DE69784C - Durch Münzeneinwurf in Thätigkeit gesetzte elektrische Anrufvorrichtung - Google Patents
Durch Münzeneinwurf in Thätigkeit gesetzte elektrische AnrufvorrichtungInfo
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Description
KAISERLICHES
ΡΑΤΈΝΤΑΜΤ\&
KLASSE 74: Signalwesen.
Diese Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung derjenigen Klasse von Anruf- oder
Signalvorrichtungen, bei welcher ein bestimmtes Signal von einer Stelle (z. B. einer Anrufstation)
nach einer anderen (z. B. einer Centralstation) bei Inthätigkeitsetzen der Vorrichtung übertragen
wird, und hat den Zweck, derartige Vorrichtungen bequemer benutzbar und für den öffentlichen oder Bestelldienst geeigneter zu
machen. Nach der Erfindung wird mit den elektrischen Anruf- oder Signalübertragungsmitteln
ein durch Münzeneinwurf zu bewegendes Getriebe verbunden und die inneren Theile
.werden derart angeordnet, dafs nach Einwurf einer Münze ein Theil ausgelöst wird und der
die Vorrichtung Benutzende in der Lage ist, einen Schieber herauszuziehen, welcher eine
Karte, Schreibmaterial oder einen anderen für den Zweck benutzbaren Gegenstand enthält.
Diese Bewegung des Schiebers dient noch dazu, genügend Kraft durch eine Feder oder
ein Gewicht aufzuspeichern, um den Uebertragungsvorgang, wenn dies erfordert wird, zu
veranlassen, und diese Bewegung dient endlich auch, wenn die Leitung frei ist, dazu, den
Kraftaufspeicherungsbetrag behufs Uebertragung und Abgabe des Signales wieder auszulösen.
Wenn indessen die Leitung besetzt ist, zur Zeit, wo das Inthätigkeitsetzen erfolgt, so wird
der Kraftaufspeicherungsbetrag nicht sofort ausgelöst, sondern durch geeignete selbstthätige
Vorrichtungen so lange zurückgehalten, bis die Linie frei ist; hierdurch wird die Möglichkeit
vermieden, dafs mehr als ein Signal durch den einzigen Draht gleichzeitig übertragen wird.
Die Verzögerung kann dadurch bewirkt werden, dafs ein Elektromagnet ein- und ausgeschaltet
wird, dessen Anker auf eine Falle oder einen anderen geeigneten Vorrichtungstheil wirkt
und dadurch die Bewegung des Kraftaufspeicherungswerkes bedingt. Diese Vorrichtung
ist mit einem Uhrwerk verbunden und wird durch dasselbe geregelt.
Bei dieser einem Stromkreise zugehörigen Gesammteinrichtung der Vorrichtungen in einem
Bezirke werden, wenn ein Signal von irgend einer Vorrichtung übertragen wird und gleichzeitig
Kraft zur Abgabe des Signales in irgend einem oder mehreren der anderen aufgespeichert
worden ist, die- Uhrwerke, z, B. Vorrichtungen zur Zeitabmessung, derart eingestellt, dafs jedes
ein Signal in der Reihenfolge abgiebt und nicht zwei gleichzeitig abgegeben werden, und
wenn irgend ein zweites Signal entsendet wird, werden alle Zeitabmessungsvorrichtungen wieder
angelassen.
In dem Falle, wo. der zur Verfügung stehende elektrische Strom nur schwach ist,
können Relais in Verbindung mit dem Elektro-
in bekannter Weise
Anwendung
magneten finden.
Die Vorrichtung ist mit einem inneren Behälter für niedergeschriebene Mittheilungen,
sowie mit einer. inneren Weiche oder einem für das Publikum nicht zugänglichen Ueb'ert'rager
versehen, durch welchen indessen der auf den Anruf antwortende Bote durch Oeffhen
der Vorrichtung ein Signal nach der Centralstation übertragen kann oder durch welchen,
wenn die Linie besetzt ist, er Kraft für diesen Zweck durch geeignete mechanische Vorrichtungen
aufspeichern kann. Anstatt Kraft
durch die bestellende Person aufspeichern zu lassen, kann dies, mittelst vorher aufgezogener
Uhrwerke geschehen oder durch eine elektrische Kraftmaschine bewerkstelligt werden, die von
der Centralstation,- mit welcher die Vorrichtungen in Verbindung stehen, betrieben wird; die so
aufgespeicherte Kraft wird durch den Münzeneinwurf zur Auslösung gebracht.
