DE693241C - Verfahren zur Herstellung kaltgeruehrter Seifen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung kaltgeruehrter Seifen

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DE693241C
DE693241C DE1937P0075372 DEP0075372D DE693241C DE 693241 C DE693241 C DE 693241C DE 1937P0075372 DE1937P0075372 DE 1937P0075372 DE P0075372 D DEP0075372 D DE P0075372D DE 693241 C DE693241 C DE 693241C
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fatty acids
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DE1937P0075372
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Hermann Plauson
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C11ANIMAL OR VEGETABLE OILS, FATS, FATTY SUBSTANCES OR WAXES; FATTY ACIDS THEREFROM; DETERGENTS; CANDLES
    • C11DDETERGENT COMPOSITIONS; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS DETERGENTS; SOAP OR SOAP-MAKING; RESIN SOAPS; RECOVERY OF GLYCEROL
    • C11D13/00Making of soap or soap solutions in general; Apparatus therefor
    • C11D13/02Boiling soap; Refining

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  • Detergent Compositions (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung kaltgerührter Seifen Die Herstellung kaltgerührter Sieifien ist 'vom theoretischen wie technisch-wirtschaftlichenStandpunkt äußerst wertvoll; insbesondere sind die Vorteile der auf kaltem Wege hergestellten Seifen gerade heute von großer Bedeutung. Man erspart bei der Herstellung kaltgerührter Seifen teure Dampfanlagen', große Rührkessel u. dgl. Apparaturen, die beim Seifensiedeverfahren nicht zu umgehen sind. Besonders große Vorteile bietet- die Herstellung kaltgerührter Seifen für Klein-und Mittelbetriebe, da im allgemeinen nur verhältnismäßig geringe Einrichtungskosten entstehen. " Bei allen heute bekannten Verfahren der Herstellung kaltgerührter Seifen waren als Ausgangsstoffe sog. Leimfette (Kokos- oder Palmkernfett) erforderlich, weil nur diese Fette sich,-mit .konzentrierten' Ätzallcalien zu kaltgerührten Seifen verarbeiten lassen: Es ist bekannt, Fettsäuren durch Carbonatverseifung und Kochen zu Seifen zu sieden; aber da Fettsäuren nie ganz frei von Ölspuren sind, so ist es jedem Fachmann weiter geläufig, daß auf diesem Wege gute Seifen nur bei mit großer Vorsicht und Erfahrung vorgenommenem Abrichten gewonnen werden können, weshalb diese Art der Verseifung allgemein unbeliebt ist.- Auch das Aufschäumen macht beim Arbeiten große Schwierigkeiten, und es. bilden sich dabei leicht, wenn man Carbonate zu. Fettsäuren zufügt, saure Seifen, die nur schwer wieder voll brauchbar zu machen sind.
  • Gemäß dem vorliegenden Verfahren zur Herstellung kaltgerührter Seifen aus Fettsäuren oder Gemischen von Fettsäuren mit Harz oder Tallöl werden die Fettsäuren vor der Verseifung entweder unter unmittelbarer Zugabe von Netzmitteln oder unter Erzeugung einer als Dispersionsmittel notwendigen Seifenmenge durch Zugabe kleiner Mengen Ätzalkalien in Kolloidmühlen oder ähnlich wirkenden Schnellrührern mit der zur Verseifung notwendigen Menge Wasser in homogene Dispersionen übergeführt, die danach in bekannten Knetmaschinen mit den notwendigen Mengen konzentrierter Ätzalkalien kalt verseift werden. Es wurde dabei die bisher unbekannte Tatsache festgestellt, daß solche kolloide Dispersionen von Fettsauren mit Wasser sich ähnlich wie Leimfette verhalten, indem sie sich mit konzentrierten 50 °/oigen Alkalien ohne Bildung von Klumpen oder sauren Seifen verseifen lassen, und zwar mit dem Vorzug vor der Leimfettverseifung, däß die Verseifung auch bei größeren Mengen in kürzester Zeit vor sich geht (5 bis io Minuten für eine Ladung von von ioo bis 300 kg) und dabei vollkommen bis zu Ende durchgeführt wird, so daß erhaltene Schmierseifen direkt versandbereit sind und Natrönseifen nur die übliche Wasserentziehung und Formung zu erhalten brauchen. Zur Beförderung der Dispersion von Fettsäuren mit Wasser empfiehlt sich insbesondere bei schwächer wirkenden Dispersionsapparaten der Zusatz von 1 0/0 Ätzalkali.
