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Empfangsgerät mit selbsttätiger Einstellung der Abstimmittel Zur selbsttätigen
Einstellung der Abstimmmittel von Rundfunkempfangsgeräten auf bestimmte Stationen
sind die Geräte bereits mit Antrieben, die meist aus einem Elektromotor bestehen,
ausgerüstet worden, die mittels einer Kontakteinrichtung steuerbar sind. Diese Steuereinrichtungen
besitzen entweder einen von Hand einstellbaren Wahlschalter mit mehreren Kontakten
oder eine Kontakttafel unterhalb einer sogenannten Landkartenskala, bei der die
Steuerkontakte durch in Aussparungen an den Sendeorten der Skala einsetzbare Kontaktstöpsel
geschlossen werden. Eine gewisse Übersichtlichkeit für die Einstellung ist zwar
bei der letzteren Ausführung gewährleistet, jedoch wird der Aufbau dadurch außerordentlich
unwirtschaftlich, daß die Steuereinrichtung eine große Anzahl Verbindungsleitungen
aufweist, die neben den Kontakten zu Störungen Anlaß geben können und einen erheblichen
zusätzlichen Aufwand darstellen. Dazu kommt eine umfangreiche Kontakteinrichtung
an den Abstimmitteln, die zur Stillsetzung des Antriebes nach der richtigen Einstellung
der Abstimmittel erforderlich ist. Eine Vereinfachung der Steuerungen des Antriebs
läßt sich durch die Benutzung einer Brückenschaltung erzielen, die mit zwei Spannungsteilerwiderständen
in der bei Fernsteuereinrichtungen bekannten Art ausgerüstet ist. In die Verbindung
der beiden verstellbaren Kontakte der Widerstände ist der Antriebsmotor oder eine
seine Steuerung bewirkende Schalteinrichtung eingeschaltet. Während der eine veränderbare
Kontakt von Hand eingestellt wird, ist der andere in der Nähe des Antriebs angeordnet
und von diesem nachstellbar, und zwar so lange, wie die Verbindungsleitung spannungsführend
ist. Das ist dann der Fall, wenn mittels des von Hand verstellbaren Kontaktes bei
der Wahl einer Station das Brückengleichgewicht gestört worden ist. Bei einer solchen
Einrichtung sind neben den Brücken-,viderständen im wesentlichen drei Steuerleitungen
erforderlich, so daß der zusätzliche Aufwand gegenüber der eingangs beschriebenen
Anordnung ganz unbeträchtlich ist. Nachteilig ist jedoch, daß die Sender in der
üblichen Reihenfolge nach Wellenlängen oder Frequenzen am Gebewiderstand verteilt
sind, so daß die
bei entsprechend unterteilten Skalen zu beobachtenden
Einstellschwierigkeiten, die durch die geringe Übersichtlichkeit verursacht werden,
vorliegen.
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Die Erfindung besteht demgegenüber bei einem Empfangsgerät mit selbsttätiger
Einstellung der Abstimmittel durch eine Antriebsvorrichtung, die von der Brückenleitung
einer entsprechenden elektrischen Schaltungsanordnung dadurch steuerbar ist, daß
deren einer Anschluß an die Brückenzweige von Hand einstellbar ist, während der
andere von der Antriebsvorrichtung bis zur Stromlosigkeit der Brückenleitung nachstellbar
ist, darin, daß die einzelnen Anschlußstellen für die Kontakteinrichtung auf einer
Skala mit von der Reihenfolge nach Frequenzen abweichender Folge der Stationen,
z. B. nach dem Alphabet, verteilt angeordnet und über Leitungen mit den den einzelnen
Stationen entsprechenden, nach Frequenzen geordneten Abgleichpunkten am Geberbrückenzweig
verbunden sind. Auf diese Weise läßt sich die Einstellung am Gebewiderstand wesentlich
erleichtern, denn die jeweils gewünschte Station läßt sich in den nach dein Alphabet
geordneten Kolonnen ohne weiteres auffinden. Da ohnehin nicht sämtliche Stationen
des Wellenbereiches aufgenommen werden, bedeutet es keine nachteilige Beschränkung
der Einstellmöglichkeiten, wenn der Brückenzweig nur an einzelnen Stellen mittels
der Kontakteinrichtung -zugänglich ist. Dafür können die Anschlußstellen für die
wichtigsten Stationen, die sich beispielsweise durch starken Empfang auszeichnen,
vorgesehen werden. Wenn auch anscheinend zusätzliche Leitungen durch die Herausführung
der Anschlußstellen erforderlich «erden, so ist keinesfalls ein N'ergleich mit den
bekannten Einrichtungen zulässig, da es sich lediglich um kurze Verbindungen zwischen
dem Gebewiderstand und der zugehörigen Kontakteinrichtung handelt, die jedoch nicht
bis zum Antrieb an den Abstimmitteln verlaufen, sondern dazu ist, wie bisher, die
sonstige Anzahl von Leitungen, gewöhnlich drei, erforderlich.
