DE630264C - Verfahren zur Gewinnung physiologisch wirksamer Substanzen - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung physiologisch wirksamer Substanzen

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DE630264C
DE630264C DEI44186D DEI0044186D DE630264C DE 630264 C DE630264 C DE 630264C DE I44186 D DEI44186 D DE I44186D DE I0044186 D DEI0044186 D DE I0044186D DE 630264 C DE630264 C DE 630264C
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    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
    • A61K35/00Medicinal preparations containing materials or reaction products thereof with undetermined constitution
    • A61K35/12Materials from mammals; Compositions comprising non-specified tissues or cells; Compositions comprising non-embryonic stem cells; Genetically modified cells
    • A61K35/14Blood; Artificial blood
    • AHUMAN NECESSITIES
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    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
    • A61K35/00Medicinal preparations containing materials or reaction products thereof with undetermined constitution
    • A61K35/56Materials from animals other than mammals
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Description

  • Verfahren zur Gewinnung physiologisch wirksamer Substanzen Es ist bekannt, daß verschiedene menschliche und tierische Organe und Flüssigkeiten die Eigenschaft haben, die Wirkungen von Hormonen, insbesondere des Schilddrüsenhormons, abzuschwächen.
  • Es wurde nun gefunden, daß die antithyreoide Wirkung # durch eine bestimmte Substanz hervorgerufen wird, die mit Lipoidlösungsmitteln extrahiert werden kann, die hitzeempfindlich ist und die beim Verseifen dieses Lipoidextraktes in die Seifenfraktion übergeht. Durch Ansäuern der hierbei gebildeten Seifen kann sie in Freiheit gesetzt werden und gegebenenfalls nach weiterer Reinigung für therapeutische Zwecke Verwendung finden. Es ist natürlich auch möglich, die ganze Lipoidfraktion schon vor der Abtrennung der freien Fettsäuren zu benutzen. Nur erhält man hierbei größere Mengen unwirksamer Ballaststoffe, deren Abscheidung vorteilhaft ist. Als besonders reiches Ausgangsmaterial haben sich zunächst Eidotter sowie das Blut bewährt. Doch sind die beschriebenen Verfahren keineswegs auf dieses Ausgangsmaterial allein beschränkt. Um für therapeutische Zwecke brauchbare Präparate, die das wirksame Prinzip in genadosierbarer Menge enthalten, zu gewinnen,-ist es notwendig, die gewonnenen Fraktionen am Tier auszuwerten. Hierfür wird die Schutzwirkung benutzt, die sie bei Ratten oder anderen Laboratoriumstieren, die mit Thyroxin vorbehandelt worden sind, ausüben. Man hat zwar schon (S u e y o s h i , Y u j i und Tomiji Furukubo, Jöurnal of Biochem. 13, 145-154 und 155-175 [1931'JY Ref. in Berichte über die gesamte Physiologie und experimentelle Pharmakologie, 62 [19311, S. z58/59) das bei der Verseifung von Eilecithin entstehende Fettsäuregemisch dargestellt und weiter gereinigt. Es ist ferner bekannt, aus Blut durch Entfernung des Eiweißes mittels enzymatischer Verdauung und Dialyse ein Kreislaufhormon zu gewinnen. Man hat auch. schon antithyreoidale Stoffe aus Blut, Teilen von Blut oder geeigneten Organen durch Koagulation des Eiweißes, Extraktion des Niederschlags mit geeigneten Lösungsmitteln und Konzentrieren der Lösung gewonnen. Demgegenüber unterscheidet sich das Verfahren gemäß der Erfindung dadurch, daß man die spezifischwirksamen Substanzen, die in ihrer Wirkung mit der des genannten Kreislaufhormons nicht verglichen werden können, unmittelbar aus dem Lipoidgemisch, das man durch Extrahieren geeigneter Ausgangssubstanzen erhält, gewinnen kann, und daß die spezifisch wirksame Substanz vor allem, wie bereits oben ausgeführt, im Tierversuch biologisch ausgewertet und somit auf einen bestimmten Wirkungswert eingestellt werden kann.
  • Beispiel 1 Zoo ccm Blutserum werden zweimal mit je Zoo .ccm Äther ausgeschüttelt. Der Äther *ird abgedampft und der Rückstand mit 3o ccm Aceton versetzt. =Der entstandene Niederschlag wird abgetrennt und das Filtrat
    nach Verjagen des Acetbns einige Stunden-.t.
    lang mit 5o g Alkohol, der 5 % Kalilare:'
    enthält, auf 6o° erhitzt. Diese Lösunz wiXd-:
