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Bodenventil für Kesselwagen Bei Ablaßventilen für Kesselwagen ist
es erwünscht, daß alle Teile der Absperrvorrichtung zwecks Vornahme von Instandsetzungsarbeiten
ohne großen Arbeitsaufwand laicht herausnehmbar sind und daß beim Entleeren des
Kessels Unreinigkeiten aus dem abfließenden Ladegut ausgeschieden werden. Auch soll
das zur Reinigung des Ladegutes vorgesehene Sieb so. angeordnet sein, daß der Ablauf
des Ladegutes nicht gehemmt und das Sieb, jederzeit, also auch bei beladenem Kessel,
abgenommen und leicht gereinigt werden kann.
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Es sind: bereits Ablaßventile bekannt, bei dienen. der Ventilkörper
durch eine im Ventilgehäuse vorgesehene Öffnung zusammen mit dem dass Ventil glockenartig
umschließenden, in das Kesselinnere hineinragenden Sieb durch eine im unteren Teil
des Ventilgehäuses vorgesehene Öffnung herausgenommen werden kann. Das Aus- und
Einbauen des Ventilkörperis- ist jedoch besonders bei Eisenbahnkesselwagen, wo er
ein ganz beträchtliches Gewicht hat, beschwerlich und, umständlich. Auch kann hier
das Herausnehmen des Ventilkörpers oder des Siebes nur nach vorheriger Entleerung
deis. Kessels vorgenommen werden. Es wurde daher, um ein zu häufiges Ausbauen des
Siebes, bei Verschmutzung zu ersparen, vorgeschlagen, das am unteren Ende der Ventilspindel
-geführte
Sieb mit Hilfe der Ventilspindel abnehmbar zu machen, so d..aß zwischen der Unterkante
des Siebes und der K ,e.ssc:lwandung ein Zwischenraum entsteht, durch den die angesammelten
Fremdkörper mit- dem abfließenden Ladegut ausgespült werden. Hierbei können aber
nur lose Fremdkörper, die sich vor dem Sieb angesammelt haben, ausgespült werden.
Die sich mit der Zeit an dem Sieb festsetzende filzige Masse aber kann mit dieser
Maßnahme nicht beseitigt werden. Außerdem hat diese Reinigungsart noch den Nachteil,
daß das zur Spülung benutzte Ladegut in einen besonderen Behälter abgelassen und
vor seiner Nutzbarmachung wieder auf anderem Wege gereinigt werden muß. Bei . dieser
Anordnung des Siebes wurde: der Durchmesser desselben gewöhnlich auch größer gewählt
als der Durch-Messer des in das Kesselinnere hineinragenden Ventilkörpers, so daß
das Sieb mit seiner Unterkante frei auf d-um mit dem Kesselmantel verschweißten
oder vernieteten Ventilgehäuse: aufsaß. Es konnte alsä in diesem Fall nicht mehr
nach unten herausgenommen werden.
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Bei kleinen Tankfahrzeugen sind auch Reinigungsvorrichtungen bekannt,
die au,s zwei zylindrischen Sieben bestehen, von denen das eine: senkrecht stehend
und in das Kesselinnere hineinragend oberhalb und das andere in dem waagerecht verlaufenden.
Ablaufstutzen unterhalb des Ventilkörpers vorgesehen ist, dass letztere so, daß
es in einer entsprechenden. _ Ausbauchung des. Ablaufstutzens von dem abfließenden
Ladegut umspült wird. Bei dieser besonders für Eisenhahnkesselwagen nicht vorteilhaften
Anordnung kann die, Reinigung des oberen Siebes nur bei leerem Kessel und nach.
Abnehmen dies Ventilgehäuses und des Ablaufstutzens vorgenommen werden. Lediglich
das untere Sieb kann bei beladenem Kessel nach. Abnehmen einer Verschlußkapsel aus,
dem Ablaufstutzen herausgenommen und, gereinigt werden. Da sich aber bei dieser
Anordnung die. im Ladegut enthaltenen Unreinigkeiten außerhalb dies Siebes in dem
Ablaufstutzen ansammeln, ist auch eine, Reinigung des .Ablaufstutzens erforderlich.
