DE66947C - Apparat zum Waschen, Entfetten, Bleichen und Färben von Textilstoffen - Google Patents
Apparat zum Waschen, Entfetten, Bleichen und Färben von TextilstoffenInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
Zusatz zum Patente «Λί 6oioo vom 14. Februar 1891.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 3. Januar 1892 ab. Längste Dauer: 13. Februar 1906.
Den Gegenstand des vorliegenden Zusatz-Patentes bildet eine derartige Abänderung des
durch das Haupt-Patent geschützten Apparates, dafs beim Hindurchsaugen von Flüssigkeit durch
die Behandlungskammer der die Saugwirkung hervorrufende Strom zunächst durch die eine
und dann durch die andere der beiden Saugekammern hindurchgeht, zum Zweck, den Verlust
an Färbeflüssigkeit zu beseitigen bezw. zu vermindern, welcher bei dem Apparat des
Haupt-Patentes immer auftritt, weil dort von dem Saugstrom ein Theil der Färbeflüssigkeit
in Gestalt von Sprühregen oder in fein zertheiltem Zustande mit nach aufsen gerissen
wird.
Die beiliegende Zeichnung veranschaulicht einen derartig abgeänderten Apparat, und zwar
ist die Abänderung als Beispiel an dem durch den Anspruch 1. des Haupt-Patentes gekennzeichneten
Apparat dargestellt.
Fig. ι giebt einen senkrechten Längsschnitt. Fig. 2 ist eine von der Behandlungskammer
aus nach den Saugekammern gesehene Seitenansicht, theilweise im Schnitt nach der Linie A-B
der Fig. 1 und 3. Fig. 3 zeigt einen Grundrifs und Fig. 4 einen senkrechten Querschnitt
nach der Linie C-D der Fig. 1 und 3.
Der Bottich a, welcher in der Zeichnung als
aus innen emaillirtem Metall bestehend angenommen ist, aber auch aus anderem Material
angefertigt sein kann, hat an seinem Boden an einem oder beiden Enden durch Hähne oder
in anderer Weise verschliefsbare Auslafsöffnun-· gen al, um die im Bottich enthaltene Flüssigkeit
nach Bedarf ablassen zu können.
Innerhalb des Bottichs ist ein schlangenförmig gewundenes Rohr m2 untergebracht,
durch welches Dampf hindurchgeleitet wird, wie weiter unten angegeben, um die im Bottich
enthaltene Flüssigkeit zu erhitzen.
Diese Heizschlange m2 ist so angeordnet,
dafs sie nahe den inneren Wandungen des Bottichs liegt und mithin genug Raum läfst
für das Einführen von Werkzeugen in den Bottich, welche zum Umrühren des Inhalts des
Bottichs bezw. zum Reinigen des letzteren dienen.
Die Behandlungskammer h und die dazugehörigen Kanäle bestehen jetzt aus einem
Gufsstück, welches aufsen einen Flantsch hat und mit diesem auf dem oberen Rand des
Bottichs α aufruht.
Aufserdem hat das Gufsstück seitlich, in Fig. 1 rechts, einen Flantsch zur Verbindung mit
einem gegossenen Doppelrohr c, welches sich von den Kanälen der Behandlungskammer h
nach den beiden Saugekammern b und f erstreckt, von welchen Kammern in der Folge
die eine b die grofse und die andere f die kleine genannt werden sollen.
Unter der Behandlungskammer h befinden sich zwei Hohlräume ha, Fig. 1, und hb, Fig. 4,
von denen ha durch den Kanal c4 des Doppelrohres
c, Fig. i, mit der grofsen Saugekammer b,
hb dagegen durch den Kanal f'2, Fig. 2, des
Doppelrohres c mit der kleinen Saugekammer f in Verbindung steht.
Jeder der Hohlräume h" und hb communicirt
durch ein besonderes Ventil c5 bezw./6, Fig. 4,
mit einem Hohlraum d, der sich unmittelbar unter der Platte j befindet, welche das zu behandelnde
Material, z. B. Kötzer, wie die Zeichnung angiebt, trägt.
