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Extraktionsvorrichtung Gegenstand der Erfindung ist eine Extraktionsvorrichtung
mit einem über dem eigentlichen Extraktionsbehälter angeordneten, durch ein Tauchrohr
verbundenen, allseits geschlossenen Speisebehälter, durch den die Extraktionsflüssigkeit
in den mit dem zu extrahierenden Gut gefüllten Behälter übler einen im Tauchrohr
angebrachten Absperrhahn eingeführt wird, und einer Vorrichtung zum Verdrängen des
im Extraktionsgut nach erfolgter Extraktion noch enthaltenen Extraktionsmittels,
bei der in dem Tauchrohr eine Entlüftungsleitung angeordnet ist, die einerseits
im Extraktionsbehälter ungefähr mit dem Ende des Tauchrohrs abschließt und anderseits
bis in den oberen Teil des Speisebehälters hineinragt, und daß zur Verdrängung des
Extraktionsmittels in dem Speisebehälter ein Heber angeordnet ist, der durch eine
mit einem Schauglas versehene Zuführungsleitung mit dem Boden des Extraktionsbehälters
verbunden ist.
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Das bei den bisher bekannten Extraktionsvorrichtungen zum Gewinnen
von Kräuterextrakten übliche Speisegefäß, zumeist leine umgekehrt stehende Flasche,
mit dem Hals in die über dem Ansatzmaterial stehende Flüssigkeit tauchend, entleert
sich in dem Maße, als die fertiggebildete Extraktionsflüssigkeit zum Abfluß gebracht
wird. Das Speisegefäß muß bei dieser Vorrichtung bei jeder Neufüllung von seinem
Standort abgenommen und wieder aufgesetzt werden, ein umständliches und zeitraubendes
Verfahren, das auch mit größerem Materialverlust verbunden ist. Bei der Rückgewinnung
des im Extraktionsmaterial verbliebenen Alkohols wird dasselbe einfach von oben
mit Wasser überschüttet, wobei infolge der Unterschiedlichkeit des spezifischen
Gewichtes beider Stoffe leine restlose Abscheidung kaum erfolgen kann. Der Zufluß
des Verdrängungsmittels erfolgt hierbei ohne Druckausgleich in ungleicher Weise.
Die Durchflußgeschwindigkeit ist bei vollgefülltem Speisegefäß naturgemäß stärker
als bei dem verbleibenden Rest. Dies bedingt eine stete Überwachung und Regulierung
des Abflusses.
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Mit einer bekannten, wohl unter Druck, jedoch ohne Druckausgleich
arbeitenden Extraktionsvorrichtung soll eine gleichmäßige Durchflußgeschwindigkeit
der Flüssigkeit erreicht werden, die jedoch nur dann eintreten kann, wenn das Druckgefäß
unter stets gleichbleibendem Druck gehalten wird und nur durch stetes Nachpumpen
der Druckluft gehalten werden kann. Mit dem Nachlassen des Druckes im Druckgefäß
sinkt natürlich auch die Durchflußgeschwindigkeit im Apparat. Diese Vorrichtung
ist auch insofern zeitraubend, als zwecks Nachfüllung des Druckgefäßes mit Flüssigkeit
die Druckapparatur auseinandergenommen und nach der Füllung wieder zusammengesetzt
werden muß.
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Ein weiterer Nachteil bei den bekannten Ausführungen ergibt sich
aus dem Fehlen
einer Entlüftungsleitung, durch die die in der geschlossenen
Apparatur bzw. zwischen den Drogen verbleibende Luft nicht unter weichen kann, die
eine restlose Erschöpfung der Drogen verhindert.
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Diese Nachteile der bekannten Ausführun-.. gen werden durch den Gegenstand
der Erfindung vermieden und wird die Durchführung der Extraktion sowie die Rückgewinnung
des Rückstandsalkohols wesentlich vereinfacht und eine restlose Extrahierung der
Drogen gesichert. Der über dem Extraktionsbehälter durch ein Tauchrohr verbundene
und allseits geschlossene Speisebehälter kann ohne ihn abzunehmen, jederzeit gefüllt
werden, wobei die Luft im Extraktionsbehälter durch eine im Tauchrohr angeordnete
und im oberen Teil des Speisebehäliers mündende Entlüftungsleitung unbehindert ent-
-weichen kann, bei der Verdrängung des Extraktionsmittelrestes in dem Maße, als
ein im Speisebehälter angeordneter und mit dem Boden des Extraktionsbehälters verbundener
Heber die Verdrängungsflüssigkeit automatisch abfließen läßt, dessen Ende, bis auf
den Boden des Speisebehälters reichend, einen Druckausgleich in demselben bzw. eine
gleichmäßige D urchflußgeschwindigkeit vom Beginn bis zum Ende der jeweiligen Füllung
ergibt.
