DE712161C - Verfahren zur Trennung und Reinigung der uterus- und blutdruckwirksamen Hormone des Hypophysenhinterlappens - Google Patents

Verfahren zur Trennung und Reinigung der uterus- und blutdruckwirksamen Hormone des Hypophysenhinterlappens

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DE712161C
DE712161C DESCH114568D DESC114568D DE712161C DE 712161 C DE712161 C DE 712161C DE SCH114568 D DESCH114568 D DE SCH114568D DE SC114568 D DESC114568 D DE SC114568D DE 712161 C DE712161 C DE 712161C
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Germany
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water
uterine
blood pressure
separation
hormones
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Expired
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DESCH114568D
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English (en)
Inventor
Dr Rudolf Tschesche
Dr Kurt Bohle
Dr Karl Junkmann
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Bayer Pharma AG
Original Assignee
Schering AG
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Description

  • Verfahren zur Trennung und Reinigung der uterus- und blutdruckwirksamen Hormone des Hypophysenhinterlappens Die Trennung der im Hypophysenhinterlappen enthaltenen blutdruckwirksamen von der uteruswirksamen Substanz kann nach den beiden von O. K a mm (Journal of the americ. Chem.Soc.5o, 573, 1928, vgl.Ab-derhalden »Handbuch der biologischen Arbeitsmethoden« Abt. V, Teil 3 B, S. 1040, 1936, Trendelenburg »Die Hormone« i. Band, Berlin 1929, S. 134[35) und von Stehle (Journal of Pharmaco1.48, 288, 1933, vgl. Abderhalden a.a.0. S.1041) beschriebenen Verfahren durchgeführt werden. Diese Verfahren, nach denen man zwar auch gut wirksame Präparate erhält, sind jedoch da bei ihnen eine Reihe von Arbeitsphasen durchzuführen ist, außerordentlich umständlich und unpraktisch, weil der Wirkstoffgehalt des Ausgangsmaterials sich auf eine große Anzahl von Fraktionen verteilt, von denen nur einzelne eine hinreichende Trennung der beiden Wirkstoffe erkennen lassen, während die meisten Gemische der beiden von wechselnder Zusammensetzung darstellen. Man hat auch schon versucht,' durch Extrahieren mit flüssigen oder gelösten Phenolen und Fällen mit Äther oder Petraläther zu reinigen, ohne daß es dadurch möglich war, eine Trennung der verschiedenen Wirkstoffe zu erzielen (vgl. Britisches Patent 328 347).
  • Es wurde nun gefunden, daß sich das blutdruckwirksame und das uteruswirksame Prinzip leicht voneinander trennen lassen, wenn das vorgereinigte und zweckmäßig z. B. nach dem Verfahren des Patents 711 379 von Eiweiß befreite Konzentrat der Gesamthormone in Iiresol oder anderen Phenolen oder Gemischen solcher gelöst und mit wasserlöslichen organischen Lösungsmitteln fraktioniert gefällt wird. Vorteilhaft erfolgt diese Fällung in der Weise, d@aß zuerst die blutdruckwirksame Substanz mit Aceton oder Methvlketon oder einem höheren wasserlöslichen Beton ausgefällt wird, wobei die ateruswirksame Substanz zum großen Teil in Lösung bleibt: der vorn "Niederschlag mitgerissene Anteil der Uteruswirksamkeit kann durch gegebenenfalls wiederholtes Umfällen vollständig abgetrennt werden, so daß die blut_Iruckwirksarne Substanz praktisch frei von der uteruswirksamen Substanz erhalten wird. Die uteruswirksame Substanz wird dann aus den gesammelten Filtraten, nach Verjagen des wasserlöslichen Fällungsinittels durch Versetzen mit einem in Wasser nicht löslichen organischen Lösungsmittel, wie Äther, Essigester, Petrolätlier, Benzol oder andere, ausgefällt.
  • Die Fällung der blutdruckwirksamen Substanz kann auch statt mit einem ILeton mit einem wasserlöslichen Alkohol vorgenommen werden; doch ist dann darauf zu achten, daß das als Lösungsmittel verwendete Phenol bzw. Phenolgemisch wasserfrei ist. Uni die Mitausfällung von Nebensubstanzen zu vermeiden, verwendet man das wasserlösliche Fällungsmittel in einem nicht zu großen t`berschuß: durch Vorv ersuche läßt sich leicht das optimale Mischungsverhältnis feststellen. Es beträgt z. B. b°i Verwendung des handelsüblichen Trikresols und Acetons etwa i : 3.
  • Die Vorteile dieses neuen Verfahrens liegen darin, daß man in wenigen Arbeitsgängen eine praktisch vollkommene Trennung des blutdrucl-wirksamen von dein uteruswirksamen Hormon erreicht und diese beiden Stoffe ohne wesentlich.,- Einbuße an Wirksamkeit in einem vorzüglichen Reinheitsgrad erliiilt.
  • Beispiel i 28o mg einer Substanz mit So i. E. Uteruswirksämkeit ini in- (= 22.4o i. E. insgesamt) werden unter Zusatz voll 0,2 ccm Wasser in 25 ccm Trikresol gelöst und mit (lo ccin Aceton gefällt. Der ausfallende Niederschlag (= 124 in-) weist schon jetzt eine gegenüber dem Ausgangsmaterial wesentlich erhöhte Blutdruckwirksamkeit auf. Weiterer Zusatz von 15 ccm Aceton ruft nochmals eine geringe Fällung hervor. Die beiden Niederschläge werden vereinigt, nochmals in Kresol gelöst und mit Aceton gefällt. Es fallen ioo mg mit 25 i. E. -im mg Uteruswirksamkeit. Bei einer dritten Acetonfällung sinkt der Gehalt 'an Uteruswirksamkeit auf 8 bis io i. E. ini in,-; während die Blutdruckwirksamkeit weiterhin bis auf etwa 12o bis i6o i. E. im mg angestiegen ist. Ausbeute 8o mg mit insgesamt 12 000 i. E.
  • Die uteruswirksame Substanz befindet sich nun fast vollständig in den Filtraten. Diese, in denen. Acetonzusatz keine Fällung mehr hervorruft, werden nach Verdampfen des Acetons im Vakuum mit Ätlier gefallt. 'Man erhält 53 mg eines Pulvers mit 400 i. E. im nib. Diese Substanz enthält also fast die gesamte Uteruswirksamkeit (21200 i. F_.), wä llrend der Gehalt an Blutdruckwirksamkeit auf 2 bis 3 i. E. im mg gesunken ist. Beispiel e 55 mg einer Substanz mit 300 i. E. Oxytociii im mg werden unter Zusatz von 3 Tropfen Wasser in, io ccin Kresol gelöst und die Lösung mit So ccm Dioxan gefällt. Der Niederschlag wird abzentrifugiert und das Filtrat nach Abtreiben des Dioxans im Vakuum mit ioo ccm Äther versetzt. Der mit Äther erhaltene Niederschlag enthält 50o i. E. im mg Oxvtociri, während die Dioxanfällung nur 65 i. E. Oxytocin enthält. Durch eine Wiederholung der Fraktionierung kann die Dioxanfällung fast vollkommen von Oxytociri befreit werden. In der Dioxanfällung bleibt der gesamte blutdruckwirksame Stoff. Beispiel 3 28o mg einer Substanz mit 80 i. E. Uteruswirksamkeit in mg (= -22 400 i. E. insgesamt) werden in 25 ccin Trikresol gelöst und mit Zoo ccm Äthanol gefällt. Der so erhaltene Niederschlag wird erneut in Trikresol gelöst und mit Äthanol gefällt, schließlich die Operation nochmals wiederholt. Man erhält so 7 5 mg mit io ooo i. E. am blutdruckwirksamen Stoff.
  • Die die uteruswirksame Substanz enthaltenden Filtrate werden analog dem Beispiel i aufgearbeitet.