Jedes Ventil c5 und f6 besteht aus einer
Gummischeibe, welche in der Mitte ein durchgehendes Loch hat und dort auf einen Bolzen
aufgesteckt ist, dessen eines Ende in der Mitte des Ventilsitzes befestigt ist und dessen anderes
Ende unterhalb der Gummischeibe eine gewölbte Platte (c6 für das Ventil c5, /7 für das
Ventil /6) trägt, welche die Abwärtsbewegung
der Ventilscheibe bezw. das Oeffnen des Ventils •begrenzt. In Fig. 1 und 4 sind die Ventile
geschlossen dargestellt, die Scheiben liegen dicht gegen ihre Sitze.
Der Sitz des Ventils c6 ist vom unteren, theilweise durch einen Rost geschlossenen Ende
eines oben offenen Rohres ca gebildet, welches
unten in ein Loch der zwischen den Kanälen ha
und d befindlichen Scheidewand eingesetzt und an letzterer mittelst eines aufsen an ihm angebrachten
Flantsches in einer Aussparung der Scheidewand luftdicht festgemacht ist. Das 'obere Ende des Rohres ca liegt unmittelbar
gegen die untere Fläche der das zu behandelnde Material tragenden Platte j und dient mit zur
Unterstützung dieser Platte, während die Seitenwandung des Rohres ca durchgehende Löcher
oder Schlitze hat, damit aus dem Hohlraum d tropfbare oder gasförmige Flüssigkeiten in das
Innere des Rohres ca und von da durch das geöffnete Ventil in den Kanal ha gesaugt werden
können.
Der Sitz des Ventils fe befindet <-sich am
unteren Ende eines Rohres/9, Fig. 4, welches ebenfalls in ein Loch der zwischen den Kanälen
hb und d vorgesehenen Scheidewand eingepafst
und mit einem an seinem oberen Ende aufsen angebrachten Flantsch gegen diese Scheidewand
abgedichtet ist.
Beide Ventile c5 und /e werden von oben,
d. i. von der Kammer h aus, in die richtige Stellung gebracht.
Der untere Fortsatz /16 der Behandlungskammer h erstreckt sich unterhalb des Spiegels
der in dem Bottich befindlichen Flüssigkeit, und zwischen diesem Fortsatz und dem die
Kanäle ha hb und d einschliefsenden Theil des
Gufsstückes ist ein ringförmiger Kanal h9 gelassen,
welcher nur an der Verbindungsstelle der Kanäle ha und hb mit den Kanälen c4
und /2 unterbrochen ist und durch welchen die Flüssigkeit aus dem Bottich in die Behandlungskammer
steigen kann.
Der mittlere bezw. innere Theil des die Behandlungskammer umschliefsenden Gufsstückes
ist mit dem äufseren Theil durch Rippen /z8
verbunden.
Der Deckel h3 der Behandlungskammer ist an einer Seite bei fo4 um ein Scharnier drehbar
und hat ringsum einen nach unten vorstehenden Rand hc, welcher, wenn der Deckel auf
die Behandlungskammer niedergeklappt ist, in eine um letztere laufende Ringnuth hd eindringt
und sich gegen einen auf dem Boden dieser Nuth ruhenden Ring von Gummi oder anderem
elastischen Material legt. Behufs besserer Abdichtung wird die Ringnuth hd, ehe der
Apparat in Betrieb gesetzt wird, mit Flüssigkeit gefüllt.
Aufsen um die Behandlungskammer h läuft ferner ein Ringkanal Ti1 herum, Fig. 1 und 4,
welcher durch eine Anzahl von engen, in den oberen Rand der Kammer h ausmündenden
Löchern h2 mit der Kammer h in Verbindung
steht und zum Zuführen von Luft oder Dampf in die Kammer dient. Die Zuführung von
Luft, Dampf oder Gas oder einem Gemisch von Luft und Dampf in diesen Kanal h1 erfolgt
durch einen passenden Hahn oder ein Ventil k, welches an der Aufsenseite der Kammer
h gebildet und angebracht ist.
Mit diesem Hahn k steht ein waagrechtes Rohr ka, Fig. 3 und 4, in Verbindung, durch
welches die Luft oder das Luft- und Darnpfgemisch zu dem Hahn k gelangt.
