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Luftsetzmaschine Die Erfindung betrifft eine Luftsetzmaschine, wie
sie in dem Hauptpatent 658 645 beschrieben ist, bei der neben der,Kohle, den Bergen
und gegebenenfalls einem Zwischengut ein vierter Gutsteil schwerster Bestandteile
erhalten wird. Dieses Ziel wird gemäß dem Hauptpatent dadurch erreicht, daß der
unter dem Setzbett mit entsprechend weit gelochtem Sieb erzeugte, dynamisch wirkende
Luftstrom durch die Anordnung von dicht schließenden Pulsklappen bis auf den atmosphärischen
Druck gesenkt wird.
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Im praktischen Betrieb hat sich nun gezeigt, @daß der Luftdruck in
der ;Luftkammer unter dem Setzbett in dem Augenblick, in welchem die Pulsklappen
die Luftzufuhr absperren, nicht sofort auf Null absinkt, sondern daß nach K1appienabschluß
ein allmählicher Abfall auf den Atmosphärendruck stattfindet. Diese Tatsache erklärt
sich dadurch, daß das auf dem Setzgutträger liegende Setzgut, durch welches hindurch
sich der Druck ausgleichen muß, der abströmenden Luft einen erheb; lichen Widerstand
entgegensetzt. Der langsam vor .sich gehende Druckabfall hat aber wiederum zur Folge,
daß das Setzgut sich auch erst langsam auf dem Setzsieb absetzt, was das Durchsetzen
eines vierten Gutsteiles beeinträchtigen kann.
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Die Erfindung ist seine Verbesserung und weitere Ausgestaltung des
Gegenstandes des Hauptpatents und ist dadurch gekennzeichnet daß die Luftkammer
zwischen dem Setzgutträger und den Pulsklappen eine oder mehrere mit der Drehzahl
der Pulsklappen angltriebene Steuerklappen besitzt, welche die Luftkammer zeitweilig
mit der Außenluft oder mit einer Quelle geringeren Druckes als die Atmosphäre, wie
z. B. mit der unter Unterdruck stehenden Staubhaube oder der Ansaugleitung des die
Druckluft zuführenden Gebläses, verbinden, und daß :die Stellung der Pulsklappen
und der Steuerklappen zu. einander eine solche ist, daß die Steuerklappen die Verbindung
mit der Außenluft oder der Quelle ,geringeren Druckes in oder kurz vor dem Augenblick
herstellen, in dem die Pulsklappen die Luftzufuhr zu der Luftkammer sperren. Auf
diese Weise findet ein sofortiges Absinken des Luftdruckes auf :den atmosphärischen
Druck bzw. .darunter statt, wodurch das erstrebte Ziel mit Sicherheit erreicht wird.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist auf der Zeichnung dargestellt,
rund zwar zeigen Abb. i eine Luftsetzmaschine mit der neuen Steuerklappe, Abb. 2
einen Schnitt nach Linie A-A in Abb. i, Abb. 3 die Abhängigkeit der Stellung der
Pulsklappen von den Steuerklappen in vergrößerter Darstellung,
Abb.
¢ ein Schaubild des Druckverlaufes bei dem Hauptpatent, Abb.5 ein Schaubild des
Druckverlaufes in einer Setzmaschine, deren Luftkammer ,, mittels der Steuerklappen
finit der Außenluf,@ verbunden wird, Abb. 6 :ein Schaubild des Druckverlaufes in
einer Setzmaschine, deren Luftkammer mittels der Steuerklappen mit einem Raum geringeren
Druckes als der Atmosphärendruck verbtmden wird,.
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An die Luftkammera zwischen dem Setzgutträger b und den Pulsklappen
c ist ein Gehäuse id' .angeschlossen, in welchem eine oder mehrere Steuerklappene
umlaufen. Das Gehäuse d ist hierbei beispielsweise mittels einer Rohrleitung f mit
der Staubhaube g der Setzmaschine, in dienen Innern Unterdruck herrscht, verbunden.
Die Pulsklappen c sind mit der Steuerklappe e durch ein starres Rädergetriebe 1a
verbunden. Die für den Setzvorgang erforderliche Druckluft wird in einem auf der
Zeichnung nicht dargestellten Gebläse erzeugt, strömt der Setzmaschine durch den
Stutzeni zu ;und wird, bevor ihr die Druckschw.ankungen mittels der Pulsklappen
c durch zeitweiliges Absperren und öffnen der Durchtrittsöffmuigen k aufgeprägt
werden, vermittels der Drosselklappenm auf den für den Setzvorgang günstigsten Druck
gebracht.
