DE699573C - Verfahren zur Herstellung klarer waessriger Loesungen von Lipoiden - Google Patents

Verfahren zur Herstellung klarer waessriger Loesungen von Lipoiden

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DE699573C
DE699573C DE1935I0052419 DEI0052419D DE699573C DE 699573 C DE699573 C DE 699573C DE 1935I0052419 DE1935I0052419 DE 1935I0052419 DE I0052419 D DEI0052419 D DE I0052419D DE 699573 C DE699573 C DE 699573C
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lipoids
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clear
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DE1935I0052419
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Dr Hermann Eduard Schultze
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IG Farbenindustrie AG
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IG Farbenindustrie AG
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08JWORKING-UP; GENERAL PROCESSES OF COMPOUNDING; AFTER-TREATMENT NOT COVERED BY SUBCLASSES C08B, C08C, C08F, C08G or C08H
    • C08J3/00Processes of treating or compounding macromolecular substances
    • C08J3/02Making solutions, dispersions, lattices or gels by other methods than by solution, emulsion or suspension polymerisation techniques
    • C08J3/03Making solutions, dispersions, lattices or gels by other methods than by solution, emulsion or suspension polymerisation techniques in aqueous media
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08JWORKING-UP; GENERAL PROCESSES OF COMPOUNDING; AFTER-TREATMENT NOT COVERED BY SUBCLASSES C08B, C08C, C08F, C08G or C08H
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  • Medicinal Preparation (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung klarer wäßriger Lösungen von Lipoiden Es ist bekannt, wasserunlösliche Stoffe durch Zusatz hydrotropwirkender Substanzen wasserlöslich zu machen. Derartige Verfahren beruhen auf einer Herabsetzung der Grenzflächenspännung des wasserunlöslichen Teilchens durch Heranbringen hydrophiler Gruppen an seine Oberfläche. Auf diese Weise gelingt es aber nicht, für fettartige Stoffe eine so weitgehende Solvatation herbeizuführen, daß klare wäßrige Lösungen entstehen.
  • Es wurde gefunden, daß sämtliche Stoffe der Lipoidgruppe dadurch in Wasser klar gelöst werden können, daß man sie gemeinsam mit den. als- Netzmittel bekannten Polyäthylenglykoläthern höherer Fettalkohole entmischenden Einflüssen unterwirft. Als solche sind zu betrachten: der Zusatz von Elektrolyten oder organischen Stoffen mit fettlösenden Eigenschaften und beschränkter Wasserlöslichkeit, die Anwendung höherer Temperatur oder auch Erhitzen unter Druck. Das Netzmittel ist nur dann geeignet für den gewünschten Zweck, wenn es aus wäßriger Lösung durch Zufügen organischer oder anorganischer Desolvatoren in Form von wasserhaltigen Tropfen abgeschieden werden kann, wenn es sowohl in Wasser wie auch in organischen Lösungsmitteln gut löslich ist und wenn es außerdem zu den Lipoidstoffen eine gewisse chemische Verwandtschaft aufweist, so däß es zusammen mit Lipoiden als hydratisiertes, homogenes Komplexkoa@zervat durch Entmischung ausgeschieden werden kann. Unter den im Verfahren benutzten Polyäthylenglykoläthern höherer- Fettalkohole, _ kurz Polyäther genannt, erwies-sich der als Egalisiermittel in der Textilfärberei benutzte Oleyläther als besonders geeignet.
  • Optimale Bedingungen für die Lipoidauflösung in Wasser sind stets -dann gegeben, wenn der entmischende Einfluß so weit geht, daß eine sichtbare Entmischung gerade noch latent bleibt. Werden z. B. die Lipoide aus Serum zusammen mit geringen Mengen eines der erwähnten Polyäther in physiologischer Kochsalzlösung suspendiert und mit einem , wirksamen organischen Desolvator, wie z. B. Phenol, Trikresol oder Amylalkohol in abgestuften Dosen versetz, so erfolgt die klare Auflösung des Lipoids, dem zweckmäßig noch eine .geringe, Alkalimenge zugefügt wird, bei einer Konzentration des desolvatisierenden Stoffes, die sehr nahe an der-Entmischungsgrenze liegt. An Stelle der organischen Desolvatoren können .die mit Polyäther versetzten Lipoide .des Serums auch durch ausreichende Mengen dehydratisierender Salze oder durch Erhitzen klar gelöst werden, wobei der entmischende Temperatureinfluß