DE72253C - Verfahren zur Darstellung alkylirter O-Nitraniline - Google Patents

Verfahren zur Darstellung alkylirter O-Nitraniline

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DE72253C
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Germany
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dinitrobenzene
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CHEMISCHE FABRIK BETTENHAUSEN MARQUART & SCHULZ in Bettenhausen-Cassel
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KAISERLICHES
PATENTAMT
Nach Laubenheimer &Lobry de Bruyn (Ber. XI, S. 1155, und XXVI, S. 267) reagirt o-Dinitrobenzol mit alkoholischem Ammoniak bei 100 ° innerhalb 8 Stunden glatt unter Bildung von o-Nitranilin. Es hat sich nun gezeigt, dafs man durch Einwirkung primärer und secundärer Amine, wie Methyl-, Aethyl-, Dimethyl-, Benzyl-amin und Anilin, dessen Homologen und Analogen auf o-Dinitrobenzol, allmählich schon bei gewöhnlicher Temperatur, bei ioo° innerhalb einiger Minuten, eine glatte Umsetzung zu den bisher auf anderem Wege erhaltenen alkylirten ο - Nitranilinen erreichen kann, und dafs man zu diesem Zweck nicht von reinem o-Dinitrobenzol auszugehen braucht, sondern ebenso gut die bei der Reindarstellung von m - Dinitrobenzol aus dem Nitrirungsproduct des Benzols mit Salpeterschwefelsäure entfallenden Rückstände, welche o-Dinitrobenzol enthalten, verwenden kann, wobei neben alkylirten ο-Nitranilinen gleichzeitig ganz reines m-Dinitrobenzol gewonnen wird.
Beispiel I. 100 kg Rückstände werden nach Feststellung ihres Gehaltes an o-Dinitrobenzol mit etwas mehr als der nach der Gleichung:
NO2 NO0
= C6 H1
NO0
+ CH3-NH2 -HNO2
erforderlichen Quantität wässeriger Methylaminlösung und 200 1 Alkohol in einem mit Rührwerk versehenen emaillirten Druckkessel unter stetem Umrühren rasch bis auf ioo° erhitzt, 5 Minuten bei dieser Temperatur gehalten und sodann abgekühlt. Die erkaltete Masse verrührt man mit der nöthigen Menge Natronlauge und treibt Alkohol und Methylamin mittelst indirecten Dampfes ab. Der halbflüssige Destillationsrückstand wird durch wiederholtes Ausziehen mit kaltem Wasser vom Natriumnitrit befreit und mit 20 procentiger Salzsäure unter gutem Durcharbeiten zum Kochen erhitzt, wobei die Nitrobase in Lösung geht und nach dem Erkalten von dem m-Dinitrobenzol durch Filtration getrennt wird. Zur quantitativen Gewinnung der Nitrobase ist es nöthig, das m-Dinitrobenzol wiederholt mit Salzsäure zu digeriren. Zur Gewinnung der freien Nitrobase wird die salzsaure Lösung mit überschüssigem Alkali versetzt, wobei dieselbe als rothgelbes, in der Kälte krystallinisch erstarrendes OeI erhalten wird. Das vom Orthoproduct befreite m-Dinitrobenzol kann durch einmaliges Umkrystallisiren rein erhalten werden. Beispiel II. 168 kg Rückstände, welche ca. 40 pCt. o-Dinitrobenzol enthalten, werden mit 300 kg Anilin 1 Stunde lang gekocht, nach dem Erkalten mit der nöthigen Menge Natronlauge versetzt und das Anilin mit Wasserdampf abgeblasen. Der krystallinisch erstarrte Rückstand wird sodann zwecks Entfernung des entstandenen Amidoazobenzols wiederholt mit verdünnter Salzsäure ausgekocht und das ungelöst bleibende durch Krystallisation aus geeigneten Lösungsmitteln in m - Dinitrobenzol und o-Nitrodiphenylamin getrennt.

Claims (2)

  1. Patent-Ansprüche:
    ι . Verfahren zur Darstellung alkylirter o-Nitraniline, darin bestehend, dafs man ο-Dinitrobenzol mit primären oder secundären Aminbasen behandelt.
  2. 2. Die Abänderung des durch den ersten Anspruch geschützten Verfahrens, dafs man ein Gemisch von o-Dinitrobenzol mit seinen Isomeren der Einwirkung von primären oder secundären Aminbasen aussetzt und das hierbei entstehende Gemenge von substituirtem o-Nitranilin und m- bezw. p-Dinitrobenzol durch Behandlung mit Säuren in seine Bestandtheile zerlegt.
DENDAT72253D Verfahren zur Darstellung alkylirter O-Nitraniline Expired - Lifetime DE72253C (de)

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