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Verfahren und Vorrichtung zur maschinellen Formgebung von Dachpfannen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur maschinellen Formung von Dachpfannen und
ähnlichen profilierten Körpern aus Beton und eine zurDurchführung des Verfahrens
geeignete Vorrichtung.
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Bei der Verformung von Beton und ähnlichen Rohstoffen zu derartigen
Formlingen sind besondere, durch die Eigenschaften des `'Werkstoffes gegebene Voraussetzungen
zu erfüllen, die bisher die Einführung zeit- und arbeitsparender maschineller Vorrichtungen
für diesen Zweck verhinderten.
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Es ist notwendig, die verwendete, aus Gründen ihrer Zusammensetzung
wenig plastische Masse durch einen senkrechten auf die Masse ausgeübten Schlag zu
verdichten und durch eine unmittelbar an dem Schlag ansetzende Streichbewegung das
Profil zu streichen, wobei durch leichtes Anheben der in der Streichbewegung vorwärtigen
Kante des den Schlag bzw. die Streichle« egung ausführenden Werkzeugen das Material
unter dem Werkzeug verarbeitet wird. Dieser Vorgang ist gegebenenfalls mehrfach
zu wiederholen. Anschließend ist die profilierte Oberfläche des Betonkörpers einer
glättenden Einwirkung zu unterziehen, um eine glatte und dichte Oberfläche zu erzielen
und diese gegebenenfalls mit einerFarbschicht zuversehen. Zu diesem Zwecke muß das
Werkzeug in gleichmäßiger Glättbewegung in einer Richtung über das geformte Material
geführt werden, wobei gleichzeitig seine Vorderkante leicht angehoben sein muß.
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Alle diese Arbeitsvorgänge lassen sich von Hand in einfacher Weise,
jedoch mit entsprechend geringer Leistung und von der mehr oder weniger großen Geschicklichkeit
des Arbeiters abhängiger Gleichmäßigkeit des hergestellten Erzeugnisses ausführen.
Die .-Ansätze, die bisher zur Mechanisierung
dieser Arbeitsvorgänge
gemacht worden sind, beschränken sich darauf, dem als Arbeitswerkzeug dienenden
Profileisen- bzw. der Schlagplatte eine zwangsläufige Führung zu erteilen, wobei
die eigentliche Arbeitsleistung des Schlagens und Glättens noch immer von Hand ausgeübt
wird. Eine maschinelle Formgebung jedoch ist bishernicht möglich gewesen. Andere
für die Verformung von Beton angewendete maschinelle Verfahren, wie das Rüttel-
und Schleuderverfahren, sind zur Herstellung verhältnismäßig kleiner Formstücke
in großen Stückzahlen wegen der Notwendigkeit, eine ziemlich feuchte Masse zu verwenden
sowie auch wegen der Kompliziertheit der sich ergebenden Apparaturen nicht geeignet.
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J)urch die Erfindung wird die Aufgabe einer maschinellen Formgebung
der eingangs aufgezählten Formstücke in technisch denkbar einfacher und wirtschaftlicher
Weise gelöst. Das Verfahren nach der Erfindung stellt eine völlige Angleichung an
die Arbeitsweise des Handformverfahrens dar, besitzt diesem gegenüber aber alle
Vorteile einer völlig maschinellen Arbeitsweise und bedeutet gerade unter den derzeitigen
Voraussetzungen, die die Fertigung von Dachziegeln und ähnlichen profilierten Körpern
auf kostensparendem, kaltem Wege in großen Stückzahlen erforderlich machen, einen
erheblichen technischen und wirtschaftlichen Fortschritt.
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Das neue Verfahren besteht grundsätzlich darin, daß die in einem Formkasten
befindliche Betonmasse der Einwirkung eines maschinell angetriebenen Arbeitswerkzeuges
ausgesetzt wird, welches vermöge seiner besonderen Arbeitsweise dazu geeignet ist,
sämtliche in Betracht kommenden Arbeitsvorgänge in regelmäßiger Aufeinanderfolge
auszuführen und hintereinander auf die Masse in der ersten Phase der Formgebung
eine schlagende und unmittelbar anschließend streichende und in der zweiten Phase
eine lediglich glättende Wirkung ausübt. Hierbei wird die Umsteuerung des Arbeitswerkzeuges
von Phase zu Phase entweder automatisch oder von Hand vorgenommen. Gemäß einem weiteren
wesentlichen Merkmal der Erfindung wird in Angleichung zur Handarbeit während des
sich jedem Schlagvorgang unmittelbar anschließenden Streichvorganges in der ersten
Phase des Arbeitsganges sowie in der zweiten Phase dem Glättvorgang, das Arbeitswerkzeug
an seiner in der Arbeitsrichtung vorliegenden Kante leicht angehoben, dadurch etwas
schräg gestellt, und so das Unterarbeiten des Werkstoffes zur Profilgebung bzw.
