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Schaltungsanordnung für Leitungswähler Die Erfindung betrifft eine
Schaltungsanordnung für Leitungswähler, bei welcher in einer Kontaktreihe mehrere
Leitungsgruppen angeordnet sind. Bei diesen Leitungswählern ist es erforderlich,
die Schaltarme des Wählers über die Kontakte der nicht gewünschten Leitungsgruppen
mittels einer bestimmten Anzahl selbsttätiger Zusatzstromstöße fortzuschalten. Um
für diese' Fortschaltung eine ausreichende Zeit zur Verfügung zu stellen, wurden
bereits Anordnungen vorgeschlagen, bei denen durch die erste Stromstoßreihe die
Bestimmung über die Zahl der Zusatzstromstöße getroffen wird, welche sodann erst
nach der gesamten Stromstoßgabe wirksam werden und den Wähler auf den Anschlußkontakt
der durch die Nummernstromstoßgabe bestimmten Leitung fortschalten. Die bekannten
Anordnungen dieser Art (österr. Patent 97 5 z o) benötigen für die Bestimmung der
Zahl der Zusatzstromstöße ein besonderes Speicherschaltwerk für jeden Wähler und
für die Aussendung dieser Zusatzstromstöße einen weiteren Schalter, welcher gegebenenfalls
mehreren Wählern gemeinsam zugeordnet ist. Zudem muß der Wähler selbst mit einer
großen Kontaktbank zum Anschluß einer Vielzahl von Leitungsgruppen ausgerüstet sein.
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Die Erfindung erzielt eine wesentliche Vereinfachung dieser Schaltungsanordnungen
für Leitungswähler mit mehreren Leitungsgruppen in einer Kontaktreihe, von welchen
nicht gewünschte Gruppen durch Fortschaltung mittels einer durch die erste Stromstoßreihe
bestimmten, jedoch erst nach der gesamten Stromstoßgabe wirksam werdenden Anzahl
von Zusatzstromstößen überfahren werden, dadurch, daß ein mehreren Teilwählern vorgeordnetes
Schaltwerk unter dem Einfluß der Gruppenkennzeichnungsstromstöße sowohl den fortzuschaltenden
Teilwähler als auch die Zahl der Fortschaltestromstöße bestimmt und zugleich als
Stromstoßsender für die Zusatzstromstöße dient: Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
ist in der Zeichnung dargestellt. Diese Schaltungsanordnung zeigt einen solchen
unterteilten Leitungswähler, bei welchem die einzelne Leitungsanschlüsse enthaltenden
Schaltwerke (Ein-erwählerEW) als 3oteilige Drehwähler ausgebildet sind mit je drei
deka,-dischen
Leitungsgruppen in jeder Kontakt-Bank. Der vorgeordnete
Wähler (Zehnerwähler ZW), welcher durch die die Gruppe kennzeichnenden Stromstöße
verstellt wird; liegt außerhalb des Sprechweges und ist ebenfalls als 3oteiliger
Drehwähler ausgebildet. Die Erfindung ist auf diese Ausbildung der Schaltungsanordnung
und der Schaltwerke nicht beschränkt.
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Zur Einstellung .des über Vorwahlorgane AS o. dgl. belegten Leitungsw
ählers sendet der anrufende Teilnehmer T Zehner- und Einerstromstoßreihen. Die Stromstöße
wirken auf das Linienrelais T, welches entsprechend oft kurz nufeinanderfolgend
äberregt wird. Relais I ist als Verzögerungsrelais für die ganze Dauer der Einstellung
des Leitungswählers mittels Kontakt i4 erregt. Während der Einstellung des Zehner-
und Einerwählers ist ferner das im Stromkreis der Drehwählermagneten DZW und DEWl
liegende verzögerte Relais II erregt. Mit Kontakt i6 sind anfangs ferner die Verzögerungsrelais
V und W :erregt, und zwar über Wellenrwhekontakte wzwl bzw. wewl. Mittels der Kontakte
14, w4 und v4 ist somit der Stromkreis zur Einstellung des vorgeordneten Wählers
ZW vorbereitet.
