-
Doppelwaage mit ununterbrochenem Füllbetrieb Es sind bereits Doppelwaagen
mit ununterbrochenem Füllbetrieb für die selbsttätige Schnellwägung von Stoffen
bekannt, die zwei auf zwei unabhängigen Waagebalken angeordnete Wiegegefäße besitzen,
über denen sich ein zweiräumiges Kippgefäß befindet. Dieses Kippgefäß ist dabei
derart angeordnet, daß einer der Kippgefäßräume seinen Inhalt in eines der Wiegegefäße
schüttet, während sich der andere Kippgefäßraum unter einem Fülltrichter befindet,
aus dem er eine Stoffmenge erhält, die ein wenig kleiner ist als die Menge, welche
das Gleichgewicht am Waagebalken herbeiführt.
-
Es ist weiterhin bekannt, eine solche Vorrichtung durch zusätzliche
Feinfüllvorrichtungen zu ergänzen, die dem Wiegegefäß den fehlenden Rest zuführen,
nachdem es bereits den Inhalt eines Kippgfäßraumes erhalten hat.
-
Weiterhin hat man schon vorgeschlagen, diese Feinfüllvorrichtungen
mit Hilfe von elektrischen Kontakten zu steuern, die je nach der Stellung der Waagebalken
und des Kippgefäßes geschlossen oder unterbrochen werden, wodurch die Zuführung
der Restmenge erfolgt, sobald die Belastung des Wiegegefäßes zur Herstellung des
Gleichgewichtes noch nicht ausreicht. Diese vorbekannten Waagen waren jedoch alle
zur Wägung sehr geringer Mengen von Lebensmitteln regelmäßiger Beschaffenheit, wie
z. B. von Tee, Kaffee, Zucker usw., für den Kleinverkauf bestimmt, und es liegt
auf der Hand, daß in diesen Fällen die Einfachheit der Bauart, der Platzbedarf,
der Kraftverbrauch usw. von untergeordneterer Bedeutung waren.
-
Die Erfindung betrifft nun eine selbsttätige Waage, die zum Unterschied
von den vorbekannten Waagen zur Wägung beträchtlicher Mengen, z. B. 5o bis zoo kg,
von industriellen Rohstoffen, wie Kohle, Koks, Mineralien, Düngemitteln usw., dient,
die der Waage von einer Fördervorrichtung mehr oder weniger regelmäßig zugeführt
werden und aus Stücken von voneinander sehr verschiedener Gestalt und sehr verschiedenem
Gewicht bestehen. Für derartige Waagen konnten die vorbekannten kleinen Waagen nicht
als Vorbild dienen. Eine einfache Vergrößerung ihrer Abmessungen hätte zu einer
zu wenig widerstandfähigen und sehr viel Platz beanspruchenden Waage geführt, die
in der Herstellung und Unterhaltung teuer gewesen wäre.
-
Zur Lösung der gestellten Aufgabe ist durch die Erfindung eine Waage
für industrielle Rohstoffe
geschaffen worden, die von einfachem,
gedrängtem und widerstandsfähigem Aufbau ist.
-
Dies wird dadurch erreicht, daß neben dem
| zweiräumigen Kippgefäß und etwa gleich.,' |
| mit letzterem zwei mit Höhlungen ver |
drehbare Zusatzverteiler vorgesehen sind, ae Drehbewegung in Abhängigkeit von der
Stellung des Kippgefäßes und des oder der Waagebalken, zweckmäßig unter Verwendung
an sich bekannter elektrischer Kontakte, gesteuert wird.
-
Dadurch, daß die Zusatzverteiler mit dem Kippgefäß gleichachsig sind,
besteht die Möglichkeit, für das Kippgefäß und die Zusatzverteiler gleichzeitig
den gleichen Zuleitungstrichter und den gleichen Wiegegutzulauf zu benutzen, wodurch
die Waage beträchtlich vereinfacht wird.
-
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung beschrieben.
