DE383480C - Verfahren zur Darstellung eines hochkonzentrierten, die Gesamtglykoside der Digitalisblaetter enthaltenden trockenen Digitalisextrakts - Google Patents

Verfahren zur Darstellung eines hochkonzentrierten, die Gesamtglykoside der Digitalisblaetter enthaltenden trockenen Digitalisextrakts

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DE383480C
DE383480C DEM71220D DEM0071220D DE383480C DE 383480 C DE383480 C DE 383480C DE M71220 D DEM71220 D DE M71220D DE M0071220 D DEM0071220 D DE M0071220D DE 383480 C DE383480 C DE 383480C
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digitalis
highly concentrated
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chloroform
glycosides
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DEM71220D
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CARL MANNICH DR
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CARL MANNICH DR
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL, OR TOILET PURPOSES
    • A61K36/00Medicinal preparations of undetermined constitution containing material from algae, lichens, fungi or plants, or derivatives thereof, e.g. traditional herbal medicines
    • A61K36/18Magnoliophyta (angiosperms)
    • A61K36/185Magnoliopsida (dicotyledons)
    • A61K36/80Scrophulariaceae (Figwort family)

Description

  • Verfahren zur Darstellung eines hochkonzentrierten, die Gesamtglykoside der Digitallsblätter enthaltenden trockenen Digitalisextrakts. Digitalispräparate, die durch Extraktion von Digitalisblättern gewonnen werden, sind in großer Anzahl hergestellt worden. Es ist aber bisher nicht 'gelungen, hdchkonzentrierte Extrakte herzustellen, die sämtliche wirksamen Digitalis-lykoside in unveränderter bzw. unzersetzter Form enthalten. Trotz eines gewaltigen Arbeitsaufwandes ist es daher bisher nicht möglich gewesen, die verschiedenen Digitalisglvkoside in reiner Form herzustellen. Insbesoniere haben die in Wasser löslichen, in Chloroform unlöslichen Digitalisstoffe, die unter dem Namen »Digitalein« zusammengefaßt werden, bisher nicht isoliert werden können (Archiv der Pharmaz. Bd. 237, S. 465 ff.). Man weiß aber, daß sie an der physiologischen Wirkung der Digitalisblätter in ganz erheblichem Maße beteiligt sind (Archiv f. exp. Pathol. u. Pharmakol. Bd.8o, S. 6o ff.).
  • Die Schwierigkeiten, die der Gewinnung von Digitalisextrakten, welche die Aktivglykoside quantitativ und unzersetzt enthalten, entgegenstellen, sind hauptsächlich die folgenden: i. Die Digitalisblätter enthalten neben wenig Aktivglykosid sehr viel zuckerähnliche Extraktivstoffe.
  • 2-. Es sind mehrere Aktivglykoside vorhanden, die ganz verschiedene Löslichkeitsverhältnisse zeigen und daher bis jetzt nicht in einer Operation gemeinsam isoliert werden konnten. 3. Es ist kein Fällungsmittel bekannt, welches die Digitalisglykoside aus Auszügen der Droge annähernd vollständig niederschlägt; das züi diesem Zwecke benutzte Tannin fällt bei weitem nicht quantitativ.
  • 4. Infolge der hohen Adsorbierbarkeit der Digitalisglykoside gehen, bei der Reinigung der Digitalisauszüge durch Tierkohle, voluminöse Fällimgen. mit Bleiessig usw. erhebliche Mengen Glykoside verloren.
  • 5. Die Digitalisglykoside sind sehr empfindlich, so daß beim Eindam pfen insbesondere wässeriger Digitalisauszüge beträchtliche Mengen zersetzt werden.
  • Unter den bisher bekannten Verfahren zur Darstellung von Digitalisextrakten ist keines, welches die aufgezählten Schwierigkeiten sämtlich zu vermeiden weiß.
  • Die nach den Vorschriften der Arzneibücher und pharmazeutischen Manuale hergestellten Extrakte werden meist durch Eindampfen wässeriger Lösungen gewonnen, sie enthalten die Glykoside daher nur zum Teil unzersetzt. Außerdem enthalten diese Präparate die Aktivglykoside nur in geringer Konzentration.
  • Bei denjenigen Digitalispräparaten, die durch Fällung mit Tannin hergestellt werden, entstehen große Verlustg, da einmal Tannin die Digitalisglykoside nicht quantitativ nieder-, schlägt,. andererseits bei der Zerlegung der Tannate große Mengen verlorengehen, Bei der Herstellung anderer Digitalispräparate erfolgt die Reinigung mit Tierkohle, t' k3 wobei die Glykoside in erheblichem; Maße durch Adsorption verlorengehen.
  • Viele Digitalispräparate enthalten nur die in Chloroform löslichen Bestandteile, nämlich die, welche durch Lösen in Chloroform gereinigt werden oder die durch Ausschüttelung wässeriger Digitalisauszüge mit Chloroform hergestellt werden.
  • Es wurde nun gefunden, daß die Herstellung hochkonzentrierter Digitalisextrakte, die sämtliehe Glykoside in unzersetzter Form enthalten, gelingt, wenn man insbesondere folgende Bedingungen innehält: Man fällt einen alkoholischen Digitalisatis-Zug (mit etwa 48Volurnprozent Alkohol) mit möglichst wenig Bleiessig, d. 11. nur so viel, daß das Chlorophyll niedergerissen und die Flüssigkeit geklärt wird. - Dabei treten Verluste an Glykosid kaum auf.
