Das Patent 652 849 behandelt einen Wälzlagerradsatz für Gruben- und Feldbahnwagen
mit Schräglagern, bei dem in an sich bekannter Weise auf die axial verschiebbaren.
Lagerringe Federn zwecks selbsttätiger Ein- und Nachstellung einwirken. Von den bekannten
Ausführungen unterscheidet sich der neue Radsatz dadurch, daß die Zusammendrückbarkeit
der Federn durch starre Anschlage begrenzt ist. Als Hubbegrenzung
ist beim Patent 652 849 für die zwischen den axial beweglichen hmenlaufringen angeordnete
Nachstellfeder eine längs geteilte Büchse vorgesehen, die unter Belassung axialen Spiels gegenüber den Innenlaufringien
in eine Ausdrehung des Achsschenkels ohne axiales Spiel eingelegt ist und von der Feder
zusammengehalten wird. Für bestimmte Fälle hat es sich als zweckmäßig herausgestellt,
die Büchse in der Mitte mit einem Bund zu versehen und zwischen diesem und jenem
Innenlaufring je eine Nachstellfeder anzuordnen. Die spielfreie Lagerung der Büchse
auf dem Achsschenkel hat zur Folge, daß bei Verwendung des obenerwähnten Bundes ein axialer Schub eine der beiden Nachstellfedern
zusammendrückt, während sich gleichzeitig das ganze Rad in axialer Richtung um ein Maß verschiebt, das der Verkürzung
der Feder entspricht. Die der Druckrichtung abgewandte Nachstellfeder erfährt hierbei
eine Entlastung, so. daß die Spannung in dem Lager, dessen Innenringe unter der Wirkung
dieser Nachstellfeder stehen, entsprechend sinkt. Es hat sich nun als erwünscht herausgestellt,
die Fahrzeugräder auf den Achsschenkeln in größerem Ausmaße axial verschiebbar zu lagern, ohne daß im übrigen an
der Wirkung, die bei dem Schrägrollenlagerradsatz nach Patent 652 849 erzielt wird,
eine Änderung eintritt. Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß die "Abstandbüchse
nicht spielfrei in die Ausdrehung des Achsschenkels eingesetzt, sondern sie besitzt
ein angemessen großes axiales Spiel. Das Rad läßt sich dann auf der Achse zunächst
ohne Inanspruchnahme der Federn um dieses Spiel verschieben und kann dann im Bedarfsfalle
noch eine weitere axiale Bewegung ausführen, wobei die Federn in der durch Patent
652 849 bekanntgewordenen Weise beansprucht werden, wenn die aus obigem Patent bekanntgewordene Abstandbüchse, die zwischen
den beiden Innenlaufringen der Kegelrollenlager liegt, in der Mitte einen Bund trägt, gegen welchen sich die die Büchse
übergreifenden Federn abstützen. Es ist nicht angängig, die axiale Verschiebbarkeit bei
Fortfall des auf der Büchse sitzenden Bundes und spielfreier Anordnung der Büchse durch
Vergrößerung des Abstandes der Büchsenstirnseiten von den Stirnseiten der Lagerinnenringe
zu erhöhen, weil dann bei radialen Stoßen der Federhub zu groß wird und dernnach
eine unerwünscht große Vierschiebung der Lagerinnenringe gegenüber den Außenringen
eintreten kann. Die axiale Verschiebung wirkt sich dann vorteilhaft aus, wenn das Fahrzeug eine Kurve von kleinem Krümmungsradius
durchläuft. Sie bietet ferner die Möglichkeit, daß sich der Wagen, der in
einem Wipper gedreht bzw. gekippt wird, mit seiner Mulde an das Wippergestell anlehnen
kann, wodurch die Radsätze entlastet werden. Bekanntlich werden die Radsätze im Wipper festgehalten, um ein Herausfallen des
Förderwagens aus dem Wippergestell unmöglich zu machen, und bei den bisher gebräuchlichen
axial unverschiebbaren Rädern ergibt sich dann der Mangel, daß die ganze Last ein ungünstiges Kraftmoment auf die
Radsätze ausübt, weil die Wagenmulde keine seitliche Anlage hat. Schließlich wirkt sich
dann die axiale Verschiebbarkeit der Räder noch vorteilhaft aus, wenn die Wagen beim
Einfahren in den Wipper oder in den Förderkorb an Leitzungen anlaufen, wobei starke,
in axialer Richtung wirksame Kräfte ausgelöst werden. Der Reibungswiderstand, der bei
der axialen Verschiebung der Laufräder auftritt, zehrt die Stöße zu einem gewissen Teil
auf, und darüber hinaus können die zwischen den Lagerinnenringen hegenden Federn noch
einen Teil des axialen Schubes aufnehmen, wenn auf der Mitte des Abstandringes ein;
zum Abstützen der Feder dienender Bund sitzt.
Beim Lauf der Förderwagen über die Gleise treten der Regel nach nur Kräfte auf,
welche die Räder nach innen schieben wollen. Es ergeben sich aber Rückstellkräfte, sobald
die Räder mit ihrem inneren Flansch an die obenerwähnten Leitzungen anlaufen.
In der Zeichnung ist ein Rad eines Riadsatzes im Längsschnitt dargestellt.
Die zweiteilig ausgeführte Büchse i, die bei der gezeichneten Ausführungsform in der
Mitte einen Bund i1 besitzt und durch die
beiden Federn h zusammengehalten wird, ruht mit axialem Spiel in. der Ausdrehung ä1 der
Achse a. Die beiden Federn stützen sich gegen die mit Gleitsitz auf den Achsschenkel
'aufgeschobenen Lagerinnenringe f, und zwischen
diesen und den fest in die Radnabe eingebauten Außenringen <e ruhen die Kegelrollen
g, deren Spitzen voneinander abgewandt sind.
Tritt beispielsweise ein von außen wirkender axialer Schub auf, so· schiebt sich das
Rad mit den Innenteilen zunächst ohne Widerstand nach innen. Die Spannung der
Federn k ändert sich bei dieser Bewegung nicht. Sobald der Ring/ an der Stirnfläche
der Ausdrehung ä1 anliegt, wird der Schub
von der nach außen gerichteten gespannten Feder elastisch aufgenommen, während die
nach innen gerichtete gespannte Feder den Innenring des nach innen gerichteten Schrägrollenlagers
auf den Lauf sitz drückt, wobei sie zugleich eine gewisse Entspannung erfährt, weij. sich der Abstand des rech*ts liegenden Innenringes f vom Bund i1 vergrößert.
Eine Hubbegrenzung ergibt sich dadurch, daß der äußere Innenring/ schließlich an dem
Ring/ zur Anlage kommt. Wirkt der Stoß von innen, so tritt die Verschiebung der Teile
und die elastische Minderung des Stoßes in umgekehrter Richtung auf.
Wenn bei dieser Anordnung nur die radialen Stöße elastisch abgefangen werden
sollen und auf das elastische Abfangen der axialen Schübe verzichtet wird, so kann, der
Bund i1 der Büchse i wegfallen und die Feder
einteilig ausgeführt werden.