Es zeigen Fig. i einen schematischen lotrechten Schnitt durch den Verteiler und
Fig. 2 eine Draufsicht auf denselben.
-
In der Zeichnung bezeichnet io eine Zuführungsvorrichtung für die
zu wiegenden Stoffe, während ii bzw. i2 die Lastschalen bzw. Balken zweier selbsttätiger
Dezimalwaagen sind.
-
Bei solchen als Doppelwaagen bekannten Waagen ist zwischen der Zuführungsvorrichtung
io und den Lastschalen ii der Dezimalwaagen ein Verteiler eingeschaltet, der im
wesentlichen aus einem zweiräumigen Kippgefäß 13 besteht, das zwischen zwei festen
Anschlägen 14 und 15 um eine unter dem Schwerpunkt des Kippgefäßes angeordnete Drehachse
16 verschwenkbar gelagert ist; hierdurch wird erreicht, daß das Kippgefäß stets
an dem einen oder an dem anderen der beiden Anschläge 14 und 15 anliegt, sich aber
nie zwischen diesen standfest halten kann.
-
Infolgedessen befindet sich stets die eine der beiden Kammern 17 oder
18 des Kippgefäßes oben zur Aufnahme der durch die Fördervorrichtung io zugeführten
Stoffe, während die andere Kammer in dieser Stellung seitlich offen ist und die
darin enthaltenen Stoffe in den entsprechenden Trichter ig bzw. 2o fallen, der sie
in die zugehörige Lastschale ii ausschüttet.
-
Wenn nun das durch die Fördervorrichtung io zugeführte Gut unmittelbar
in die Lastschale ii fallen würde, so könnte es vorkommen, daß ein größeres Stück
in dem Augenblick in den einen Becher fällt, wenn das Gleichgewicht fast erreicht
ist. Durch die lebendige Kraft dieses in den Becher fallenden größeren Stückes würde
dann die Waage ansprechen, während das wirkliche Gewicht, für welches sie eingestellt
ist, noch nicht erreicht wäre. Andererseits kann es auch vorkommen, daß die kurz
vor dem Ansprechen stehende Waage durch plötzliches Nachrutschen des @Viegegutes
einen größeren Stoffzufluß erhält, bevor die Verschlußklappe Zeit gehabt hat, sich
zu schließen. In diesem Fall könnte die Wägung infolge eines Stoffüberschusses falsch
sein.
-
Aus diesem Grunde ist man genötigt, die N'#'_ egemaschinen mit einer
Geschwindigkeit :zü,=. betreiben, die ihrer Höchstleistung nicht eiztspricht und
geringer ist. Um diesen Nachteil zu beheben, befinden sich erfindungsgemäß neben
dem Kippgefäß 13 zwei drehbare zylindrische Zusatzverteiler 21 bzw. 22, die mit
Höhlungen 23 versehen sind, in denen auch ein Teil der durch die Fördervorrichtung
io zugeführten Stoffe erhalten ist, der in den zugehörigen Trichter ig bzw. 2o abgeworfen
werden kann.
-
Die beiden zylindrischen Zusatzverteiler 21 und 22 drehen sich natürlich
in entgegengesetzten Richtungen, da der eine in den Trichter ig und der andere in
den Trichter 2o liefern soll.
-
Die Drehung der Zusatzverteiler 2i bzw. 2:s mit einer mäßigen Geschwindigkeit
wird mittels kleiner Elektromotoren 25 und 24 erhalten, deren (nicht dargestellte)
Stromkreise bewegliche Kontakte enthalten, von denen die einen durch das Kippgefäß
13 und die anderen durch die beiden Waagebalken 12 betätigt werden.
-
Bei 26 sind solche Kontaktstücke schematisch dargestellt; dieselben
trennen sich, sobald der Waagebalken i2 sinkt, d. h. wenn das gewünschte Gewicht
für die in die Lastschale ii fallenden Stoffe erreicht ist.
