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Gerbstoff-Fixierungsmittel Es sind verschiedene Körper meist basischen
Charakters bekanntgeworden, die sich dazu eignen, Gerbstoffe, und zwar insbesondere
solche, die an sich geringe Gerbwirkung haben, in der fertiggegerbten Ware zu fixieren.
Es wird hierdurch erreicht, daß der im Leder eingelagerte Gerbstoff nicht nachträglich
wieder herausgelöst wird, was beim Spülen des Leders oder überhaupt durch Einwirkung
von Wasser leicht erfolgt. Die bisher bekanntgewordenen Fixi@erungsmittel zeigen
aber meist noch gewisse Mängel; vor allem ist ihr Fixierungsvermögen im allgemeinen
nicht ausreichend.
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Es wurde nun gefunden, daß man als Gerbstoff-Fixierungsmittel besonders
vorteilhaft diejenigen quaternären Ammoniumbasen verwenden kann, die man erhält,
wenn man tertiäre Basen, wie Pyridin, Dimethylanilin usw., mit solchen aliphatischen
oder aromatischen Verbindungen kondensiert, die mehr als ein austauschfähiges Halogenatom
enthalten. Solche Verbindungen mit leicht austauschfähigem Halogen sind z. B. symmetrische
Dichlor- oder Dibromketone, halogenierte Äther, wie Dichlordiäthyläther, Dichlorhydrine,
Diacetale des Chloracetaldehyds, Chloressigsäurechloräthylester, Chlorfettsäureester
mehrwertiger Alkohole mit mindestens zwei Chlorfettsäureresten, ferner in der Seitenkette
mehrfach halogenierte Verbindungen, aromatische Verbindungen mit mehr als einer
Chloralkylgruppe, u.a. auch 9-io-Dichl.oranthracen und andere Dihalogenide aromatischer
oder aliphatischer Natur. Die Umsetzung mit tertiären Basen geschieht vermutlich
in der Weise, daß Körper mit mehr als einem quaternären Stickstoffatom entstehen.
Diese
Körper unterscheiden sich also von den bisher für den Zweck der Gerbstoff-Fixierung
bekanntgewordenen Verbindungen durch eine kompliziertere Zusammensetzung und durch
ihr größeres :Molekül, wodurch vermutlich die größere fixierende Wirkung bedingt
ist. Beispiele z. Blankleder, die mit einem Gemisch verschiedener pflanzlicher Gerbstoffe
ausgegerbt wurden. «-erden kurz in Wasser oder schwacher Gerbbrühe abgespült und
hierauf im Faß mit 2 0,'o des Kondensationsprodukts aus symmetrischem Dichlor- oder
Dibromaceton und symmetrischem Triäthanolamin, das in wenig Wasser gelöst wird,
nachbehandelt. Die Prozentzahlen beziehen sich auf das Gewicht der feuchten Leder.
-Nach etwa 30 Minuten Walkdauer ist das Fixierungsmittel vom Leder aufgenommen,
die Leder werden aus dem Faß herausgenommen, ausgereckt und getrocknet. Sie trocknen
mit hellerer und gleichmäßiger Farbe auf und haben einen verringerten Ausivaschverlust.
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Sohlleder, das in üblicher Weise mit Gemischen von pflanzlichen und
synthetischen Gerbstoffen ausgegerbt wurde, wird nach dein Ausrecken und Ablüften
auf beiden Seiten mit einer 30i'oigen Lösung des glasigen Produktes aus l-"-Dichlordiäthyläther
und Pyridin mehrmals mit dazwischenliegendem Ablüften überstrichen. anschließend
werden die Leder abgeült und getrocknet. Die Leder trocknen mit gleichmäßiger Farbe
auf und haben einen sehr geringen Auswaschverlust.
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3. Vacheleder, das im Faß mit einem Gemisch von pflanzlichen Gerbstoffen
unter Zusatz. von Sttlfiteelluloseextrakten in starken Gerbbrühen ausgegerbt wurde,
wird in einem frischen Bade mit i i@ ofo des glasigen Kondensationsproduktesaus
Glycerindichlorhydrin und Dimethylanilin, auf das Feuchtgewicht der Leder berechnet,
30 Minuten nachbehandelt; anschließend werden die Leder nochmals mit einer
schwächeren Brühe gleicher Zusammensetzung wie die Faßbrühe von etwa 3° Bi° einige
Stunden nachgegerbt, hierauf, ohne zu spülen, ausgereckt, abgeölt und getrocknet.
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Die Leder lassen sich auch bei höherer Temperatur trocknen, ohne daß
sie durch hervortretenden Extrakt fleckig werden; sie bluten auch beim Einlegen
in Wasser kaum aus.
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q.. too kg Vacheleder (Trockengewicht) werden, wie üblich, angefeuchtet
und mit pflanzlichen Extrakten im Faß nachgegerbt. Nach dem Einivalken der Füllgerbung
werden die Leder mit 2 kg des Kondensationsproduktes aus dichlormethyliertern
m-Xylol oder technischem Xylolgemisch und Pyridin, das mit wenig Wasser verdünnt
wird, 3o Minuten nachbehandelt. Hierauf gibt man den üblichen Zusatz von öl, mit
dem 15 Minuten weiterbehandelt wird. Nach dem Trocknen haben die Leder eine sehr
gleichmäßige Farbe und einen erheblich geringeren Auswaschverlust als ohne diese
Nachbehandlung.