    im Vakuum auf ein Volumen von etwa 2o,cctri' eingeengt und mit dem doppelten. Volumen Wässer versetzt. Aus dieser Seifenlösung wird das Unverseifbare mit Äther ausgeschüttelt. Daraufhin wird die Seifenlösung mit Salzsäure neutralisiert, wobei sich die freien Fettsäuren abscheiden. Diese werden: abgetrennt und getrocknet und in folgender Weise im Tierversuch ausgewertet: Fünf Ratten im Gewicht von I 2o bis 150 g erhalten 8 Tage lang je i ccm der in Sesamöl gelösten Substanz, die aus je 20 ccm Blutserum gewonnen wurde, unter das Futter gemischt. Fünf Kontrolltiere erhalten Sesamöl allein.. Am 5., 6. und 7. Tage der Fütterung werden allen Ratten insgesamt o,o28 mg Thyroxin pro Tier unter die Rückenhaut gespritzt. Während die Kontrolltiere mit einer Stoffwechselsteigerung von etwa 2o bis q.o % auf die Thyroxininjektiori reagieren, bleibt diese Stofwechselsteigerung bei den mit der Schutzsubstanz behandelten Tieren aus. Die kleinste Menge, die gerade noch imstande ist, bei mindestens vier von fünf Ratten die durch o,028 mg Thyroxin hervorgerufene Stoff-. wechselsteigerung aufzuheben, wird als' eine Ratteneinheit bezeichnet.
  • Beispiel 2 Die Eidotter von 70 Eiern im Gewicht von rund i.ooo g werden mit je 2 1 Äther zweimal ausgeschüttelt. Der Äther wird bis auf 300 cem abgedampft. Der zurückbleibende Extrakt wird mit 6oo ccm Aceton versetzt. Der entstandene Niederschlag wird abgetrennt, beispielsweise durch Zentrifugieren. Die übrigbleibende acetonische Lösung wird im Vakuum vom Aceton befreit. Der Rückstand von etwa 250g wird einige Stunden lang mit 5oo g Alkohol, der 5 % Kalilauge enthält, auf 6o° erhitzt. Diese Lösung wird im Vakuum auf ein Volumen von 400 ccm eingeengt und mit dem doppelten Volumen Wasserversetzt. Aus dieser Seifenlösung wird das Unverseifbare mit Äther ausgeschüttelt. Daraufhin wird die Seifenlösung mit Salzsäure neutralisiert, wobei sich die freien Fettsäuren abscheiden. Diese werden abgetrennt,
    =Zetrocknet und mit geeigneten Füllstoffen ver-
    =etzt, so daß sie nach Auswertung im Tier-
    sy62such gemäß Beispiel i per os verabreicht
    :ttttd für therapeutische Zwecke verwandt wer-
    . ..
    --'den können.
    Beispiel 3 i kg abgepreßte Bierhefe mit einem Trokkengehalt von etwa 25 % wird zweimal mit je 3 1 Alkohol und darauf noch zweimal mit je I 1 Äther verrührt, wobei vor Zugabe des neuen Extraktionsmittels das mit Extrakt angereicherte durch Absaugen von der Hefe getrennt wird. Die vereinigten Auszüge werden bei einer Wasserbadtemperatur von höchstens q.o° C vom Extraktionsmittel befreit und der zurückbleibende Rückstand nach Wasserzusatz noch zweimal mit Äther ausgeschüttelt. Nach dem Trocknen des Ätherauszuges über wasserfreiem Natriumsulfat und Abdestillieren des Äthers bleibt ein öliger Rückstand, der nach darauffolgender Verseifung gemäß Beispiel i, nötigenfalls nach Zusatz geeigneter Füllsubstanzen, in eine für die therapeutische Verwendung geeignete Form übergeführt wird.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Gewinnung physiologisch wirksamer Substanzen, dadurch gekennzeichnet, daß aus 'menschlichen oder tierischen Organen oder Flüssigkeiten durch Extraktion mit- Lipoidlösungsmitteln ein eiweißfreier Extrakt hergestellt wird, nach Verseifen des Extraktes und. Abtrennen des Unverseifbaren die freien Fettsäuren, abgeschieden und gegebenenfalls einer weiteren Reinigung unterworfen und nach Auswertung ihrer antit-hyreoiden .Wirkung an mit Thyroxin vorbehandelten Versuchstieren auf eine bestimmte Wirkungsstärke eingestellt werden.
  2. 2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß als Ausgangsmaterial Eidotter verwandt wird.
  3. 3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß als Ausgangsmaterial Blut oder Blutserum benutzt wird.
DEI44186D 1932-04-10 1932-04-10 Verfahren zur Gewinnung physiologisch wirksamer Substanzen Expired DE630264C (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE916847C (de) * 1951-12-18 1954-08-19 Waldhof Zellstoff Fab Verfahren zur Gewinnung von Ergosterin und Begleitstoffen
WO2012084760A1 (de) 2010-12-20 2012-06-28 Bayer Materialscience Ag Verfahren zur herstellung von polyetheresterpolyolen

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE916847C (de) * 1951-12-18 1954-08-19 Waldhof Zellstoff Fab Verfahren zur Gewinnung von Ergosterin und Begleitstoffen
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