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In der Zeichnung ist der Gegenstand der Erfindung durch ein Ausführungsbeispiel
erläutert und zeigt Abb. I eine Ansicht der Extraktionsvorrichtung, Abb. 2 einen
Längsschnitt durch die Entlüftungsleitung in natürlicher Größe, Abb. 3 eine Ansicht
des Apparates mit Vorrichtung für die Rückgewinnung des Rückstandsalkohols mit Wasser
von oben.
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Die Extraktionsvorrichtung besteht aus dem spitz zulaufenden Unterteil,
dem zylindrischen Oberteil 2 im Gestell 3, dem die Extraktionsstoffe 4 aufnehmenden
Auflagesieb 5 und oberhalb desselben liegenden Belastungssieb G. Zwecks luftdichtem
Abschluß des Apparates ist der durch Flügelmutterschrauben gehaltene Deckel 7 mit
Stopfbüchse 8 und verschließbarer Füll ffnung 9 vorgesehen. Der Hohlraum 10 unter
dem Auflagesieb 3 nimmt den gebildeten Extrakt auf, der durch den Hahn 11 zum Abfluß
gebracht wird. Für die Entlüftung des Hohlraumes während der Befüllung ist ein Luftrohr
12 angeordnet. In dem mit einem Absperrhahn Iß und dem Speisebehälter i6 tragenden
Tauchrohr 15 ist eine Entlüftungsleitung 34 angeordnet, die einerseits im Extraktionsbehälter
2 ungefähr mit dem Ende des Tauchrohrs abschließt und anderseits bis in den oberen
Teil des Speisebehälters I6 hineinragt und die zwecks Entlüftung nach außen mit
dem Teil 20 unterhalb und oberhalb des Absperrhahns aus dem Tauchrohr hetaustretend
das Entlüftungshähnchen 33 trågt. Für die Verdrängung des Extraktions-. wìttelrestes
ist im Speisebehälter 16 ein Heber 26 angeordnet, der durch eine mit einem Schauglas
versehene Zuführungsleitung 22 mit dem Boden 10 des Extraktionsbehälters 2 verbunden
ist. Für die Befüllung des Speisebehälters 16 ist ein Trichterrohr 19 mit Hähnchen
21 vorgesehen. Der Arbleitsgang der Extraktion, des Extraktabflusses und der Rückgewinnung
des nach erfolgter Extraktion in Extraktionsgut festgehaltenen Extrakts bzw. Rückstandsalkohols
ist folgender: In den für die Aufnahme des Extraktionsgutes vorbereiteten Apparat
wird das Extraktionsgut 4 hierbei zunächst über dem Siebboden 5 gelagert, mit dem
Belastungssieb 6 überdeckt und hiernach bei geöffnetem Diekkiel 7 mit bereitgehaltener
Extraktionsflüssigkeit so weit übergossen, bis diese nach vollständiger Sättigung
des Extraktionsmaterials noch ein Stück- über dem Belastungssieb 6 zu stehen kommt,
worauf der Extraktionsbehälter mittels des Deckels 7 und aufgesetzten, allseitig
geschlossenen Spleisegefäßes 16 luftdicht verschlossen wird und nun zur ungestörten
Extraktbiling eine gewisse Zeit der Ruhe überlassen bleibt Zum Entweichen der Luft
aus dem n Hohlraum 10 während der Befüllung dient ein vorgesehenes Luftrohr 12,
während der gebildete Extrakt durch den Hahn oder Ventil 11 zum Abfluß kommt.
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Nach dem Verlauf der jeweilig erfolgten Extraktionsdauer wird nunmehr
das Speisegefäß 16 bei geschlossenen Absperrhähnen Iq und 24 mit noch erforderlicher
Extraktionsflüssigkeit durch das Trichterrohr I9 bei geöffnetem Zulaufhahn 21 und
geöffnetem Luftabzugshahn 33 befüllt. Nach erfolgter Befüllung werden die Hähne
21 und 33 wieder geschlossen und hiernach der Absperrhahn I4 vom Tauchrohr 15 geöffnet
und setzt der Zufluß vom Speisegefäß 16 zum Extraktionsbehälter nun automatisch
in der Weise ein, als durch den Zapfhahn II fertiggebildeter Extrakt zum Abfluß
kommt, wobei die für die jeweilig einsetzenden automatischen Entleerungen erforderlichen
Luftmengen durch ein im Tauchrohr 15 vorgesehenes Luftumieitungsrohr 34 durch dieses
direkt und hemmungslos über den Flüssigkeitsspiegel der im Speisegefäß Ib befindlichen
Flüssigkeit zugeführt werden. Die Neubefüllung des Speisegefäßes in erfolgt dann
immer in vorbeschriebener Weise.
