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Vorrichtung zur mehrfachen Stimmenausnutzung in elektrischen Musikinstrumenten
Für mehrstimmige elektrische Musikinstrumente ist bereits vorgeschlagen worden,
nur so viele den ganzen Tonhöhenbereich beherrschende einstimmige Tonerzeuger vorzusehen,
vde maximal gleichzeitig Töne zum Erklingen gebracht werden sollen, und zwischen
der Spielvorrichtung und diesen Tonerzeugern eine Wählervorrichtung vorzusehen,
die bei mehrstimmigem Spiel gleichzeitig geschaltete Töne je auf verschiedene Tonerzeuger
schalten. Diese Maßnahme ist weniger eine Sparmaßnahme als :ein Hilfsmittel für
eine neuartige Musiziertechnik, die es einem Spieler ermöglicht, mehrere Stimmen
auf einer Spielvorrichtung so zu spielen, wie wenn sie einzeln von mehreren Spielern
gespielt würden.
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Die Erfindung betrifft eine Weiterbildung solcher mehrstimmiger elektrischer
Musikinstrumente mit beschränkter Stimmenzahl nach Patent 691 95i, welcher die Aufgabe
zugrunde liegt, eine größere Anzahl von Tönen zum Erklingen zu bringen als Tonerzeuger
vorgesehen sind. Gemäß der Erfindung wird in solchen Fällen in einem oder mehreren
Tonerzeugern durch Einschalten eines selbsttätigen Schalters ein Wechseltremolo
hervorgerufen, wodurch zwei oder mehr Töne, für welche nur ein Tonerzeuger zur Verfügung
steht, wechselzeitig in verhältnismäßig rascher Aufeinanderfolge zum Erklingen gebracht
werden. Das Wechseltremolo gemäß 'der Erfindung wird durch eine selbsttätige Umschaltevorrichtung
erzeugt und durch eine sinngemäße Ausbildung der Wählervorrichtung jeweils dann
zur Anwendung gebracht, wenn die Zahl der gleichzeitig zu spielenden Noten die Anzahl
der verfügbaren Tonerzeuger hberschreitet. Die Erzeugung des Wechsieltremolos und
sein Einsatz erfolgt selbsttätig und bedarf keiner Handlung des Spielers.
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Das Wechseltremolo ist als musikalische Ausdrucksform kn sich bekannt.
Es findet in besonderem L: mfange Verwendung z. B. bei der Mandoline und der Balalaika.
Eine Kla;ngwirkung, wie sie bei diesen Instrumenten hervorgerufen wird, würde dem
Ziel der Erfindung zuwiderlaufen, da sie durch den scharfen, ausgeprägten Einsatz
jedes Tones gekennzeichnet ist. Für die Erfindung soll dagegen ein Klangeindruck
hervorgerufen werden, der einem gleichzeitigen Erklingen beider Töne möglichst nahekommt.
Bis zu einem gewissen Grade wird eine solche Wirkung bei dem Wechseltremolo der
Streichinstrumente erreicht, bei dem ein Finger auf der Seite liegenbleibt und ein
anderer trillerartig
einen anderen Saitenpunkt wechselzeitig niederdrückt.
Für das erfindungsgemäl.'?e Wechseltremolo besteht nach den wissenschaftlichen Erkenntnissen
der Klangforschung die Autgabe, die Töne des Wechseltremolos inö gliehst ohne Zwischenschaltung
von Ein-, Aus-: schwing- und Ausgleichvorgä ngen aneinander anschließen zti lassen.
Die Abbildung zeigt das Prinzipschaltbild einer Anordnung zur elektrischen Tonerzeugung,
bei welcher diese Aufgabe beispielsweise gelöst ist. Die Tonhöhe wird hier durch
Veränderung der Gitterspannung eines Röhrengenerators gesteuert, indem die Widerstände
3 und .1 an den den gewünschten Tonhöhen entsprechenden Punkten finit den Schienen
t und z zum Kontakt gebracht werden. Die Schienen t und sind durch den Schalter
5 verbunden. Ein Tonerzeuger nach dieser Schaltung ist z. B. der letzte in einem
mehrstimmigen Musikinstrument der eingangs beschriebenen Art. Soll er nur einen
fortlaufenden Ton erzeugen, so ist der Schalter 5 geschlossen. Sobald mehr Töne
gespielt werden, als Tonerzeuger vorhanden sind, führt der Schalter 5 pendelartige
Bewegungen aus, durch welche die Schienen t und 2 -,wechselzeitig verbunden und
getrennt werden. Ist der Schalter 5 geschlossen, so ist, wie aus der Wirkungsweise
der Schaltung erkennbar ist, der Widerstand 4. für die Tonhöhenbildung maßgebend,
andernfalls der Widerstand 3. Es liegt im Bereich fachmännischer. Ermessen, eine
selbsttätige Vorrichtung auszubilden, welche den Schalter 5 dann in Pendelbewegungen
versetzt, wenn ein Ton mehr gespielt wird, als Tonerzeuger vorhanden sind, und im
luge der Widerstände 3 und .1 den Schalter 5 jeweils an einen zwischen den beiden
gespielten Tonhöhen liegenden Punkt zu verlegen. Da sich bei der in der Abbildung-
dargestellten Schaltung die Töne des Wechseltremolos pausenlos und ohne Phasensprung
aneinander anschließen, ist die gestellte Aufgabe so gut als mfiglich gelöst.
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Ausgleichvorgänge bei derartiger Aufeinanderfolge von Tönen sind um
so geringer, je kleiner der Frequenzunterschied ist. Gemäß dieser Erkenntnis wird
der Spieler das selbsttätige Wechseltremolo auf enge Intervalle beschränken und
die Wählervorrichtung zweckmäßig so ausgebildet werden, daß das Wechseltreinölo
nicht auf einen Tonerzeuger oder eine Gruppe von solchen festgelegt ist, sondern
daß aus einem Zusammenklang das engste Intervall selbsttätig ausgesucht und als
Wechseltremolo zum Erklingen gebracht wird.
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Ein Mittel, den trillerartigen Eindruck des Wechseltremolos weiter
herabzusetzen und ihn möglichst in einen Zusammenklang im Vibrato erklingender Töne
übergehen zu lassen, bietet eine an sich bereits bekannte Nachhallvorrichtung.
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Bei mehrmanualigen elektrischen Musikinstrumenten kann die erfindungsgemäße
Vorrichtung auch dazu herangezogen werden, die gelegentliche Doppelbenutzung ein
und desselben Tonerzeugers für verschiedene Manuale zu ermöglichen.
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Es liegt im Bereich der Erfindung, die selbsttätige Wechseltremolovorrichtung
nicht auf die Fälle von Mangel an Tonerzeugern zu beschränken, sondern sie wegen
des von ihr an sich hervorgerufenen musikalischen Effekts auch als selbständig benutzbare
musikalische Ausdrucksform einzusetzen und sie z. B. registerartig einschaltbar
zu gestalten.