DE490293C - Verfahren zum Gewinnen von auf Feingarn verspinnbaren Fasern aus Hartfasern - Google Patents

Verfahren zum Gewinnen von auf Feingarn verspinnbaren Fasern aus Hartfasern

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DE490293C DER62545D DER0062545D DE490293C DE 490293 C DE490293 C DE 490293C DE R62545 D DER62545 D DE R62545D DE R0062545 D DER0062545 D DE R0062545D DE 490293 C DE490293 C DE 490293C
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01CCHEMICAL OR BIOLOGICAL TREATMENT OF NATURAL FILAMENTARY OR FIBROUS MATERIAL TO OBTAIN FILAMENTS OR FIBRES FOR SPINNING; CARBONISING RAGS TO RECOVER ANIMAL FIBRES
    • D01C1/00Treatment of vegetable material
    • D01C1/02Treatment of vegetable material by chemical methods to obtain bast fibres

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Description

  • Verfahren zum Gewinnen von auf Feingarn verspinnbaren Fasern aus Hartfasern Die sogenannten Hartfasern, wie z. B. Manilahanf (hlusafaser), Sisalhanf u. dgl., ließen sich bisher wegen ihrer Steifheit und Sprödigkeit nur für die Herstellung sehr grober Bindegarne und Kordeln sowie von Seilerwaren verwenden. Der Hauptgrund der Sprödigkeit und Steifheit solcher, insbesondere monokotyler Pflanzenfasern ist darin zu suchen, daß die Fasern durch die Gefäßbündel begleitende, kieselsäurehaltige Deckzellen (Stegmata) und die meist stärkereichen Grundgewebszellen verklebt sind.
  • Wie nun herausgefunden wurde, lassen sich solche Hartfasern auch für die Verspinnung auf Feingarn zu verschiedenen anderen Zwekken herrichten. Das hierzu dienende, den Gegenstand der Erfindung bildende Verfahren besteht darin, daß man die Hartfasern zunächst mit Bädern, die auf die hartmachenden Begleitzellen lockernd einwirken, vorbehandelt und sie sodann in noch feuchtem Zustande einer mechanischen Behandlung, z. B. durch Kratzerorgane, unterzieht. Hierdurch unterscheidet sich das Verfahren gzmäfa der Erfindung wesentlich von einem bekannten Verfahren zur Veredelung (Verfeinerung) bereits isolierter Fasern, wie Flachs und Weichhanf durch Laugenbehandlung und anschließende Entfernung der Verunreinigungen auf chemischem Wege (Alkoholzusatz). Abgesehen von der abweichenden Behandlungsart, ergibt diejenige gemäß der Erfindung, gerade auf Hartfasern angewendet, überraschende Resultate und ein Produkt, welches sich durch das bekannte, rein chemische Verfahren nicht erzielen läßt, weil bei diesem keine Gewähr dafür vorhanden. ist, daß die ursprüngliche Länge und Festigkeit der Fasern erhalten bleibt. Die chemische Entfernung sämtlicher klebenden Bestandteile läßt vielmehr mit Bestimmtheit ein Zerfallen der langen technischen Faser in die kurzen Elementarfasern erwarten.
  • Bei dem Verfahren gemäß der Erfindung können als lockernd wirkende Bäder z. B. angewendet werde.: i. ein. Wasserbad, kalt oder warm bzw. kochend, z. ein Röstbad wie bei Flachs, bei normaler Temperatur und atmosphärischem Druck, 3. ein Seifenbad mit oder ohne Ölzusatz, z. B. i,5% Seife oder i °/o Seife und i % Öl (z. B. Rizinus-- oder Baumwollöl u. dgl.), q.. ein alkalisches Bad, z. B. Kali- oder Natronlauge o, i %, Ammoniaklösung, 5: ein Säurebad, z. B. o, i % Salz-, Schwefel-oder Salpetersäure mit folgendem Auswaschen, 6. ein Salz- oder Säurebad, z. B. je o, i % Kalumpermanganat und Salzsäure oder je o, i % Kaliumchlorat und Salpetersäure, mit folgendem Auswaschen.
  • Temperatur, Druck und Zeitdauer der Bäder hängen ab von der Art der Faser und dem gewünschten Auflockerungsgrad. So z. B. können alle Bäder, mit Ausnahme des Röstbades, bei etwa 8o° C und atmosphärischem Druck angewendet werden, die Bäder zu i, 3, 4. auch kochend, entweder bei atmosphärischem. .Druck und ioo° C oder auch bei erhöhtem bzw. vermindertem Druck, wobei die Kochtemperatur vom Druck abhängt.
  • Die nach den Bädern anzuwendenden, kratzend bzw. schabend wirkenden Organe entfernen von den Fasern die durch die Bäder aufgelockerten, unerwünschten Begleitsubstanzen auf rein mechanischem Wege, machen dadurch die Fasern wesentlich weicher und verfeinern sie gleichzeitig durch Spalten der Länge nach. Dabei bleibt die ursprüngliche Länge und Festigkeit der Fasern erhalten, was beweist, daß die Behandlung in schonendster Weise erfolgt. Alle Stegmata und Grundgewebszellen, die wegen der in ihnen befindlichen braunen Farbstoffe die Rohfaser mehr oder weniger braun färben, bleiben in den Kratzerorganen haften, unddie von diesen Bieimengungen befreiten Fasern werden etwa elfenbeinweiß. So vorbereitet, lassen sich die Fasern auf wesentlich feinere Garnnummern verspinnen, als es bisher möglich war. Wird besondere Weichheit und Geschmeidigkeit der Fasern zwecks Erzielung noch feinerer und schönerer Garne verlangt, so werden !die feucht gehechelten Fasern nach dem Trocknen einem hohen Druck, z. B. in kala.nderartigen Vorrichtungen, ausgesetzt. Die Anwendung von Druck ohne vorausgegangene Vorbereitung der Fasern durch Feuchthecheln ergibt auch nicht annähernd ähnliche Resultate.
  • Die in der angegebenen Weise veredelten Hartfasern lassen sich in ähnlicher Weise wie Weichhanf verspinnen. -Will man der Faser flachsähnliche Eigenschaften verleihen, so wird sie einem Tier üblichen Laugebäder ausgesetzt und dann gegebenenfalls gechlort, z. B. 5 Stunden in Sodalauge gekocht, 3 Stunden in o,o8prozentiger Chlorlösung bei etwa 15' C eingelegt und dann wie üblich weiterbehandelt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Gewinnen von auf Feingarn verspinnbaren` Fasern aus Hartfasern, wie Manilahanf, Sisalhanf u. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß man die Hartfasern zunächst in. Wasser quellen läßt, oder sie, gegebenenfalls nach vorheriger Quellung in Wasser, mit lockernd wirkenden Bädern (Seifenbad mit oder ohne Ölzusatz, alkalisches Bad, Säurebad oder Salz- und Säurebad) behandelt, worauf man die so vorbehandelten Fasern, gegebenenfalls nach zuvorigem Auswaschen, in noch feuchtem Zustande einer mecha.-nischen Behandlung, z. B. durch Kratzerorgane, unterwirft. z. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet; daß die feucht -gehechelte Faser nach- dem Trocknen einer starken Pressung, z. B. in Kalandern, unterworfen wird. 3. Verfahren nach Anspruch i, dadurch - gekennzeichnet, daß die feucht gehechelte Faser in Lauge- gekocht und gegebenenfalls gechlort wird.
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