das Glätten, wie beim Handbetrieb, bewerkstelligt.
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Diese die Handarbeit vollkommen nachahmenden Bewegungen werden durch
den neuartigen Antrieb des Arbeitswerkzeuges erzielt, der im einzelnen mit weiteren
Merkmalen der Erfindung in der nachstehenden Beschreibung derselben an Hand der
Abbildungen erläutert wird.
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Von den Abbildungen zeigt Abb. i eine Seitenansicht der Maschine,
teilweise im Schnitt, Abb. 2 eine Draufsicht, teilweise im Schnitt. Abb. 3 eine
Vorderansicht, ebenfalls teilweise im Schnitt; Abb.4 und 5 zeigen die Steuervorrichtung
für das Schlagwerkzeug in der Seitenansicht bzw. Vorderansicht, ebenfalls teilweise
im Schnitt; Abb.6 veranschaulicht den Antrieb des Vorverteilers und dessen automatische
Abschaltung beim Rückgange des Formkastens in der Seitenansicht, Abb. 7 die Abschaltung
des Vorverteilers während des Glättvorganges in der Seitenansicht; Abb.8 zeigt die
verschiedenen Stellungen des Einschalthebels während der Arbeitsvorgänge, Abb.9
und io die automatische Verriegelung des Einschalthebels während der verschiedenen
Arbeitsvorgänge der Maschine in der Vorderansiclit sowie Seitenansicht; Abb. i i
zeigt die Vorrichtung zur Abbremsung des Kurbeltriebes beim Umschalten der Maschine
in der Seitenansicht; Abb. 12 ist eine schematische Darstellung der Bewegungsvorgänge
des Kurbeltriebes bzw. des Arbeitswerkzeuges während der gesamten Formgebung.
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Auf einem Rahmen i ist das Arbeitswerkzeug 6 in Gestalt einer Profil-
bzw. Schlagplatte 6 mit seinem Antrieb montiert. Dieser Antrieb besteht aus einem
Kurbeltrieb 2, der über die Welle 2o mit Riementrieb 21 angetrieben wird. Der Kurbeltrieb
2 treibt über die Kurbelstange 3 unter Zwischenschaltung der Blattfeder .4 ein an
der Kurbelstange 3 im gemeinsamen Drehpunkte 5 drehbar gelagertes Arbeitswerkzeug
6, die Profil-bzw. Schlagplatte. Der Drehpunkt 5 ist außerdem über den Pendelhebel
7 gelenkig mit dem Schwenk= hebel8 verbunden, der seinerseits drehbar in dem Lagerbock
9 gelagert ist.
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Der Formkasten io üblicher Bauart ist mit seitlichen Führungsschienen
i i für das Arbeitswerkzeug 6 ausgerüstet und wird auf Kugellaufflächen 14 von Hand
oder gemäß der dargestellten Ausführung maschinell hin und her bewegt, das heißt
unter das Arbeitswerkzeug geschoben bzw. zurückgezogen. Es ist auch möglich, statt
des Formkastens das Arbeitswerkzeug mit seinem Antrieb entsprechend zu bewegen.
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Der maschinelle Antrieb für den Formkasten hei der dargestellten Ausführungsform
besteht aus einem endlosen Gelenkkettentrieb 13, der durch die Mitnehmerstange 12
finit dem Formkasten io verbunden ist.
