DE656111C - Verfahren zur Aufbereitung von Abwaessern aus Wollwaeschereien - Google Patents

Verfahren zur Aufbereitung von Abwaessern aus Wollwaeschereien

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DE656111C
DE656111C DEH144130D DEH0144130D DE656111C DE 656111 C DE656111 C DE 656111C DE H144130 D DEH144130 D DE H144130D DE H0144130 D DEH0144130 D DE H0144130D DE 656111 C DE656111 C DE 656111C
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HANSAWERKE LUERMANN
Schuette & Co
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C11ANIMAL OR VEGETABLE OILS, FATS, FATTY SUBSTANCES OR WAXES; FATTY ACIDS THEREFROM; DETERGENTS; CANDLES
    • C11BPRODUCING, e.g. BY PRESSING RAW MATERIALS OR BY EXTRACTION FROM WASTE MATERIALS, REFINING OR PRESERVING FATS, FATTY SUBSTANCES, e.g. LANOLIN, FATTY OILS OR WAXES; ESSENTIAL OILS; PERFUMES
    • C11B11/00Recovery or refining of other fatty substances, e.g. lanolin or waxes
    • C11B11/005Lanolin; Woolfat

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Description

  • Verfahren zur Aufbereitung von Abwässern aus Wollwäschereien Die Wäscherei der rohen Schweißwolle wurde bisher zumeist unter Verwendung von Seife und Soda als Waschmittel betrieben. Die dabei entstehenden Abwässer sind alkalische Emulsionen bzw. Dispersionen von Wollfett und erdigen Bestandteilen, in denen als Emulgator die säure- und kalkunbeständige Seife vorliegt.
  • Die Abwässer der Wollwäschereien - mit ihrer hohen Neigung zur Fettschlammbildung und damit zur Verunreinigung der Gewässerunterliegen einer strengen behördlichen überwadhung. Obwohl die Reinigung mit erheblichen Unkosten verbunden ist und die Gewinnung des darin @enthaltenen Wollfettes bei dessen geringem Wert wenig wirtschaftlich erscheint, dürfen die Wollwäschereiabwässer nur in gut geklärtem Zustande, dem Vorfluter zugeleitet werden.
  • Es sind verschiedene Verfahren für die Aufbereitung von Abwässern der Wollwäschereien bekannt, bei denen Mineralsäure Anwendung findet. Auch ist @es schon bekannt, bei der Wollfettabscheidung das Abivasser zunächst mit neutralen Salzen oder Oxydenbzw. Hydroxyden der Erdalkalimetalle und ,anschließend mit Schwefelsäure zu behandeln. Dabei. stellt die Schwefelsäurebehandlung nur eine Nachbehandlung des be,xeits abgeschiedenen Wollfettes dar.
  • Demgegenüber bezieht sich die Erfindung auf die Behandlung von Wollwäschereiabwässern, welche Waschmittel mit gegenüber Seife erhöhten Beständigkehseigenschaften enthalten. Die Erfindung besteht in einer aufeinanderfolgenden Behandlung des Abwassers mit Schwefelsäure und alkalischen Stoffen, wobei zuerst die Behandlung mit Säure vorgenommen wird.
  • Für die Erfindung ist die Reihenfolge, d.h. die Behandlung zuerst mit Schwefelsäure und darauf mit ,alkalischen Stoffen, kennzeichnend, da die umgekehrte Reihenfolge nicht die gleiche Wirkung erreicht.
  • Die technische Durchführung der Aufbereitung bietet keine Schwierigkeiten und läßt sich in den allgemein üblichen Apparaturen durchführen. Main erhält ein klares Abwasser, von welchem der Wollfettschlamm m einer für die Wollfettgewinnung günstigen Form abgeschieden ist.
  • Das Abwasser -wird zunächst mit so viel Säure vermischt, bis sich eine schwachsaure Reaktion zeigt. Dann -wird es einige Zeit stehengelassen und schließlich mit geeigneten alkalischen Reagenzien bis zur schwach alkalischen Reaktion versetzt. Als Säure dient Schwefelsäure, als alkalische Stoffe können Natronlauge, Ammoniak, Baryt, Calciumoxyd und alkalische Phosphate verwendet werden. Zweckmäßig ist aus wirtschaftlichen Gründen die Verwendung von Schwefelsäure und Kalk. Die anzuwendenden Mengen sind von der Art des Abwassers abhängig. In Frage kommen Mengen von o, i bis o, 5 0;ö Schwefelsäure und entsprechende Mengen Calciumoxyd.
  • Besonders die einfache und billige Aufbereitung derartiger Wäschereiabwässer mit Schwefelsäure und Calciumoxyd, die in der Wirkung der normalen Schwefelsäurefällung hei Seifeabwässern gleichwertig ist, stellt einen technischen Fortschritt bei der Verwendung neuartiger, nicht auf Seifengrundlage beruhender Waschmittel dar, da deren Anwendung sowohl von einer einfachen Abwasseraufbereitung als auch von der Wirtschaftlichkeit eines solchen Verfahrens abhängt.