Auf beiliegenden Zeichnungen ist:
Fig. ι eine Oberansicht der Vorrichtung
bezw. ein waagrechter Schnitt durch dieselbe, unterhalb des durch Münzeneinwurf ausgelösten
Sperrwerkes;
Fig. 2 und 2 a sind Schnittdarstellungen, die linke Seite der Vorrichtung;
Fig. 3 ist eine Schnittdarstellung der rechten Seite; diese Figur zeigt den Schieber in herausgezogener
Stellung und die Art und Weise, wie die Kraft zur Aufspeicherung gelangt, sowie
die Einrichtung zur Veranlassung besonderer Botensignale;
Fig. 4 ist eine vordere Endansicht der Inneneinrichtung,
■'■ ■ ■'■■■■'■
Fig. 5 eine Hinteransicht,
Fig. 6 eine Einzeldarstellung eines Sperrklinkenantriebes. . ' .. . .
Fig. 7 ist eine. Einzeldarstellung . der Botenanrufvorrichtung,
'■. :. . '.·
Fig. 8 und 9 sind Schnitte, welche Schlüssellöcher für diese Vorrichtung zur Darstellung
bringen,
Fig. io ist eine Ansicht eines Schlüssels und
Fig. Ii ein Schnitt nach der Linie 1-2 desselben
;
Fig. ι 2 zeigt den unteren Theil der Weichenhebel.
Alle Einzelvorrichtungen und Zubehörtheile werden in geeigneten Gehäusen untergebracht.
Dieselben enthalten Vorrichtungen, um einen Verschlufs zu ermöglichen, um die Niederschreibung
von Mittheilungen zu gestatten u.s.w. Die Einrichtung des durch Münzeneinwurf auszulösenden
Sperrwerkes mit Zubehör ist folgende: Es kann eine bestimmte Münze oder Marke dazu benutzt werden, die Auslösung
herbeizuführen. Die Sperrvorrichtung selbst kann irgend eine der bekannten Vorrichtungen
sein, welche keinen Theil der Erfindung bildet.
Wie in Fig. 2, 2 a, 3 und 4 dargestellt, ist A ein Schieber, welcher zu beschreibende
Karten oder Täfelchen trägt, die in einem Gehäuse über dem Schieber Platz finden.
Der Schieber wird durch einen Handgriff A0 bewegt. An dem unteren Theil von A, und
zwar' am vorderen Ende desselben, sind zwei nach unten vortretende Klinken λ drehbar angebracht,
welche durch eine Querstange a1, die einen Ansatz a° hat, verbunden sind; diese
Klinken werden in der Regel mit Zahnstangen a2 durch eine Feder <z8 in Eingriff
gehalten. A1 ist der Schlitz für den Münzeneinwurf;
derselbe ist so angeordnet, dafs, wenn eine Münze X, Fig. 4, eingeworfen und der
Schieber A herausgezogen wird, diese Münze, welche mit dem Ansatz a° in Eingriff kommt,
die Klinke aus den Zahnungen bezw. Ausbildungen der Zahnstangen hebt, so dafs der
Schieber herausgezogen. werden kann, um die unterste Schreibkarte, nach aufsen zu fördern.
Diese Klinke a, Fig. 3 und 4, hat einen An-.
satz a% mit einem seitlichen Stift a&, der, wenn
die Klinken gehoben sind und der Schieber herausgezogen ist, niedergedrückt wird und
mit der Sperrzahnstange a* in Eingriff kommt,
um zu verhindern, dafs der Schieber zurückgestofsen werden kann, ohne vorher vollständig
herausgezogen worden zu sein; es wird durch diese Einrichtung auch verhindert, dafs die
Klinken während des Hubes nach auswärts wiederum in die Zahnstangen a2 greifen; nachdem
der Ansatz a° die Münze freigegeben hat, kann letztere in einen geeigneten Behälter
fallen. Bei der Rückbewegung des Schiebers läuft der Stift <z6 des Ansatzes as über die
Zahnstangen und giebt die Zähne derselben frei. A2 ist ein nach unten gerichteter Arm,
welcher an dem Schieber A befestigt ist und an seinem Fufs ,den unter Wirkung einer Feder
stehenden Da.umenärm as trägt, . welcher den
Telegraphenmechanismus während, der Bewegung nach vorwärts in Thätigkeit. setzt, bei
seiner Rückführung indessen die Vorrichtung unwirksam sein läfst.