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Der Antrieb des Arbeits-,verkzeuges 6 von der Welle 2o aus über den
Kurlleltriell 2 erfolgt unter Zwischenschaltung eines Triebwerks, das aus einem
Zahnradvorgelege 16 mit Kupplungszahnrad 17 und den weiteren Kupplungszahnrädern
i8 und i9 besteht, in der Art, daß bei Kupplung der Zahnräder 17 und 18 der Kurbeltrieb
2 über das mit der Welle 20 fest verbundene Kupplungszahnrad 18 in Drehung versetzt
wird. Bei Entkupplung der Räder 17 und 18 bzw. bei Kupplung der Räder 17 und 19,
wobei das Zahnrad i 9 auf der gemeinsamen Welle 20 leer läuft, wird der Kurbeltrieb
2 und damit die Bewegung des =@rlleits-,verkzeuges 6 abgeschaltet.
Der
maschinelle Antrieb für die Hinundlierbew-egung des Formkastens io, das heißt der
Antrieb der endlosen Gelenkkette 13 erfolgt einmal Tiber das Kupplungszahnrad 18
durch den Zahntriel) 22 und zum andern über <las Kupplungszahnrad ig und den
Zahntrieb 23, wobei dem Formkasten io die für die Arbeitsvorgänge erwünschte Bewegung
erteilt wird. In der ersten Phase des Arbeitsvorganges, dem Schlagen mit unmittelbar
anschließender Streichbewegung, muß die Bewegung des Formkastens io in zeitlicher
Abhängigkeit zu den Schlägen erfolgen. Dies wird durch die Verbindung der endlosen
Gelenkkette 13 lnit der Antriebswelle 20 über die Zahnräder 22 und 18 erreicht.
Bei dem in der zweiten Pliase des Arbeitsvorganges erfolgenden Glättvorgang ist
eine schnellere Hinundherbewegung des Formkastens io erwünscht. Zu diesem Zwecke
ist der Zahntriel> ig und 23 mit einer übersetzung ins Schnelle ausgerüstet, die
durch Kupplung der Kupplungszahnräder 17 und ig eingeschaltet wird, wobei
gleichzeitig die Welle 20 abgeschaltet ist, der Kurbeltrieb 2 stillsteht und lediglich
das Arbeitswerkzeug 6 über die Oberfläche des im Formkasten befindlichen Materials
eine schleifende. glättende Bewegung ausübt. Die w-alilweise Kupplung de-. "Zahnrades
17 mit den Zahnrädern i8 und ig zum Zwecke der Einschaltung bzw. Stillsetzung des
Arbeitswerkzeuges 6 erfolgt durch den Einschalthebel 26 über die Schaltwelle 25
und den Kupplungshebel 2.1. Die Schaltwelle 25 bz-,v. der Kupplungshebel 24 steht
unter (lern Einfluß einer nicht dargestellten Feder, die bestrebt ist, den Kupplungshebel
24 und damit das Kupplungszahnrad 17 111 seine Ruhestellung, das heißt Kupplungszahnrad
1 7 entkuppelt mit Zahnrädern 18 und ig, zu bringen, wodurch Arbeitswerkzeug und
1,ornil<astelil)ew-egung zum Stillstand kommen. UM die Kupplung der Zahnräder
17 und 18 bzw. 17 und ig während der Arbeitsvorgänge in Eingriff zu halten. wird
die Kupplung durch einen auf der Schaltwelle 25 sitzenden N'erriegelungsliebel 27
mit Zapfen 28 durch die Verriegelungsscheibe 29 mit Zapfen 30 gesperrt. Die
Verriegelung arbeitet in der Weise, daß bei beginnender Bewegung des Formkastens
io ein an diesem befindlicher Anschlag 31 die Anschlagrolle 32 des Winkelhebels
33 freigibt und durch die Einwirkung einer Zugfeder 34 über den Verbindungshebel
35 die Verriegelungsscheibe 29 init dem Zapfen 30 sich vor den Zapfen 28
des Verriegelungshebels 27 setzt und hierdurch die Kupplung sperrt. Erst beim Rückgange
des Formkastens io in seine Endstellung wird durch den Anschlag 31 die Verriegelungsscheibe
29 mit Zapfen 3o zurückgedreht, wodurch der Zapfen 28 des Verriegelungshebels 27
freigegeben wird, so daß dieser zwischen den Zapfen 30 der Verriegelungsscheibe
hindurchgehen kann und sich die Kupplung unter den Einfluß der auf den Kupplungshebel
einwirkenden Federwirkung löst und mithin der Formkasten io in seinerEndstellung
automatisch unter gleichzeitiger Abschaltung des Antriebs des Schlagwerkzeuges 6
zum Stillstand kommt. Ein wesentliches Merkmal der Erfindung stellen die Vorrichtungen
dar, die dazu dienen, dem Arbeitswerkzeug 6 in bezug auf die im Formkasten io befindliche
Masse die für die einzelnen Arbeitsvorgänge bestimmten Stellungen zu geben, um in
der ersten Phase des Arbeitsvorganges die Masse einer wiederholten Einwirkung der
Schlag- mit unmittelbar anschließender Streichbewegung des Arbeitswerkzeuges 6 während
des Vor- und Rückganges des Formkastens io auszusetzen, während in der zweiten Phase.