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Angenommen, es soll ein Teilnehmer der ersten Kontaktgruppe zt bis
to des nachgeordneten Wählers EW, ausgewählt werden, z. B. der Teilnehmer T". Bei
Empfang der ersten aus - einem Stromstoß bestehenden Zehnerstromstoßreihe werden
die außerhalb des Sprechweges liegenden Schaltarme a und b um .einen Schritt verstellt.
Während der Stromstoßreihe hält sich Relais TV nach Öffnen des Wellenkontaktes wzwl
über Kontakt 112 und v2. Nach der Stromstoßreihe jedoch fällt Relais 1I und damit
auch Relais V verzögert ab. Kontakt v4 bereitet den Einstellstromkreis für den mit
Schaltarm a vorbereiteten Drehwähler EW, vor.
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Die zweite Str omstoßrei he mit-sechs S chleifenunterbrechungen gelangt
nun auf den Drehmagneten DEWl, so daß dieser Wähler auf die zum Teilnehmer T" führende
Leitung engestellt wird. Nach dem ersten Schritt, nach welchem sich der Wellenkontakt
wewi öffnet, hält sich Relais W über Kontakt 112, v2 und zu, selbst. Auch fällt
es nach der Einstellung und dem verzögerten Wiederabfall von Relais II verzögert
ab. Über Kontakt zu, und den Wellenkontakt wzw, wird der Drehmagnet DZW in den vom
Unterbrecher RU beherrschten Weiterlaufströmkreis gelegt und läuft in die Ruhelage.
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Das über Kontakt zuew, und II6 und das. Bürstenpaar b angelegte Potential
ist in der Verzögerungszeit des Relais W nicht zur Wirkung gekommen. Wenn die untre
Bürste b auf den Kontakt 5z und folgende trifft, wird der Prüfstromkreis über Relais
P geschlossen: 1VeW2, 116, Arm b auf Kontakte 51 ff., ho.cb-und niederohmige
Wicklung von Relais P, y4, Arm c, von EWl, Kontakt 16, Teilnehmerrelais T16,
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Relais P spricht bei freiem Teilnehmer T16 an und schließt mit Kontakt
p4 zusammen mit Kontakt I6,seine hochohmige Wicklung zwecks Sperrung des gewählten
Anschlusses unter .Selbsthaltung kürz.
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Ist der gewählte Teilnehmer besetzt, so läuft, ohne daß Relais P ansprechen
konnte, der Wähler ZW in die Ruhelage weiter. Hier liegt eine Drittwicklung des
Relais I über Kontakte I2 und p2 an einer geerdeten Summerstromquelle Sis. Der anrufende
Teilnehmer T erhält das Besetztzeichen.
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Der freie Teilnehmer wird in an sich bekannter Weise angerufen, indem
die Kontakte p1 und p5 Rufstrom über das mit Kontakt e4 durch Kürzschluß verzögerte
Relais Y anlegen. Der antwortende Teilnehmer erregt erst im Gleichstrom über die
beim Hörerabheben geschlossene Teilnehmerschleife das Relais Y. Dieses öffnet mit
seinem Kontakt y4 den Kurzschluß über Relais E unter Kurzschluß des Relais P und
spricht an Stelle dieses Relais im Sperrstromkreis an. Es schaltet die Sprechverbindung
mittels der Kontakte e2 und es durch. Die Speisung erfolgt- getrennt für Rufenden
und Gerufenen über die Relais J bzw. Y. Diese Relais beherrschen auch mit ihren
Kontakten i4 bzw. y4 die nicht näher zu beschreibende Auslösung des eingestellten
Leitungswählers.
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Wird' andererseits eine Leitung in der zweiten Einerwählerdekade,
z. B. die zurn Teilnehmer T26 führende gewählt, so wird zwar nach Einstellung des
vorgeordneten Wählers ZW auf Kontakt 2 über Arm a. wieder der Drehmagnet des ersten
nachgeordneten Wählers EW, angeschlossen; über Arm b wird jedoch der Stromkreis
zur Erregung des Relais F vorbereitet.
