DE683795C - Verfahren zur Herstellung von gemusterten Webereieffekten - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von gemusterten WebereieffektenInfo
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Description
- Verfahren zur Herstellung von gemusterten Webereieffekten Nach dem aus der Patentschrift 454 361 bekannten Verfahren zur Herstellung von gemusterten Webereieffekten auf Geweben werden Garne aus cellulosehaltigem Material, die bis zu einem gewissen Grade durch Einwirkung von Nitriersäure in bekannterWeise nitriertworden sind, mit anderen cellulosehaltigen Garnen zusammen verwebt. Die Löslichkeit der nitrierten Garne in Natronlauge wird zur Herstellung von sog. Ätzstickereieffekten verwendet, indem auf dem Wege des Reservedruckes oder des direkten Aufdruckes die nitrierten Garne stellenweise aus dem Gewebe herausgelöst werden. Zum Schluß werden vorteilhaft die noch im Gewebe verbliebenen nitrierten Garne denitriert ; sie verlieren so ihre Empfindlichkeit gegen Alkalien sowie ihre leichte Brennbarkeit. Das Gewebe enthält dann einerseits unveränderte Garne und andererseits Garne, die aus regenerierter Cellulose bestehen; denn letztere enthielten in einer Zwischenstufe Nitrocellulose, weisen aber nach durchgeführter Denitrierung keinen Stickstoffgehalt mehr auf.
- Es ist nun bekannt, daß regenerierte Cellulose, z. B. Viscosekunstseide, sich in chemischer Beziehung nicht wie natürliche Cellulose verhält. So ist beispielsweise die Quellbarkeit in Alkalilaugen-nicht dieselbe; auch zeigen Lösungen von natürlicher Cellulose in Kupferoxydammoniak eine wesentlich höhere Viseosität als Lösungen von regenerierter Cellulose. Von besonderer Wichtigkeit bei vorliegender Erfindung ist, daß Schwefelsäure und andere pergamentierend wirkende Quellungsmittel auf Textilien aus regenerierter Cellulose schon unter Bedingungen und bei Konzentrationen, bei denen eine merkliche Pergamentierung auf Baumwolle und anderen natürlichen Cellulosefasern noch nicht eintritt, eine pergamentierende Wirkung ausüben.
- Es wurde nun gefunden, daß nach dem aus der Patentschrift 454361 bekannten Verfahren hergestellte Gewebe, die also teils aus natürlicher und teils aus regenerierter Cellulose bestehen, sich in gleicher Weise einer Transparentierbehandlung unterwerfen lassen, als wenn sie ausschließlich aus natürlicher Cellulose bestünden. Es wäre zu erwarten gewesen, daß bei einer Transparentierung von für natürliche Cellulose genügender Stärke die Garne aus regenerierter Cellulose übermäßig versteift und somit spröde und hart werden würden. Es zeigt sich jedoch, daß derartige Übelstände nicht eintreten.
- Das Vereinigen des aus der Patentschrift 454 361 bekannten Verfahrens mit einer Transparentier- oder Weichtransparentierbehandlung bringt noch einen weiteren Vorteil mit sich, der etwa wie folgt umrissen werden kann. Die im Gewebe verbleibenden Garne aus regenerierter Cellulose bilden in ihrer Gesamtheit das Muster. Durch die Einwirkung des Pergamentierungsmittels werden die Enden dieser Garne, die in ihrer Gesamtheit die Umrisse des Musters bilden, in ganz besonderer Weise verändert und gleichsam etwas verdickt, so daß die Umrisse besser hervortreten. ., .ä
Transparentierung des nach dem aus der Pate' nf=;' Schrift 454 361 bekannten Verfahrens hergestellten Gewebes erreichen läßt, wenn man nur die nitrierten Effektgarne in bekannter Weise wieder denitriert, so kann auch, falls dies in besonderen Fällen wünschenswert erscheint, eine erhöhte Empfindlichkeit der nitrierten Garne gegenüber Pergamentierungsmitteln so erzielt werden, daß vor der Transparentierung die nitrierten Garne nicht oder nicht vollständig denitriert werden. Die' nicht oder nicht vollständig denitrierten Garne haben die Eigenschaft, schon von verdünnterer Schwefelsäure oder allgemein unter Bedingungen pergamentiert zu werden, bei denen eine nennenswerte Pergamentierung der aus natürlicher Cellulose bestehenden Garne nicht eintritt. Wenn auch, wie im vorstehenden auseinandergesetzt wurde, diese Wirkung im allgemeinen nicht erwünscht ist und als störend empfunden wird, so kann doch in besonders gelagerten Fällen gerade diese ungleichmäßige Transparentierung und Versteifung zur Erzielung einer außergewöhnlichen Wirkung herangezogen werden.Wenn im vorstehenden beschrieben wirdd sich eine normale, d. h. durchwegs gleichförm - Beispiele i. Ein Gewebe, bestehend aus Baumwollgarn und geeigneten, schwach nitrierten Baumwollgarnen in der Kette und Baumwollgarn im Schuß wird, mustermäßig mit einer alkalischen Druckpaste, enthaltend Natronlauge von 36'B6, bedruckt, getrocknet und 8 Minuten lang bei ioo° C gedämpft, und die Druckpaste wird sodann ausgewaschen. Das Gewebe wird darauf durch zweistündiges Behandeln bei 40' C mit einer Lösung von 30 g Natriumhydrosulfid im Liter denitriert, anschließend gewaschen und einer alkalischen Bleiche unterzogen. Nach vorangehender Mercerisation wird das Gewebe dann einer Weichtransparentierbehandlung unterworfen, indem man es innerhalb von 7 Sekunden durch ein Schwefelsäurebad von 52' B6 und einer Temperatur von - 9 ° C zieht und sofort spült. Nach einer darauffolgenden Mercerisation wird das Gewebe getrocknet und fertiggestellt.