dem Glättvorgang, das Arbeitswerkzeug 6 bei stillstehendem Antrieb des Arbeits-Nverkzeuges
nur mehr in einer Richtung eine glättende Wirkung ausüben darf. Der Glättvorgang
vollzieht sich in der Weise, daß das :1rl>eitswerkzeug 6 bei stillstehendem Antriel>
in bestimmter Lage lediglich über die Oherfläche der im Formkasten befindlichen
:lasse gleitet, während bei der Vorbewegung des Formkastens io in anderer Richtung
das Arbeitswerkzeug 6, um ein Aufreißen der Oberfläche des Formlings zu verhüten,
angehoben sein muß. Die gemäß der Erfindung automatisch (lern Arbeitswerkzeug 6
die erforderlichen Stellungen erteilenden Vorrichtungen bzw. Steuerungen werden
nachstehend im einzelnen beschrieben.
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Wie oben bereits dargelegt, ist das Arbeitswerkzeug 6 über den Petidelliel@el
7 und den Schwenkliebel 8 in dem Lagerbock g drehbar gelagert. Ein Schwenken des
Hebels 8 nach oben bewirkt über den Pendelhebel 7 eine Verlegung des gemeinsamen
Drehpunktes 5 nach oben, mithin ein Anheben der Kurbelstange 3 mit angelaschter
Blattfeder 4 und dem damit in Verbindung stehenden Arbeitswerkzeug 6, wodurch letzteres
so weit angehoben wird, daß es nicht mehr mit der im Formkasten io befindlichen
hasse in Berührung kommt. Das dieses Anheben des Arbeitswerkzeuges 6 bewirkende
Schwenken des Hebels 8 nach oben wird gemäß der vorzugsweisen Ausführungsform der
Erfindung automatisch von der Formkastenbewegung gesteuert. Zu diesem Zwecke ist
an dem Formkasten io eine Steuerschiene 36 (A11. .4) angeordnet, die beim Vorwärtsgang
des Formkastens io einen Anschlaglieber 37 ausschwenkt. Diese Bewegung wird über
den Hebel 38. Gestänge 39 und Hebel 4o auf den Schw-erikhebel 8 übertragen,
der dadurch angehoben wird und seinerseits das Arbeitswerkzeug 6 anhebt. Beim Rücklauf
des Formkastens io kann der Anschlaghebel 37 der Steuerschiene 36 ausweichen. so
daß das Arbeitswerkzeug 6 durch sein Eigengewicht auf den Formkasten io zurückfällt
und bei der rückläufigen Bewegung über die Oberfläche der Masse hinwegstreichend
diese glättet.
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Dieses wechselweise Anheben und Herunterfallen des Arbeitswerkzeuges
in der beschriebenen Weise während des Glättvorganges muß bei dem dem Glättvorgange
vorausgehenden Arbeitsvorgange des Schlagens mit unmittelbar anschließender Streichbewegung
abgeschaltet sein. Zu diesem Zwecke wird der Anschlaghebel 37 außer Eingriff mit
der Steuerschiene 36 gebracht, indem bei Betätigung des Einschalthebels 26 nach
Stellung 26d zum Zwecke des Einsclialtens des Schlagvorganges über den auf der
gemeinsamen
Schaltwelle 25 sitzenden Betätigungshebel 41 über das Gestänge 42 der Winkelhebel
43 den Anschlaghebel 37 so weit ausschwenkt, daß dieser nicht mehr in Eingriff mit
der Steuerschiene 36 kommt, und bei der jetzt folgenden Formkastenbewegung die Einwirkung
des Anschlaghebels 37 auf den Schwenkhebel 8 aufgehoben ist.
