeschaltet und für diesen Zweck der Ventilsitz 16 zylindrisch
oder, wie bei 17 strichpunktiert angedeutet, leicht konisch gestaltet.
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Bei der Ausführungsform nach Fig. 2 besteht der Ventilsitz aus einem
zylindrischen Teil 18, der eine gute Führung für die Druckfeder 15 bildet, und einem
konischen Teil 19, der die Ventilsitzfläche trägt. Bei dieser Ausführungsform ist
an dem Ventilteller ein Flansch 20 gebildet. Durch diese Ausgestaltung ist die Führung
der Feder 15 besonders gut, und es ist möglich, bei nur unwesentlicher Erhöhung
der Gesamtlänge des Ventils oder ohne eine solche die Feder etwas länger und daher
wirksamer zu machen als bei derAusführungsform nach Fig. i.
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Die Druckfeder wird so bemessen, daß sie bei einem bestimmten Druckabfall
im Schlauch, z. B. von 6 atü auf 5 atü, die Wirkung des Innendruckes und der Feder
12 überwindet. Der Ventilteller To wird in Richtung des Pfeiles B abgehoben und
die Luft bläst ab.
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Bei der Ausführungsform nach,Fig. 4 ist die Erfindung an einer Ventilbauart
angewendet, bei der eine Schließfeder 12° für den Ventilteller im Innern des Hohlkörpers
7 untergebracht ist, sonst aber gleiche Teile vorhanden sind. Hier ist als einzige
Änderung der bekannten Teile statt eines verhältnismäßig flachen Ventiltellers ein
etwas tieferer Ventilteller io, ähnlich wie bei Fig. 1 und 2, zweckmäßig. Die Öffnungsfeder
15 kann gegebenenfalls ohne jede Änderung des bisherigen Ventilsitzes angebracht
werden.
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Auf das Außengewinde 2 des Ventilrohres ist beim gezeichneten Ausführungsbeispiel
eine Pfeife 21 als akustische Warnvorrichtung aufgeschraubt, und diese wird durch
die abblasende Luft betätigt. Eine Schutzhülse 22, z. B. aus einem dünnen Gummischlauch,
als Staubschutz kann über der Pfeife angebracht sein, ohne die Betätigung der Pfeife
zu stören.
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Bei der Erfindung ist es möglich, die Länge zwischen der konischen
Verengung ,4 und der Verengung 5 vollständig beizubehalten, ebenso wie sämtliche
Teile des bekannten Ventils mit Ausnahme des Luftventilsitzes. Eine gegebenenfalls
geringe Vergrößerung (um 1 oder 2 mm) des Abstandes des Hohlkörpers 17 (Länge des
Ventilsitzes) von dem Ventilteller ist infolge der Feder 12 ohne weiteres möglich.
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Die Vorrichtung ist für jede Art von Schlauchventilen, auch für Winkelventile
geeignet.