DE68317C - Verfahren und Apparat zur Herstellung von Glastafeln oder Scheiben - Google Patents

Verfahren und Apparat zur Herstellung von Glastafeln oder Scheiben

Info

Publication number
DE68317C
DE68317C DENDAT68317D DE68317DA DE68317C DE 68317 C DE68317 C DE 68317C DE NDAT68317 D DENDAT68317 D DE NDAT68317D DE 68317D A DE68317D A DE 68317DA DE 68317 C DE68317 C DE 68317C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
glass
piston
container
panes
flask
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired - Lifetime
Application number
DENDAT68317D
Other languages
English (en)
Original Assignee
R. S. PEASE in Minneapolis, Grfsch. Hennepin, Staat Minnesota, V. St. A
Publication of DE68317C publication Critical patent/DE68317C/de
Anticipated expiration legal-status Critical
Expired - Lifetime legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C03GLASS; MINERAL OR SLAG WOOL
    • C03BMANUFACTURE, SHAPING, OR SUPPLEMENTARY PROCESSES
    • C03B17/00Forming molten glass by flowing-out, pushing-out, extruding or drawing downwardly or laterally from forming slits or by overflowing over lips
    • C03B17/06Forming glass sheets

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Surface Treatment Of Glass (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 32: Glas.
Nach einem älteren, von mir angegebenen Verfahren (vergl. die amerikanische Patentschrift No. 444560) werden Glastafeln oder Scheiben dadurch hergestellt, 4 dafs ein tafelförmiger Taucherkolben in einem mit geschmolzenem Glase gefüllten Gefä'fs in aufrechter Stellung sich auf- und niederbewegt. Bei seinem Hochtreten nahm derselbe einen Ueberzug aus der flüssigen Masse mit, welcher in der höchsten Stellung des Kolbens von diesem losgelöst und alsdann ausgeglüht wurde.
Dieses Verfahren wird nach vorliegender Erfindung dadurch leistungsfähiger gemacht, dafs man den Taucherkolben auch beim Senken Glasüberzüge mitnehmen läfst. Diese passiren, ehe sie feste Form annehmen, Walzen, welche sie auf die gewünschte Stärke auswalzen. Gleichzeitig können diese Walzen dazu dienen, das noch heifse Glas abzuschrecken, sowie demselben Riffeln oder andere Figuren einzudrücken.
In den Fig. 1 bis 3 sind die Th eile eines Apparates dargestellt, welche zur Ausführung des vorliegenden Verfahrens geeignet sind.
In Fig. 4 ist eine Vorrichtung zum Antrieb des Taucherkolbens dargestellt.
Der in senkrechter Richtung bewegliche Taucherkolben A, Fig. 1 bis 3, ist an beiden Seiten mit Führungsleisten α ausgerüstet, welche in Nuthen der Führungen b gleiten können. Diese Führungen b sitzen an einem aus geeignetem Material gefertigten Gestell B, welches den Behälter C trägt. In letzterem befindet sich das geschmolzene Glas und bewegt sich der Taucherkolben A.
Das Hoch- und Niedergehen des Kolbens A kann auf verschiedene Weise durch geeignete Hebevorrichtungen geschehen. Am zweckmäfsigsten ist die in Fig. 4 dargestellte Anordnung, bei welcher das Heben durch Wasserdruck erfolgt. Von einem hochgelegenen Wasserbehälter führt ein Rohr D abwärts und mündet von unten in den hohlen Kolben A. Der Druck des Wassers genügt, um den Kolben hoch zu treiben. Geeignete Stopfbüchsen an der Verbindungsstelle des Rohres D mit dem Kolben verhindern das Austreten des Wassers. Das Zuführen des Druckwassers und Ablassen des verbrauchten Wassers wird durch den Dreiweghahn E geregelt, welcher jedoch auch durch andere geeignete Vorrichtungen ersetzt werden kann. Durch mehr oder weniger weites Oeffnen des Hahnes E kann auch die Geschwindigkeit, mit welcher der Kolben sich heben oder senken soll, geregelt werden. Diese Art den Kolben zu heben, hat den besonderen Vortheil, dafs ein beständiges Kühlen des Kolbens vor sich geht, zu welchem Zweck unter anderen Umständen besondere Vorkehrungen nothwendig wären. Gespeist wird der Behälter C aus den Tiegeln F, welche in der oberhalb des Behälters befindlichen Kammer G angeordnet sind. Die Speisung kann auch aus Schmelzgefäfsen oder Schmelzöfen geschehen, welche nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Vorrichtung stehen, jedoch erscheint es zweckmä'fsiger, die Schmelztiegel F in der