Die Einrichtung und Arbeitsweise der elektrischen Anruf- und Uebertragungsvorrichtung
ist folgende: Die dargestellte Anordnung ist eine solche, bei welcher gleichbleibende Ströme
angewendet werden und welche in Ruhestrom arbeitet. Der Anruf wird durch die Unterbrechung
des Stromes hervorgerufen, welche, durch Unterbrechung des Hauptkreises erzeugt
wird. Diese Unterbrechungen werden während der Umdrehung eines Stromschlüfsrades D
(welches in folgendem als Anrufrad bezeichnet werden soll) veranlafst; dieses Rad besteht aus'
einer isol\rten Trommel D, welche drei elektrisch verbundene metallische Ringe D1 D'2 D3 hat,
die in den Umfang der Trommel eingelassen sind. Der Ring D1 ist glatt, und reibt
gegen ein festes Stromschlufsstück C in dem Hauptstromkreise. Der Ring D2 hat Ausschnitte
rf2, deren charakteristische Ausbildung das bestimmte Signal abgiebt. Sie dienen
dazu, den Strom, welcher durch das Stromschlufsstück C nach einem zweiten und beweglichen
Stromschlufsstück C1, das ebenfalls in dem Stromkreise liegt, zu unterbrechen. Der
Ring D3 hat Ausschnitte ds und andere
charakteristische Beschaffenheiten, und seine Benutzung wird in folgendem mit Bezug auf
die Anwendung der .Vorrichtung für private
Meldeanrufungen näher beschrieben werden.
Das Anrufrad D sitzt auf einer Spindel D*,
welche in Lagern der Böcke S6 getragen wird.
Um das bestimmte Signal zu übertragen, mufs das Anrufrad D eine vollständige Umdrehung
machen, und um die.Geschwindigkeit desselben zu regeln und leicht. controüren zu können,,
ist ein Radsatz.!?1 B2,. sowie" ein Windrad B3
vorgesehen; dieses Windrad ' wird durch eine Klinke Β,· Fig. 4, getrieben und dient dazu,
plötzliche Stöfse zu verhindern, wenn das Anrufrad D eine Umdrehung vollendet und
das Signal übertragen hat. Auf der Spindel jD*
sitzt ein loses Rad q, welches mit einem Quadranten Q. in Eingriff steht und sich während
des Vorwärtshubes desselben frei drehen kann. Dieses Zahnrad ist fest mit dem Sperrrade
^1 verbunden, welches während des Rückwärtshubes
des Quadranten mit einer Klinke q2 auf einer Scheibe D5 in Eingriff steht, welche
Scheibe fest auf der Spindel·!)4 sitzt, wie aus Fig. 6 ersichtlich, so dafs auf diese Weise das
Anrufrad D die erforderliche Umdrehung erhält. Der Quadrant Q ist am Ende der Hauptspindel
S drehbar angebracht, die in Lagern der Gestelltheile S 6 getragen wird; über der
Lagerstelle ist in dem Quadranten um einen Stift η>λ drehbar ein Hebel F angebracht, auf
welchen näher zurückgekommen werden soll. An demselben Stift w1 wird durch eine
Schnur iv, welche über eine Führungsrolle läuft, das Haupttriebgewicht W . aufgehängt,
welches während des Vorwärtshubes des Quadranten Q durch die beim Herausziehen
des Schiebers A angewendete Kraft gehoben wird, und welches diesen Quadranten durch
sein Niedergehen zurückzieht, wobei alsdann, wie angegeben, das Anrufrad D gedreht wird.
