DE750C - Mechanik an Pianos oder Flügeln, welche das Vibriren der Saiten zur Nachahmung der Klänge der Saiten- und Blase-Instrumente bezweckt - Google Patents
Mechanik an Pianos oder Flügeln, welche das Vibriren der Saiten zur Nachahmung der Klänge der Saiten- und Blase-Instrumente bezwecktInfo
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Description
1877.
L. CALDERA und J. BENACCI in PARIS.
Mechanik an Pianos oder Flügeln, welche das Vibriren der Saiten zur Nachahmung
der Klänge der Saiten- und Blase-Instrumente bezweckt.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 14. August 1877 ab.
Diese Erfindung bezieht sich auf ein neues mechanisches System, welches sich auf Pianos
aller Art, sowie auf Flügel anwenden läfst, um das Schwingen ihrer Saiten zur Nachahmung
der Streich- und Wind- oder Blase-Instrumente nach Belieben auszudehnen. Wir nennen dieses
System »Melopiano Caldera Brossa«.
In der beiliegenden Zeichnung ist:
Fig. ι ein verticaler Schnitt durch die mechanische
Vorrichtung der gewöhnlichen Hammer des Pianos und durch den Apparat, der die
kleinen Hämmerchen in Bewegung setzt, welche ihrerseits die Saiten des Instrumentes treffen,
um den fortgesetzten Klang hervorzubringen.
Dieser Apparat kann für jedes bereits angewendete mechanische System eingerichtet werden.
Fig. 2 ein Querschnitt durch den Mechanismus, welcher den erwähnten Hämmerchen eine sehr
schnelle oscillirende Bewegung giebt.
Fig. 3 Längenschnitt durch denselben Mechanismus.
Fig. 4 äufserer Aufrifs desselben.
Fig. 5 obere Ansicht dieses nämlichen Mechanismus. ' . "
Fig. ι A Hämmerchen, das aufserhalb der Ebene der Metallsaiten liegt.
Dasselbe besteht aus einem Kopf b aus sehr hartem Holze, und ist auf dem vorderen Theil,
welcher auf die Saiten schlägt, mit zusammengedrücktem
Filz, und auf dem hinteren Theil, auf welchem sich das kupferne Plättchen h stützt,
mit einem Kissen aus weichem Filz Z versehen.
Anstatt die erwähnte kleine Platte h anzuwenden,
kann man das Stück m auch nach der in der Zeichnung, Fig. 7, dargestellten Einrichtung
machen.
Dieser Hammerkopf ist an dem äufsersten Ende einer kleinen, schwingenden, stählernen
Platte α befestigt, welche in die Spalte eines Stückes kupfernen Drahtes e eingezwängt ist,
den eine Druckschraube d in einem Loche festhält.
Indem die dünne stählerne Platte α höher oder niedriger eingestellt wird, erzielt man die
regelmäfsigen Schwingungen der ganzen Leiter.
Diese Hämmerchen sind in Löchern angebracht, welche in einer kupfernen Stange e eingeschlagen
sind. Letztere wird von zwei Zapfen/ getragen, welche an ihren beiden äufseren Enden
auf Lagern i ruhen, die fest in das Gestell B des Instrumentes geschraubt sind.
Die Anzahl dieser Hämmer entspricht der Anzahl der Noten, die man verlängern will. Da
diese Hämmer auf der kupfernen Stange e festsitzen, so erhalten dieselben die nämliche oscillirende
Bewegung, welche dieser Stange mittelst des Hebels η mitgetheilt wird. Letzterer steckt
an dem linken Ende der kupfernen Stange e ganz nahe an der Auflage ft.
Der stählerne Zugdraht t trägt an seinem oberen, äufsersten Ende ein kupfernes Stück,
das mit dem Hebel η charnierartig verbunden ist. Die Schraube / dient zum Reguliren der
Spannung des Drahtes t und zum Nähern und Entfernen der Köpfe der Hämmerchen nach
und von den metallenen Saiten.
Der Zugdraht t ist durch Gelenk an seinem unteren Theile mit dem Kopfe a (Fig. 1) eines
Hebels b (Fig. 3) verbunden, der, indem er sich mit seiner oberen Kante gegen das Röllchen F
stützt, um diesen Stützpunkt mittelst des Gelenkbandes d schwingt, welches ihn mit dem Hebel/"
verbindet; letzterer schwingt um den Punkt g.
Dieser Hebel / besteht aus zwei Armen h h (Fig. 5), welche bei g miteinander verbunden
sind.
Zwischen diesen beiden Armen dreht sich das zu demselben gehörige Rad i um einen
Stift /, welcher an den äufseren Enden der Arme befestigt ist.