schon durch geringe Kochsalzzüsätze wirksam unterstützt werden kann. Maßgebend für das jeweils zu wählende Entmischungsverfahren ist die chemische Zusammensetzung -der zu lösenden Lipoide. Anwesende Phosphatide, freie Fettsäuren und auch Cholesterin erleichtern unter 'Umständen die Auflösungsbedingungen, indem die Phosphatide die Solvatation, die Sterine meist die Desolvatation begünstigen. Es besteht daher die Möglichkeit, durch Vermischen verschiedenartiger Lipoide das Auflösungsverfahren zu vereinfachen. Ebenso gelingt es, durch zweckmäßig abgestufte Beimischungen anderer Lipoide Cholesterin in beträchtlichen Mengen mit Polyäther in wäßrige Lösung zu bringen.
  • Reine Wachse, tierische und pflanzliche Neutralöle oder -fette und Cholesterinfettsäureester werden am besten durch gleichzeitige Einwirkung des benetzenden Polyäthers und organischer Fettsolventien bei höherer Temperatur zur Auflösung gebracht. Für diese Fälle kommt es besonders darauf an, das für eine restlose Desaggregierung erforderliche Entmischungsgleichgewicht, in dem die solvatisierenden wie desolvatisierenden Kräfte gerade auskompensiert sein müssen, durch zweckmäßige Abstimmung der benötigten Lösungsmittelmenge genau einzustellen. Da die Ausbildung der Desolvatation durch wasserunlösliche organische Fettsolventien, die, wie z. B. Kohlenwasserstoffe und ihre Halogenderivate oder auch höhere Alkohole, für die Auflösung stark aggregierender Lipoide besonders geeignet sind, nicht spontan erfolgt, ist das Erhitzen .einige Zeit auszudehnen. Hierbei ist es meist von Vorteil, dieTemperaturvorübergehend,gegebenenfalls unter Anwendung von Druck, über den Entmischungspunkt zu steigern.
  • Da das hinzugefügte Fettlösungsmittel bei der Auflösung nur einen vorübergehenden orientierenden Einfluß auszuüben hat, kann es stets nachträglich wieder entfernt .werden. ohne daß die Stabilität der erhaltenen Lösung leidet.
  • Das Verfahren läßt sich mit den verschiedensten Lipoiden ausführen, und zwar sowohl mit tierischen und pflanzlichen als auch synthetischen Lipoiden. Es können also beispielsweise auch 051e, Fette und deren Abkömmlinge, Phosphatide, Wachse, Sterine und ihre Derivate Verwendung finden, und zwar sowohl in Form nativer als auch künstlicher Mischungen. Es ist möglich, Lipoide; selbst in hohen Konzentrationen in Wasser klar zu lösen. Während bislang ein großer Teil therapeutisch wichtiger Substanzen derLipoidgruppe infolge ihrer Wasserunlöslichkeit nur in 01 oder anderen nicht physiologischen Lösungsmitteln gelöst, als Emulsionen oder Suspensionen injiziert werden konnten, ermöglicht das vorliegende Verfahren derartige Heilstoffe in wäßrige isotonische Lösung -überzuführen. Hierdurch wird eine durchaus physiologische Injektionsform mit optimalen Resorptionsbedingungen erschlossen und für perkutane Applikationen eine starke Tiefenwirkung erzielt. Die gewonnenen wäßrigen Lipoidlösungen bleiben beim Versetzen mit Serum oder beim Verdünnen mit physiologischer Kochsalzlösung klar. Der natürliche Lösungszustand für lipoidartige Stoffe, die bekanntlich an sich unlöslich sind; im Serum oder Plasma jedoch in beträchtlichen Konzentrationen klar gelöst vorkommen, wird somit durch das Verfahren weitgehend nachgebildet. Es gelingt ferner, diese Substanzen auf ein Vielfaches ihres Gehaltes im Plasma anzureichern, ohne dabei den Lösungszustand zu beeinträchtigen. Beispiele i. Ein Gemisch, .bestehend aus 2,5 Teilen Triolein, 3,5 Teilen Toluol und 6 Teilen Polyäthylenoleyläther, im folgenden . mit Polyäther bezeichnet, in i oo Teilen Wasser, wird erhitzt, bis völlige Klärung erfolgt ist. Die Lösung bleibt auch nach dem Verdunsten des zugesetzten Toluols im Vakuum klar.
  • 2. Durch die gleiche Behandlung wie in Beispiel i entsteht aus 2,5 °1o Oleinsäurecholesterinester in 60/0 polyätherhaltigem Wasser durch Hinzufügen von i,2 % Chloroform und dessen nachträgliches Entfernen eine klare Lösung.
  • 3. Wird ein Gemisch von 2,5 Teilen Bienenwachs, 6 Teilen Polyäther 'und 2,5 Teilen Heptylalkohol in geschlossenem Gefäß mit ioo Teilen physiologischer Kochsalzlösung kurz auf etwa ioo° erhitzt, so entsteht beim Abkühlen bei 7o° eine klare wäßrige Lösung.