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Beim Umlegen des Einschalthebels 26 nach Stellung 26b zum Einschalten
des Glättvorganges werden das Gestänge 42 und der Betätigungshebel 41 so weit abgesenkt,
daß nunmehr der Anschlaghebel 37 mit der Steuerschiene 36 in Eingriff kommt und
beim Vorwärtsgang des Formkastens das vorbeschriebene Anheben des Arbeitswerkzeuges
6 erfolgt.
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Um die dem Kurbeltrieb 2 während des Schlagvorganges erteilte Energie
beim automatischen Abschalten der Kupplung 17 zu vernichten und ihn schnellstens
zum Stillstand zu bringen, ist auf dem Kurbeltrieb 2 eine Bremse 44 mit Bremsgestänge
45 angeordnet. Diese arbeitet in der Weise, daß bei Ruhestellung des Einschalthebels
26 (Mittelstellung Abb. 8) die Bremse 44 unter Einwirkung des Gestänges 45 auf den
Kurbeltrieb 2 wirkt, während sie bei den Arbeitsstellungen 2611 und z66 (Abb. 8)
durch den auf der Schaltwelle 25 sitzenden doppelarmigen Betätigungshebel 46 über
den Seilzug 47 gelüftet wird. Gleichzeitig kann die Bremse 44 den Kurbeltrieb 2
in einer für das Arbeitswerkzeug 6 bestimmten Lage festlegen und so dem Arbeitswerkzeug
6 beim Aufliegen auf den Führungsschienen i i die für den Glättvorgang erforderliche
leichte Schrägstellung zur Arbeitsrichtung erteilen, indem es mit seiner Vorderkante
angehoben wird. Die konstruktive Ausbildung dieser Bremsvorrichtung im einzelnen
ist jedoch nicht Gegenstand der Erfindung, sondern diese kann in verschiedener Weise
abgeändert werden.
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In weiterer Ausbildung der Erfindung sind Vorrichtungen angebracht,
um der im Formkasten to befindlichen Masse ein den nachfolgenden Schlagvorgang erleichterndes
Vorprofil zu geben (Abb. 6 und 7). Diesem Zwecke dient ein Vorverteiler 48, dem
durch ein auf dem Kurbeltrieb 2 sitzendes Nockenrad 50 um seinen Drehpunkt
49 eine schnelle Aufundabbewegung erteilt wird. Durch diese wiederholten Aufundabbewegungen
des Vorverteilers 48 übt dieser auf die im Formkasten io befindliche Masse beim
Vorwärtsgang während der Schlagarbeit schnelle Hackbewegungen aus, durch welche
die Masse gleichmäßig im Formkasten verteilt und dadurch dem nachfolgenden Arbeitswerkzeug
6 die Profilbildung erleichtert wird. Diese Arbeit des Vorverteilers 48 ist nur
für die Dauer des Vorwärtsganges des Formkastens io beim Schlagvorgang des Arbeitswerkzeuges
6, also nur während der Bewegung des Formkastens io von der Stellung am weitesten
links in die am weitesten rechts gemäß der Abb. i erforderlich. Beim Rückgang des
Formkastens von rechts nach links wird der Vorverteiler 48 durch den Ausschalthebel
51, der durch eine am Formkasten io befindliche Steuerungsschiene 52 betätigt wird,
außer Eingriff mit dem Nockenrad 5o gebracht, indem der Ausschalthebel den Vorverteiler
48 anhebt. Der Ausschalthebel 51 ist zur Steuerungsschiene 52 derart gelagert, daß
er beim Vorwärtsgang des Formkastens der Einwirkung derselben ausweichen kann und
nur beim Rückgang des Formkastens betätigt wird. Auch während des Glättvorganges
kommt eine Betätigung des Vorverteilers 48 nicht mehr in Frage. Er wird während
dieser Arbeitsphase bei Betätigung des Einschalthebels 26 nach Stellung 26b über
die Schaltwelle 25 und Hebel 53 und Seilzug 54 unter Einfluß des Winkelhebels 55
durch Anheben ausgeschaltet (Abb. 7).