Das . dem Hahn abgewendete, in Fig. 1 hinter
der Saugekammer b punktirt gezeichnete Ende dieses Rohres ka hat vortheilhaft eine Anzahl
kleiner durchgehender Löcher, um der Luft Eintritt zu gewähren. Ferner dringt das untere
Ende eines dünnen Dampfrohres n1 in das genannte
Ende des weiteren Rohres ka hinein, so dafs, wenn Dampf und Luft zur Behandlung
erforderlich sind, der eintretende Dampfstrahl mit zum Einsaugen und Forttreiben der Luft
nach dem Hahn und in die Behandlungskammer h beiträgt. Das andere Ende des
Rohres ηλ steht mit einem der Wege des Spiegels eines (weiter unten beschriebenen)
Schiebers in Verbindung.
Die grofse Saugekammer b, Fig. 1, hat in ihrem Boden eine Oeffnung, an welche sich
ein kurzes Rohr c2 anschliefst, das den Sitz für ein Gummischeibenventil cl bildet, welches
ähnlich dem vorher beschriebenen Ventil c5 ist. An einer Seite dieser grofsen Kammer b, in
Fig. ι rechts, befindet sich eine Oeffnung b2,
welche durch eine Platte verschlossen ist, und ferner ist im oberen Ende der grofsen Kammer
b eine Oeffnung b% vorgesehen, welche ebenfalls mit einer Platte verschlossen ist.
Diese Platte hat in der Mitte ein Loch und rings um dasselbe einen kurzen Stutzen zur
Aufnahme des Endes eines Rohres b1, dessen
Zweck weiter unten angegeben ist.
An dem Boden der kleinen Saugekammer/ sitzt aufsen seitlich, in Fig. 2 rechts, ein mit
Flantsch versehener Stutzen, welcher mit einem von dem Kanal f'z des Doppelrohres c nach
oben abzweigenden Stutzen verbunden ist und so Verbindung zwischen dem Kanal /2 und
einem Kanal /* herstellt, welcher in oder an der Seite der kleinen Kammer / gebildet ist.
Das obere Ende dieses Kanals /4 steht durch ein Rohr/1 mit dem einen Weg des Spiegels
eines weiter unten beschriebenen Schiebers in Verbindung.
Von dem Spiegel des oben genannten Schiebers geht auch ein Rohr g1 aus, das in die kleine
Saugekammer/ einmündet und in -ein in letzterer angebrachtes Rohr g übergeht, welches
nach abwärts gebogen und mit seinem unteren offenen Ende dem Boden der kleinen Kammer/
zugewendet ist.
Oben auf der kleinen Kammer / ist ein Dampfejector m vorgesehen; der dargestellte
ist so eingerichtet, dafs der Dampf durch die Mitte desselben in der Längsrichtung und die
Luft oder andere gasförmige Flüssigkeit nahe der Dampfdüse durch einen ringförmigen Kanal
hindurchgehen, welch letzterer mit der kleinen Kammer / durch eine im Deckel der letzteren
gebildete Oeffnung communicirt. Dem Ejector wird der Dampf durch ein Rohr mi von dem
weiter unten erläuterten Schieber aus zugeführt, während das vom Ejector kommende Dampfund
Luftgemisch durch ein Rohr m1, Fig. 2,
nach der im Bottich α befindlichen Heizschlange m'2 geleitet wird.
Von dem Rohr mL zweigt seitlich ein
Rohr m3 ab, durch welches nach Bedarf Dampf nach anderen Stellen hin abgeleitet werden
kann.
An der Aufsenseite der grofsen Saugekammer b ist ein Schieberkasten e angebracht,
der durch eine mittlere Scheidewand in zwei Kästen getheilt ist und zwei Schieber enthält,
von denen der eine die Dampfverfheilung, der andere die Luftvertheilung vermittelt.
Diese Schiebereinrichtung ist in den Fig. 5, 6 und 7 dargestellt. Fig. 5 giebt einen Querschnitt
durch den Luftschieber nach E-F der Fig. 7, Fig. 6 einen gleichen Schnitt durch den
Dampfschieber nach G-H der Fig. 7 und letztere Figur eine Ansicht des doppelten
Schieberkastens; der Deckel desselben ist abgenommen gedacht.
Der Dampfschieber m6, Fig. 6, bedeckt in seiner mittleren Stellung den Weg m5 seines
Spiegels mit Ueberlappung. Der den Kasten des Dampfschiebers abschliefsende Deckel m7
ist dampfdicht angebracht und die Schieberstange Wi8 geht durch eine Stopfbüchse hindurch.