Claims (1)

  1. PATriNTAN i. Verfahren zur Trennung und Reinigung der Uterus- und blutdruckwirksamen Hormone des Hypophysenhinterlappens, dadurch gekennzeichnet, daß man zweckmäßig nach dem Verfahren des Patents 71 1 379 vorgereinigte Gemische der beiden Hormone in Phenolen bzw. Gemischen von solchen. auflöst und das blutdruckwirksame Hormon durch Zusatz von wasserlöslichen organischen Lösungsmitteln oder Gemischen von solchen ausfällt. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man als wasserlösliche Lösungsmittel niedrig molekulare aliphatische Ketone, zweckmäßig Aceton, verwendet. 3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man als wasserlösliches Lösungsmittel niedrig molekulare aliphatische Alkohole verwendet, wobei das Lösungsgemisch wasserfrei zu halten ist. 4. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwecks praktisch vollständiger Abtrennung des uteruswirksamen Hormons die Fällung der phenolischen Lösung der Hormone mit wasserlöslichen organischen. Lösungsmitteln mehrfach wiederholt wird. 5. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch i bis 4 zwecks Gewinnung des uteruswirksamen Hormons, dadurch gekennzeichnet, daß die gesammelten, nach Anspruch i bis 4 erhaltenen Filtrate vom wasserlöslichen organischen Fällungsmittel befreit und darauf mit wasserunlöslichen organischen Lösungsmitteln gefällt werden. 6. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß als wasserunlösliches organisches Lösungsmittel Äther bzw. Petroläther verwendet werden.
DESCH114568D 1937-12-17 1937-12-17 Verfahren zur Trennung und Reinigung der uterus- und blutdruckwirksamen Hormone des Hypophysenhinterlappens Expired DE712161C (de)

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