Bei nicht sorgfältigcr Durchführung dieser Reinigung können Unreinigleiten oder
Fremdstoffe in die Ablaufleitung geraten, was besonders nachteilig ist, wenn die
Ladung aus flüssigem Brennstoff besteht. Auch ist bei einer derartigen Anordnung
die Abflußgeschw indigkeit verhältnismäßig gering und die Möglichkeit, das Ladegut
von dem Ventilgehäuse aus nach mehreren Richtungen abfließen zu lassen, nicht gegeben.
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Die Erfindung betrifft ein Bodenventil für Kesselwagen mit einem unterhalb
des Ventilkörpers angeordneten, auch bei gefüllten Kessel herausnehmbaren Filtersieb.
Sie besteht darin, daß das zy l.inderförmige Sieb senkrecht stehend auf dem in waagerechter
Ebene liegenden @ Verschlußdeckel des Gehäuses angeordnet ist, so daß ein topfartiges,
mit seinem Innern an den Kesselauslauf angeschlossenes und nach unten abnehmbares
Gebilde entsteht, das die in dem abfließenden Ladegut enthaltenen. Unreinigkeiten
in sich aufnimmt; während das gereinigte Ladegut von dem das Siel),-umgebenden Raum
aus in be@lie ):iger Richtüng durch einen oder mehrere Ablaufstutzen abgeleitet
werden kann.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbei#spiel der Erfindung dargestellt,
und zwar zeigt Abb. i einen Querschnitt durch einen unterbrochen dargestellten Kessel
mit Bodenventil, Abb.2 einen waagerechten Schnitt durch das Ventilgehäuse, Ab.b.
3 eine Ansicht mit teilweisem Schnitt der - aus dem Gehäuse' herausgenommenen Absperrvorrichtung
und Abb. d. einen Schnitt durch den abgenommenen Verschlußdeckel mit dem Filtersieb.
In der Zeichnung ist a der Kesselmantel, b das Ventilgehäuse, c die daran angeschlosselneln.
Ablaufstutzen, die an ihren nicht gezeichneten Enden in an sich bekannter Weisei
mit je einem Zapfhahn und einer Versc.hlußka.ppe versehen sind. Am oberen Teil des
Gehäuses b ist mittels Schrauben d die Al>sperrvor'richtung befestigt,
die aus dem Gerüst e mit Ventilsitz f, dem Ventilteller g und dem
Anschlußstutzen 1r für die Ventilspindel i besteht. Der mittels Gewinde in dem Gerüst
e geführte Anschlußstutzen h hat am oberen; Ende eine Bohrung und einen Schlitz
Z zur Aufnahme der mit seitlichen Zapfen versehenen. Ventilspindel i. Im unteren
Teil des Gehäuses befindet sich der mittels Schrauben in befestigte, Verschlußdeckel
n, der eine Öffnung verschließt, die so groß ist, daß sie das Herausnehmen
der Absperrvorrichtung aus dem Gehäuse b ermöglicht. Zwischen dein Verschlußdeckel
ir und der Al)sperrvorrichtüng bzw. dem Ventilsitz f ist ein zyl-indrisches Filtersieb
s eingesetzt, durch das die nach Öffnen des Ventils aus dem Kessel entweichende
Flüssigkeit hindurchtreten muß, bevor sie in die Ablaufstutzen c gelangt. Um dass
Entweichen der Flüssigkeit nach allen Seiten hin zu ermöglichen, ist das Gehäuse
b um das Filtersieb .s herum derart ausgebaucht, d@aß das Filtersieb rundherum von
einem die Ablaufstutzen verbindenden Raum umgeben ist (vgl. Abb.2). Wie die Abb.
4 zeigt, ist das auf den Verschlußdecl:el n aufgesetzte Siebs mit ersterem herausnehmbar,
so
daß es leicht von dem darin angesetzten Schmutz gereinigt werden kann. Besonders
vorteilhaft ist dabei, daß das Herausnehmen und Reinigen des Siebeis jederzeit,
also. auch bei gefülltem Kessel, möglich. ist. Will man eine besonders grün.dliche
Reinigung des Ladegutes erzielen, dann können auf den Verschlußdeckel statt nur
einem Sieb auch zwei mit etwas Abstand ineinandergeschachtelte Siebe vorgesehen
-,verden, von dienen das äußere die Nachreinigung bewirkt.