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Bergmännisches Sprengverfahren Die Erfindung betrifft ein bergmännisches
Sprengverfahren beim _ Hohlraumschießen bzw. Einbruchschießen.
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Es ist bereits bekannt, beim Besetzen von Bohrlöchern für Sprengzwecke
einen Pfropfen zu verwenden, der aus unverbrennbarem Werkstoff besteht, ein gemarktes,
in einer mittleren Bohrung liegendes Zugglied und einen Durchlaß für die Zünddrähte
hat. Es ist jedoch bisher nur vorgeschlagen worden, einen derartigen Pfropfen als
Sicherungsvorrichtung zu verwenden, um bei einem Versager zunächst den Besatz gefahrlos
ausräumen und. darauf die Schlagpatrone zusammen mit dem mit ihr verbundenen Pfropfen
aus dem Bohrloch entfernen zu können. Das gemarkte Zugglied dient beim fertigbesetzten
Bohrloch nur zum Anzeigen der Länge des Besatzes, da die mit dem Pfropfen verbundene
Teilladung stets unmittelbar vor dem Besatz liegen soll. (Vgl. z. B. Patentschrift
573 596 -der Klasse 78,e.) Es ist ferner bereits bekannt, beim Hohlraumschießen
zur genauen Bestimmung der Länge des Hohlraumes eine Einrichtung zu verwenden, bei
der auf einem stabförmigen Träger die Ladung, ein zum Festlegen der Länge des Hohlraumes
verstellbarer Schieber und ein äußeres Anschlagstück mit Abstand hintereinander
angeordnet sind, so daß sie einen Bauteil bilden, dessen Länge die des Bohrloches
übertrifft. Eine derartige Einrichtung ist wegen ihrer Länge verhältnismäßig unhandlich
und teuer in der Herstellung. Sie ist ferner nicht ganz ungefährlich im Gebrauch,
und die Länge des Besatzes ist bei fertigbesetztem Bohrloch nicht nachprüfbar. (Vgl.
z. B. amerik. Patentschrift 908055.)
Erfindungsgemäß werden die Sprengpatronen
in das Bohrloch bis zum Bohrlochtiefsten reichend, und zwar' die Schlagpatrone als
letzte, so eingebracht, daß sie einander berühren. Ferner wird ein Pfropfen aus
unverbrennbarem Werkstoff mit gemarktem, in einer mittleren Bohrung liegendem Zugglied,
der an der Mantelfläche eine Nut zur Aufnahme der Zünddrähte hat und dessen Zugglied
den verschiedenen Gebrauchslängen entsprechend am äußeren Ende verschiedenartig
gefärbt ist, so weit in das Bohrloch eingeschoben, bis der Hohlraum zwischen der
Schlagpatrone und dem Pfropfen eine festgelegte Länge hat. Darauf wird der Besatz
unter Festhalten des Pfropfens mittels des Zuggliedes durch von außen ausgeübten
Druck eingebracht.
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Der Pfropfen dient somit einem anderen Verwendungszweck als der bekannte,
nur als Sicherung dienende Pfropfen. Er ist in seiner Gestalt auch dem neuen Verwendungszweck
angepaßt.
Das Festlegen der Länge des Hohlraumes beim Verfahren
nach der Erfindung erfolgt durch Mittel, die gegenüber dem bekannten, dem gleichen
Zweck dienenden Verfahren einfach zu bedienen, billig in der Herstellung, gefahrlos
im Gebrauch sind und eine Nachprüfung der Länge des Besatzes gestatten. Aus Sicherheitsgründen
ist die Ladung von dem die Länge des Hohlraumes festlegenden Anschlagstück (Pfropfen)
getrennt.
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Beim Verfahren nach der Erfindung wird ferner nicht nur die Länge
des Hohlraumes beim Hohlraumschießen durch das Zugglied genau festgelegt, sondern
der Besatz wird auch durch Zug am Zugliede bei gleichzeitigem Druck von außen gestaucht,
und der Hohlraum zwischen Pfropfen und Bohrlochwandung wird mit der Besatzmasse
im wesentlichen ausgefüllt, so daß der Besatz nicht herausgeschossen werden kann.
Infolgedessen kann auch die Besatzlänge gegebenenfalls unbedenklich etwas unter
das Normalmaß verkürzt werden. Da nach der Erfindung die versch:edenen Bohrlöcher
gleichmäßig besetzt werden, ist die Schußwirkung auch sehr gleichmäßig.
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Auf der Zeichnung ist die Anwendung des Verfahrens nach der Erfindung
und der dazu verwendete Pfropfen beispielsweise dargestellt; es zeigen: Abb. i ein
Bohrloch zur Ausführung des Verfahrens nach der Erfindung, Abb. 2 in größerem Maßstabe
den an sich bekannten, vor den Besatz des Bohrloches einzusetzenden Pfropfen, Abb.
3 eine linke Endansicht nach Abb. 2, ebenfalls in größerem Maßstabe, Abb. 4 die
Anordnung von Bohrlöchern zur Ausführung des Verfahrens nach der Erfindung an Ort
in kleinerem Maßstabe und Abb.5 in größerem Maßstabe Schnuren verschiedener Gebrauchslänge
in Verbindung mit Pfropfen.
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Nach Abb.-i ist ein Bohrloch in das zu sprengende Gestein gebohrt.