angedeuteten Weise anzuordnen, da das Umhertragen des geschmolzenen Glases umständlich und unvortheilhaft ist.
In Fig. ι ist die Anordnung der Schmelztiegel F in Kammern G zu beiden Seiten des Behälters C gedacht. Die Kammern G werden vorzugsweise durch ein Gemisch von Luft und Gas aus einem Siemens'sehen Regeneratorofen geheizt. Sie haben an ihrer tiefsten Stelle je eine Oeffnung c, welche nur während des Leerens der Tiegel F offen gehalten wird, sonst aber durch feuerfeste Steine oder Klötze H geschlossen ist.
Der Boden des Behälters C wird durch Klappen / gebildet, welche durch Gegengewicht I1 in geschlossenem Zustande bezw. gegen den Kolben A angedrückt gehalten werden.
Die Klappenschalen, welche mit feuerfestem Material angefüllt sind, bestehen aus Eisen oder anderem geeigneten Material. Dieselben drücken mit einer scharfen Kante gegen den Kolben A.
Die Gegengewichte I1 können nach Belieben schwerer oder leichter gewählt werden, jedoch müssen die Klappen / mit genügendem Druck gegen den Kolben A, auch bei voll angefülltem Behälter, sich anlehnen.
Das geschmolzene Glas im Behälter C mufs bis auf einen bestimmten Temperaturgrad abgekühlt werden, damit es eine gewisse Dickflüssigkeit erhält, welche zu dem Arbeitsvorgang erforderlich ist. Dieser erforderliche Flüssigkeitszustand richtet sich nach der gewünschten Glasstärke; es spricht jedoch hierbei auch die umgebende Luft, sowie die mehr oder minder vollkommene Kühlung des Kolbens A mit.
Die Anordnung der in dem angrenzenden Raum G befindlichen Schmelztiegel F hat gegenüber den erwähnten Schmelzgefä'fsen noch den Vortheil, dafs Glas von verschiedenartigen Eigenschaften, Beschaffenheit oder Farben dem Behälter C zugeführt werden kann.
Die unterhalb der Klappen J befindlichen Walzen K sind pendelartig mittelst Gelenkstäbe L an Zapfen d aufgehängt, deren Mittellinie vorzugsweise in der Mittelebene des Kolbens A liegt oder aber doch so nahe derselben, däfs die Walzen sich mit einiger Kraft an den Kolben anlegen.
Falls es wünschenswerth erscheint, können die Zapfen auch verstellbar angeordnet werden, so dafs man den Druck, welchen die Walzen auf den Kolben A bezw. auf die Glasscheiben ausüben, verringern oder verstärken kann.
Um ein Längsverschieben der Walzen K zu verhindern, sind dieselben an den Enden mit Flantschen / versehen, welche an den Kanten des Kolbens A laufen. Die Flantschen haben auch noch den Zweck, die Glastafeln seitlich zu führen. An dem Gestell B sind zu beiden Seiten kleine Oeffnungeny1 vorgesehen, welche Stäbe g aus Holz oder anderem geeigneten Material aufnehmen und dieselben in naher Berührung mit dem Kolben A halten, um die Glasschichten von demselben abzustreifen.
Die Wirkungsweise des beschriebenen Apparates ist folgende:
Der Taucherkolben A, dessen obere Kante schwach muldenartig ausgehöhlt ist, wird so tief gesenkt, dafs er vollständig in dem geschmolzenen Glase verschwindet. Alsdann wird der Kolben wieder gehoben, wobei sich auf der muldenförmigen Kante Glas ansetzt und mitgeführt wird.
Es bildet sich auf dem weitersteigenden Kolben auf beiden Seiten eine Glasschicht, deren Dicke zum Theil davon abhängt, wie weit der Kolben abgekühlt ist, ferner von der Beschaffenheit der umgebenden Luft und von dem flüssigen Zustande des Glases. Diese Umstände müssen von dem Arbeiter beobachtet werden und können durch sein rechtzeitiges Eingreifen je nach Bedarf begünstigt werden.
Hat der Kolben A die für die erforderliche Länge der Glasplatten gewünschte Höhe erreicht , so kann er zum Stillstand gebracht werden, oder er wird auf eine kurze Strecke mit erhöhter Geschwindigkeit hochgetrieben, um so das Abreifsen des unteren noch flüssigen Glasendes zu bewirken.