Mittelst eines nicht dargestellten Rohres wird durch die Oeffnung m9 in den Schieberkasten
Kesseldampf eingeführt, welcher den Schieber m6 gegen seinen Spiegel angedrückt
erhält, so dafs bei der gezeichneten Stellung kein Dampf durch den Weg m5 entweichen
kann.
Der Weg m5 ist mit einem Hohlraum ma
in Verbindung, in welchen bei mi das Rohr m*,
Fig. 3, einmündet, dessen anderes Ende zum Ejector m führt. Der Schieber läfst nur dann,
wenn er sich an dem einen oder anderen Ende seines Hubes befindet, also wenn er den
Weg m5 freigegeben hat, Dampf in den Ejector ein.
Neben dem Weg m5 des Dampfschieber-Spiegels
ist noch ein kleinerer Weg η vorgesehen, welcher ebenfalls von dem Schieber
bedeckt oder freigegeben wird; dieser Weg ist offen, wenn Dampf oder Dampf und Luft
durch die zu behandelnden Stoffe hindurchgesaugt werden.
Mit dem Weg η steht ein im Schieberkasten gebildeter Kanal in Verbindung, der mit dem
einen Ende des Rohres n1, Fig. 6 unten, verbunden
ist.
Der in Fig. 5 gezeigte Schieber e1 dient dazu,
die Verbindung zwischen dem Ejector und der grofsen und der kleinen Saugekammer herzustellen
oder zu unterbrechen, sowie Luft in diese Saugekammern einzulassen, wenn in letzteren
keine Saugwirkung herrscht, damit die in den Kammern befindliche Flüssigkeit nach aufsen
ablaufen kann.
Der Schieber e1 ähnelt einem gewöhnlichen
Dampfmaschinenschieber und bedeckt wie letzterer drei Wege, hat jedoch in seiner Mittelstellung
keine Ueberlappung, so dafs er dann die beiden äufseren Wege e2 e3 nicht vollständig
abschliefst. Der Weg e2 ist mit dem einen Ende des Rohres b1 verbunden, dessen
anderes Ende oben in die grofse Saugekammer b einmündet. Der andere Weg e3
steht mit dem einen Ende eines Rohres/1, Fig. 1, in Verbindung, das zu dem innen in der
Seitenwand der kleinen Saugekammer/ liegenden Kanal /4 führt. Der mittlere Weg e4,
Fig. 5, communicirt mit dem einen Ende eines Rohres g1, dessen anderes Ende mit dem
inneren, nach abwärts gebogenen Rohr g Fig. ι, der kleinen Saugekammer / verbunden
ist.
Der Schieber e1 hat eine Höhlung (ähnlich
jener für den Auslafs bestimmten eines Dampfmaschinenschiebers), welche mit dem mittleren
Weg e4 communicirt.
Der Kasten des Schiebers e1 braucht nicht
luftdicht abgeschlossen zu sein und die Schieberstange e5 nicht durch eine Stopfbüchse zu
gehen; es tritt atmosphärische Luft frei in den Schieberkasten über dem Schieber e1 ein, und
zwar durch irgend eine passende Oeffnung
oder Spalte. Wenn der Schieber e1 seine
mittlere Stellung (Fig. 5) einnimmt, so tritt Luft aus dem Kasten frei durch beide Wege e2
und e3 ein und strömt von da in beide Saugekammern b und /. Befindet sich der Schieber
e1 in einer Endstellung, so ist durch den mittleren Weg e4, die Höhlung des Schiebers e1
und den Weg e2 Verbindung zwischen dem Ejector m und der grofsen Saugekammer b
hergestellt, gleichzeitig tritt aber von dem Schieberkasten aus Luft durch den Weg e3,
Rohr/1, Kanal/4, Kanal/2 in den Hohlraum hb unter das Ventil /e und hält letzteres
geschlossen, während durch das Ventil c5 Flüssigkeit abgesaugt wird.