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Die Einerstromstoßgabe stellt die Arme von EW, auf den Kontakt 16
der Kontaktbank ein, eine Durchschaltung findet aber noch nicht statt. In der Verzögerungszeit
des Relais W nach Abfall des Relais II wird nämlich die Weiterschaltung des EW,
auf die zweite Dekade veranlaßt. Über +, zvew2, II6, Arm b von ZW Kontakt
z, Widerstand Wi, wg, Relais F, - spricht das verzögerte Doppelankerrelais F in
die erste Stufe an. Es schließt seine Kontakte f, und fh. Wenn dann nach Abfall
des Relais W über Kontakt Tu,
der Weiterlaufstromkreis für den Drehwähler
ZW geschlossen wird, bleibt Relais F eiltweder über Widerstand Wil und den eigenen
Kontakt
ffs oder unter Zwischenschaltung des Kontaktes w, in dieser ersten Erregungsstufe
gehalten. Vom i i. Schritt ab erhält bis zum 30. Schritt der Drehmagnet DEWi über
jeden zweiten Bankkontakt und Kontakt ff, einen Stromstoß. Der Wähler EW, wird daher
um zehn Schritte forttransportiert. Er bleibt auf Kontakt 26 der gewünschten Leitung
stehen. Der Weiterlauf des Wählers ZW über Kontakte 31 bis 5o hat keine weitere
Stromstoßgabe zur Folge, da der Kontakt fs, offen ist. Vom Kontakt 51 an kann jetzt
geprüft werden und so, wie beschrieben, die Durchschaltung zum gewählten Teilnehmer
T" veranlaßt werden.
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Bei Wahl eines Teilnehmers der dritten Einerwählerdekade, z. B. des
Teilnehmers T36, werden nach vorläufiger Einstellung des Wählers EW, wiederum auf
Kontakt 16 Weiterlaufstromstöße, jetzt aber 2o, gegeben. Ihre Abgabe wird nach Empfang
der Einerstromstoßreihe durch Vollerregung des Relais F über Arm b und Kontakt 3
von Wähler ZW veranlaßt. Relais F schließt nämlich alle seine Kontakte, schließt
insbesondere durch Kurzschluß der Widerstände Wi bzw. Wii mit Kontakt fsl und fs,
einen Haltestromkreis für die Vollerregung. Da somit neben Kontakt ff4 auch Kontakt
fs, geschlossen bleibt, erhält der Einerwähler EW, vom i i. Schritt ab bis zur Erreichung
des 50. Schrittes über das Armpaar b von Wähler ZW nach jedem zweiten Schritt einen
Fortschaltestoß, macht im ganzen also 20 Zusatzschritte. Nachdem auf diese Weise
der Bankkontakt 36 erreicht ist, schließt sich die selbsttätige Prüfung und Sperrung
an. Auch Rufen und Durchschaltung usw. wird in diesem Falle wie sonst bewerkstelligt.
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Ein Teilnehmer der vierten Dekade ist am nicht dargestellten Wähler
EW, angeschlossen, welcher über Arm a, Kontakte 4 bis 6 des Zehnerwählers ZW erreicht
wird. Auch auf diesen Einerwähler EW, der als mit drei Dekaden ausgerüstet angenommen
ist, werden je nach Einstellung des Armpaares b von ZWlo oder 2o Zusatzstromstöße
gebracht, und zwar nach, Empfang aller Numm;erns,tromstoßreilien. Die nach Aussendung
der Nummernstromstoßreihen verzögerte Prüfung ist in keinem Falle nachteilig gegenüber
den wesentlichen übrigen Vorzügen der Schaltungsanordnung. Im Gegenteil, es wird
erzielt, daß bei einem nach beendigter Wahl erfolgenden Verzicht des anrufenden
Teilnehmers auf die Verbindung der Anruf der gewünschten Stelle verhindert ist.
Sollten trotzdem anrufende Teilnehmer, insbesondere in Anlagen mit Rückübertragung
von Rufkon,trollz.eichen, u:ngedLddig sein, so könnte diesen als Beruhigungssignal
unmittelbar nach der Einerwahl in jedem Falle ein erstes Kontrollzeichen gesandt
werden. Im Besetztfalle wird dieses Zeichen dann vom Besetztsummer Su ersetzt werden.