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In der Abb. 12 sind die Bewegungsvorgänge des Kurbeltriebes 2 bzw.
des Schlagwerkzeuges 6 unter Einfluß der elastischen Verbindung mit dem Kurbeltrieb
2 über Blattfeder 4 und Kurbelstange 3 und der Einwirkung der pendelnden Aufhängung
des gemeinsamen Drehpunktes 5 im Pendelhebe17 und Schwenkhebel 8, durch welche dein
Arbeitswerkzeug die für die Arbeitsvorgänge erforderlichen Bewegungen genau dem
bisherigen Handschlagverfahren entsprechend erteilt werden, schematisch für beide
Arbeitsphasen dargestellt. Bei der Drehung des Kurbeltriebes 2 führt das Arbeitswerkzeug
6 den für den Arbeitsvorgang des Schlagens erforderlichen Schlag mit unmittelbar
anschließender Streichbewegung wiederholt aus, wobei infolge der pendelnden Aufhängung
des gemeinsamen Drehpunktes 5 dem Schlagwerkzeug 6 unmittelbar nach jedem Schlag
eine in Richtung der Arbeitsrichtung sich auswirkende Schrägstellung erteilt wird,
indem der Drehpunkt 5 sich infolge der Pendelaufhängung 7 im Schwenkhebel 8 auf
einem Kreisstück bewegt. In der schematischen Darstellung der Abb. 12 würde bei
rechtsdrehender Bewegung des Kurbeltriebes 2 in der Reihenfolge a, b, c, d,
a das Arbeitswerkzeug 6 bei starrer Verbindung gemäß dem Kurvenzug a', b', c',
d', a'
bewegt werden. Für den Arbeitsvorgang wird jedoch nur der Kurvenzug
a', b', c', a' ausgenutzt, während der Kurvenzug c', d', a' ungenutzt
bleibt und durch die am Formkasten befindlichen Führungsschienen i i und durch die
elastische Wirkung der Blattfeder 4 aufgenommen wird. Das Anheben des Arbeitswerkzeuges
6 während der zweiten Phase, des Glättvorganges, beim Vorwärtsgehen des Formkastens
erfolgt, wie gleichfalls Abb. 12 zeigt, durch den Schwenkhebel 8 bei seiner Schwenkbewegung
nach oben unter dem Einflug der Steuerungen in die Stellung 8a. Durch Festlegung
des Kurbeltriebes 2 während des Glättvorganges in Stellung d wird dem Arbeitswerkzeug
6 gleichzeitig die für den Glättvorgang erforderliche Schrägstellung mit leichtem
Anheben der in der Arbeitsrichtung vorderen Kante erteilt.
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An Stelle der hier beschriebenen pendelndenAufhängung des gemeinsamen
Drehpunktes 5 könnte auch eine Gleitführung treten, die evtl. schräg gestellt, den
gleichen Zweck erfüllt.
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Die Arbeitsweise des neuen Verfahrens ist die folgende: Der Formkasten
io wird mit Masse gefüllt. Alsdann wird durch Umlegen des Einschalthebels
26
nach Stellung 26° die Maschine eingerückt, worauf die im Formkasten io befindliche
Masse unter dem Arbeitswerkzeug 6 mit einer eine Vielzahl von Arbeitsschlägen bei
einem Hub gestattenden Geschwindigkeit hin und her bewegt und hierdurch den schlagenden
und streichenden Bewegungen desselben ausgesetzt wird, während gleichzeitig der
vom Kurbeltrieb 2 angetriebene Vorverteiler 48 durch die rasche Folge seiner Aufundabbewegungen
der Masse im Formkasten ein günstiges Vorprofil erteilt. Bei der folgenden Rückbewegung
des Formkastens i o unter Einfluß des Gelenkkettentriebes 13 wird der Vorverteiler
durch die eingebaute Steuerung 51, 52 abgeschaltet, während die Masse im Formkasten
noch der Wirkung des Arbeitswerkzeuges ausgesetzt bleibt. Sobald der Formkasten
sich der Ausgangsstellung wieder nähert, wird durch den am Formkasten io befindlichenAnschlagzapfen
31 die bereits beim Einschalten der Maschine in Tätigkeit getretene Verriegelung
27, 28, 29, 3o automatisch gelöst, wodurch die Maschine, die Formkastenbewegung
und der Kurbeltrieb 2 zum Stillstand kommen, indem der Einschalthebel 26 unter Einwirkung
einer Feder in seine Ruhestellung (Abb. 8) geht und hierdurch die Kupplungszahnräder
17 und 18 gekuppelt werden. Durch Umlegen des Einschalthebels 26 nach Stellung 266
wird der für den Glättvorgang erforderliche Formkastentrieb geschaltet, wobei gleichzeitig
die für das Anheben des Arbeitswerkzeuges 6 erforderliche Steuerbewegung von der
Formkastenbewegung abgenommen wird, indem der Anschlaghebel 37 unter Einwirkung
der Steuerschiene 36 über Hebel 38, Gestänge 39 und Hebel 4o den Schwenkhebel 8
und damit den gemeinsamen Drehpunkt 5 in der Weise verlagert, daß das Arbeitswerkzeug
6 beim Vorwärtsgang des Formkastens io angehoben ist, während letzteres, 6, beim
Rückgang bei aufgehobener Einwirkung der Steuerschiene 36 auf Anschlaghebel 37 infolge
seiner Eigenschwere auf der im Formkasten io befindlichen profilierten Masse ruht
und diese glättet. Auch bei dieser Formkastenbewegung erfolgt die automatische Verriegelung
des Einschalthebels 26 während der Formkastenbewegung. Diese wird erst dann gelöst,
wenn der Formkasten io in seine Endstellung zurückgekehrt ist.