Zu dieser Zeit ist zwischen der kleinen Saugekammer/ und dem Ventil/6 keine Verbindung
vorhanden, da diese Verbindung erst durch den Schieber e1 hergestellt wird, wenn dieser die
entgegengesetzte Endstellung einnimmt. Ist letzteres der Fall, so ist der mittlere Weg e4
durch die Höhlung des Schiebers e1 und den Weg e3 mit dem Rohr/1 in Verbindung gebracht;
die Flüssigkeiten gehen dann durch das Ventil /e, den Hohlraum hb, Kanäle /2
und/4, Rohr/1, Weg ei, Höhlung des Schiebers
e1 und Rohre gl und g in die kleine
Saugekammer/ und von da um die Gase und Dämpfe durch den Ejector m in das Rohr m1.
In dieser Zeit ist der Weg e1 nach dem Schieberkasten
zu offen, und es tritt daher Luft in die grofse Saugekammer b und den von hier durch
den Kanal c4 und den Hohlraum ha unter das
Ventil c5, welches dann geschlossen wird. Infolge der in die grofse Saugekammer b eindringenden
Luft öffnet sich das Ventil c1 und gestattet der in die Kammer b eingesaugten
Flüssigkeit, in den Bottich α zurückzulaufen.
Jede tropfbare Flüssigkeit, welche von dem Saugstrom mitgerissen wird, fliefst von dem
Rohr g nach abwärts in den unteren Theil der kleinen Saugekammer/ und wird so zurückgehalten
und daran verhindert, durch den Ejector m abgesaugt zu werden.
Der grofse Vortheil, welchen das Absaugen der gasförmigen Flüssigkeiten aus der grofsen
Saugekammer/ hindurch gewährt, besteht in der Ersparung von Färbeflüssigkeit, von welch
letzterer (wenn diese Anordnung nicht angewendet wird) immer etwas in Form von Regen
oder in fein zertheiltem Zustande von dem durch den Ejector oder ähnlich wirkenden
Apparat erregten Strom mitgerissen wird.
Wenn Dampf durch den Hahn k zugeführt und durch das zu behandelnde Material hindurchgesaugt
werden soll, so ist dies nur zu der Zeit nöthig, wo man diese Operation ausführen
will. Der Dampfzulafs wird geregelt durch den Schieber m6, welcher entsprechend gestaltet ist,
um je nach seiner Stellung aufser dem Weg to5
auch noch den kleinen Weg n, Fig. 7, zu bedecken oder freizugeben. Ist der Weg η freigelegt,
so tritt Dampf durch denselben und die Anschlufskanäle in das Rohr nK .
Von dem Rohrn1 zweigt ein Rohr«2, Fig. 1,
ab, welches sich bis unter den Spiegel der in dem Bottich α enthaltenen Flüssigkeit erstreckt,
um letztere nach Bedarf unmittelbar durch Dampf erhitzen zu können.
Durch Schliefsen oder Oeffnen eines im Rohr η2 vorgesehenen Hahnes läfst sich die
Dampfzufuhr abschneiden oder bewirken.
Der zum Einlassen von Luft, Dampf oder einem Gemisch von Luft und Dampf dienende
Hahn k, Fig. 1 und 4, wird mittelst eines Handhebels / eingestellt, welchem entweder die
in Fig. ι in vollen Linien gezeigte Mittelstellung oder eine der beiden in derselben Figur durch
punktirte Linien Z1 und Z2 angedeuteten Endstellungen
gegeben wird. Der Handhebel Z hat unten einen Arm Z3, Fig. 4, welcher durch
eine Stange Z4, Fig. 1, mit dem einen Arm eines Winkelhebels Z5 verbunden ist, der seinen
Drehpunkt in einer an der Aufsenseite der grofsen Saugekammer b befestigten Stütze hat.
Der andere Arm des Winkelhebels Z5 steht durch einen senkrechten Lenker Z6 mit einem
Kreuzkopf Z7 in Verbindung, an welchem beide Schieberstangen e5 und m8 befestigt sind. Diese
Stangen werden also gleichzeitig auf- und abbewegt und der ganze Apparat durch Bewegen
des Handhebels Z in oder aufser Thätigkeit gesetzt.