Die einmalige Umdrehung dieses Rades wird durch den Anschlag d) bestimmt, der mit einem
Ansatz Z2 des Hebels L in Eingriff tritt, welcher auf einer schwingenden Welle /, die quer durch
die Maschine läuft, angebracht ist. Um diesen Hebel L zeitweilig zu , heben, damit der Ansatz
/2 in die Bahn des Anschlages dl gelangt,
wird ein Hebel Ll so auf der Welle / befestigt,
däfs er mit einem Stifte q3 auf der. Fläche des
Quadranten Q am Ende seines Rückhubes in Eingriff tritt und auf diese Weise dazu dient,
die Welle Z in Schwingung zu setzen und den Hebel L zu heben. Der Hebel L wird zeitweilig
niedergedrückt, um den Anschlag dl frei zu setzen, und zwar mittelst des Gegengewichtes
Z3, wenn beim Rückhube des Quadranten, der Stift qa entfernt wird. Um zu
verhindern, dafs mit der Vorrichtung während der Uebertragung eines Signales weitere Bewegungsversuche
vorgenommen werden können, ist folgende Einrichtung getroffen: Der Hebel
oder die Zuhaltung F trägt einen Stift /, welcher als Hauptbewegungsstift anzuwenden
ist und in die Bahn des Daumens a5 reicht.
Die schwingende Bewegung der Zuhaltung F wird in der Richtung nach vorn dadurch begrenzt,
". dafs sie mit einem Anschlag ^5 auf dem Quadranten Q. in Eingriff tritt; nach
rückwärts erfolgt die Begrenzung durch Eingriff mit der Spindel S oder einer Büchse auf
derselben; ein . Stift f1 auf der. hinteren Seite
der Zuhaltung F dient dazu, dieselbe in ihre V.orderlage zurückzubringen,: und zwar unter
Eingriff (während des letzteren Theiles des Hubes nach hinten) mit einem Anschlag/4
des Gestelltheiles S7. Der hintere Stift/2 steht unter Wirkung der festen Feder/3, welche F
fortwährend nach hinten drückt.
Die Vorrichtung zur Zeitbemessung hat den Zweck, zu verhindern, dafs, wo eine Anzahl
von Anrufvorrichtungen in dem elektrischen Stromkreise benutzt wird, irgend eine Maschine
die Leitung oder-irgend eine andere in Thätigkeit
befindliche Maschine stört, bis diese Thätigkeit zu Ende geführt und die Leitung wieder
frei ist.
Die Vorrichtung hat auch den Zweck, dafs, wenn die Leitung in dieser Weise nach jeder
einzelnen Benutzung frei ist, jede Maschine an sich im Stande sein soll, die Anrufsignale abzugeben,
wenn ein Signal durch den die Vorrichtung Bedienenden in demselben aufgespeichert
worden ist; dagegen sollen nicht zwei solcher Signale gleichzeitig freigegeben
werden. Um diesen Zweck zu erfüllen, ist es nothwendig, dafs durch Herausziehen irgend
eines Schiebers der einen oder anderen Vorrichtung diese Maschine und jede andere
Maschine an dem Betriebe für eine gewisse Zeit verhindert wird, und dafs dieser Zeitabstand
bei jeder Maschine desselben Stromkreises verschieden ist. Auf diese Weise wird diejenige
Maschine, welche für die kürzeste Wartezeit eingerichtet ist, zuerst für den Betrieb frei,
und hinterher jede andere. Diese Freigabe erfolgt selbstthätig und richtet sich nach der
vorher festgesetzten Wartezeit.
