DE735044C - Maischverfahren zur Herstellung von alkoholfreien oder alkoholarmen Bieren oder bieraehnlichen Getraenken - Google Patents
Maischverfahren zur Herstellung von alkoholfreien oder alkoholarmen Bieren oder bieraehnlichen GetraenkenInfo
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Description
- Maischverfahren zur Herstellung von alkoholfreien oder alkoholarmen Bieren . oder bierähnlichen Getränken ' Des Hauptpatent betrifft ein Maischverfahren zur Herstellung von alkoholfreien oder alkoholarmen Bieren oder bierähnlichen Getränken, bei dem dem Malzschrot vor dem Vermaischen der vorgebildete Zucker entzogen wird. Es kann dabei so verfahren werden, daß bei von den Spelzen getrenntemMalzschrot, das insbesondere aus vorsichtig getrocknetem Malz oder aus einer Mischung solchen Malzes mit Normalmalz erhalten worden ist, nur den Mehlkörperbestandteilen des Schrotes der vorgebildete Zucker entzogen wird. Das Verfahren wird z. B. in der Weise durchgeführt, daß aus dem Malzschrot oder den Mehlkörperbestandteilen der vorgebildete Zucker durch Auswaschen mit kaltem Wasser, zweckmäßigerweise von _ etwa o ° C, entzogen wird, wonach das ausgewaschene Malzschrot nach solchen an sich bekannten Maischverfahren, bei denen die Zuckerbildung gegenüberderDextrinbildungweitgehendzurückgedrängt ist, also Springmaischverfahren, vermaischt wird. Es wurde nun gefunden, daß sich der vorgebildete Zucker des Malzschrotes insbesondere in den Mehlanteilen befindet, so daß sich erfindungsgemäß für die Herstellung von alkoholfreien, oder alkoholarmen Bieren oder bierähnlichen Getränken ein Maischverfahren eignet,. bei dem nur die Grieße des Malzschrotes-gegebenenfalls zusammen mit den Spelzen vermaischt werden, nachdem die an vorgebildetem Zucker reichen Mehlanteile des Schrotes abgetrennt worden sind, wobei ein Auswaschen der Grieße und gegeberienfalls der Spelzen zur Entfernung des in diesen Malzschrotbestandteilen vorhandenen vorgebildeten Zuckers zwar unterstützend herangezogen werden kann, aber nicht unbedingt erforderlich ist; es ist allerdings zweckmäßig, die Spelzen in jedem Fall von ihren unangenehmen Geschmacksstoffen zu befreien, indem dieselben z. B. mit Wasser' aufgekocht werden.
- Das Verfahren wird an den nachfolgenden zahlenmäßigen Ausführungsbeispielen näher erläutert. Beispiel i Das Malz wird auf einer Schrotmühle, die mit einer Sortiereinrichtung ausgestattet ist, geschrotet und in die Bestandteile Spelzen, Grieße, Mehl zerlegt. Hierbei entstehen etwa ioo/o Spelzen, 65% Grieße, 25% Mehl.
- Dieses Schrot ist für -Maischefilterbetrieb geeignet.
- In io hl Wasser von 5o=' C werden ioo kg Grieße eingemaischt. Dann wird diese Maische 45 Minuten bei dieser Temperatur gehalten. Hierauf wird eine Dünnmaische von etwa 5 hl abgezogen. Die Dickmaische (etwa 5 hl) springt dann in Wasser von etwa go' C ein, wodurch die Temperatur der Gesamtmaische von go ° C sich abwärts bewegt bis auf etwa 78 ° C. Bei dieser Temperatur wird die Verzuckerung durchgeführt, was ungefähr 6o bis go Minuten dauern kann. Alsdann bringt man die verzuckerte Maische zum Kochen, läßt 2o Minuten kochen und kühlt die Gesamtmaische auf go' C mittels der abgezogenen Dünnmaische (5 hl) ab, bis etwa 78' C erreicht sind. Bei dieser Temperatur wird die Verzuckerung erneut durchgeführt. Dann wird die Gesamtmaische durch das Maischefilter abgeläutert. Die Spelzen werden der Dünnmaische während der Maischarbeit der Dickmaische zugesetzt; sie werden aber nicht mitgekocht, sondern machen lediglich die letzte Verzuckerung vor dem Abmaischen mit. Das beim Schroten anfallende Mehl wird bei einem anderen Sud verwendet. Der Abläuterprozeß sowie das Würzekochen vollziehen sich wie bei einem normalen Sud.