Das linke, geschlossene Ende des Bohrloches nimmt Sprengpatronen i auf. Wie ersichtlich,
reicht die am weitesten links liegende Patrone bis auf den Boden des Bohrloches,
und die anderen Patronen schließen sich ohne Zwischenraum an diese an. Die am weitesten
rechts liegende Patrone ist die Schlagpatrone. Von ihr führen Zünderdrähte 2 nach
dem offenen Ende des Bohrloches. Ein aus unverbrennbarem Werkstoff oder auch aus
Salz hergestellter Pfropfen 3, dessen Länge etwa das Anderthalbfache seines Durchmessers
beträgt, ist in das Bohrloch von rechts eingeführt, und zwar so weit, daß :ein Hohlraum
H zwischen dem Boden der Schlagpatrone und dem linken Ende des Pfropfens 3 frei
bleibt. Der Durchmesser des Pfropfens ist etwas geringer als die lichte Weite des
Bohrloches.
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Wie aus der Abb. 2 und 3 ersichtlich, hat der Pfropfen etwa zylindrische
Gestalt. Er weist eine axiale Bohrung auf, durch die eine Schnur 4 hindurchgeführt
ist. Diese Schnur hat an ihrem im Pfropfen liegenden Ende einen Knoten 4, der in
einem entsprechenden, z. B. kalottenartig gewölbten Hohl raum 5 des Pfropfens liegt.
Am zylindrischen Mantelteil hat der Pfropfen eine Nut 6, durch die die Zünderdrähte
-2 hindurchgeführt sind.
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Wenn der Pfropfen in der Weise, wie aus Abb. i ersichtlich, in das
Bohrloch eingeschoben ist, wird der erste Teil des Besatzes B auf dem Pfropfen fest
aufgestampft. wobei das nach außen zeigende Schnurende festgehalten wird. Der weitere
Teil des Besatzes kann dann festgestampft werden. Es besteht keinerlei Gefahr, daß
durch das Feststampfen des Besatzes die Schlagpatrone beschädigt wird, weil nach
dein Feststampfen des ersten Teiles des Besatzes der Pfropfen vollkommen fest liegt.
Am Ende der Schnur kann man prüfen, ob der Pfropfen sich nicht «-eiterbewegt hat.
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Die Schnur besteht aus unverbrennbarem Werkstoff und wird in verschiedenen
Längen geliefert, um sie für Bohrlöcher entsprecli#--nder Länge gebrauchen zu können.
Zweckmäßig ist das Ende der Schnur gefärbt. Die verschiedenen Gebrauchslängen, z.
B. von 1,50 m, i,6o m, 470 m usw., werden durch verschiedene Farben
gekennzeichnet.
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Wie aus Abb. 5 ersichtlich, soll z. B. das Ende der obersten Schnur,
wie in der Zeichnung angedeutet, länger als die übrigen sein. Die hier gewählte
Farbe des Endes ist durch die Unterbrechung des linken Schnurendes angedeutet. Die
abweichende Markierung der mittelsten Schnur ist durch eine strichpunktierte Linie
und die Markierung der untersten Schnur durch eine gestrichelte Linie angedeutet.
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Wenn durch Schließen eines elektrischen Stromes, der durch die Zünderdrälite
2 fließt, die Schlagpatrone zur Entzündung gebracht wird, pflanzt sich die Zündflamme
wegen des dichten Zusammenliegens der einzelnen Patronen mit Sicherheit bis zu der
am Bohrlochende liegenden Patrone fort; die Explosionswelle der Pulvergase geht
zurück in den Hohlraum H und wirkt nunmehr in der Richtung des geringsten Widerstandes.
Irgendein Herausschlagen von Gasen ist durch das feste Einstampfen des Besatzes
verhindert. Der Besatz sitzt auch so fest in dem Bohrloch, daß ein Herausschleudern
des Besatzes oder des Pfropfens mit Sicherheit vermieden ist.
Die
Größe des Hohlraumes H richtet sich nach der Gesteinsart, d. h. je härter das Gesten
ist, um so kleiner wird der Hohlraum gewählt. .
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In Abb. 4 ist z. B. mit 7 eine abgebaute und versetzte Stelle bezeichnet.
8 ist ein Stollen, in dem eine Schüttelrutsche.9 angeordnet ist. Rechts von dem
Stollen 8 befindet sich ein abzubauendes Kohlenflöz. Es werden zunächst schräg liegende
Bohrlöcher ro, z r und 1a gebohrt. Darauf wird durch Sprengung eine Nische herausgearbeitet,
die durch die strichpunktierte Linie N angedeutet ist. Nachdem die Kohlen aus dieser
Nische weggeräumt sind, werden Bohrlöcher 13 bzw. 14 gebohrt. Durch Sprengung der
in die Bohrlöcher 13, 14 eingebrachten Sprengladung wird der zwischen dem
Bohrloch 13 und der Nischenwand liegende Block als Ganzes nach der Nische zu herausgedrückt
und vom Gebirgsdruck befreit, so daß nur sehr wenig Kohlenstaub anfällt. Da der
Block feine Risse zeigt, kann er sehr leicht weiterzerkleinert werden. In der gleichen
Weise wird der zwischen dem Bohrloch 14 und der Nische liegende Kohlenblock nach
der .Nische hin durch Sprengung herausgedrückt. Man hat auf diese Weise unter Verwendung
einer verminderten Menge Sprengladung Kohle ge-Wonnen, und zwar unter viel geringerem
Anfall von Kohlenstaub als bisher, so daß auch die Sicherheit des Bergbaubetriebes
bei dem Verfahren nach der Erfindung gewährleistet ist.