  • q.. Wird eine Mischung von 2 Teilen Lebertran, i,8 Teilen Nonylalkohol und 6 Teilen Polyäther 112 Stunde mit zoo Teilen Wasser unter Rückfluß gekocht, so entsteht eine kläre Lösung, die auch nach Verdunsten des Alkohols klar bleibt.
  • 5. Durch halbstündiges Erwärmen einer physiologischen Kochsalzlösung mit 2,5 °1o Kephalin und 6 °f. Polyäther in geschlossenem Gefäß bei Wasserbadtemperatur wird eine klare Lösung erzielt.
  • 6. In derselben Weise gelingt die Herstellung klarer wäßriger Lösungen bestehend aus: 3,5 % Lecithin ex ovo und 6 °/o Polyäther, 2 °ja Ölsäure und 6 °% Polyäther, i °[o Cholesterin, 2,5 °1o Cholesterinoleinsäureester und 6 % Polyäther, i °1o Cholesterin, i °/a Triolein und 6 °/o Polyäther, 1 °/o Triolein, 2 °1o Lecithin und 6 0(0 Polyäther, i % Cholesterin, 2,4 0/0 Triolein, 2 0/0 Lecithin und 6 % Polyäther, ferner aus 2 111, des Totallipoids aus Tuberkelbazillen und 6 % Polyäther.
  • 7. Durch istündiges Erwärmen von io Teilen des in bekannter Weise aus Pferdeserum extrahierbaren Gesamtlipoids mit 5 Teilen Polyäther in 85 Teilen physiologischer Koch- ` salzlösung auf dem Wasserbad in geschlossenem Gefäß wird eine klare, io Oio lipoidhaltige Lösung gewonnen, die 3,3 % Cholesterin und 4,5 % Lecithin enthält.
  • B. Werden i Teil Triolein, i Teil Lecithin ex ovo und 2 Teile Polyäther mit 96 Teilen physiologischer Kochsalzlösung und i Teil Anilin oder 2 Teilen Amylalkohol kurz aufgekocht und das Anilin oder der Amylalkohol mit Wasserdampf abgetrieben, so erhält man eine klare Lösung.der Lipoidsto-fe.
  • 9. Eine feine Emulsion von 0,5 % Mohnöl, o,5 %, Lecithin und o,5 010 Polyäther in physiologischer Kochsalzlösung wird durch Zusatz von 1,5 % Phenol und i 0@0 lt Na 0 H in klare Lösung überführt. Durch kurze Dialyse gegen isotonische Kochsalzlösung wird das Phenol entfernt, ohne daß die gelösten Stoffe wieder ausfallen. ' io. In gleicher Weise läßt sich eine Dispersion von o,i 111, Cholesterin, 0,5 070 Mohnöl, 0,5 % Lecithin und i 0/0 Polyäther in physiologischer Na C1-Lösung .durch Zusatz von 1,25 010 Phenol klar in Lösung bringen, ebenso die Dispersion einer Mischung von 0,1 010 Cholesterin, o,i °/0 oleinsäurem Cholesterin, 0,501, Mohnöl und 20/, Polyäther in physiologischer Na Cl durch Zusatz von 2 % Phenol. ii. In. o,211/0 polyätherhaltiger physiologischer Na Cl-Lösung wird i 11, _Pferdeserum-17 durch Zusatz von i,3 0/0 '-I Na O H-Lösung und i,5 0lo Phenol klar in Lösung gebracht. Das Phenol kann durch kurze Dialyse entfernt und die Lösung ohne Schaden für die Stabilität durch vorsichtiges Einengen auf höhere Konzentration 'gebracht werden.
  • 12. Werden 2 Gewichtsteile Serumlipoide und 5 Gewichtsteile Oktoäthylenglykolmonododecyläther unter Verschluß '/,Stunde in ioo Teilen physiologischer Kochsalzlösung auf 5o bis 6o° erwärmt, so entsteht eine klare Lipo.idlösung.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung klarer wäßriger Lösungen von tierischen, pflanzlichen oder synthetischen Lipoiden, dadurch gekennzeichnet, daß man diese Lipoide mit Polyäthylenglykoläthern höherer Fettalkohole in Wasser oder wäßrigen Elektrolytlösungen, gegebenenfalls bei bestimmter Säurestufe, bei erhöhter Temperatur und unter erhöhtem Druck behandelt.
  2. 2. Ausführungsform nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man die Behandlung der Lipoide in Anwesenheit geringer, aber ausreichender Mengen von Fettlösungsmitteln, z. B. Kohlenwasserstoffe und deren Halogenderivate; höhere Alkohole, _ Phenole; Amine u. a., vornimmt und die Fettlösungsmittel nach erfolgter Einwirkung in bekannter Weise, z. B. durch Destillation, wieder entfernt.
DE1935I0052419 1935-05-25 1935-05-25 Verfahren zur Herstellung klarer waessriger Loesungen von Lipoiden Expired DE699573C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE970772C (de) * 1951-06-05 1958-10-30 Wander Ag Dr A Verfahren zur Herstellung waessriger, insbesondere konzentrierter waessriger Loesungen der Vitamine D und/oder D

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE970772C (de) * 1951-06-05 1958-10-30 Wander Ag Dr A Verfahren zur Herstellung waessriger, insbesondere konzentrierter waessriger Loesungen der Vitamine D und/oder D

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FR825055A (fr) 1938-02-23

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