Die alternirende Schwingung dieses Hebels / wird durch die Drehung des dreilobigen Excenters
m bewirkt. Der Excenter kann auch mit 4, 5 oder noch mehr Loben versehen sein,
vorausgesetzt, dafs man das Gewicht des Schwungrades vermehrt, welches das mit dem Hebel f
verbundene Rad i in Bewegung setzt und. in sehr nahe aufeinanderfolgenden gleichzeitigen
Tempos (22 pr. Secunde) hebt.
Der Kranz q ist aus Pappe, um das unangenehme Geräusch zu vermeiden, welches durch
zwei mit grofser Schnelligkeit übereinandergehende Metallräder bewirkt wird.
Der kupferne Excenter m sitzt fest auf der Welle eines Schwungrades η (Fig. 2 und 3), das
■durch ein Getriebe ρ, welches in ein R
' eingreift,-eine "rotirende Bewegung erhält.
' eingreift,-eine "rotirende Bewegung erhält.
Rad ο Die
Zähne des letzteren ' Rades ο sind mit Tuch
oder Fell überzogen, um das klingende Geräusch gänzlich zu vermeiden.
An Stelle der Zahnräder kann man auch Frictionsräder anwenden, wie dies in Fig. 6 dargestellt
ist. .
In diesem Falle besteht der kegelförmige Kranz V, welcher in das Getriebe g eingreift,
aus Pappe, ebenso das Rad i, um die Reibung zu vermehren und jegliches Geräusch zu vermeiden.
Die Zapfen drehen sich auf vier Antifrictions· scheiben N, um den Kraftverlust zu verringern.
Das Schwungrad η dreht sich mit dem auf derselben Welle sitzenden Getriebe, welches
seinerseits von dem mit Tuch überzogenen Triebrade ο seine Bewegung erhält.
Dieses letztere Rad ο erhält seine rotirende Bewegung durch ein am Instrumente angebrachtes
Pedal auf folgende Weise:
Beim Niederdrücken des Pedals wird mittelst eines im Instrumente liegenden Hebels und einer
Schnur oder Saite y die Rolle χ und mit dieser die Welle u, auf welcher jene befestigt ist, gedreht.
Diese Welle endet in eine Scheibe v, an welche mittelst einer Schraube eine Schiebklinke r
besonderer Form beweglich befestigt ist. Indem diese Schiebklinke mit ihrem oberen Ende gegen
die Wände der kegelförmigen Auskehlung s (Fig. 4 und 5) des Felgenkranzes des Rades ο
drückt, nöthigt sie dieses, sich in derselben Richtung zu drehen.
In unserem vorliegenden Falle hat die Form, welche wir diesem Transmissions-Mechanismus
gegeben haben, eine ganz besondere Wichtigkeit, da es uns durch dieses Mittel gelungen ist,
einem jeglichen Geräusche vorzubeugen, das durch die gewöhnlichen Schiebklinken und Schiebräder
verursacht wird und bei. einem musikalischen Instrumente aufserordentlich störend sein
würde.
Die Schnur ζ wickelt sich um die andere Spur der Rolle x, und ist mit ihrem unteren
Ende an eine Spiralfeder befestigt, welche an den Wänden des Instrumentes, oder auch im
Innern des Motorkastens festsitzt.
Indem diese Feder in der, dem Gange entgegengesetzten Richtung wirkt, dient dieselbe
dazu, das Pedal zu heben und die Schiebklinke r zurückzuziehen, damit die Bewegung in der
Richtung des Ganges wieder bewirkt werden kann. Wenn man wünscht, kann man diesen
Schiebkegel-Mechanismus direct auf die Welle des Schwungrades wirken lassen.
Will der Spielende den Ton verlängern, so drückt er mit dem Fufse auf das Pedal, wodurch
das Schwungrad mittelst des auf der Welle sitzenden Excenters eine sehr schnelle, rotirende
Bewegung annimmt, welche die schwingende Bewegung des Hebels/und des anderen Hebels b
bewirkt. Letzterer theilt mittelst des Zusrdrahtes /
dieselbe schwingende Bewegung der Stange e mit, auf welcher sich die Hämmerchen A befinden.
Die der Stange e mitgetheilte Schwingung geht
auf die vibrirenden Blättchen ά über, welche dieselbe ihrerseits dem Kopfe b mittheilen, wenn
man durch Aufdrücken des Fingers auf die Taste das hölzerne Stück »,Fig. 1, welches mit dem
kupfernen Plättchen h versehen ist, hebt. Letzteres dient dazu, den Kopf b des Hämmerchens A
aufzuhalten, wenn es gegen das Lager Z gedrückt wird.
