DE70878C - Gufsform für geschlossene Cylinder - Google Patents
Gufsform für geschlossene CylinderInfo
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B22—CASTING; POWDER METALLURGY
- B22C—FOUNDRY MOULDING
- B22C9/00—Moulds or cores; Moulding processes
- B22C9/22—Moulds for peculiarly-shaped castings
- B22C9/28—Moulds for peculiarly-shaped castings for wheels, rolls, or rollers
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Mechanical Engineering (AREA)
- Molds, Cores, And Manufacturing Methods Thereof (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die Herstellung von grofsen geschlossenen Metallcylindern, wie z. B. den Trockencylindern
für Papiermaschinen, wird gewöhnlich in der Weise bewerkstelligt, dafs der Cylindermantel
und die Gufsstücke aus besonderen Gufstheilen hergestellt werden, die hinterher durch Bolzen
verbunden werden. In dieser Weise hergestellte geschlossene Cylinder sind unverhältnifsmäfsig
schwer und kostspielig in der Herstellung, sowie auch gefährlich beim Betriebe, insofern die vorstehenden Verbindungsbolzen
Unfälle veranlassen können. Aufserdem sind sie aber auch fast stets undicht.
Nach dem vorliegenden Verfahren werden grofse geschlossene Cylinder mit ihren Kopftheilen
und dem Mantel aus einem einzigen Gufsstück hergestellt.
Auf beiliegenden Zeichnungen ist:
Fig. ι zum Theil Ansicht, zum Theil Längsschnitt
eines geschlossenen Trockencylinders, wie er in der Gufsform hergestellt wird.
Fig. 2 ist eine Endansicht des Cylinders an dem Ende, welches mit den Handlöchern versehen
ist und das in der Form das untere Ende bildet.
Fig. 3 ist ein mittlerer Verticalschnitt durch die Form, fertig zum Eingufs, und
Fig. 4 zeigt in , perspectivischer Darstellung eines der Kerntheilsegmente.
Mit Bezug auf Fig. 1 und 2 bezeichnet 1 das
Gufsstück des Trockencylinders, bei welchem die Kopftheile und Lagerstücke mit dem Cylindermantel
ein einziges Stück bilden; 2 ist der untere und 3 der obere Lagerschenkel, von denen ersterer mit der üblichen axialen Bohrung
4 versehen ist, während 5 die Bohrung für den oberen Lagerschenkel bezeichnet. In
dem unteren Kopftheil sind Handlöcher 6 hergestellt. Aus Fig. 3 ist die Gufsform ersichtlich,
in welcher das Gufsstück hergestellt wird. 7 bezeichnet die Bodenplatte der Form, welche
eine kräftige, mit ebener Oberfläche versehene Platte ist. 8 ist der Unterkasten, welcher sich
auf die Bodenplatte aufsetzt und mit derselben zweckmäfsig verbolzt ist. Die Tiefe dieses
Kastens ist ausreichend, um die Form für den unteren Kasten des Cylinders in geeigneter
Weise herzustellen. Dieser Unterkasten ist mit dem . Sand 9 ausgefüllt. 10 sind kurze Rohrstücke
von genau übereinstimmender Länge, welche sich auf die Bodenplatte 7 aufsetzen und von denen je eines an der Stelle vorgesehen
wird, wo sich ein Handloch befindet; diese Rohrstücke werden in dem Sande des Unterkastens eingebettet. 11 ist ein leichter
Gufsrahmen, der über dem Unterkasten angeordnet wird und welcher Nabenstücke 12 trägt,
welche nach unten vorstehen und sich auf die Rohre ι ο aufsetzen; die unteren Enden dieser
Naben werden zweckmäfsig genau abgearbeitet. 13 ist ein zweiter Rahmen, der ein kurzes
Stück über dem ersten Rahmen 11 angeordnet wird und Nabenstücke 14 trägt, die sich
wiederum auf die Naben 12 des unteren Rahmens 11 aufsetzen. 15 ist der untere Theil
des Kernes, in welchem die beiden Rahmen 11 und 13 eingebettet sind; dieser Kern bildet den
Formtheil für die innere Fläche des unteren Kopfstückes des Cylinders, sowie für den
Untertheil der innenlaibung der Cylinderfläche. 16 sind Rohre, welche durch die Bodenplatte
7, die Rohre 10 und die Naben der
Rahmen treten und in die Kammer über dem Kernboden 15 reichen; diese Rohre sind an
ihren oberen und unteren Enden offen und tragen am oberen Ende Gufsstücke 17, welche
in Verbindung mit Muttern oder Scheiben an dem unteren Ende der Rohre als Vorrichtung
dient, durch welche der Kernboden 1 5 an dem Bodentheil der Form, welche durch den Untertheil
gebildet wird, fest und genau verbolzt werden kann. 18 ist eine Reihe in einander
greifender Metallsegmente, die ziegeiförmig aufgebaut sind, um einen runden Kerncylinder zu
bilden, der auf dem Kernboden 15 aufsitzt; eines dieser Segmente ist in Fig. 4 deutlich
dargestellt. Die Segmente sind durchbohrt, um Gase durchtreten zu lassen, und gerauht oder
mit Zähnen auf den äufseren Flächen versehen, um den Kernstand besser festzuhalten. 19 sind
Stangen innerhalb des Kerncylinders, welcher durch die Segmente gebildet wird; diese
Stangen vereinigen die Segmente zu einem festen Kernaufbau. 20 ist der durch den
Kern aufsen und den Kerncylinder gebildete eigentliche Kern, und 21 bezeichnet eine Reihe
von Ringstücken, die sich auf den Unterkasten 8 aufsetzen und in genügender Anzahl
vorgesehen werden, um eine Form für den Cylinder von gewünschter Länge zu bilden.
