Es wurde nun weiter gefunden, daß auch andere wasserunlösliche Abkömmlinge
des 4-Aminobenzol.sulfonamids mit ein oder mehreren Aminogruppen und ein oder mehreren
Sulfonamidgruppen mit Phosphoroxychlorid in Zwischenprodukte übergeführt werden
können, die bei derUmsetzung mitAmmoni:ak oder Alkalien leicht lösliche, bakterizid
wirkende Phosphorsäureabkömmlinge geben. Sind mehrere Aminogruppen vorhanden, so
wird jede durch einenPhosphorsäurerest substituiert. Will man -Verbindungen erhalten,
in denen noch eine Aminogruppe substituiert ist, so kann man von den entsprechenden
Nitroaminoverbindungen ausgehen, die Aminogruppe durch den Phosp.horsäur.erest substituieren
und die Nitrogruppe in alkalischer Lösung reduzieren. Die so gewonnenen Mono- oder
Polyphosphorsäureabkömmlinge der sulfonamidhaltigen Aminoverbindungen bilden leicht
lösliche, neutrale, gut verträgliche Salze, die als Arzneimittel dienen sollen.
Für die Durchführung des Verfahrens kommen beispielsweise .in Betracht:
Abkömmlinge des Sulfanilsäureanilids, wie Sulfanil.säure-4-nitroanilid und Sulfanilsäureq.-aminoanilid,
Abkömmlinge des Sulfanilsäureanilids mit einer weiteren Sulfonamidgruppe, wie p-Aninobenzolsulfonylsulfanilamid
(:Sulfanilylsulfanilamid) und p-Aminobenzolsulfonylsulfanilsäuredimethylamid, Abkömmlinge
des Sulfanidamids mit heterocyclischen Resten, wie Sulfanilsäure-a-pyridylamid.
Beispiel r 2o Teile 4.-Aminobenzol.sulfonyl.sulfanilsäuredim-ethylamid werden einige
Zeit mit So Teilen Phosphoroxychlori.d gekocht. Die klare Lösung wird noch warm
in eine Mischung
von ioo Teilen Benzol und ioo Teilen Petroläther
eingerührt. Das entstandene Phosphorsäuredichlorid der. Formel CI.PONHC,H,SO.NHC,H,SO2N(CH",)_
erstarrt bald. Es wird mit Petroläther verrieben, abgesaugt und im Vakuum getrocknet.
Dann trägt man es in überschüssiges eiskaltes Ammoniak ein. Die ammoniakalische
Lösung der gebildeten Phosphamidsäure wird angesäuert und das ausfallende Rohprodukt
durch Wiederauflösen in Natriumbicarbonatlösung und Wiederausfällen durch Säure
gereinigt. Gegenüber dem q. - Aminobenzolsulfonylsulfanilsäuredim-.ihylamid, das
in Wasser schwer löslich ist, zeichnet sich die erhaltene Phosphamidsäure der Formel
NH,P0(OH)NHCoH4S0. NHQH4SÖ.N (CH3), dadurch aus, daß sie leichtlösliche neutrale
Salze bildet. Beispiel 2 So Teile Sulfanilsäure-4-aminoanil.id werden in Zoo Teilen
Phosplioroxyclilor i.d gekocht, bis Lösung eintritt, dann gießt man die Flüssigkeit
in ein Gemisch von 4oo Teilen Benzolpetroläther,worauf das Reaktionsprodukt erstarrt.
