DE224593C - - Google Patents
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Classifications
-
- D—TEXTILES; PAPER
- D01—NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
- D01C—CHEMICAL OR BIOLOGICAL TREATMENT OF NATURAL FILAMENTARY OR FIBROUS MATERIAL TO OBTAIN FILAMENTS OR FIBRES FOR SPINNING; CARBONISING RAGS TO RECOVER ANIMAL FIBRES
- D01C1/00—Treatment of vegetable material
- D01C1/04—Bacteriological retting
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
- JVl 224593 KLASSE 29 b. GRUPPE
Gespinstfasern aus Ginster (Ramse).
Patentiert im Deutschen Reiche vom 1. Januar 1909 ab.
Der in ungeheurer Menge wild wachsende Ginster (Ramse) vermag eine Gespinstfaser zu
liefern, zu deren Gewinnung auch bereits verschiedene Vorschläge gemacht wurden. Ginster
ist eine Holzfaserpflanze, bei der die Entfaserung jedoch ganz erhebliche Schwierigkeiten
bietet, so daß die im allgemeinen gebräuchlichen Methoden der Fasergewinnung mit Vorteil nicht auf die Bearbeitung dieses
ίο Materials übertragbar sind. Man hat daher
bis jetzt auch nur grobe, harte, schwärzliche Fasern aus dem Ginster herzustellen vermocht,
und da für die Erzeugung grober Waren anderweitig billiges Rohmaterial genügend zur Verfügung
steht, so ist die allgemeine Verwertung des Ginsters auf Grund der bisher bekannt
gegebenen Vorschläge nicht gelungen.
Es wurde nun festgestellt, daß es wohl möglich sei, aus Ginster eine reine Gespinstfaser
von solcher Feinheit zu gewinnen, daß damit ein Ersatz für Baumwolle oder Flachs
geschaffen ist. Erforderlich ist dazu, das Holz der Stengel ganz zu erhalten und das Fasergemisch
möglichst holz- und inkrustenfrei zu gewinnen. Mit einem kombinierten Verfahren erreicht man den erstrebten Zweck der Erzeugung
einer feinen geschmeidigen Faser dadurch, daß zunächst eine, bloße Erweichung
des Pflanzenmaterials durch Kochen mit Wasser unter Druck herbeigeführt und dann
unmittelbar die glätte Ablösung der Fasern von den linzerbrochenen Holzstengeln durch
Abbürsten bewirkt wird, wonach ein Gär- oder Fäulnisprozeß zur Geschmeidigmachung und
völlige Reinigung von den noch anhaftenden Holzteilchen durchgeführt wird.
Das nachstehend beschriebene Ausführungsbeispiel erläutert diese Verfahrensweise ausführlicher.
Ginster wird iii der Zeit vom Herbst bis 4c
zum ersten Frühjahr durch Abschneiden dicht über den Boden geerntet. Das Rohmaterial
wird alsdann gut getrocknet, was am besten in luftigen Räumen geschieht. Es genügt auch
Lagerung im Freien, wenn nur Schutz gegen Regen vorhanden ist. Von dem so vorbereiteten
Ginster erfolgt dann das Lösen der Faser vom holzigen Stengel. Zu diesem Zweck wird
das Material in Wasser unter Dampfdruck ein Zeitlang im Durchschnitt eine Stunde gekocht.
Zusätze von Alkalien 0. dgl. werden dabei nicht gemacht. Vorteilhaft ist es, der
ersten Kochung eine zweite kürzere mit. frischem Wasser folgen zu lassen. Die Kochtemperatur
wird bis zu 1500 C. gesteigert.
Noch in möglichst warmem Zustande erfolgt dann die Entfaserung des Ginsters, indem man
ihn mit den Spitzen voran zwischen schnell laufende Bürstenwalzen einführt und vor Vollendung des Durchgangs wieder zurückzieht.
Bei diesem Prozesse wird die Faser samt der noch darauf haftenden Rinde von dem Holz
völlig getrennt.
Durch diese Behandlung erreicht man, daß das Holz bis in die äußersten Spitzen hinauf
vollständig erhalten bleibt, was für eine Weiterverwendung auch dieses Materials von ausschlaggebender
Bedeutung ist. Die vom Holz
getrennte Faser mit ihren Anhängseln wird sodann einem Fäulnis- oder Gärungsprozeß in
üblicher Weise unterworfen, wodurch die der Faser noch anhaftende Rinde zerstört wird.
Man erreicht dies, indem man das Material mehrere Tage in faulendes Wasser legt.
Sind die Rindenteilchen auf diesem Wege zerstört, so erfolgen Auswaschen der Faser
und Bleichen vorteilhaft unter mehrstündigem
ίο Einweichen in einer Lösung von 2 Teilen
unterchlorigsaurem Natron in 8 Teilen Wasser. Die gebleichte Faser wird gründlich ausgewaschen
und so weit getrocknet, daß etwa ein Feuchtigkeitsgehalt von 5 bis 6 Prozent verbleibt.
In diesem Zustande wird sie entweder in festen Ballen zusammengepreßt oder in Haufen
aufgesetzt, wodurch sie durchaus weich und geschmeidig wird. Das Inhaufensetzen führt
man aus, wenn die Faser an Ort und Stelle versponnen werden soll.
Die auf die genannte Weise vorbereitete Gespinstfaser ist zur Herstellung recht feiner
Gespinste sehr wohl brauchbar, während das in den vorbereitenden Prozessen gewonnene
Holz, weil es bis in die äußersten Spitzen hinein zusammenhängend erhalten bleibt, noch
zur Herstellung von Körben und Besen geeignet ist oder als Rohmaterial für die Papierbereitung
abgegeben werden kann.
Claims (1)
- Patent-Anspruch.:Verfahren zur Erzeugung feiner, als Ersatz für Baumwolle und Flachs geeigneter Gespinstfasern aus Ginster (Ramse), dadurch gekennzeichnet, daß der vorgetrocknete Ginster einem ev. wiederholten Kochprozeß in reinem Wasser unter Druck unterworfen wird, worauf die Fasern durch Bürsten von dem Holz und durch einen Faulprozeß von den Rindenteilchen getrennt werden, um schließlich gebleicht, unvollkommen getrocknet und durch Lagern in schwachfeuchtem Zustande geschmeidig gemacht zu werden.Serum. Gedruckt in der reichsdruckerei.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE224593C true DE224593C (de) |
Family
ID=485314
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT224593D Active DE224593C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE224593C (de) |
-
0
- DE DENDAT224593D patent/DE224593C/de active Active
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