  • Durch das kolloide Dispergieren der Fettsäuren mit Wasser bei Anwesenheit kleiner Mengen Ätzalkalien als dispersionsförderndes Mittel wird erreicht, daß die nachfolgende Verseifüng auch bei Anwendung von konzentrierter 5o0/0iger Alkalilauge nicht zu stürmisch, sondern homogen und in einigen.Minuten vor sich geht, weil die einzelnen Fettsäureteilchen in nahmolarer oder kolloidaler Feinheit (0;5 bis o,1 my) dem Angriff der Alkalien eine große Oberfläche bieten und das anwesende Wasser als Umhüllung der dispergierten Fettsäurekolloide dabei die Zusammenflockung zu groben, unbrauchbaren Stükken oder Grieseln verhütet. Erst durch diese Arbeitsmethode ist eine hochwertige Kaltverseifung von Fettsäuren möglich geworden, insbesondere auch von vorgewärmten und geschmolzenen festen Fettsäuren, da diese augenblicklich in feinste kolloidale Verteilung in Wasser übergeführt werden, wenn sie bei Anwesenheit von kleinen Mengen Ätzalkalien als dispersionsbeförderndes Mittel in Kolloidmühlen oder ähnlich wirkenden Apparaten in Wasser eingeführt werden. Die so erhaltenen Fettsäuredispersionen werden dann außerhalb der Kolloidmühlen in beliebigen Knetmaschinen mit konzentrierten Ätzalkalien in wenigen Minuten fertig verseift, was ohne kolloidale Vordispergierung von Fettsäugen mit Wasser. nicht möglich ist oder schlechte Ergebnisse liefert.
  • Es ist bekannt, Kolloidmühlen bei der Seifenherstellung anzuwenden, ,aber immer wird in Kolloidmühlen ein Vorverseifuiigsprozeß ausgeführt und die endgültige Verseifung zur Gewinnung einer gebrauchsfertigen Seife fordert eine mehr öder weniger lange Zeit der Nachreifung: Daß mit Wasser kolloidisierte Fettsäuren leimfettähnliche Eigenschaften erhalten und mit konzentrierten 5o °Joigen Alkalien kalt in kürzester Zeit homogen und voll verseift werden können, ist demgegenüber nicht bekannt und wird erst durch das vorliegende Verfahren erreicht.
  • Es ist auch schon eine Verseifüng von Fetten angeblich direkt in einem sog. Zentrifugalemulsor ausgeführt worden.' Es kann sich dabei nur um eine Verseifung von Leimfetten handeln, weil diese längere Zeit flüssig bleiben, während ändere Fette überhaupt nicht kalt zu Ende verseifbar sind, und wenn sie verseifbar wären, die fertige Seife so dick würde, daß die 14Täschine stehenbleib:en müßte. In gleicher Weise ist es auch nicht in Kolloidmühlen möglich, eine Verseifung von Fetten oderFettsäuren bis zuEnde zu führen, weil die Seifenbei der Endverseifung so dick werden, daß sie die Maschinen verstopfen. Man hat daher in Kolloidmühlen bisher nur flüssige Seifen hergestellt oder Leimfette voremulgiert. Durch vorliegendes Verfahren aber, nach dem man die Fettsäuren erst mit Wasser dispergiert und die erhaltene Fettsäuredispersion in einem geeigneten langsam laufenden Knetwerk verseift, ist. erst eine volle Lösung des Problems der Kaltverseifung von Fettsäuren gegeben.