Nach Uebertragung des Anrufsignales werden wiederum alle anderen Maschinen für den
Betrieb frei. Die zu diesem Zweck dienende Vorrichtung zur Zeitbemessung ist folgende:
Auf derselben Spindel 5 mit dem vorgenannten Quadrant Q ist ein Weichenhebel T befestigt,
welcher an seinem Fufse einen Daumenarm t hat, der mit einer Stromschlufsfeder E (welche
in dem Stromkreise liegt) während der Vorwärtsbewegung den Quadranten Q niederdrückt
und auf diese Weise den Stromkreis unterbricht, bei seinem Rückgänge indessen über
die Stromschlufsfeder E ohne Wirkung hinweggeht. G ist eine belastete Bremse, welche
an das Windrad Bz zum Zwecke angelegt wird, zu verhindern, dafs das gehobene Gewicht W
nach unten fällt und auf diese Weise Kraft aufspeichert; um diese Bremse in dem richtigen
Augenblicke zu lösen, ist ein Hebel H vorgesehen, welcher ein Gegengewicht H1 zum
Heben und einen kleinen Bremscylinder h zum Regeln der Geschwindigkeit des Hochganges
hat. Dieser Bremscylinder ist nach dem bekannten Pumpentypus eingerichtet, so dafs er
schnell fällt, sein Hub indessen verzögert erfolgt. Um den Hebel H niederzudrücken,
wenn die Bremse angelegt werden soll, wird ein Gewicht h2 vorgesehen und in geeigneter
Weise mit dem Anker m eines Elektromagneten M verbunden, der in dem Hauptstromkreise
liegt und bei durchgehendem Strome seinen Anker anzieht. Um den Niedergang
des Hebels H (und die folgende Bewegung der Bremse G während der Uebertragung eines
Anrufes) zu verhindern, wird ein vorstehender Arm ha auf H befestigt und auf der Spindel D4
wird eine flache Scheibe V angebracht, welche einen Schlitz ν am äufseren Umfange hat. Der
Arm li3, welcher auf die Umfläcbe V aufläuft,
hält den Hebel h nach oben bis zur Wiederkehr des Schlitzes, worauf Λ3 nach unten geht
und den Hebel H fallen läfst.
Während die Bremse eingezogen ist, kann ein Nebenweg für den Strom vorgesehen
werden, so dafs, im Falle die Verbindungen durch das Niederdrücken des Stromschlufsstückes
E in irgend einer anderen Maschine unterbrochen sind, der Stromkreis nicht unterbrochen
werden kann. Dieser Nebenweg bleibt in Wirksamkeit, während die Zeitbemessungshebel
in allen Maschinen in niedergedrückter Stellung sind; sobald sie indessen ihre regelmäfsige
obere Lage einnehmen, wird der Nebenweg ausgeschaltet.
Die Einrichtung zur Ermöglichung der Abgabe eines privaten Botensighales hat den
Zweck, dem Boten zu gestatten (bei seiner Ankunft nach dem Anrufe), nach der Central-
oder Aufgabestation ein besonderes Signal abzugeben, z. B. um die Entsendung eines zweiten
Boten zu veranlassen, wenn zwei Bestellungen in der Vorrichtung vorgefunden werden.
Die Abgabe eines derartigen von einem Boten veranlafsten Signales mufs verschieden von dem
allgemeinen Anruf sein. Zu diesem Zweck wird der Ring D'2 auf dem Anrufrade D vorgesehen.
Derselbe enthält Räume oder Ausschnitte d'2 d~ andern Umfange, und der Stromschlufshebel
C1 ist derart angebracht, dafs er zwischen dem Anrufring D3 und dem für
Zwischenrufe bestimmten Ring -D2 in Querrichtung bewegt werden kann ; dabei verbindet
eine geeignete Platte diese beiden Ringe an der Stelle, wo das Stromschlufsstück C1 dieselben
quer bestreicht, so dafs der elektrische Stromkreis während der Benutzung nicht unterbrochen
wird. Die Querbewegung von C1 wird durch den schwingenden Hebel R und
die gleitenden Stangen R', Fig. i, 2, 3 und 4,
bewerkstelligt.
Der Bote trägt einen Schlüssel K von der in Fig. 10 und 1 1 dargestellten Form, welcher
eine Leiste k zu dem Zwecke hat, das Gewicht W aufzuziehen und so für den späteren
Gebrauch in der Maschine Kraft aufzuspeichern. Das Schlüsselloch s geht durch drei unabhängige
Theile, die auf die Hauptaufziehspindel 5 wirken bezw. dieselbe erreichen.