- 2. Ein Gewebe, bestehend aus Baumwolle und nitrierter Baumwolle in der Kette und Viscose-Kunstseide im Schuß, wird nach Beispiel i gemustert, denitriert und gebleicht. Es wird sodann anschließend mit Schwefelsäure von 51 ° B6 erhalb von 8 Sekunden bei 15' C trans-
P` 3. Ein Gewebe, wie im Beispiel i angegeben, wird wie dort bis zur Denitrierung behandelt. Anstatt nun nach der Vorschrift des Beispiels i vollständig zu denitrieren, wird das Gewebe mit einer Lösung, die 17,5 g Natriumhydrosulfid im Liter enthält, eine Stunde lang bei 2o' C behandelt. Nach dem Auswaschen wird gebleicht wie folgt: Es wird i Stunde lang mit einer wässerigen Lösung von i0/0 wasserfreiem Natriumcarbonat und o,50/0 Türkischrotöl gekocht und dann mit einer wässerigen Natriumhypochloritlösung von 2 g wirksamem Chlor im Liter gebleicht, hierauf wiederum 1/2 Stunde lang mit einer wässerigen Lösung von i0/0 wasserfreiem Natriumcarbonat und o,50/0 Türkischrotöl gekocht und schließlich nochmals i Stunde lang mit einer wässerigen Natriumhypochloritlösung von 2 g wirksamem Chlor im Liter gebleicht; dann wird gespült und getrocknet. Das Gewebe wird darauf mit Schwefelsäure von 47' B6 innerhalb von 8 Sekunden bei 15' C transparentiert, gespült, mercerisiert, gewaschen, getrocknet und fertiggestellt.ntiert, sofort gespült, mercerisiert getrock- und in üblicher Weise fertiggestellt. - Das so erhaltene Gewebe wird gefärbt in einem Bad: a) für Blau mit o,2 g Methylenblau D (Schultz, »Farbstofftabellen«, Nr.1038) im Liter oder b) für Rot mit o,2 g Rhodamin 3 GO (Schultz, »Farbstofftabellen«, Nr. 868 [3 G]) im Liter.
- Das benetzte Gewebe wird ohne weitere Zusätze im Färbebad bei Zimmertemperatur behandelt, und das Bad wird allmählich auf 6o bis 7o' C erhitzt, bei dieser Temperatur kurze Zeit belassen und dann gespült.
Claims (1)
- YATRNTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von gemusterten Webereieffekten, dadurch gekennzeichnet, daß man nach dem aus der Patentschrift 454 361 bekannten Verfahren bemusterte Gewebe nach einer vollständig oder teilweise durchgeführten Denitrierbehandlung einer Transparentierbehandlung üblicher Art unterwirft.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEH148733D DE683795C (de) | 1936-09-04 | 1936-09-04 | Verfahren zur Herstellung von gemusterten Webereieffekten |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE683795C true DE683795C (de) | 1939-11-15 |
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|---|---|---|---|
| DEH148733D Expired DE683795C (de) | 1936-09-04 | 1936-09-04 | Verfahren zur Herstellung von gemusterten Webereieffekten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE683795C (de) |
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1936
- 1936-09-04 DE DEH148733D patent/DE683795C/de not_active Expired
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