  • Man schüttelt den alkoholischen (etwa 30 bis 5o Volumprozent Alkohol enthaltenden) Digitalisauszug mit Chloroform aus. Es wurde gefunden, daß dabei sämtliche, auch die in Chloroform sonst unlöslichen Digitalisglykoside von Chloroform leicht ufid vollständig aufgenommen werden. Zusätze anderer Lösungsmittel, wie Äther, Petroläther, wirken dabei in hohem Maße schädlich.
  • Bis jetzt hat man zur Reinigung von Digitalisauszügen Bleiessig irnÜberschuß zugesetzt (S c h ni i d t, Pharm. Chemie 5. Aufl., Bd. 2 [19111, S. 1878, letzter Abs., Zeile i bis 3). Dadurch wurden die Auszüge zwar weitgehend gereinigt, aber die voluininösen Niederschläge rissen sehr beträchtliche Mengen Glykosid mit nieder. Im Gegensatz hierzu wird nach dein vorliegenden Verfahren nur sehr wenig Bleiessig verwendet, etwa 30 ccin auf i kg Droge. Der Bleiessig dient auch keineswegs zum völligen oder auch nur#weitgehenden Niederschlagen der vorhandenen organischen Säuren wie bei den bisherigen Verfahren, sondern nur zur Zurückhaltung des Chlorophylls. Für eine vollständige Ausfällung des durch Bleiessig Fällbaren ist etwa 1 1 Bleiessig auf i kg Digitalisblätter erforderlich.
  • Man hat allerdings schon Digitalisaufguß mit Alkohol und Chloroform ausgeschüttelt (S c h m i d t, Pharrn. Chemie, 5. Aufl., Bd. 2 [ 19 11 ], S. i 88o, Abs. :2). Das Mengenverhältnis zwischen Alkohol und Chloroform war aber ein ganz anderes, und es ist das überraschende Ergebnis der vorliegenden Erfindung, daß bei Anwendung eines eine bestimmite Alkoholmenge enthaltenden Digitalisauszuges es gelingt, die Gesamtheit der Glykoside mit verhältnismäßig geringen Mengen Chloroform auszuschütteln. So lassen sich beispielsweise aus einer 23,5 Volumprozent Alkohol enthaltenden Flüssigkeit die Aktivglykoside der Digitalis durch Chloroform nur unvollständig ausschütteln, währenddem bei einer Alkoholk)nzentration von über 3o Volumprozent die vollständige Ausschüttelung mit Chloroform erreicht werden kann.
  • Bei Innehaltung der erwähnten Bedingungen gelingt es, mit ganz milden Methoden ein hochk--)nzentriertes Digitalisextrakt herzustellen, welches sämtliche wirksamen Digitalisglykoside in u'nveränderter und unzersetzter Form enthält. Man gewinnt aus i kg getrockneter Digitalisblätter io bis 15 g Extrakt in Form eines gelbbräunlichen Pulvers, das etwa zur Hälfte aus Aktivglykosiden besteht. Das Extrakt kann als solches therapeutische Anwen-(lung finden, es eignet sieh aber auch zur Darstellung derjenigen Digitalisglykoside, die bisher nicht in reinem Zustande erhalten werden konnten. B e i s p i e 1. i kg grob gepulverte Digitalisblätter läßt man mit 31 96prozentigern Alkohol einige Tage unter öfterern Umschütteln stehen, preßt dann ab und filtriert.
  • Das Filtrat vermischt man mit dem gleichen Volunien Wasser. Die trübe ,Mischung versetzt man mit etwa 15 ccin i oprozentigei'n Ammoniak bis zur annähernd neutralen Reaktion, dann sehr allmählich unter Bewegen mit 30 ccm Bleiessig. Nach einigem Stehen wird filtriert bzw. abgenutscht.
  • Das klare gelbbraune Filtrat (5 1) wird mit Ammoniak -wieder annähernd neutralisiert und dann ausgeschüttelt, und zwar zunächst mit 400 ccin Chloroform, dann noch fünfmal mit je ioo ccm Chloroform.
  • Aus den vereinigten Chloroformauszügen scheidet sich beim Stehen etwas Wasser ab, (las abgetrennt wird.
  • Die Chloroforrnauszüge werden zur Entfernung von Verunreinigungen zunächst geschüttelt mit 6o ccm Wasser, den' 3 ccm Ammoniak zugefügt wurden, hierauf mit 45 ecin Wasser, dem i ccm Ammoniak beigemischt wurde. Schließlich wird der gereinigte Chloroformauszug, der viel Alkohol enthält, bei gewöhnlichem Druck oder im Vakuum abdestilliert. Es hinterbleiben io bis 15 g Extrakt. Dem trockenenExtrakt wird gegebenenfalls noch anhaftendes Chlorophyll durch Extraktion mit einer Mischung von Petroläther und Äther entzogen.

Claims (1)

  1. PATENT-ANspp,ucii: Verfahren zur Darstellung eines hochkonzentrierten, die Gesamtglykoside der Digitalisblätter enthaltenden trockenen Extrakts aus alkoholischern Digitalisauszug nach Behandlung desselben mit Bleiessigj dadurch aekennzeichnet, daß zu einem 30 bis 5oVolumprozent Alkohol enthaltenden Auszug Bleiessig in einer nur zur Fällung des Chlorophylls ausreichenden Menge (etwa 6 ccm auf 1 1 Flüssigkeit) zugesetzt wird, daß dann die alkoholische Flüssigkeit mit Chloroform ausgeschüttelt wird, und daß schließlich die mitWasser gewaschenen Ausschüttelungen zur Trockne gebracht werden.
DEM71220D 1920-10-26 1920-10-26 Verfahren zur Darstellung eines hochkonzentrierten, die Gesamtglykoside der Digitalisblaetter enthaltenden trockenen Digitalisextrakts Expired DE383480C (de)

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DE (1) DE383480C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2432217A (en) * 1943-07-14 1947-12-09 William R Warner & Co Inc Process of extracting physiologically active principles

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