Diese drei Theile sind: i. eine äufsere Nabe S1,
Fig. 9, welche auf einem Bock S7 aufgebaut und mit zwei Führungskerben s1 versehen ist;
2. ein loses Sperrrad S'2, dessen Büchse (Fig. 8)
vier Führungskerben s2 hat, und 3. eine Nabe bezw. Büchse S3, welche auf dem Ende der
Aufzügspindel S sitzt, ohne daran befestigt zu sein, mit einer inneren Führungskerbe (Fig. 7)
und zwei äufseren seitlich vortretenden Armen s* sr>. Einer dieser Arme, s5, trägt einen
Schlitz se, welcher durch einen Schlitz s7, Fig. 7,
des anderen Armes tritt, so dafs der erste Arm s4 eine geringe Bewegung erhalten kann,
ehe er den anderen Arm s5 bewegt, welcher
dazu dient, die Aufzugspindel S anzutreiben; dabei wird die Bewegung durch das Anschlagstück
5S begrenzt. Das Sperrrad 52 steht mit
einem Sperrkegel Sa in Eingriff, welcher die
Rückbewegung des Rades verhindert. Auf der Nabe S3 ist ein Finger y befestigt, der gleich
beim Beginne der Drehung wirkt und eine unter Federwirkung stehende Stange Y niederdrückt,
so dafs der Fufs derselben mit einem Schlitz r in der verschiebbaren Stromschlufsstange
R1 in Eingriff kommt und dieselbe zu dem Zwecke bewegt, das Weichenstück C1
von einem Ring des Rades auf den anderen zu verstellen. Die Theile nehmen nach der
Benutzung die in Fig. 7 in punktirteh Linien angegebene Lage ein.
Um zu verhindern, dafs der Bote seinen Schlüssel einführen kann, wenn bereits eine
Nachricht durch Jemand, der die Vorrichtung benutzt hat, aufgegeben wurde, so tritt eine
Stange Z, welche mit der Spindel Z durch einen kurzen Hebelarm \ verbunden ist, durch ein
Loch in der Nabe S'2, und auf diese Weise wird, wenn das Gewicht W zur Abgabe des
Anrufes gehoben wird, das Schlüsselloch verriegelt und die Einführung des Schlüssels, wie
aus Fig. 3 ersichtlich, verhindert. Ist indessen durch das Gewicht W Kraft nicht zur Aufspeicherung
gelangt, so wird Z zurückgezogen und das Schlüsselloch ist frei.
Wenn beim Betriebe einer Anzahl der vorbeschriebenen Vorrichtungen, die alle in demselben
elektrischen Stromkreise liegen, bei freier Leitung und infolge dessen geschlossenem
Stromkreise ein Strom durch den Stromkreis gesendet wird, so werden alle Elektromagnete
erregt und ihre Anker angezogen. Hiernach
Claims (1)
- werden alle Gewichte h2 nach oben gehalten und alle Hebel H befinden sich in der gehobenen Lage und die Bremsen G sind gelöst. Wenn alsdann eine Münze eingeworfen und die Sperrvorrichtung, wie vorbeschrieben, gelöst wird, so veranlafst der erste Theil der Bewegung des Schiebers A nach aufsen durch Vermittelung von as und des Theiles F eine Drehung von Q und der Spindel S, so dafs der Hebel T die Weiche E niederdrückt und den Stromkreis sofort unterbricht; die Folge davon ist, dafs die Elektromagnete M in allen Vorrichtungen ihre Anker freigeben und die Bremsen G anziehen. Die weitere Bewegung des Schiebers A macht den Hebel T von der Federweiche E frei, welche alsdann wieder den Stromkreis schliefst, so dafs alle Vorrichtungen ihre Anker wieder anziehen; die Ausgleichgewichte Hl heben alsdann langsam die Hebel H und lösen die Bremsen nicht gleichzeitig, sondern nach einander, jede nach der Art und Weise, wie die vorbeschriebene Verzögerung eingerichtet worden war. Das weitere Ausziehen des Schiebers hebt alsdann völlig das Gewicht und löst den Daumen λ5 von dem Stift/ des Theiles F. Der Stift qz ist während der Bewegung von Q. von dem Hebel L1 zurückgezogen worden, so dafs das Gegengewicht /3 den Hebel L niederdrückt und dadurch den Ansatz P bei dem Anschlage d\ durch den das Anrufrad -D festgehalten wird, freigiebt, wonach das Rad D nun frei gedreht