Die zu behandelnden Stoffe, in der Zeichnung Kötzer, werden von einer Platte j, Fig. 1, getragen,
welche eine hohle Handhabe j2 hat, deren Hohlraum einerseits mit dem oberen
Theil der Behandlungskammer h und andererseits mit dem Innern des Ventilsitzrohres ca und
durch dieses mit dem Raum d in Verbindung steht, so dafs die Luft aus h durch die Handhabe entfernt und dann Flüssigkeit aus dem
Bottich in h eintreten kann. Die Platte j ruht, wenn sie in der Behandlungskammer ist, auf
einem RingJ1 von Gummi oder anderem elastischen
Material.
he, Fig. 4 links, ist ein Flüssigkeitstandszeiger
(ähnlich den Wasserstandszeigern der Dampfkessel), welcher an seinem unteren und
an seinem oberen Ende mit der Behandlungskammer communicirt und anzeigt, wenn sich
Flüssigkeit in dieser Kammer befindet und wie hoch der Stand dieser Flüssigkeit ist.
p, Fig. 2 rechts unten, ist ein Thermometer, welches in einen Ansatz des Doppelrohres c
eingesetzt ist und in die Flüssigkeit des Bottichs eintaucht, um deren Temperatur anzuzeigen.
q, Fig. 2, ist ein Glasrohr, dessen unteres Ende auf dem Gufsstück (Doppelrohr) c aufruht
und mit dessen Kanal c4 in Verbindung steht. Dieses Rohr q wird oben von einer
an der kleinen Saugekammer / angebrachten
Stütze getragen und communicirt dort durch ein Rohr ^r' mit dem oberen Theil der Saugekammer
b.
Durch einen Kanal der Stütze steht die Saugekammer / mit dem Druckmesser q2 in
Verbindung, so dafs der jeweilig in der Kammer f herrschende Druck von dem Messer q'2
abgelesen werden kann.
Wenn aus der Behandlungskammer h Flüssigkeit nach der grofsen Saugekammer b gesaugt
wird, so ist der Kanal c4 voll Flüssigkeit, und
in dem Mafse, wie die Flüssigkeit in der Kammer b steigt, steigt die Flüssigkeit auch in dem
Glasrohr q, so dafs an einer auf oder neben letzterem angebrachten Marke ersichtlich ist,
wenn die Flüssigkeit in der grofsen Saugekammer b den zulässig höchsten Stand erreicht
hat, worauf die Operation unterbrochen wird.
Gewünschtenfalls kann das Glasrohr q am oberen Ende anstatt mit der Saugekammer b
mit der Saugekammer/ und dem Druckmesser communiciren, aber in diesem Falle ist ein
kleines Rückschlagventil in der das obere Ende des Glasrohres q tragenden Stütze vorzusehen,
welches Ventil sich hebt und den Durchgang zwischen Glasrohr und Saugekammer f verschliefst,
wenn ein genügend kräftiger Strom in dem Glasrohr aufwärts steigt, was eintritt,
sobald Luft in die grofse Saugekammer eingelassen ist, während die kleine Saugekammer/
ausgepumpt wird.
r ist ein gewöhnlicher Dampfdruckmesser, der durch ein Rohr r1 mit dem Dampfrohr mi
in Verbindung steht.
In einigen Fällen werden die zu behandelnden Stoffe zwei oder mehreren Operationen
unterworfen. Durch Bewegen des Handhebels / aus seiner mittleren Stellung in seine eine Endstellung
Z2 und hierauf in seine andere Endstellung
Z1 wird eine vollständige Operation — Hindurchsaugen erst von Flüssigkeit und dann
von Dampf, Luft oder Dampf mit Luft — ausgeführt. Die gewünschte Anzahl solcher vollständiger
Operationen bildet eine Operationsrunde. Um gegen die Vergefslichkeit des den Apparat bedienenden Arbeiters geschützt zu
sein, kann ein Zählapparat vorgesehen werden, welcher jede vollständige Bewegung des Handhebels
markirt.
Dieser Zählapparat kann in der Weise eingerichtet sein,' dafs die Stange e5 des Schiebers
el verlängert wird, nach oben aus dem Schieberkasten vorsteht und auf einen Arm
einwirkt, der um die Achse eines Schaltrades drehbar ist und eine Klinke trägt, welche bei
jeder Auf- oder Abbewegung der Schieberstange das Schaltrad um· einen oder mehr Zähne
dreht. Auf das Schaltrad wirkt noch eine zweite Klinke ein, welche das Zurückdrehen
des Rades verhütet. Die Achse des Schaltrades steht durch Zahnräder mit der Achse
eines Zeigers in Verbindung, der auf die Ziffern eines Zifferblattes t hinweist.
