DE744025C - Verfahren zur Herstellung von spinnbaren Fasern aus chemisch erweichten Holzstuecken - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von spinnbaren Fasern aus chemisch erweichten Holzstuecken

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DE744025C
DE744025C DEK158017D DEK0158017D DE744025C DE 744025 C DE744025 C DE 744025C DE K158017 D DEK158017 D DE K158017D DE K0158017 D DEK0158017 D DE K0158017D DE 744025 C DE744025 C DE 744025C
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Germany
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wood
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fibers
chemically
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DEK158017D
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Dr Gustav Adolf Kienitz
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GUSTAV ADOLF KIENITZ DR
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GUSTAV ADOLF KIENITZ DR
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01CCHEMICAL OR BIOLOGICAL TREATMENT OF NATURAL FILAMENTARY OR FIBROUS MATERIAL TO OBTAIN FILAMENTS OR FIBRES FOR SPINNING; CARBONISING RAGS TO RECOVER ANIMAL FIBRES
    • D01C1/00Treatment of vegetable material
    • D01C1/02Treatment of vegetable material by chemical methods to obtain bast fibres

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Molecular Biology (AREA)
  • Wood Science & Technology (AREA)
  • Zoology (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Chemical And Physical Treatments For Wood And The Like (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von spinnbaren Fasern aus chemisch erweichten Holzstücken Es ist bekannt, Fasern für die direkte V erspinnung, ferner zur Verwendung als Polstermaterial und für .andere Zwecke durch mechanische Zerfaserung von Holzstücken in Form von Brettchen, Leisten oder Stäben herzustellen, die vorher durch chemische Behandlunb erweicht worden sind.
  • 7u diesem Zweck wird beispielsweise eine K ochung mit Natronlauge unter niedrigem Druck angewendet.
  • Nach einer solchen Behandlung, die ;egebenenfalls noch durch eine Quetschung der erweichten Holzstücke unterstützt wenden kann, werden die Faserbündel durch mechanische Mittel, z. B. Kämme, Kratztrommeln, Karden oder Reißwölfe, voneinander getrennt.
  • Da die den vorbehandelten Holzstücken anhaftenden Chemikalien, z. B. Natronlauge, gewisse Unannehmlichkeiten beim Handhaben der Holzstücke mit sich bringen und da wohl auch Verschmutzungen und Beschädigungen der Zerfaserungseinrichtungen durch die Laugenreste befürchtet wurden, ist bereits vorgeschlagen worden, die Holzstücke nach der chemischen Behandlung abzuspülen, um die anhaftende Tränkflüssigkeit zu entfernen. Beispielsweise werden bei einem praktisch ausgeübten Verfahren die in -Natronlauge gekochten Brettchen @-or der Weiterbehandlung einige Stunden in mehrmals gewechseltem Wasser gewaschen.
  • Entsprechend der Natur der durch chemische Erweichung hergestellten Holzfasern, die einerseits, im Gegensatz zu Cellulosefasern, naturgemäß Lignin, andererseits Chemikalien enthalten, die sich mit dem Li.gnin chemisch verbinden können, war man bisher offenbar .der Auffassung, :daß eine praktisch völl.stänidige Auswaschung der Ch; nikalien bz,cv. insbesondere der aus den Chemikalien mit der Holzsubstanz gebildeten Reaktionsprodukte nicht möglich sei.
  • Man nahm deshalb die bisherigen Mängel der unter Anwendung chemischer Erweichung erzeugten Holzfaser in Kauf, obgleich sie recht erheblich waren. Vor allem sind diese Fasern sehr livgroskopisch, was z. B. bei der V-erwen:d.tmg als Polstermaterial nachteilig ist. als Einlagerungsstoffe für Kunsth.arzpreßinassen erweisen sie sich sogar als völlig umbrauchbar.
  • Diesen 'Mängeln hilft das Verfahren gemäl,', der Erfindung ab. E; besteht darin, daß lt@i der Herstellung von Fasern aus chemisch erweichten Holzstücken durch mechanische Zerfas2runI - die Chemikalien und Reaktionsprodulzte nach der Zerfaserung ausgewa.sclien werden.
  • Während man, wie schon geschildert, durch das bisherige Waschverfahren stets nur livgrosl:opische bzw. ch.emikalien-; z. B. alkaiihaltige Fasern erhielt, erhält rnan nach dein erfindungsgemäßen Verfahren in einfacher Arbeitsweise reine Fasern ohne die genannten Mängel.
  • Eine genügende Auswaschung wird beispielswe-iseerzielt, wenn mandie Fasern vierbis fünfin.al mit Wasser bei jedesm.al etwa i .# Minuten dauernder Einwirkung überschichtet. Die Auswaschung der Holzfaser nach dein Verfahren gemäß der Erfindung kann sowohl absatzweise, z. B. in Kästen. mit Siebböden oder in Diffuseuren durch mehrmaliges Auffüllen mit kaltem oder warmem Wasser, als auch kontinuierlich, z. B. in Waschtrommeln oder auf einem endlosen Sieb durch Bespritzen mit Wasser, zweckmäßig unter ein- oder mehrmaliger Entfernung der anhaftenden Flüssigkeit durch Absaugen, Abpressen oder vereinigte Saug-und Preßwirkung -erfolgen. In jedem Fall ist es zweckmäßig, die Auswaschung nach dem Gegenstromprinzip vorzunehmen, einerseits um an Frischwasser zu sparen, andererseits um die in der Faser vorhandenen Clieinikalienreste, z. B. Natronlauge, im Waschwasser anzureichern und an geeigneter Stelle, beispielsweise bei der Herstellung neuer Kochlauge, wieder nutzbar zu machen.