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Die für das Arbeitswerkzeug 6 erforderlichen Schaltungen werden bei
Betätigung des Einschalthebels 26 von der gemeinsamen Schaltwelle 25 abgeleitet.
Dies erfolgt in der Weise, daß beim Schalten des Einschalthebels 26 nach Stellung
26° über Betätigungshebel 41, Gestänge 42 und Hebel 43 der Anschlaghebel 37 außer
Eingriff mit der Steuerschiene 36 gebracht wird. Gleichzeitig wird über den doppelarmigen
Betätigungshebel 46 und Seilzug 47 die Bremse 44 gelöst. Beim Schalten des Einschalthebels
26 nach Stellung 26b wird über die gemeinsame Schaltwelle 25 und den Betätigungshebel
41 das Gestänge 42 so weit abgesenkt, daß der mit dem Hebel 43 in Verbindung stehende
Anschlaghebel 37 mit der Steuerungsschiene 36 des Formkastens in Eingriff kommt
und bei der Vorwärtsbewegung des Formkastens beim Glättvorgang das Arbeitswerkzeug
6 durch das Zusammenwirken von Hebel 37 und Steuerschiene 36, wie vorbeschrieben,
angehoben wird, so daß es nicht mehr auf dem Material im Formkasten ruht. Gleichzeitig
wird über den doppelarmigen Hebel 47 die Bremse gelüftet und über den Hebel 53,
Seilzug 54 und Hebel 55 der Vorverteiler 48 durch Anheben abgeschaltet. Bei der
nun erfolgenden Rückwärtsbewegung des Formkastens kommt der Anschlaghebel 37 außer
Eingriff mit der Steuerschiene 36, das Arbeitswerkzeug fällt infolge seiner Eigenschwere
auf das im Formkasten befindliche profilierte -Material zurück und übt auf dieses
bei der rückläufigen Formkastenbewegung eine glättende Wirkung aus. Der Glättprozeß
kann durch wiederholtes Einschalten des Einschalthebels in Stellung 26b bzw. beliebig
wiederholt werden, wobei durch die Verriegelung des Einschalthebels während der
Formkastenbewegungen die Kupplung jeweils gesperrt ist und erst beim Erreichen der
Endstellung durch den am Formkasten io befindlichen Anschlag 31 die Verriegelung
gelöst wird. Hierbei wird der Formkasten io zwangsläufig in seine Endstellung gebracht.
Durch die Ableitung der für die Einleitung der verschiedenen Arbeitsvorgänge erforderlichen
Bewegungen von dem gemeinsamen Einschalthebel 26 ist die Bedienung der Maschine
äußerst einfach.
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Nach Beendigung des gesamten Arbeitsvorganges wird das fertig geformte
Werkstück durch die Ausstoßvorrichtung 15 von üblicher Ausbildung ausgestoßen.
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Die vorstehend im einzelnen beschriebenen Ausführungsformen der Erfindung
bzw. einer zur Durchführung des neuen Verfahrens geeigneten Vorrichtung können selbstverständlich
in vielfacher Hinsicht abgeändert werden, ohne vom Grundgedanken der Erfindung abzuweichen.