  • Es ist weiter bekannt, Fette oder neutrale Öle mit Alkalien solcher Konzentration zu verseifen, daß eine Selbsterhitzung vor sich geht. Dieses Verfahren kann daher nicht als Kaltverseifungsverfahren angesehen und noch weniger auf Fettsäuren übertragen werden, da- bekanntlich Fettsäuren mit konzentrierten Alkalien anders reagieren als Fette. Bei der Einwirkung konzentrierter Alkalien auf Fettsäuren in kaltem Zustand erhält man keine homogene Verseifung, wie es nach vorliegendem Verfahren möglich ist.
  • Man hat auch schon Netzmittel verwendet, um eine schnellere Verseifung der Fette bei Temperaturen von go bis ioo° C zu erzielen. Auch bei diesem Verfahren liegt keine Kaltverseifung oder Voreinülgierung von Fettsäuren mit Wasser in Kolloidmühlen und deren Verseifung in langsam laufenden Knet- i Maschinen vor.
  • Bei einem weiteren bekannten Verfahren werden auf üblichem Wege Fette wie Fettsäuren verseift, und 'zwar unter Zuführung von Türkischrotöl als Netzmittel während der Verseifung: Es handelt sich also nicht um eine Vorbehandlung der Fettsäuren in Kolloidmühlen zur Überführung in eine kolloidale Dispersion. mit Wasser und nach= herige volle Verseiung in langsam laufenden Knetmaschinen. Trotz der Anwendung von Netzmitteln muß die Verseifung nach diesem bekannten Verfahren unter Anwendung von. Wärme ausgeführt werden; es liegt also kein Kaltverseifungsverfahren im Sinne des vorliegenden Verfahrens vor.
  • Es ist auch schon bekannt, Palmkernfettsäure mit Wasser bei einer Temperatur von etwa 50° C zu verrühren, wobei die Mischung in einer gewöhnlichen Schlagmühle durchgeführt wird; dieVerseifung erfolgt dann durch Zugabe von trockner Soda in sehr großem Überschuß, um sofort _ zu einem trocknen Seifenpulver zu kommen.
  • ° Bei der Herstellung fester Natronseifen mit 5o bis 8o'/, Fettsäuregehalt nach dem vorliegenden Verfahren muß das überflüssige Wasser nach der Verseifung auf bekanntem Wege bis zur Erreichung des gewünschten Wassergehaltes entfernt werden, z. B. in Vakuum- oder ähnlichen Trockeneinrichtungen. Danach kann man die getrockneten Seifenschnitzel in bekannten Strangpressen usw. zu gewünschten Stücken oder Riegeln formen.
  • Nach dem vorliegenden Verfahren können nicht nur Fettsäuren, sondern auch ihre Geinische mit anderen zu Seifenkolloiden verseifbaren Stoffen kalt verseift werden, z. B. Harz, Tallöl usw., wobei letzteres auch ohne Fettsäurezüsatz verseift werden kann, weil das Tallöl von Haus aus genügend Fettsäure enthält.
  • Das Verfahren der Herstellung kaltgerührter Seifen kann durch Mischung und Zusammenverwendung verschiedener Fettsäurearten wie Alkalien, wie der dazu verwendeten Carbonatmengen in verschiedener Richtung ausgeführt werden, und es sind dadurch Seifen verschiedenen Aussehens und verschiedenen Charakters zu erhalten. Auch Zusätze von Farb- und Geruchsstoffen sind möglich. Durch Zusatz von 1/2 bis 2 % Titandioxyd kann man auch bei dunklen Fettsäuren oder Tallölen hellere Seifen erzielen und eine Bildung von Flecken oder Vergilbungen vermeiden.
  • Beispiel i ioo kg Leinölfettsäure werden mit 130 leg Wasser unter Zusatz von o,5 kg 5o°/oiger Ätzalkalilösung in einer Kolloidmühle i bis 2 Minuten geschlagen. Es bildet sich dabei eine weiße, milchartige, homogene Fettsäuredispersion, die leimfettartige Eigenschaften aufweist.
  • Diese Dispersion wird -in eine geeignete Knetmaschine, z. B. eine doppelarmige Teigknetmaschine geleitet. Während des beständigen Knetens werden 4461 kg 5o°%ige Kalilauge zugeführt und etwa 5 bis io Minuten geknetet, wobei man gegebenenfalls Geruchs-und Farbstoffe zugeben kann. Nach 5 bis io Minuten ist die Verseifung beendet und die gewonnene Schmierseife kann sofort zum Versand abgefüllt werden. Gegebenenfalls richtet man die Schmierseife während des Knetens in der Knetmaschine in bekannter Weise nach.