Das Zahnrädergetriebe wird durch Auswechseln der Räder so hergerichtet, dafs,
welche Anzahl vollständiger Operationen auch immer zu einer Runde gehören mögen, der
Zeiger nach Vollendung der letzten Operation auf die Null des Zifferblattes zeigt.
Mit dem oben beschriebenen Zählwerk für die Operationen können auch noch andere
Zeigerzählwerke für die Anzahl der Runden oder der behandelten Materialsätze (Platten oder
Kötzer oder dergleichen) in Verbindung gebracht werden. Wenn in die kleine Saugekammer
f Luft eingelassen wird, so kann die in dieser Kammer befindliche Flüssigkeit nach
aufsen in den Bottich fliefsen, und zwar durch ein Gummischeibenventil f3, Fig. 2, welches
sich ebenso wie das Ventil c1 nach aufsen öffnet und am unteren Ende eines Rohres /8
angebracht ist, das mit dem unteren Theil der kleinen Saugekammer in Verbindung steht
(Fig: 2 und 3).
Ein Theil des vom Ejector kommenden, durch die im Bottich α befindliche Heizschlange
m2 fliefsenden Dampfes wird condensirt und fliefst mit dem nicht condensirten
Dampf in der Schlange nach unten; das vom condensirten Dampf gebildete Wasser geht in
ein Gefäfs, aus welchem es herausgepumpt werden kann, um zur Zubereitung der Flotte
Verwendung zu finden. Dieses Wasser ist reines destillirtes Wasser, welches zu dem genannten
Zweck erforderlich ist, um gleichmäfsige Farbenschattirungen zu erlangen. Der
nicht condensirte Dampf wird durch Röhren geleitet, welche in einem Raum zum Heizen
derselben untergebracht sind, der Fächer zur Aufnahme von Mulden oder Trockentafeln enthält,
in, bezw. auf welche das gefärbte oder in anderer Weise behandelte Material (Kötzer) gelegt
wird, um getrocknet zu werden.
Der dann noch uncondensirt gebliebene Dampf geht nach dem Austritt aus den Heizröhren
oder -Kanälen des Trockenraumes in die Atmosphäre oder wird, wo es vortheilhaft
erscheint, in kaltes Wasser geleitet, in welches das Ende des Auslafsrohres eintaucht.
Wenn der beschriebene Apparat zum Färben mit Indigo benutzt wird, so läfst man die in
der kleinen Saugekammer gesammelte Flüssigkeit nicht in den Bottich zurückfliefsen, sondern
leitet diese durch das Ventil /3 austretende Flüssigkeit in ein Rohr oder in ein für dieselbe
in dem Bottich α vorgesehenes besonderes Fach, aus welchem sie in einen anderen Bottich
gepumpt wird, um dort, in bekannter Weise behandelt, ihre Färbeeigenschaften wieder zu
gewinnen..
Dann kann diese Flüssigkeit wieder in den Bottich α gebracht und von neuem durch die
zu färbenden Stoffe hindurchgesaugt werden.
Beim Färben mit gewissen Farben ist es vortheilhaft,
die aus dem Bottich kommende Flüssigkeit zu filtriren, bevor dieselbe mit den Kötzern
oder' Stoffen, auf welche in der Behandlungskammer eingewirkt werden soll, in Berührung
kommen kann. Zu diesem Zwecke wird ein hutförmig gestaltetes Filter benutzt, bestehend
aus Drahtgewebe, welches aufsen mit Filtertuch bedeckt ist. Dieser Filterhut s wird über
die in der Behandlungskammer befindlichen Kötzer oder Stoffe gestülpt, wie aus Fig. ι
und 4 zu ersehen, und ruht dann mit seinem unteren Rand auf der Platte j, welche die zu
behandelnden Stoffe trägt. Das Filter wird so oft gewaschen, als erforderlich ist.
In gewissen Fällen kann der untere rohrartige Fortsatz h6 der Behandlungskammer,
also der Kanal, welcher vom Bottich zur Behandlungskammer führt, geschlossen und Verbindung
dieses Kanales mit dem Bottich a oder einem anderen Bottich derart hergestellt sein,
dafs ein vom Bottich kommendes Rohr in der Einlafsöffnung eines mit dem genannten Kanal
in Verbindung stehenden Rohres (nach aufwärts gerichtet und mit einem Filterrahmen bedeckt
ist), welcher so angebracht ist, dafs er, so oft als erforderlich, abgenommen, gewaschen und
wieder aufgesetzt werden kann.