  • Beispiel i 5o cbm in einem großen Fallbehälter gesammeltes, vorentsandebes Abwasser aus der Wollwäscherei, das etwa o,5o/o durch Hochsulfonierung eines Fettes :erhaltenes Waschmittel enthält und eine Temperatur von etwa 40' hat, werden mit 7 5 kg roher, konzentrierter Schwefelsäure vom spez. Gewicht 1,71 versetzt, eine halbe Stunde mit Preßluft durchgerührt und dann 24 Stunden stehengelassen. Nach dieser Zeit werden 3501 Kalkmilch zugegeben, welche etwa Zoo g Ca0 im Liter enthält, und das Ganze wiederum mit Preßluft durchgerührt. Nach kurzer Zeit tritt vollkommene Klärung ein. Das abfließende Abwasser ist vollständig klar und geruchschwach, und der abgesetzte Wollfettschlamm hat eine gutkörnige Beschaffenheit, die eine leichte Entwässerung ermöglicht. Beispiel 2 5o cbm Abwasser, welches o, i 5 01`o Fettalkoholsulfonat und o,o5% Soda enthält, «erden in gleicher Weise mit iookg Schwefelsäure sowie nach 24stündigem Stehen mit 4001 Kalkmilch versetzt.
  • Die Reihe der bekannten und für die Wollwäscherei in Frage kommenden beständigen Waschmittel umfaßt Fettalkoholsulfonate und Fettsäurekondensationsprodukte (vgl. z. B. Seifensieder-Zeitung 193q., S. 256/57), ferner Kondensationsprodukte aus Fettsäuren und Eiweißspaltprodukten (vgl. z. B. deutschen Färbekalender 1933, S. ioi ff) sowie die im Beispiel i genannten Fetthochsulfonate.
  • Es wurden mit je einem Vertreter der vier vorgenannten Gruppen Wasch- und anschließende Abwässerklärversuche vorgenommen: i. Verbrauchtes Waschbad mit o,15 % Fettsäurekondensationsprodukt, 2. desgleichen mit o,15 % Fettalkoholsulf onat, 3. desgleichen mit o,2% Fett-Eiweiß-Kondensationsprodukt, 4. desgleichen mit o, 5 % Hochsulfonat von Kokosfett.
  • Die Waschflotten wurden durch Waschen von entsc`weißter Wolle ,auf den bei der Rohwollwäsche üblichen Gehalt an Fett und Schmutz gebracht und nach einigem Stehen (zwecks Entfernung von Sand und grobem Schmutz) aufgearbeitet. Die Temperatur beim Säurezusatz betrug 3o bis 40°. Der Kalkmilchzusatz erfolgte jeweils nach einstündigem und nach 24stündigem Stehen; die Flotte kann beim Kalkmilchzusatz erkaltet sein, ohne daß die Klärung beeinträchtigt wird.
  • Bei allen vier Versuchen erfolgt mit o, i 5.0"o konzentrierter Schwefelsäure und späterem Zusatz von etwa o,70;0 einer 2o0,%oigen Kalkmilch eine gute Abtrennung des Schlammes und Klärung des Abwassers. Oft genügte die Klärwirkung schon bei Zusatz der Kalkmilch nach einer Stunde. Mit erhöhten Chemikalienmengen sind in allen Fällen fast blanke, völlig geklärte Abwässer zu erreichen. Bei dem Waschmittel nach Versuch 4 kommt man sogar mit geringeren Schivefelsäuremeiigen (etwa o, i %) aus.
  • Weiterhin. wurde festgestellt, daß die Nachbehandlung auch mit anderen alkalisch reagierenden Stoffen, wie Natronlauge, Ammoniak, alkalischen. Phosphaten u. dgl., erfolgenkann. Mit Kalkmilch werden jedoch die besten Ergebnisse erzielt. Die umgekehrte Behandlungsfolge, d. h. erst Zusatz von Kalkmilch und dann Schwefelsäure, führt nicht zum Ziel, eb.ensowenig wie die Behandlung mit Schwefelsäure oder Kalk allein.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Aufbereitung von Abwässern aus Wollwäschereien, die Waschmittel von gegenüber Seife erhöhten Beständigkeitseigenschaften enthalten, gekennzeichnet durch eine aufeinanderfolgende Behandlung des Abwassers mit Schwefelsäure und alkalischen Stoffen, wobei zuerst die Behandlung mit Schwefelsäure vorzunehmen ist.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß zuerst Schwefelsäure und dann als alkalische Substanz Calciumoxyd verwendet wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst eine innige Vermischung mit Sch%vefelsäure und nach längerem Steherlassen die- Behandlung mit Kalkmilch erfolgt.
DEH144130D 1935-06-25 1935-06-25 Verfahren zur Aufbereitung von Abwaessern aus Wollwaeschereien Expired DE656111C (de)

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