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Verfähren zur Herstellung von Amirioketonen Es wurde gefunden, daß
man wertvolle Aminoketone erhält, wenn man Vinylmethylketon auf hochmolekulare aliphatische
Amine einwirken läßt. Die Umsetzung verläuft hauptsächlich nach folgender Gleichung-CH,
= CHCOCH3 + RNH2 Vinylmethylketon + aliphatisches Amin
(R - hochmolekularer aliphatischer Rest). Man kann an Stelle des Vinylmethylketons
auch die durch Anlagerung von Halogenwasserstoff von ihm abgeleiteten ß-Halogenäthylmethylketone
benutzen, z. B. ß-Chloräthylmethylketon.
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Je nach der Anzahl der - in dem Molekül des benutzten Amins vorhandenen,
an Stickstoff gebundenen Wasserstoffatome gelingt es, ein, zwei oder mehr Moleküle
des- Vinylmethylketons anzulagern, vorausgesetzt, daß man dieses in entsprechender
Menge verwendet.
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In der Regel erfolgt die Anlagerung des Vinylmethylketons bereits
bei einfachem Zusammenbringen. der Ausgangsstoffe, doch kann man durch Anwendung
erhöhter Temperatur die Umsetzung beschleunigen. Die Umsetzungsdauer kann man ferner
auch dadurch verkürzen, daß man unter Druck arbeitet. In manchen Fällen ist es zweckmäßig,
in Anwesenheit eines Lösungsmittels zu arbeiten. Wenn man eiile durch Anlagerung
von Halogenwasserstoff von dem Vinylmethylketon abgeleitete Verbindung benutzt,
führt man die Umsetzung. zweckmäßig in Gegenwart säurebindender Mittel, wie Pyridin
oder Dimethylanilin, durch. Die Anwesenheit wesentlicher Mengen von freier Säure
ist möglichst zu vermeiden, da sonst unerwünschte Nebenreaktionen auftreten. Die
erhaltenen Anlagerungsverbindungen lassen sich durch Destillieren oder Umkri-stallisieren
reinigen.
Das vorliegende Verfahren gestattet es, auf einfache Weise
zeit guten Ausbeuten für viele Gebiete der organischen Industrie, u. a. für die
Herstellung von Farbstoffen, Heilmitteln und Textilhilfsmitteln, technisch wertvolle
Verbindungen herzustellen. Sie können z. B. in Form ihrer Salze unmittelbar oder
auch nach Reduktion zu den entsprechenden sekundären Alkoholen und Veresterung mit
Schwefelsäure oder Anlagerung von Alkylenoxyden als Textilhilfsmittel verwendet
werden.
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Man hat bereits vorgeschlagen, Vinylmethylketon auf n-Propylamin,
Diäthylamin oder Piperidin einwirken zu lassen. Von den dabei erhaltenen Verbindungen
unterscheiden sich die nach der Erfindung hergestellten Aminoketone vorteilhaft
durch ihr Netzvermögen: Während salzsaure Lösungen der bekannten Umsetzungserzeugnisse
von Vinylznethy lketon mit Aminen kein Netzvermögen besitzen, eignen sich salzsaure
Lösungen von Erzeugnissen nach der Erfindung zum Netzen von Wollgeweben. ' Beispiel
i 185 Teile Dodecylamin versetzt man -unter Rühren mit 7ö Teilen Vinylmethylketon.
Unter Erwärmen bildet sich- sofort eine gelbbraune, viscose Flüssigkeit, die sich
nicht mehr destillieren läßt und vermutlich y-Oxobutyldodecylamin ist. Sie löst
sich gut in verdünnten Säuren. Die Lösungen schäumen stark und können zum Reinigen
und Desinfizieren Verwendung finden.
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Die Umsetzung verläuft ebenfalls sehr glatt, wenn man an Stelle von
Dodecylamin entsprechende Mengen anderer hochmolekularer aliphatischer Amine, wie
Oleylamin, verwendet.
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Beispiel e Man läßt 75 Teile Vinylmethylketon langsam bei 5o° in eine
Mischung von ioi Teilen Isohexylamin und i 5o Teilen Alkohol laufen, rührt noch
Stunde lang bei der gleichen Temperatur, treibt den Alkohol ab und destilliert im
Vakuum. Man erhält ein schwach gelb gefärbtes Öl (Kpis 127 bis 130°), das schwach
aminisch riecht. Es hat einen Stickstoffgehalt von 8,1%.
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Verwendet man unter sonst gleichen Bedingungen i 15 Teile Isoheptylamin,
so erhält man ein unter 13 mm Hg-Druck bei 13o bis 13i° siedendes Erzeugnis, das
7,80% Stickstoff enthält und eine Mischung von Mono-und Di-y-oxobutylisoheptylamin
ist.
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Beispiel 3 7@ Teile Vinylmethylketon werden in der in Beispiel z beschriebenen
Weise mit 269 Teilen Octodecylamin umgesetzt. Das Umsetzungserzeugnis ist ein hochviscoses
Öl mit einem Stickstoffgehalt von q.,20%. Der Analyse nach handelt es sich um y-Oxobutyloctodecylamin.