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-.Mittels der Brückenschaltung kann ein elektromotorischer, elektromagnetischer
oder mechanischer Antrieb gesteuert werden. Als mechanischer Antrieb kann beispielsweise
ein Federwerl.z vorgesehen sein. Bei elektrischen Antrieben kann zur Speisung eine
eigene Stromquelle oder der \etzanschlußteil des Einpfangsgerä tes dienen.
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Die Betätigung der Kontakteinrichtung zur Wahl der einzelnen Stationen
erfolgt z"veckmäßig an einer Vollsichtskala nach Art der üblichen Einstellskalen
mit ruhendem Stationsverzeichnis und beweglichem Zeiger. Bei einer Vollsichtskala
ist die alphabetische Ordnung der Stationsnamen besonders vorteilhaft, da die Übersicht
über alle stets genieinsam sichtbaren Stationen beträchtlich verbessert wird. Es
kann aber auch eine Skalenanordnung mit ruhendem Zeiger und beweglicher Skala benutzt
werden.
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Zur Einstellung kann auch eine wählerartige Einrichtung dienen, die
für jede Station mit einem Druckknopf ausgerüstet ist oder umsetzbare Stecker oder
Schlüssel bzw. einen verstellbaren Schieber besitzt, der gleichzeitig nach der Verstellung
auf die jeweils gewünschte Station als Druckknopf zur Auslösung des Steuervorganges
dienen kann.
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Die erfindungsgemäße Einrichtung ist auch für Geräte anwendbar, bei
denen der gesamte Empfangsbereich in mehrere wahlweise einschaltbare Wellenbereiche
unterteilt ist. Es kann dann entweder der übliche von Hand bediente Wellenbereichumschalter
vorgesehen sein, oder er wird zwangsläufig bei der Bedienung der Kontakteinrichtung
betätigt. Da in diesem Falle ein zusätzliches Bedienungsorgan wegfällt, wird die
Handhabung des Gerätes «-eiter vereinfacht.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung zeigt die Abbildung.
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Die Brückenanordnung der erfindungsgemäßen Einrichtung besteht aus
den beiden Widerständen R, und R_, die die einzelnen Brückenzweige bilden und an
die Wechsel-oder Gleichstromquelle E angeschlossen sind. Der Widerstand R, ist mit
Anzapfungen A, B, D, F, G, H, 1i, L, 117, P versehen, die derart
mit ruhenden Kontakten i bis io verbunden sind, daß bei der Verstellung des Reiters
12 auf der Schiene i i die Stationen nach dem Alphabet folgen, wie es auf der Skala
angedeutet ist. Der Reiter 12 bildet das eine Ende der zur Steuerung des Antriebs
dienenden Brückenleitung auf der Geberseite, während das andere Ende an den auf
dem Widerstand R2 schleifenden Stromabnehmer 13 angeschlossen ist. Dieser
Stromabnehmer geht in einen Hebel 14 über, der auf der Welle 15 des zur Abstimmung
dienenden Drehkondensators i0 sitzt. In die Brückenleitung zwischen den beiden verstellbaren
Kontakten 12 und 13 ist ein Schauzeichen bzw. eine Lampe 17, ein Schutzwiderstand
18, ein elektromagnetisch gesteuerter Schalter i9, ein weiterer handbedienbarer
Schalter 20 sowie der Ankerstromkreis des Motors 21 eingeschaltet. Der Schalter
20 ist normalerweise geschlossen und kann nur zeitweise durch Betätigung von Hand
offen gehalten «erden. Der Motor 21 betätigt über ein aus den Zahnrädern 22 und
23 bestehendes Übersetzungsgetriebe die Welle 15 des Drehkondensators
16.