werden kann und das Signal überträgt, sofern die Leitung frei und die Bremse G gehoben ist." Wenn das Gewicht W nach unten geht, so zieht es den Theil F herab, bis der Stift/1 auf demselben an den Anschlag/4 trifft; der weitere Niedergang des fallenden Gewichtes veranlafst alsdann die Drehung von F in Richtung nach vorwärts um seinen eigenen Drehzapfen w1, bis die vordere Kante einen Anschlag q5 an dem Quadranten Q. trifft. In diesem Augenblick ist der Stift / in der Bahn des Daumens λ5, so dafs, wenn der Schieber wiederum herausgezogen wird, er den Theil F nach vorn drückt und durch den Anschlag q5 ebenfalls den Quadranten Q bewegt und gleichzeitig das Gewicht W wieder hebt und Kraft aufspeichert. Wenn der Schieber wieder herausgezogen worden ist, so wird der Daumen as über den Stift/hinweggehen und nicht mehr mit demselben in Eingriff treten und die Feder/3, welche auf den Stift/2 wirkt, wird alsdann den Theil F zurückdrücken, bis derselbe seine Rückwärtslage wieder einnimmt. Auf diese Weise wird der Stift aufserhalb der Bahn des Daumens a5 gebracht. Man kann danach den Schieber in jeder Zwischenlage belassen, ohne befürchten zu müssen, dafs er wiederholt bewegt werden kann, ehe das Gewicht niedergegangen ist und übertragen hat.Ist indessen die Leitung besetzt und die Bremsen angesetzt, so wird die durch das Gewicht aufgespeicherte Kraft zurückgehalten, bis die Leitung frei ist. Wenn das Rad D sich zu drehen anfängt, so hält die Scheibe V auf derselben Spindel, welche sich unter hs auf dem Hebel H dreht, den Hebel H fest und verhindert so die Unterbrechung des Stromes (welche durch die Signalabgabe veranlafst wird), welche die Anlegung der Bremse an die in Wirkung befindliche Maschine veranlafst, während die Bremsung aller anderen Maschinen vor sich gehen kann. Bei Drehung von D wird, nachdem der letzte Ausschnitt a?3 das feste Stromschlufsstück C passirt hat, der Stromkreis wieder geschlossen und es werden die Bremsen jeder Maschine nach einander gelöst. Wenn inzwischen irgend eine Maschine benutzt worden ist und auf diese Weise das Gewicht gehoben wurde, so wird die von dieser Maschine veranlafste Signalabgabe gemeldet, sobald sie an die Reihe kommt und ihre Bremse gelöst ist. Die Unterbrechung des Stromes infolge der Signalabgabe wird noch einmal die Anlage der Bremsen aller Maschinen veranlassen, ausgenommen der in Wirkung befindlichen bezw. Benutzten Maschine.Die erste Thätigkeit ist also, den Stromkreis zu öffnen, was die Bremsen an jeder Maschine (einschliefslich der in Gebrauch genommenen) anlegt und auf diese Weise jede Benutzung verhindert, bis eine gewisse Zeit verstrichen ist, die für jede Maschine eine andere ist. Danach ist jede Maschine für die Inbetriebnahme frei, während ihr Gewicht gehoben ist; in dem Augenblick indessen, wenn Jemand die Maschine benutzt, sperrt sie wieder alle anderen, und nach Vollendung ihrer Wirksamkeit wird wieder jede der anderen Maschinen freigegeben. Nach Ankunft eines Boten kann derselbe das Gewicht durch seinen eigenartigen Schlüssel (wenn derselbe das Empfangsamt anrufen will) heben, anstatt den Schieber zu ziehen. Hierdurch wird die Weiche C" von dem Anrufradtheile D3 nach dem Radtheil für amtlichen bezw. privaten Gebrauch D2 bewegt; im übrigen ist die Arbeits- bezw. Betriebsweise dieselbe, wie vorher beschrieben.Wie beschrieben, sind die Maschinen für die Benutzung im Ruhestromkreise und mit gleichbleibendem Strom bestimmt. Die Einrichtung kann aber auch dadurch betrieben werden, wenn man in jeder Maschine eine Batterie vorsieht und den Uebertragungsmechanismus so einrichtet, dafs