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Ist das Extraktionsmaterial erschöpft und alle Extraktionsflüssigkeit
abgezogen bzw. abgelaufen, so wird jetzt zur Rückgewinnung
des noch
im Extraktionsmaterial festgehaltenen Rückstandsalkohols zunächst Speisegefäß 16
in üblicher Weise mit Wasser befüllt und weiter das oberhalb mit einem gerillten
Anschlußstutzen mit spitzer, in ein Schauglas mündender Düse und einem Flüssigkeitsstaubecken
versehene Zuflußrohr 22 unterhalb der Extraktionsstoffe mittels vorgesehener Verschraubung
mit dem Apparat in Verbindung gebracht, wobei dasselbe oberhalb durch vorgesehenen
Halter 23 befestigt wird. Vor der Befüllung des Speisegefäßes mit Wasser bleibt
der Hahn 14 vom Tauchrohr 15 geschlossen und werden beide Ansdiinßenden vom Zuflußrohr
22 wie vom Hähnchen 24 durch ein Stückchen Schlauch 25 miteinander verbunden. Das
Hähnchen 24 steht innerhalb des Speisegefäßes mit dem Heberohr 26 in Verbindung,
was bezweckt, daß hierdurch bei geöffnetem Hähnchen 24 nach. erfolgtem Ansaugen
mittels der hierfür vorgesehenen Saugvorrichtung 27, bestehend aus einem Hahnstutzen
mit aufsitzendem Gummiball, das so zur Benutzung und Anwendung kommende Wasser nun
stets in gleicher Stärke und ohne Druckschwankungen nach erfolgter Einregulierung
des Zufiußtempos dem Apparat zugeführt werden kann.
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Das so dem Apparat unterhalb des lagernden Extraktionsmaterials zugeführte
Wasser steigt nun langsam im Apparat, allen Alkohol mit sich führend, hoch, wobei
zum Abfluß desselben außerhalb des Apparates an beliebiger Stelle und in beliebiger
Anzahl mit Dichtungskapseln versehene Abzugsstutzen 28 vorgesehen sind. Zum weiteren
Abfluß der alkoholhaltigen Flüssigkeit wird nun je nach Erfordern einer d'er Abflußstutzen
28 mittels vorgesehener Verschraubung mit einem in sich verschiebbaren Abflußrohr
29 in Verbindung gebraucht, wobei das verschiebbare Ende mittels Stopfbüchse 30
gehalten wird.
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Das untere Ende des Abflußrohres 29 ist noch mit einer speziellen
Abflußvorrichtung 31 einer sog. Vorlage, versehen, welche die Aufnahme einer Senkwaage
32 gestattet, wodurch die Stärke des abfließenden Rückstandsalkohols wie auch das
Abflußtempo selbst genauest kontrolliert werden kann. Bei Nullanzeige der Senkwaage
ist dann bei vorschriftsmäßiger Arbeitsweise auch sämtlicher Rückstandsalkohol aus
dem Extraktionsmaterial verdrängt bzw. abgeschieden. Um aber auch die Rückgewinnung
des nach erfolgter Extraktion noch in den Ansatzstoffen verbliebenen Rückstandsalkohols
mittels Wasser vorteilhaft auch nach dem alten Verfahren, wo das Verdrängungsmittel
in diesem Falle von oben nach unten über die vom Alkohol zu befreienden Stoffe geleitet
wird, zu iermöglichen, wie auch einen störungslosen Extraktabfluß zu gewährleisten.
sind -hierbei laut Abb. 3 folgende Einrichtungen für diesen Zweck vorgesehen. Hierbei
wird nun der am spitzen Ende des Apparates vorgesehene Zapfhahn zunächst mit einem
Winkelrohr 35 durch vorgesehene Verschraubung 36 verbunden, wobei der waagerecht
liegende Teil mit einem Entleerungshäbnchen 37 versehen ist, während der senkrecht
gehaltene Teil oberhalb mit leiner Stopfbüchse 38 versehen ist für die Aufnahme
eines. Glasrohrs 39, welches in diesem Falle als Flüssigkeitsstandanzeiger dient,
während unterhalb der Stopfbüchse liegend weiter ein Absperrhahn 40 sowie ein Zapf-
und Regulierhahn 41 gedacht ist. Wird nun diese Vorrichtung für den Extraktabfluß
benutzt, so wird in diesem Falle ein mit einer Verschraubung versehene ner Rohrbogen
42 mit dem Zapf-und Regulierhahn 41 verbunden und der fertiggebildete Extrakt sonach
bei geöffnetem Hähnchen 41 in ein hierfür vorgesehenes Gefäß geleitet. Sofern diese
Vorrichtung nun für den Abfluß des Rückstandsalkohols benutzt wird, wird in diesem
Falle der Zapf- und Regulierhahn 4I mit einer besonderen Abflußvorrichtung bzw.
einer sog. Vorlage 43 versehen, welche in dieser Ausführung die Aufnahme einer Senkwaage
44 gestattet, um hierdurch mittels der Senkwaage 44 den Alkoholgehalt des abfließenden
Rückstandsalkohols bis zur Nullanzeige ständig kontrollieren zu können. Die Zuführung
des Verdrängungsmittels soll hierbei in jeder wählbaren Form anwerXdbar sein, am
besten jedoch automatisch. Das Verfahren selbst soll auch unter Anwendung von Druck
geschehen können. Der Apparat soll in allen Teilen aus beliebig wählbarem Material
hersbellbar sein.