Es wird mit Petroläther verrieben, abgesaugt und im Vakuum getrocknet. Das Phosphorsäurediclilorid
der Formel Cl.PONHCGH4:SO.NHCOH,NHPOCt., wird unter Kühlen in die berechnete Menge
Natronlauge eingetragen. Man erhält das leichtlösliche Natriumsalz der entsprechenden
Phosphorsäure in einer Lösung, die unmittelbar für Injektionen verwendet werden
kann. Das Sulfänilsäure-4-am.inoanilid ist dagegen schwer löslich in Wasser. Beispiel
3 2o Teile Sulfanilsäure-4-nitroanilid werden mit 4o Teilen Phosphoroxychlorid gekocht
und die entstandene Lösung im Vakuum zur Trockne gedampft. Das feste Reaktionsprodukt
wird in eiskaltes überschüssiges Ammoniak eingetragen. Beim Ansäuern fällt die Phosphamidsäure
des Sulfan.ilsäure-4-nitroanilids von der Formal NIJ0(OH)N-HCGH4S02NHC6H4NT02 neben
etwas unverändertem Sulfanilsäure-4.-nitroanilid aus. Zur Reinigung wird sie in
Natriumbicarbonatlösung oder Natriumacetatlösung gelöst und durch Zusatz von Mineralsäure
wieder ausgefällt. Das Natriumsalz reagiert neutral und löst sich leicht in Wasser.
Die Ausgangsverbindung löst sich schwer in Wasser. -Beispiel 4 15 Teile der im Beispiel
3 beschriebenen Phosphamidsäure des Sulfanilsäure-d.-nitroanilidswerden in verdünnter
Natronlauge -:-löst. Die Lösung wird mit Hilfe eines Nickelkatalysators hydriert.
Nach Beendigung dei-Wasserstoffaufnahmie wird der Katalvsator abfiltriert und das
Reaktionsprodukt von der Formel NH.PO (OH) NHCGH,SO.NHQH,N H@ durch Salzsäurezusatz
gefällt. Zur Reinigung wird es in Natriumcarbonatlösung gelöst und durch Säurezusatz
wieder ausgefällt. Das Natriumsalz reagiert neutral und löst sich im Gegensatz zur
Aus.gangsverbiüdung leicht in Wasser. Beispiel 5 2o Teile 4-Aminobenzolsulfonyl-a-amitiopyridin
werden in 6o Teilen Phosphoroxychlorid bei ioo° eingetragen und etwa i Stunde auf
dieser Temperatur gehalten, bis Lösung eintritt. Dann gießt man die Lösung in 3oo
Teile Benzolpetroläther (i : i) und setzt das ausgefallene Kondensationsprodukt
unter Eiskühlung mit 40o Teilen 2o°%iger Natronlauge um. Die alkalische Lösung wird
bei o bis 5'zi mit 2o°loiger Salzsäure versetzt, wodurch das entstandene Phosphorsäurederivat
ausfällt. Dieses wird abgesaugt, mit wenig eiskaltem Wasser gewaschen und in der
entsprechenden Menge konzentrierter Natronlauge gelöst. Auf Zusatz von Alkohol fällt
-das Natriumsalz des Phosphorsäure-4-sulfon-a-pyridylamidoanilids der Formel (ONa)2P0
# NH-C6H4-SO.NH-C.,H,N in glänzenden Blättchen aus. Es löst sich sehr leicht in
kaltem Wasser. Die Lösung zeigt ein pH von B. Demgegenüber ist das 4-Aminobenzolsulfonyl-a-aminopyrid.in
in Wasser schwer löslich. Beispiel 6 io Teile 4-Aminobenzolsulfonyl-a-aininopyridin
werden, wie in Beispiel 5 beschrieben, mit 3o Teilen Phosphoroxychlorid bei ioo"
umgesetzt. Die erhaltene Lösung wird durch Eindampfen im Vakuum vom überschüssigen
Phosphoroxychlori.d befreit und der Rückstand unter Eiskühlung finit einer Lösung
von 5o Teilen Natriumcarbonat in Zoo Teilen Wasser behandelt. Durch Zusatz von 2o°/Qiger
Salzsäure fällt der im Beispiel 5 beschriebene Phosphorsäureabkömmling des 4-Aminobenzolsulfonyl-a-aminopyridins
aus. Dieses wird in .das leichtlösliche Natriumsalz durch -Neutralisieren mit Natriumcarbonat
oder Natronlauge und Fällen mit Alkohol übergeführt,