  • Bei der Waschung der Fasern werden braun gefärbte Stoffe ausgezogen, und die Faser erhält nach dem Trocknen einen völlig anderen Charakter als die nicht nachbehandelte.
  • Das neue Verfahren schließt eine Reinigung der erweichten Holzstucke vor der Zerfaserung nicht aus. Eine solche, z. B. die bereit: erwähnte Waschung, die gegebenenfalls auch nach .der erwähnten (-)tietachung erfolgen kann, ist vielmehr nach wie vor zweckmäßig zur Erleichterung der Handhabung der Holzstücke, insbesondere durch die Herabsetzung der Schlüpfrigkeit derselben.
  • Wie nun zweiter gefunden ,wurde, kann rlie Vorreinigung dadurch erheblich verb:-ssert werden, daß das bisher übliche Wasch:n l,r Holzstücke mit Wasser durch eine B.elia7idlung mit Dampf ersetzt wird. Beispielsweise drückt man nach Beendigung einer alkalischen hocht,n- unter einem Druck von 2 bi: 3 atü die Kochlauge durch ein Bo:lenventil aus dein ILochcr mit Hilfe des über der Lauge stehenden Dampfes hinaus und setzt nach Entfernung der Lauge das Holz noch kurze Zeit der Einwirkung des Dampfe: aus, ,@-@-@-bei gegebenenfalls Frischdampf mitw@r,wenrlet werden kann.
  • Durch die Behandlung mit Dampf verlier@.i die Holzstücke ihre Schlüpfrigkeit vollständig, sie erscheinen äußerlich fast trocken. sind leicht zu handhaben und beschmutzen die Zerfaserungsmaschinen nicht.
  • Das Verfahren gemäß der Erfindung ges s tattet die Erzeugung eines viel 1 iolierwerti,gen Holzfas-erstoffes, als es bisher iiii5-I LI lich erschien. Die Holzfaser verliert ihre stark livgroskopischen Eigenschaften, wird aber trotzdem geschmeidiger und 1ä ßt sich infolgedessen viel besser verarbeiten als das bisherige Erzeugnis. Bei der Verarbeitung in Kunstharzpreßmassen insbesondere treten keinerlei störende Erscheinungen auf, vor allem wird der Erliärtungsvorgang nicht nachteilig b:einflußt. Auch hat die Faser eine sauberere Beschaffenheit und Hellere Färbung.
  • Bei der Ausarbeitung des erfin lungsgemäßen Verfahrens ,wurde die Erkenntnis gewonnen, daß bei dein chemischen chungsprozeß (obwohl das Lignin erhaltest bleibt und nicht in die beim energischen Aufschluß, z. B. bei der Zellstoftkochui?g, auftretenden löslichen 1`erbiridungen übergeht sich durchs Abbau anderer @ellu@oscbeg@eitstoffe Verbindungen bilden, die -.n sich wa:sse:-löslich sind, aber der Faser durch Adsorption so hartnäckig anhaften, daß sie aus dem mechanisch unzerstörten Holzgefüge selbst durch tagelanges Waschen der praktisch nicht entfernt ,werden 1,zö.inen. Die Diffusion verläuft offenbar clei' starken Ouellung in den Holzstücken viel züi träge, -zumal die erwähnten 1'erbinlungeii kolloider Natur sind. Aus letzterer Eigenschaft läßt sich auch die b:reits er,wähnfc Erscheinung erklären, daß die nach dein bislieri-genVerfahren erzeugte Holzfaser- ,,-enigcr geschmeidig ist, da diese kolloiden, der Faser anhaftenden Verbindungen b-eim Altern .anscheinend verhornen, wodurch die @hirch die chemische T?rw-eichung anfänglich erzielte Gesch.rneidigleit allmählich wieder verlorengelit. Durch die mechanischer Zerteilung der Holzstücke in Faserbündel und die dadurch i>c,virkte gewaltsame Entfernung oder Zerr.il,'jtui- eines großen Teils d-er zwischen diesen Biindan befindlichen gequollenen Kittsubstanzen wird jedoch offenbar die Diffusion so weit erleichtert, daß die Auswaschung der noch vorhandenen löslichen Stoffe in verhältnismäßig kurzer Zeit möglich ist.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: r. Verfahren zur Herstellung von spinnbaren Fasern aus chemisch erweichten Holzstücken durch mechanische Zerfas; -rung, dadurch gekennzeichnet, daß die Chemikalien und Reaktionsprodukte nach der Zerfaserung der chemisch .erweichten:, gegebenenfalls vorgereinigten Holzstücke ausgewaschen werden. a. Verfahren gemäß Anspruch r, dadurch gekennzeichnet, daß .die erweichten Holzstücke- vor der Zerfaserungdurch eine Behandlung mit Dampf vorgereinigt werden. Zur Abgrenzung des Anmeldungsgegenstandes vorn Stand der Technik sind im Erteilungsverfahren, folgende Druckschriften in Betracht gezogen worden: britische Patentschrift ..... Nr. 285-a77; USA.-Pat@entschriften 914394, 1539433-
DEK158017D 1940-07-04 1940-07-04 Verfahren zur Herstellung von spinnbaren Fasern aus chemisch erweichten Holzstuecken Expired DE744025C (de)

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Citations (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US914394A (en) * 1907-06-06 1909-03-09 Moses B Diskin Paper.
US1539433A (en) * 1920-05-25 1925-05-26 Burgess Lab Inc C F Method of utilizing resinous woods
GB285277A (en) * 1927-04-20 1928-02-16 Sidney Deeds Wells Improvements in the treatment of fibrous material, for example, for the manufacture of paper

Patent Citations (3)

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