Nachdem die Glasschichten oder Scheiben von oben entfernt sind, wird der Kolben abwärts bewegt. Während des Sinkens des Kolbens werden die Klappen / von demselben um ein Geringes entfernt. Diese Entfernung kann durch eine geeignete Vorrichtung genau geregelt werden und hat den Zweck, zur Bildung neuer Glastafeln das flüssige Glas abzulassen, welches der Kolben A an seiner Oberfläche mitnimmt. Die Walzen K walzen das Glas auf die erforderliche Dicke aus und verleihen gewünschtenfalls demselben eine rauhe oder gerippte oder sonstwie verzierte Oberfläche.
Um die Glastafeln rechtzeitig und an beiden Seiten gleichmäfsig abzukühlen, müssen sie so schnell, wie es angängig ist, von dem Kolben A gelöst werden. Hierzu dienen die in die Oeffnung f1 eingeschobenen Holzstreifen g.
Die Behälter C können auch mit einstellbaren oder abnehmbaren Deckeln M versehen werden, welche die Wärme in der geschmolzenen Masse zurückbehalten und durch welche die gewünschte Abkühlung geregelt werden kann.
Auf diesen Deckeln können auch Schneidbleche N angeordnet werden, mittelst deren man die Glastafeln oder Scheiben von dem unteren Theil abtrennen kann.
Die Behälter C dürfen nicht zu grofs sein, da sie nur eine begrenzte Menge Glas aufnehmen sollen. Es ist beabsichtigt, nach jedem Abzug oder nach nur wenigen Abzügen neue Schmelzmasse aus den Tiegeln einzugiefsen.
Die oben erwähnten scharfen Kanten der Klappen dienen beim Hochsteigen des Kolbens dazu, alle anhaftenden fremden Bestandtheile von demselben abzukratzen. Beim Niedersteigen bestimmen sie die Dicke des Glases und zwingen dasselbe, gleichmäfsig abzufliefsen. Haben die beim Senken des Kolbens sich bildenden Scheiben die gewünschte Länge erreicht, so genügt ein Andrücken der Klappe I, um das weitere Austreten der Glasmasse zu verhindern und die Tafeln abzutrennen.
Die Herstellung der Tafeln oder Scheiben nach dem vorliegenden Verfahren geht sehr schnell von statten. Bei jeder Aufwärtsbewegung des Kolbens werden zwei Scheiben hergestellt und bei der darauffolgenden Abwärtsbewegung zwei weitere Scheiben.
Im Innern des Behälters C berührt der Kolben A die Wandungen desselben nicht. Von den Seitenkanten des Kolbens wird das flüssige Glas während des Hochsteigens durch besondere Schabebleche O abgestreift, beim Niedersteigen geschieht dieses Abstreifen durch entsprechende scharfkantige Vorsprünge an den Klappen I.
Die Dicke der beim Niedersteigen des Kolbens gebildeten Glastafeln kann auch durch besondere Leisten, welche an dem Kolben längs der Seitenkanten angebracht werden und gegen welche die Walzen K sich abrollen, bestimmt werden. Die Leisten können durch Ringe an den Walzen ersetzt werden.
Bei Verwendung der Leisten f müssen in den Klappen I entsprechende Vertiefungen vorgesehen sein, so dafs beim Aufwärtssteigen des Kolbens dieselben mit ungeschwächter Kraft gegen die Fläche des Kolbens andrücken.
Anstatt den Kolben, wie oben beschrieben, durch Wasser zu treiben, kann auch in derselben Weise Dampf angewendet werden. Während im ersteren Falle eine gleichzeitige Kühlung erzielt wird, wird im zweiten Falle eine gleichzeitige Erwärmung erstrebt. Es erscheint dieses in manchen Fällen geboten.
Beim ununterbrochenen Betrieb ist die Kühlung nothwendig. Durch das beständige Durchstreichen durch die- glühende Glasmasse wird der Kolben sehr rasch erhitzt. Das flüssige Glas haftet daher sehr innig an dem Kolben an und die Glastafeln werden zu dick. Hiergegen hat sich die Kühlung als äufserst wirksam erwiesen. Setzt man den Apparat aber in Gang oder läfst zwischen den einzelnen Gängen zu viel Zeit vergehen, so kühlt sich der Kolben selbst so sehr ab, so dafs die Glasscheiben wieder zu dünn werden. Alsdann ist es vortheilhaft, den Kolben anzuwärmen.
Zur Zuleitung des Dampfes kann man sich derselben Rohrleitungen bedienen, welche auch für den Wasserdruckbetrieb verwendet werden. Dieselben bedürfen nur eines besonderen Anschlusses an einen Dampferzeuger und der zugehörigen Anschlufsvorrichtungen, wie beispielsweise in Fig. 4 dargestellt ist.
Der Querschnitt des Kolbens A kann je nach.Wunsch und Erfordernifs gewählt werden.

