DE70987C - Neuerung in der fabrikmäfsigen Raffination des Zuckers - Google Patents

Neuerung in der fabrikmäfsigen Raffination des Zuckers

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DE70987C
DE70987C DENDAT70987D DE70987DA DE70987C DE 70987 C DE70987 C DE 70987C DE NDAT70987 D DENDAT70987 D DE NDAT70987D DE 70987D A DE70987D A DE 70987DA DE 70987 C DE70987 C DE 70987C
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filtration
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C13SUGAR INDUSTRY
    • C13BPRODUCTION OF SUCROSE; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
    • C13B30/00Crystallisation; Crystallising apparatus; Separating crystals from mother liquors ; Evaporating or boiling sugar juice
    • C13B30/04Separating crystals from mother liquor
    • C13B30/14Dissolving or refining raw sugar

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Crystallography & Structural Chemistry (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Preparation Of Fruits And Vegetables (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Nach dem bisherigen Raffinirverfahren wird der gewaschene (affinirte) Rohzucker bei Siedetemperatur geschmolzen, die Zuckerlösung in der Regel durch Kalkzusatz alkalisch gemacht, event, mit Klärmitteln versetzt und nach einer mechanischen Vorfiltration über Knochenkohle heifs filtrirt, um sodann im Vacuum zu einer Füllmasse verkocht zu werden. Vom Beginn des Schmelzens bis zum Einziehen in das Vacuum wird die Zuckerlösung mindestens 12, durchschnittlich 16, vielfach aber 20 Stunden und darüber auf einer Temperatur erhalten, welche fast immer mit 102 bis 1030 C. beginnt und allmälig auf 8o°, bestenfalls auf 700 herabgeht. Während so die Zuckerlösung lange heifs erhalten wird, insbesondere während des Vorwaltens einer stärkeren Alkalescenz — beim Schmelzen nach dem Kalkzusatz und in den ersten Stadien der Filtration über Knochenkohle — werden braun gefärbte klebrige Umwandlungsproducte gebildet, was nicht nur directe Zuckerverluste verursacht, sondern die Ausbeute auch dadurch benachtheiligt, dafs diese Umwandlungsproducte Syrupbildner sind und dafs ihr starkes Anhaften an den Zuckerkrystallen einen gröfseren Verbrauch an Deckkläre bedingt.
Auf diese lange Heifsbehandlung unter zeitweise höherer Alkalescenz und bei reichlichem Luftzutritt folgt die kurze 2 bis 2 Y2 stündige Erhitzung auf 72 bis 85° C, bei dem Minimum der Alkalescenz und der geringsten Lufteinwirkung während des Verkochens zur Füllmasse im Vacuum. Die unvermeidbare Heifsbehandlung während des Verkochens betheiligt sich zum allergeringsten, die Heifsbehandlung vor dem Verkochen zum allergröfsten Theil an der Bildung schädlicher Zersetzungsproducte. Der starke Verbrauch an Knochenkohle ist hauptsächlich durch die Farbstoffbildung während der langen Erhitzung vor dem Verkochen bedingt, und letztere ist wieder hauptsächlich durch die Knochenkohlefiltration veranlafst. Das vorliegende Verfahren hat den Zweck, die Bildung brauner Zersetzungsproducte auf das unvermeidbare geringste Mafs zu· reduciren, indem es die Heifsbehandlung der Zuckerlösung auf die unvermeidbare kurze Erhitzung während des Kochens beschränkt, und es hat weiter den Zweck, den Verbrauch an Knochenkohle auf solche Zuckerlösungen zu beschränken, in welchen sich die während des wiederholten Kochens gebildeten oder die noch aus dem Rohzucker stammendenrothbraunenZersetzungsproducte in einer das Auskrystallisiren farbloser Zuckerkrystalle störenden Weise angehäuft haben. Es besteht in Folgendem:
1. Der zu raffinirende Zucker wird unter Benutzung eines Rührwerkes in kaltem Wasser gelöst. Die kalt bereitete, nahezu gesättigte Lösung — von 60 bis 63 ° Brix —, welche bei der Verarbeitung gewaschener (affinirter) normaler Rüben-Rohzucker eine eben nachweisbare Alkalinität besitzt, wird ohne Kalkzusatz und ohne jeden Zusatz löslicher Stoffe oder sogenannter chemischer Klärmittel durch einen mechanischen Filtrationsprocefs in kaltem Zustande von trübenden Bestandteilen befreit. Bei der Verarbeitung saurer Zucker wird vor der Filtration die für das Verkochen erforderliche minimale Alkalinität durch Kalkzusatz bewirkt.
2. Die filtrirte Kläre wird bis zum Einziehen in die Vacuumpfanne kalt erhalten und kalt nachgezogen. Bezüglich der Filtration der kalten Zuckerlösung mittelst Filterpressen, Taschenfilter u. s. w. gilt Folgendes: Eine kalte Zuckerlösung filtrirt selbstverständlich viel lang-

Claims (2)