Das Innere der Behandlungskammer und deren mit der Flüssigkeit in Berührung kommende
Kanäle, ferner das Innere der beiden Saugekammern b und f, der diese mit der
Behandlungskammer verbindenden Kanäle und anderer Theile, welche mit der Färbeflüssigkeit
in Berührung kommen, werden, wenn diese Theile aus Metall bestehen, zweckmäfsig mit
irgend einem passenden Email überzogen.
An Stelle eines Dampfejectors oder mehrerer solcher Ejectoren (da in einigen Fällen zwei
angewendet werden können) kann bei dem beschriebenen Apparat auch eine Pumpe oder
andere Vorrichtung zum An- bezw. Absaugen der Flüssigkeiten benutzt werden.
In einigen Fällen können die Behandlungskammer, die beiden Saugekammern und deren
Verbindungsteile von dem Bottich oder Bottichen, welche die zu benutzenden Flüssigkeiten
enthalten, getrennt aufgestellt werden; die Bottiche sind dann an einer oder beiden
Seiten der genannten drei Kammern anzuordnen und mit diesen durch Rohre passend zu verbinden.
Ferner kann der Apparat so aufgebaut sein, dafs er auf zwei passenden Ständern ruht, von
denen einer unter der Behandlungskammer, der andere unter der grofsen Saugekammer angeordnet
ist. Der Bottich ist in diesem Falle vom Apparat getrennt und wird unter denselben geschoben,
so dafs bei dieser Anordnung der Apparat nicht in Unordnung gebracht zu werden braucht, wenn der Bottich zu entfernen ist.
Claims (3)
1. Ein Apparat der durch Patent Nr. 60100
geschützten Art, bei welchem behufs Zürückhaltens der sonst durch den Saugstrom mit
fortgerissenen Flüssigkeit die Verbindung der Behandlungskammer h mit der Saugekammer/
derart abgeändert und aufserdem eine Verbindung zwischen den beiden Saugekammern /und b so hinzugefügt ist, dafs
der in der Kammer f erzeugte Saugstrom erst durch den denselben ein- und ausschaltenden
Vertheiler e1 hindurch, je nach der Stellung des letzteren, in der Kammer b
oder in dem mit der Behandlungskammer h in Verbindung stehenden Rohr bezw. Kanal/4
zur Wirkung gelangt.
2. Bei dem nach Anspruch 1. abgeänderten Apparat der durch das Patent Nr. 60100
geschützten Art die Anordnung, dafs die aus der Saugekammer/ abfiiefsende Flüssigkeit
nicht zu der im Bottich α befindlichen zurückgelangt, sondern für sich in einem
besonderen Fach des Bottichs α oder in einem anderen Behälter aufgefangen wird,
zum Zweck, eine Verunreinigung der im Bottich α vorhandenen Flotte zu verhüten.
3. Bei dem nach Anspruch 1. abgeänderten Apparat der durch das Patent Nr. 60100
geschützten Art, zum Zweck, die auf die zu behandelnden Stoffe zur Einwirkung gelangenden
Flüssigkeiten vor deren Berührung mit den Stoffen zu filtriren, die Hinzufügung,
eines hutförmigen Filters oder Siebes, welches in der Behandlungskammer über die
zu behandelnden Stoffe gestülpt wird.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE66947T |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE66947C true DE66947C (de) |
Family
ID=5633652
Family Applications (2)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT66947D Expired - Lifetime DE66947C (de) | Apparat zum Waschen, Entfetten, Bleichen und Färben von Textilstoffen | ||
| DENDAT60100D Expired - Lifetime DE60100C (de) | Apparat zum Waschen, Entfetten, Bleichen und Färben vonTextilstoffen |
Family Applications After (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT60100D Expired - Lifetime DE60100C (de) | Apparat zum Waschen, Entfetten, Bleichen und Färben vonTextilstoffen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (2) | DE60100C (de) |
-
0
- DE DENDAT66947D patent/DE66947C/de not_active Expired - Lifetime
- DE DENDAT60100D patent/DE60100C/de not_active Expired - Lifetime
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE60100C (de) |
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