Claims (4)

  1. Patent-Ansprüche:
    ι . Verfahren zur Herstellung von Glastafeln oder Scheiben, dadurch gekennzeichnet, dafs ein Taucherkolben durch eine geschmolzene Glasmasse von unten herauf durchgeführt und nach Entfernung der am Kolben haftenden Glasschicht wieder herab und durch den Boden des die Schmelzmasse enthaltenden Behälters durchgeführt wird, wobei der Kolben einen zweiten Glasüberzug erhält.
  2. 2. Ein Verfahren der unter i. gekennzeichneten Art, sofern lediglich die Glasscheibenbildung durch Abwärtsführen des Kolbens durch die Glasmasse erzielt wird.
  3. J. Ein Apparat zur Ausführung der unter i. und 2. gekennzeichneten Verfahren, enthaltend einen innerhalb eines mit geschmolzenem Glase gefüllten Behälters (C) auf- und niederbeweglichen Taucherkolben (A), wobei der Boden des Behälters (C) durch Klappen (I) gebildet wird, welche gegen den Kolben (A) einen dichten Abschluss herstellen oder in geringer Entfernung von demselben abstehen, um dem Kolben das Mitführen einer entsprechend dicken Glasschicht zu gestatten.
  4. 4. Bei dem unter 3. gekennzeichneten Apparat die Anordnung einer Walze (K) an jeder Seite des Kolbens, welche unterhalb der Klappe (I) angebracht ist und das am Kolben (A) anhaftende Glas auf eine bestimmte Dicke auswalzt.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
DENDAT68317D Verfahren und Apparat zur Herstellung von Glastafeln oder Scheiben Expired - Lifetime DE68317C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE68317C true DE68317C (de)

Family

ID=341864

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT68317D Expired - Lifetime DE68317C (de) Verfahren und Apparat zur Herstellung von Glastafeln oder Scheiben

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE68317C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE1910086B2 (de) Verfahren und Vorrichtung zum Härten einer Scheibe aus Kalk-Soda-Silikat-Glas
DE68317C (de) Verfahren und Apparat zur Herstellung von Glastafeln oder Scheiben
DE1421723B2 (de) Verfahren und Vorrichtung zur Her stellung eines feuerpolierten Glasbandes
DE3327474C2 (de)
DE682416C (de) Verfahren zur Herstellung von Glasplatten durch Ziehen
DE69091C (de) Verfahren und Vorrichtung zur Her-] stellung von Glastafeln, -Cylindern, -Röhren und dergl
DE1596578A1 (de) Verfahren,Anlage und Vorrichtung zum Herstellen von fadenbildenden mineralischen Werkstoffen sowie zum Herstellen und Aufhaspeln der Faeden
DE1696032A1 (de) Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Flachglas
DE622468C (de) Vorrichtung zur Herstellung von Tafelglas
DE185839C (de)
DE289919C (de)
DE196026C (de)
DE598727C (de) Vorrichtung zum Erzeugen von Glasstaeben oder Glasroehren
DE190805C (de)
DE66919C (de) Verfahren zur Herstellung von Tafelglas
DE53121C (de) Formen von Glasröhren
DE504695C (de) Verfahren zum Abgeben von Posten geschmolzenen Glases aus einem Behaelter
DE1471973C3 (de) Vorrichtung zur Herstellung von schlierenfreiem Tafelglas
DE389522C (de) Einrichtung zum Ziehen von ebenen Glastafeln unmittelbar aus geschmolzener Glasmasse
AT109798B (de) Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Glasplatten.
DE238996C (de)
DE663117C (de) Glassaugspeiser
DE171056C (de)
AT113081B (de) Verfahren und Einrichtung zur Herstellung von armiertem Tafelglas.
AT22019B (de) Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Glasplatten durch Ausheben eines Fangstückes aus der Schmelze.