  1. samer als eine heifse; man braucht für erstere, um den gleichen Effect in qualitativer und quantitativer Hinsicht zu erhalten, mindestens die fünffache Filterfläche als für letztere. Wiewohl es gelingt, bei Anwendung bekannter Filtrations-Vorrichtungen mittelst dichter Filtertücher und langsamer Filtration Filtrate zu erzielen, welche bis auf eine minimale Opalescenz frei von Trübungen sind, so ist es doch für die Fabrikation feinster Producte »klarer« /Brode, namentlich Brode mit ganz klaren Spitzen erwünscht, absolut klare »feurige« Filtrate zu erhalten; dies ist aber auch deshalb vortheilhaft, weil solche Filtrate mikrobenfrei sind und sich deshalb bei Concentrationen über 60 pCt. und Temperaturen unter 300 C. mindestens eine Woche lang absolut invertzuckerfrei halten.
    Solche mikrobenfreie Filtrate erhält man, wenn man als Filterschicht Prefskuchen benutzt, welche in den Kammern einer Filterpresse durch Filtration einer Aufschlämmung von ι Theil rohem oder calcinirtem Kieseiguhr oder sehr fein gemahlenem Bimsstein oder fein gemahlenem oder gewaschenem Steinkohlenkoks mit 2 bis 3 Theilen Holzschleifmehl gebildet wurden. Man schlämmt zu diesem Zwecke so viel von den genannten feinpulverigen indifferenten Stoffen und von Holzschleifmehl (Sägespäne auf einem Mahlgang sehr fein vermählen) in der 25- bis 50 fachen Menge Wasser oder Zuckerlösung auf, als zur Füllung der Kammern nothwendig ist, füllt die Filterpresse möglichst langsam, um durchaus homogene Kuchen zu erhalten, und filtrirt, nachdem sich feste Kuchen gebildet haben, die Zuckerlösung bis zu einem Druck von 5 bis 6 Atm., ansteigend. Bei der Verarbeitung von affinirtem Rohzucker werden in der Regel 0,045 pCt. Holzschleifmehl und 0,15 pCt. Kieseiguhr o,der eine ähnliche Menge gleichwirkender pulveriger Körper verbraucht, wobei die Pressen 8 bis 18 Stunden klar laufen.
    Für eine Verarbeitung von 1000 m Ctr. Rohzucker in 24 Stunden sind je nach Güte des Zuckers im Ganzen 120 bis 150 qm Filierfläche erforderlich.
    Solche »feurige« und mikrobenfreie Filtrate erhält man auch, wenn man die Zuckerlösung durch eine feine Lamelle von Kieseiguhr filtrirt, welche einem locker gewebten Filtertuch einer Filterpresse aufgelagert ist und dadurch erhalten wird, dafs man eine Aufschlämmung von fein geschlämmtem Kieseiguhr in Wasser oder in bereits filtrirter Zuckerlösung vor Beginn der eigentlichen Filtration durch die Filterpresse filtrirt; oder indem man als Filterschicht Prefskuchen benutzt, welche in den Kammern einer Filterpresse aus geschlämmtem Kieseiguhr und Holzschleifmehl gebildet wurden. Im ersteren Falle suspendirt man pro 1 qm Filterfläche 50 bis 100 g feingeschlämmten —■ rohen oder calcinirten — Kieseiguhr in so viel Wasser oder Zuckerlösung, als zur Beschickung der Filterpresse erforderlich ist, filtrirt unter Rückleitung des Filtrats bis zum Klarlaufen und filtrirt dann die Zuckerlösung — bei Anwendung von Wasser nach Abdrücken des letzteren ·—■ unter einem Druck von 4 bis 5 Atm. unter thunlichster Vermeidung eines stofsweisen Eintritts der Flüssigkeit. In der Regel mufs nach 2x/2 bis
    3 stündigem Filtriren die Filterschicht erneuert werden.
    Für eine Verarbeitung von 1000 m Ctr. Rohzucker in 24 Stunden müssen 75 qm Filterflächen beständig klar laufen; es sind also mit Rücksicht auf das Auswechseln und auf manche schwer filtrirende Zuckerlösungen zweimal 75 qm empfehlenswerth. Bei einer einmaligen Verwendung des Kieselguhrs werden 0,04 bis 0,1 pCt. vom verarbeiteten Zucker verbraucht.
    Der gebrauchte Kieseiguhr läfst sich durch Schlämmen reinigen und wiederholt verwenden. Nach der zweiten Arbeitsweise verwendet man auf Zucker gerechnet 0,5 pCt. Holzschleifmehl (trocken fein gemahlenes Holz, welches man vorher mit heifsem Wasser wiederholt gewaschen hat) und 0,25pCt. Kieseiguhr, suspendirt beides in etwa der 25 fachen Menge Zuckerlösung, füllt die Presse bis zur Kuchenbildung und filtrirt dann weiter bei einem Druck von
    4 bis 5 Atmosphären. Bezüglich der Filterfläche gilt das oben Gesagte.
    Die gebrauchte Filtermasse läfst sich durch Auskochen und Absitzenlassen rascher und mit geringeren Verlusten reinigen, als Kieseiguhr allein, deshalb ist der Verbrauch an Filtermaterial hier eher geringer und die Wiederbenutzung vereinfacht.
    Pateντ-Ansprüche:
    ι . Neuerung in der fabrikmäfsigen Raffination des Zuckers, darin bestehend, dafs der zu raffinirende Zucker in kaltem Wasser gelöst, dafs die Zuckerlösung kalt filtrirt und bis zum Einziehen in die Vacuumpfanne kalt erhalten wird.
  2. 2. Zur Ausführung der in Anspruch 1. gekennzeichneten Filtration kalter Zuckerlösungen Filterprefskuchen, welche durch Aufschlämmen von Holzschleifmehl, gemischt mit feinpulverigen indifferenten Stoffen, wie Kieseiguhr, Bimstein- oder gewaschenem Kokspulver in den Kammern einer Filterpresse gebildet werden.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
NL8700236A (nl) * 1987-01-30 1988-08-16 Willem Meeuwis Luteijn Werkwijze voor het verwerken van suikerwerk en daarvoor geschikte inrichting.

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
NL8700236A (nl) * 1987-01-30 1988-08-16 Willem Meeuwis Luteijn Werkwijze voor het verwerken van suikerwerk en daarvoor geschikte inrichting.

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