Seine Feldwicklung ist unmittelbar an die Spannungsquelle E angeschlossen.
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Die Wirkungsweise der Einrichtung ist folgende: In dem dargestellten
Zustand ist das Empfangsgerät auf die Station Graz abgestimmt und für diese Einstellung
die Brückenanordnung abgeglichen. Wird der Reiter 12 auf den Kontakt einer anderen
Station eingestellt, so wird im gleichen Augenblick der Brückenabgleich gestört,
so daß an der Brückenleitung zwischen den verstellbaren Kontakten 12 und 13 ein
Spannungsunterschied entsteht, der bei geschlossenem Schalter 2o die in diese Leitung
eingeschalteten Einrichtungen steuert. Es spricht demzufolge das Schauzeichen 17
an und läßt erkennen, daß die Einrichtung arbeitet und die Einstellung der gewünschten
Station ausführt. Mittels des gleichfalls erregten Schalters i9 wird der Kontakt
->:l überbrückt, der die Sekundärseite des den Lautsprecher 25
speisenden
Ausgangstransformators kurzschließt und dadurch die Wiedergabe des Gerätes sperrt.
Gleichzeitig kommt der Motor 2 1 in Gang, und zwar mit einem Drehsinn entsprechend
der relativen Stellung des Reiters 12 am Widerstand R1 und des Kontaktes 13 am Widerstand
R2. Dadurch wird der Drehkondensator 16 und der damit über den Hebel 14 verbundene
Kontakt 13 so lange verändert, bis an der Brückenleitung kein Spannungsunterschied
mehr besteht. In diesem Augenblick weist 'das Gerät gleichzeitig die gewünschte
Abstimmung auf. An der Ruhestellung des Schauzeichens ist erkennbar, daß die Einstellung
des Gerätes ordnungsgemäß ausgeführt ist, was gleichzeitig durch die Freigabe der
Wiedergabeeinrichtung akustisch wahrnehmbar gemacht wird.
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Der verstellbare Reiter an der Stationswähleinrichtung kann durch
einen ruhenden Köntakt ersetzt werden, an dem eine mit den Stationsnamen und zugehörigen
Anschlußkontakten ausgerüstete Platte oder Scheibe v orbeibewegbar ist, z. B. durch
Drehen oder Schwenken, wobei gleichzeitig die Stationsnamen in einem Fenster sichtbar
werden. Um bei der Benutzung eines Reiters die Einstellung genügend zu sichern,
kann zusätzlich eine Einrastung an den einzelnen Stationen vorgesehen sein.
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Die Brückenleitung braucht die Antriebseinrichtung, z. B. einen Elektromotor,
nicht selbst zu enthalten, also unmittelbar zu steuern, sondern nur zur mittelbaren
Auslösung des Antriebsstromkreises zu dienen, z. B. überein Relais. Falls ein Relais
großer Empfindlichkeit benutzt wird, läßt sich die Abstimmung außerordentlich genau
durchführen, da die Steuereinrichtung so lange in Betrieb bleibt, bis praktisch
keine Spannungsdifferenz mehr an der Brückenleitung liegt. Bei unmittelbarer Steuerung
hingegen kann noch eine zusätzliche Korrektureinrichtung für die Abstimmung erforderlich
sein.