- Die Hopfengabe beträgt etwa: ioo bis i2o g je Hektoliter je nach dem gcwünschten Bitterkeitsgrad.
- Es werden alsdann etwa i5 hl Würze mit einer Konzentration von 5,5 bis 5,7% ausgeschlagen.
- Der weitere Herstellungsprozeß des Bieres ist wie bei normalem Bier. Es entsteht alsdann ein fertiges Bier, das einen Alkoholgehalt von etwa o,5 bis o,6°/, hat.
- Beispiel Es wird genau wie bei dem Beispiel i verfahren, nur werden die Grieße nicht direkt in Wasser von 50'' C eingemaischt, sondern erst einem Auswaschprozeß bei möglichst geringen Temperaturen unterzogen, und nach dem Auswaschen wird wie bei Beispiel i verfahren.
- Das anfallende Bier hat einen Alkoholgehalt, der zwischen 0,4 und o,50/0 liegt. Es sind an und für sich Brauverfahren unter Benutzung von in Grieß, -Mehl und Hülsen zerlegtem Malz bekannt, bei denen Mehl, Grieß und Hülsen getrennt eingemaischt werden. Auf jeden Fall werden stets innerhalb des die Grieße und -Mehle an irgendeiner tellemitverwendet, so daß die anfallende Würze aus dein Extrakt der Grieße und Mehle zusamrnerigesetzt ist. Das neue Maischverfahren zur Herstellung von alkoholfreien oder alkoholarmen Bieren oder bierähnlichen Getränken unterscheidet sich von diesem bekannten Stand der Technik grundsätzlich dadurch, daß nur die Grieße vermaischt werden, so daß die entstehende Würze auch nur den Extrakt der Grieße und dementsprechend nur die in den Grießen enthaltene verhältnismäßig geringe Menge an vorgebildetem Zucker, der auch noch vorher aus den Grießen ausgewaschen sein kann, enthält.
- Wenn die Spelzen bei dem vorliegenden Verfahren vor ihrer Verwendung von unangenehmen Geschmacksstoffen z. B. durch Aufkochen mit Wasser befreit werden, so gehört diese Reinigung der Spelzen an und für sich zum Stand der Technik; das gleiche trifft für die Maßnahme zu, daß die Spelzen erst nach dem Maischekochen der Maische zugesetzt werden, wenn ein -laischekochv erfahren angewendet wird.
Claims (2)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Maischverfahren zur Herstellung von alkoholfreien oder alkoholarmen Bieren oder bierähnlichen Getränken in Ausbildung des Verfahrens des Hauptpatents 728 95g, dadurch gekennzeichnet, daß nur die Grieße des ilalzschrotes, gegebenenfalls zusammen mit den Spelzen, nach einem solchen an sich bekannten Maischverfahren, bei dem die Zuckerbildung gegenüber der Dextrinbildung weitgehendst zurückgedrängt ist, vermaischt werden, nachdem die an vorgebildetem Zucker reichen -Mehlanteile des Schrotes getrennt worden sind, wobei vor dem Vermaischen der Grieße usw. ein Auswaschen auch des in den Grießen usw. vorhandenen vorgebildeten Zuckers stattfinden kann.
- 2. Maischverfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Spelzen vor ihrer Verwendung beim -Maischverfahren von unangenehmen Geschmacksstoffen z. B. durch Aufkochen mit Wasser befreit werden. d. Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei Anwendung eines Maischekochverfahrens die Spelzen erst nach dem -Maischekochen der Maische zugesetzt werden.
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Applications Claiming Priority (2)
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| DE735044C true DE735044C (de) | 1943-05-05 |
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1941
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