er bei jeder Inbetriebnahme diese Batterie ein- und ausschaltet.Patenτ-AnSprüche:ι . Bei elektrischen Anrufvorrichtungen, welche durch Münzeneinwurf in Thätigkeit gesetztwerden, die Anordnung, dafs die Abgabe eines kennzeichnenden Signales nach der Centralstelle infolge der Bewegung des ausgelösten Schiebers nicht unmittelbar eintritt, sondern durch Auslösung einer bei jener Bewegung gespannten Feder unter Unterbrechung der übrigen Anrufstromkreise so erfolgt, dafs eine nach einander folgende, durch eine Zeitregelungsvorrichtung vermittelte Abgabe der Signale ermöglicht wird, sofern mehrere der Sendevorrichtungen in Thätigkeit gesetzt sind, im einzelnen gekennzeicheet durch:a) die Zeitregelungsvorrichtung, bestehend aus einem unter der Wirkung eines Elektromagneten (M) stehenden Hebels (H) mit Gegengewicht (H1) und mit dem den Hub verzögernden Bremscylinder (h), wodurch die bei der Schieberbewegung aufgespeicherte Kraft mittelst der Bremse (G), die auf ein Räderwerk wirkt, für eine vorher zu bestimmende Zeitdauer gehemmt wird, um ausgelöst zu werden, wenn der Elektromagnet (M) in Thätigkeit gesetzt wird;b) die Vorrichtung zur Stillsetzung der Unterbrecherscheibe nach genau einer Umdrehung, bestehend aus einem Anschlag (d l), welcher in der Regel eine Sperrung veranlafst, indessen selbst-' thätig freigegeben wird, kurz bevor die Bewegung beginnt, so dafs danach eine freie Bewegung möglich ist, bis nach Vollendung der Umdrehung die Wiedereinstellung erfolgt;. c) die aus dem Daumen am Schieber (A), dem Gliede (F), Quadranten (Q), Gewichte (W) bestehende Einrichtung zur Uebertragung der zeitweise aufzuspeichernden Antriebskraft, wie sie von dem Auszug des Schiebers abgeleitet wird, in der Weise, dafs der Schieber in jeder Zwischenlage (nach Aufspeicherung der Kraft) belassen werden kann, ohne dafs das Uebertragungswerk an seinem Rückgange in die ordnungsmäfsige Stellung gehindert wird;d) die aus dem Arm (ha) und der geschlitzten Scheibe (V), welche sich mit dem Unterbrecherrade bewegt, bestehende Vorrichtung zum Emporhalten des die Zeitregelung vermittelnden Hebels (H), während der Uebertragung eines Signales und zur Verhinderung der Bremsanlegung bei der in Benutzung genommenen Anrufvorrichtung, ohne dafs gleichzeitig die Anlegung der Bremsen in allen anderen miteingeschalteten Sendevo^richtungen verhindert wird.An der unter i. gekennzeichneten Vorrichtung behufs Ermöglichung eines besonderen , von dem Boten veranlafsten Anrufsignales:a) eine Einrichtung, bestehend in einem besonderen Stromschlufsrad (D2) an dem Rade (D) in Verbindung mit einer beweglichen Weiche (C1), wodurch eine Umschaltung und Anrufbewegung mittelst einer durch einen Schlüssel in Thätigkeit zu setzenden Vorrichtung bewirkt werden kann;b) die Vorrichtung, wonach die Einführung des Schlüssels des Boten aufser zur gehörigen Zeit verhindert wird durch eine Verriegelung, indem zu diesem Zwecke ein Hebel (Z), der mit der Spindel (I) in Stellverbindung steht, in die Einstecköffnung für den Schlüssel seitlich eintritt und dieselbe versperrt.Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE69784C true DE69784C (de) |
Family
ID=343215
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT69784D Expired - Lifetime DE69784C (de) | Durch Münzeneinwurf in Thätigkeit gesetzte elektrische Anrufvorrichtung |
Country Status (1)
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| DE (1) | DE69784C (de) |
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- DE DENDAT69784D patent/DE69784C/de not_active Expired - Lifetime
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