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Aus Abb.3, die den Anschluß der Luftkammer an die Außenluft zeigt,
ist die Stellung der Pulsklappen c zu der Steuerklappe 2 durch Eintragen gleicher
Bezugszahlen i bis 4. verdeutlicht. Denkt man sich die Steuerklappen e in Abb. 3
weg, so erzeugen die Pulsklappen c in der Luftkammera einen Puls von der in Abb.4.
dargestellten Form. Bei der Stellung i-i der Pulsklappen c beginnen dieselben die
Durchtrittsöffnungen k nach der Luftkammera freizugeben. Die Folge ist ein Anstieg
des Luftdruckes in der Luftkammer (vgl. Abb.4) und ein Anheben und Auflockern der
auf dem luftdurchlässigen Setzgutträger b ruhenden Setzgutschicht. Der Luftdruck
in der Luftkammer erreicht bei der Stellung z-2 der Pulsklappen c seinen Höchstwert
und fällt dann allmählich wieder ab. In der Stellung 3-3 haben die Pulsklappen c
die Durchtrittsöffnungen k wieder verschlossen. Der Luftdruck in der Luftkammer
u ist aber,, wie das Schaubild in Abb. 4. zeigt, trotz Abschlusses der Durchtrittsöffnungen
k noch nicht zu Null geworden. Das kommt daher, daß der Überdruck in der Luftkammer
a sich nicht plötzlich durch das Setzbett hindurch ausgleichen kann, sondein dazu
infolge des Bettwiderstandes eine in Abb. 4 eingezeichnete Zeitspanne x benötigt.
Die Folge dieses verzögerten Druckausgleiches ist ein langsames Abwärtssinken des
Setzgutes ;auf !dem Setzbett, was leine schlechte Durchsetzwirkung zur Folge hat.
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Um nun zu erreichen, daß der Überdruck der Luftkammer a nach Abschluß
der '':4vtWchtrittsöffnungen k durch die Pulsklappen c tzlich zu Null wird, ist
in dem Stutzend I' der Luftkammera die Steuerklapper vorg& sehen. Wie sich aus
Abb.3 ergibt, ist die Stellung der Steuerklappe e zu den Puls:-klappen c eine solche,
.daß dieselbe in dem Augenblick, wo die Pulsklappen die Durchtrittsöffnungen k abschließen,
eine Verbindung der Luftkammer .a mit der Außenluft herstellt. Die Wirkung dieser
Maßnahme äußert sich auf den Druckverlauf innerhalb der Luftkammer a in der aus
Abb. 5 ersichtlichen Weise. Der Luftdruck in der Luftkammera fällt vom Punkte 3,
d. i. der Augenblick, in dem die Pulsklappen c die Durchtrittsöffnungen k abschließen,
steil auf den Atmosphärendruck ab. Die Folge davon ist, daß das Setzgut auf dem
Setzbett mit großer Geschwindigkeit abwärts sinkt und deshalb die schweren Bestandteile
infolge ihrer größeren lebendigen Energie gegenüber den leichteren in der Setzgutschicht
weiter abwärts bewegt werden als vorher, wo mangels Vorhandenseins der Steuerklappe
der Druckabfall vom Punkte 3 langsam von statten ging. Es tritt also ein besseres
Durchsetzen des vierten Gutsteiles ein.
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Die Wirkung der Steuerklappe e läßt sich noch erheblich verbessern,
wenn ihr Gehäused an einen Raum niedrigeren Druckes als der Atmosphärendruck angeschlossen
ist. Z. B. kann das Gehäuse d, wie aus Abb. i und z ersichtlich, an die Staubhaube
g, in der zwecks Absaugung des Staubes ein niedrigerer Druck als der Atmosphärendruck
vorherrscht, angeschlossen sein. Es ist natürlich auch möglich, das Gehäuse d an
die Saugseite des die Setzluft durch den Stutzen i zuführenden Gebläses oder an
irgendeine beliebige andere Quelle tiefen Druckes anzuschließen. Diese Maßnahme
wirkt sich in .der aus Abb. 6 ersichtlichen Weise auf den Druckverlauf in der Luftkammer
a aus. Der Abfall des Druckes in der Luftkammer vom Punkte 3 ab erfolgt .einerseits
noch steiler als in Abb. 5, andererseits aber auch noch unter den Atmosphärendruck
hinab. Der steile Druckabfall in der Luftkammer a von der Stellung 3-3 der Pulsklappen
c ab ermöglicht ein rasches Durchsetzen schwersten Gutes und bedeutet deshalb eine
erhebliche Leistungssteigerung der Maschine. Das durchgesetzte Gut gelangt durch
die Durchtrittsöffnungen k in den Sammelraum n, von wo alls es mittels eines Allenrades
o ausgetragen wird.
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Die Steuerklappe e ermöglicht nicht nur, wie oben beschrieben, einen
steilen Druckabfall
von dem Augenblick an, wo die Pulsklappen die
Durchtrittsöffnung.en freigeben, sondern sie ermöglicht es, in jedem Augenr blick
leinen Druckabfall herbeizuführen, wenn. man ihre Lage zu dien Pulsklappen derart
verstellt, daß sie die Luftkammer a öffnet, berat die Pulsklappen die Durchtrittsöffnungen
k für die Druckluft versperrt haben.
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Die neue Steuerklappe ist natürlich nicht nur für einbettige, sondern_auch
-für mehrbettige Luftsetzmaschinen ,anwendbar.