-
Die Arbeitsweise des oben beschriebenen Verteilers für eine Wiegemaschine
ist folgende: Nimmt man an, daß die einzelnen Teile die in Fig. i gezeigte Stellung
einnehmen, so wird die Kammer 17 des Kippgefäßes 13 gerade gefüllt, indem
die durch die Fördervorrichtung io zugeführten Stoffe in diese Kammer fallen.
-
Die Motoren 24 und 25 der Zusatzverteiler 22 und 2i stehen still.
-
Sobald das Gewicht der in der Kammer 17 enthaltenen Stoffe eine solche
Höhe erreicht, daß der Schwerpunkt des Kippgefäßes zuzüglich der darin enthaltenen
Stoffe auf der anderen Seite der durch die Achse 16 gehenden Lotrechten liegt, kippt
das Gefäß plötzlich um, bis es gegen den Anschlag 14 stößt und die darin enthaltenen
Stoffe in den Trichter ig ausschüttet, der sie seinerseits in die Lastschale m fallen
läßt.
-
Die Abmessungen der Kammern 17, 18 des Kippgefäßes sind so gewählt,
daß das Gewicht der jeweils abgeteilten Stoffmenge kleiner ist als das Gewicht,
für welches die Waage eingestellt ist.
-
Durch diese Kippbewegung des Kippgefäßes 13 wird der Stromkreis des
Elektromotors 25 durch beliebige naheliegende Mittel geschlossen, worauf sich der
mit Höhlungen versehene Verteiler 21 entgegen dem Uhrzeigersinn zu drehen beginnt.
Bei
ihrem Vorbeigang an der Fördervorrichtung io füllen sich die Höhlungen 23 der Zusatzverteiler
mit Stoff, und nach einer bestimmten Winkeldrehung fallen die in den genannten Höhlungen
enthaltenen Stoffe in den Trichter ig und von dort in die Lastschale ii.
-
Sobald nun das gewünschte Gewicht erreicht ist, senkt sich die Lastseite
des Waagebalkens i2, so daß die Kontaktstücke 26 getrennt werden und der Motor 25
sowie der Zusatzverteiler 2i stillstehen.
-
Man sieht also, daß die Stoffzuführung durch die Höhlungen 23 gegen
Ende des Vorganges äußerst gleichmäßig vor sich geht; es ist weder die Zuführung
eines größeren Stückes noch ein plötzliches Nachrutschen einer größeren Stoffmenge
zu befürchten, so daß die Wägungen stets äußerst genau sind.
-
`Fenn das Kippgefäß 13 seine Kippbewegung ausgeführt und seine Kammer
17 ausgeschüttet hat, so hat sich dabei die Kammer 18 vor die Zuführungsöffnung
der Fördervorrichtung io eingestellt, so daß sich nun diese Kammer des Kippgefäßes
während des Arbeitens des Zusatzverteilers 21 mit weiteren Stoffen füllt, die später
in die Lastschale der anderen Waage fallen sollen.
-
Die Geschwindigkeit der einzelnen Vorgänge läßt sich leicht so einstellen,
daß ihre Dauer ungefähr gleich lang ausfällt, so daß die Zusatzverteileivorrichtung
praktisch ununterbrochen arbeitet und die Anzahl der Wägungen in der Stunde, d..
h. die Wiegemaschinenleistung unter Beibehaltung der obenerwähnten Genauigkeit der
W ägungen ihren größtmöglichen Wert erreicht.
-
Die Erfindung beschränkt sich nicht auf das gezeigte Ausführungsbeispiel,
und es könnten selbstverständlich an der Ausbildung des Zusatzverteilers verschiedene
Abänderungen im Rahmen der Erfindung vorgenommen werden. Es ist selbstverständlich
auch möglich, die mit Höhlungen . versehenen Zusatzverteiler durch einen einzigen
Motor über Kupplungen anzutreiben, wobei die Betätigung der genannten Kupplungen
mit Hilfe von Gestängen erfolgen könnte, die einerseits mit dem Kippgefäß und andererseits
mit den Waagebalken verbunden sind.