22 bezeichnet den Sand, der in diese Ringstücke eingebracht wird und die äufsere Form
für das Gufsstück bildet. 23 bezeichnet das Deckelstück des Kerns, welches eine ähnliche
Form wie der Kernboden 15 hat und sich auf den Kerncylinder aufsetzt. 24 sind mit Köpfen
an den unteren Enden versehene Bolzen, die mit den Kopfstücken 17 in Eingriff treten, und
welche durch den Kerncylinder hindurchgehen und zum Theil in den Deckeltheil 23 des
Kerns hineinreichen, wo sie je eine Mutter und Unterlagsscheibe erhalten, durch welche
der Kernbodentheil und der eigentliche Kernkörper und der Deckeltheil fest mit einander
verbunden werden. 25 ist ein Ringstück, welches auf dem obersten Ring 21 befestigt ist
und den Sand .26 umschliefst, welcher den Obertheil der Form bildet. 27 endlich ist ein
Ring, welcher auf dem Ringe 25 angebracht ist und zur Umschliefsung des Sandes 28 dient,
der bei 29 eine ringförmige Eingufsaussparung hat. 30 sind Kanäle, welche durch den Sand
reichen und von dem Eingufs 29 bis zur Form des Cylinders führen. 31 sind Kanäle, welche
von der Form des Oberlagers nach dem höchsten Punkte der Form führen und gestatten,
dafs das geschmolzene Metall in demselben hochsteigt und die Gase beim Füllen der Form aus derselben entweichen können.
32 ist ein mit Bohrung versehenes Rohr, welches auf dem Kernboden aufsitzt und aus
dem Deckeltheil der Form nach oben hindurchtritt. 33 ist ein Kern, welcher den oberen Theil dieses Rohres umgiebt und den
Achskern für den oberen Lagerschenkel des Cylinders bildet. 34 bezeichnet den Sand,
welcher in den Kernobertheil 23 eingebracht wird, um die Aussparungen zu füllen, die für
die Aufnahme der Muttern an den Bolzen 24 vorgesehen wurden. 35 ist ein kleines Ringstück,
das an der unteren Seite in der Mitte der Bodenplatte 7 angebracht ist und dazu dient, die Form für den unteren Lagerschenkel
des Cylinders herzustellen. 36 ist der axiale Kern für diesen unteren Lagerschenkel und 37
ein besonders hergestellter Formtheil für den unteren Theil des unteren Lagerschenkels des
Cylinders; dieser Formtheil wird aus Kernsand hergestellt und in dem Sand eingebettet, der
in den Ring 35 eingestampft wurde. 38 ist ein Kanal, der von dem Kern 36 durch die
Bodenplatte des Ringtheiles 35 reicht und dazu dient, die Gase aus der Form nach unten austreten
zu lassen.
Die Herstellung der vorbeschriebenen Gufsform geschieht in folgender Weise:
Der Kernobertheil 23 und der Kernbodentheil 15 mit seinen eingebetten Rahmen, sowie
der Formtheil 37 sind in geeigneten Kernkästen herzustellen und sorgfältig zu trocknen.
Darauf wird ein Modell für den unteren Kopf auf ein passendes Bodenbrett gebracht und der
Unterkasten 8 mit dem Boden nach oben darüber gebracht und ausgestampft, um den Untertheil der Form zu bilden, wobei die
Rohre 10 in dem Sand eingebettet werden. Der kleine Cylinder 35 kann nunmehr in Stellung
über dem Unterkasten gebracht und ausgestampft werden, wobei der Theil 37 bereits
seine Lage inne hat. Zweck dieses kleinen Cylinders 35 ist, ausschliefslich die Menge Sand
zu vermindern, welche nöthig wäre, wenn der Unterkasten 8 die ausreichende Tiefe erhalten
müfste, um den kleinen Cylinder 35 überflüssig zu machen. Nun wird der Unterkasten
umgekehrt und das Modell abgenommen und die Form nunmehr in geeigneter Weise getrocknet.