Wenn man durch Anschlagen der Taste das Stück m hebt, so nimmt dasselbe die auf der
Zeichnung (Fig. 1) mit punktirten Linien gezeichnete Lage ein und gestattet so dem Hämmerchen
A die Metallsaiten mit gleichzeitigen und sehr schnellen Schlägen zu treffen. Diese
mit vollständiger Regelmäfsigkeit schnell aufeinander folgenden Schläge erhalten die Saiten
fortwährend in Schwingung und machen auf die Zuhörer den Eindruck eines anhaltenden Klanges.
Die Hämmerchen A liegen über den gewöhnlichen grofsen Hämmern und schlagen die Metallsaiten
beinahe auf zwei Drittel der gewöhnlichen Distanz vom Anschlagen des grofsen Hammers an.
Um das Schwungrad zu verhindern, die zur regelmäfsigen Schwingung der Hämmerchen
nöthige normale Geschwindigkeit zu überschreiten, war es nöthig, an dem Bewegungsmechanismus
einen Regulator anzubringen, den wir speciell für diesen Zweck erfunden haben.
Dieser Regulator besteht aus einem schwingenden Blättchen H, Fig. 3, welches an einem
Ansätze Q des Hebels / angeschraubt ist. Wenn dieser Hebel durch die rotirende Bewegung des
Excenters m in Schwingung versetzt wird, so theilt er dieselbe einerseits dem Hebel b und
andererseits dem schwingenden Blättchen H mit.
Dieses Blättchen ist an seinem unteren Ende mit einem kupfernen Stück 0, Fig. 3, beschlagen,
das mit einem Zugbändchen aus Leder P versehen ist, welches dasselbe mit dem unteren
Ende eines Eisendrahtes /, Fig. 3, verbindet. Letzterer dient als Hebel, um dem nach der
Oberfläche des Kranzes hin mit dem Filz L gepolsterten, gegliederten Stück R, Fig. 3, eine
oscillirende Bewegung mitzutheilen. Letzteres wird in einer kleinen Entfernung von der cylindrischen
Oberfläche des Schwungrades mittelst einer Spiralfeder M, Fig. 3, festgehalten, welche
mit dem Ende eines kleinen, auf der Welle V, Fig- 2; 3; 5) sitzenden Hebels S, Fig. 3, verbunden
ist.
Wenn das Blättchen H, infolge der Bewegung, die es von dem Excenter m erhält, schwingt,
so strebt das Stück 0 durch die Wirkung der Centrifugalkraft von der verticalen Linie abzuweichen
und zieht auf diese Weise mittelst des Zugbandes P den Hebel /, welcher das mit
Filz gefütterte Stück R treibt, mit sich, nöthigt denselben, die cylindrische Oberfläche des
Schwungrades je nach der ihm mit dem Fufse mitgetheilten Schnelligkeit mehr oder weniger
Claims (4)
1. Die Verlängerung des Klanges vermittelst
isochronischen und sehr schnellen Anschlagens der beschriebenen Hämmerchen auf die Metallsaiten und die eigenthümliche Art,
auf welche jedes Hämmerchen sofort zum Schwingen gebracht wird.
2. Der Bewegungsmechanismus und überhaupt die Vorrichtung, welche dazu dient, die
alternirende Bewegung des Fufses in eine anhaltende Kreisbewegung des Schwungrades
zu verwandeln.
Diese Vorrichtung besteht im wesentlichen aus dem konischen Sperrrade mit Kehle,
auf welche eine besondere Schiebklinke wirkt, die kein Geräusch macht, wenn man sie
mittelst des Pedals in Gang setzt.
3. Die Einrichtung und Anordnung der Stange, auf welcher sich die Hämmerchen befinden,
aufserhalb der Ebene der metallischen Saiten, sowie der ganze Apparat, der dazu dient,
die oben erwähnten Hammer zu treiben bezw. anzuhalten.
4. Der Apparat, welcher den Musiker in den Stand setzt, die Stärke der Klänge beliebig zu
modificiren und auf diese Weise vom pianissimo zum fortissimo zu steigen, und zwar
mit einem Male oder durch unendliche Stufen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE750T | 1877-08-13 |
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DE750DA Expired - Lifetime DE750C (de) | 1877-08-13 | 1877-08-13 | Mechanik an Pianos oder Flügeln, welche das Vibriren der Saiten zur Nachahmung der Klänge der Saiten- und Blase-Instrumente bezweckt |
Country Status (1)
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1877
- 1877-08-13 DE DE750DA patent/DE750C/de not_active Expired - Lifetime
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