  • Luftblasen, die in der Schmierseife zurückbleiben, aber keinerlei Einfluß auf ihre Qualität ausüben, entweichen. ,nach und nach, und die Schmierseife wird transparent wie gekochte Schmierseife. Wünscht man eine rasche Entfernung dieser Luftbläschen, so stellt man die Gefäße mit Schmierseife offen etwa % bis i Stunde in einen geeigneten Vakuumschrank unter Vakuumeinwirkung.
  • Beispiel 2 - 21 kg- Oleinfettsäure und 21 l<g Tallöl, doppelt destilliert, werden mit 61 leg Wasser unter Zusatz von 0,2 kg 5 °%iger Ätzalkalilösung i bis 2 Minuten in einer Kolloidmühle geschlagen. Es entsteht eine weiße, milchartige Emulsion, die sich wie Leimfett verhält.
  • Diese Emulsion wird gleichfalls in eine geeignete Knetmaschine geleitet. Während der Tätigkeit der Knetarme werden 17 .kg 5o°/oige konzentrierte Kalilauge zur Emulsion hinzugefügt. Bei gutem Durchkneten -ist die gesamte Menge in etwa 5 bis 7 Minuten homogen verseift. Zur Geruchsverbesserung kann man etwa 30 ccm Mirbanöl während des Knetens zur Schmierseife zugeben. Gegebenenfalls korrigiert man die Schmierseife durch Zugabe von Alkali oder Fettsäureemulsion nach. Die so gewonnene Schmierseife ist sofort gebrauchs- und versandfertig. Beispiel 3 ioo kg Erdnußölfettsäure werden bis zur Verflüssigung erwärmt und mit 12o kg auf die Fettsäuretemperatur vorgewärmtem Wasser bei Anwesenheit von 0,25 kg Ätzalkalilösung in einer Kolloidmühle iri 2 bis 3 Minuten dispergiert. Die erhaltene milchartige Dispersion wird in .eine Knetmaschine gemäß Ausführungsbeispiel i eingeleitet und unter beständigem ;gutem Kneten mit 3 o kg 5 o%iger Natronlauge verseift. Man erhält eine feste, aber noch knetbare Seifenpaste, die in bekannten Trockenapparaten eingetrocknet wird. Danach kann man nach bekannten Methoden in Strang- oder Handpressen die gewünschten Stückseifen herstellen.
  • In entsprechender Weise wie die oben angegebenen Fettsäureansätze können verschiedene Arten von Fettsäuren oder Mischungen verschiedener Fettsäuren in beliebiger Kombination verseift werden. Bei Fettsäureansätzen mit Gehalt an festen Fettsäuren muB die Mischung jeweils so weit vorgewärmt werden, daß der Ansatz flüssig ist.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRücliE: .. i. Verfahren zur Herstellung kaltgerührter Seifen aus Fettsäuren oder Gemischen von Fettsäuren mit Harz oder Tallöl, dadurch gekennzeichnet, daß die Fettsäuren vor der Verseifung entweder unter unmittelbarer Zugabe von Netzmitteln oder unter Erzeugung einer als Dispersionsmittel notwendigen Seifenmenge durch Zugabe kleiner Mengen Ätzalkälien in Kolloidmühlen öder ähnlich wirkenden Schnellrührern mit der zur Verseifung notwendigen Menge Wasser in homogene Dispersionen übergeführt werden, die danach in bekannten Knetxmaschinen mit den notwendigen Mengen konzentrierter Ätzalkalien kalt verseift werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß zur Herstellung von Riegel- oder Stückseifen die Fettsäuren mit nur soviel Wasser emulgiert werden, als zur Erzielung einer knetbar bleibenden Masse erforderlich ist.
DE1937P0075372 1937-06-10 1937-06-10 Verfahren zur Herstellung kaltgeruehrter Seifen Expired DE693241C (de)

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