Jetzt wird das Kernunterstück 15 auf dem Unterkasten derart angebracht, dafs
die Metallbüchsen oder Nabenstücke 12 des unteren Rahmens auf den Rohren 10 aufsitzen,
wobei der Kernstand, welcher die Naben 12 umgiebt, in die Aussparungen des Sandes 9
des Unterkastens tritt und verhindert, dafs das geschmolzene Metall nach dem Metall der
Büchsen oder Rohre gelangen kann. Die Rohre 16 und die Gufsstücke 17 werden nunmehr
eingebracht, so dafs der Kernuntertheil auf diese Weise mit dem Bodenstück der Form
fest und genau zusammengebolzt wird. Nunmehr wird ein Mantelmodell von entsprechendem
inneren und äufseren Durchmesser auf die Unterkastenform aufgesetzt und dicht an
das Kernunterstück angepafst. Das erste Form-
ringstück 21 wird alsdann auf dem Unterkasten 8 befestigt und der Sand 22 in demselben
eingestampft, so dafs dieser Sand das Mantelmodell vollständig umgiebt. Es erfolgt
jetzt der Aufbau von Segmenten zur Herstellung des Kernmäntels, die durch Bolzen 19
verbunden werden, und es wird der Kernsand 20 zwischen dem Kernmantel und dem Cylinderkörper bis zur geeigneten Höhe eingestampft.
Darauf wird das Cylindermodell herausgezogen und ein anderes Ringstück 21
aufgesetzt und auf diesem Sand eingestampft. In derselben Weise wird weiterer Sand 20 eingestampft
und dieses Verfahren fortgesetzt, bis der Kernkörper und die Form in entsprechender
Höhe hergestellt sind. Nunmehr wird das Kernoberstück 23 auf den Kernkörper
gebracht und durch Bolzen 24 befestigt, die hinterher eingebracht worden sind, worauf
die Ausfüllung der Aussparungen 34 erfolgt. Das Oberstück 26 der Form kann hinterher
nach einem entsprechenden Modell ausgestampft worden sein und wird nun eingesetzt. Endlich
wird das Ringstück 27 befestigt und der Kern 33 eingesetzt, worauf die Form fertig ist.
Die Einrichtung ist derart, dafs die fertige Form auseinandergenommen werden kann und
dafs ihre getrennten Stücke in entsprechender Weise getrocknet werden können, worauf die
Theile wieder ganz genau zur Herstellung der Gufsform zusammengesetzt werden können.
Es ist zu bemerken, dafs die beiden oberen Stücke 25 und 27 zusammen abgenommen
werden können und dafs dann die Formtheile 21 getrennt abnehmbar sind, worauf
alsdann der ganze starre Kernaufbau, welcher durch den Kernobertheil 23 und den Bodentheil
15, sowie Kern 20 gebildet wird, als ein Stück erforderlichenfalls herausgehoben werden
kann. Oder es können die drei Hauptkernstücke getrennt behandelt werden, wobei das
Deckelstück einen Theil, der Kernboden einen anderen Theil und der eigentliche Kern einen
dritten Theil bildet.
Nachdem der Gufs hergestellt und aus der Form entfernt worden, können die Rohre 10
abgeschraubt und durch die Handlocher des Cylinders herausgezogen werden. Alsdann
kann der Sand des Kernbodens gelockert und aus dem Cylinder herausgenommen werden,
worauf ein Zerbrechen der Rahmen und Herausnehmen derselben in Stücken erfolgt. Nunmehr
werden die Stangen 24 und 19 durch Handlocher entfernt und der Kernmantel stückweise
ebenfalls durch die Handlocher herausgezogen.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Eine Gufsform für geschlossene Cylinder, bei welcher die innere Kernform aus einem Aufbau von segmentförmigen Stücken [18) hergestellt wird, die durch Bolzen (19, 24) mit einander bezw. mit dem Kernober- und -Untertheil verspannt werden, wobei diese Kernformtheile nach dem Gufs des Cylinders aus Handlöchern des Cylinderdeckels entfernbar sind, die durch die den Kern tragenden Rohrstücke (12) gebildet werden, durch welche gleichzeitig eine Verspannung der Kern- und ä'ufseren Form vermittelt wird.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE70878C true DE70878C (de) |
Family
ID=344225
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT70878D Expired - Lifetime DE70878C (de) | Gufsform für geschlossene Cylinder |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE70878C (de) |
-
0
- DE DENDAT70878D patent/DE70878C/de not_active Expired - Lifetime
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