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Vorrichtung zur selbsttätigen Entfernung von Schwimmstoffen aus Gewässern
Die Erfindung betrifft eine _ Vorrichtung zur selbsttätigen Entfernung von Schwimmstoffen
aus Gewässern, bei welcher die Schwimmstoffe von einer durch das abfließende Wasser
in der Strömungsrichtung sich drehenden Siebtrommel mitgenommen und in das Unterwasser
abgeworfen werden.
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Bei allen Fließgewässern wie auch bei mehr oder minder stark durchströmten
Teichen, z. B. Fischteichen oder Speicherbecken, besteht dauernd die Gefahr, daß
die vor dem Zu- und Abfluß eingesetzten Gitter durch Schwimmstoffe aller Art, wie
Laub, Algen, Schlamm u. dgl., verstopft werden. Ganz besonders gilt dies für den
Herbst mit seinem starken Laubeinfall, aber auch in den übrigen Jahreszeiten bilden
sich dauernd Schwimmstoffe durch Algen, die bei Belichtung Sauerstoff ausscheiden,
der in kleinen Bläschen an denselben haftet und ihnen dadurch einen Auftrieb erteilt,
so daß sie sich vom Boden abheben und aufsteigen. Durch die Wasserströmung treiben
sie dann dem Abflußgitter zu und verlegen dieses oft in kurzer Zeit. Bei zuflußlosen
Teichen tritt bei starken Niederschlägen eine Gefahr insofern ein, als bei Verstopfung
der Gitter das Wasser bis an den Rand steigt und an irgendeiner Stelle sich einen
Abfluß über die Teichkrone sucht, die von den überströmenden Wassermassen angegriffen
und oft in kurzer Zeit zerstört wird. Während hier die Gefahr in der Überschwemmung
des unterhalb liegenden Geländes liegt, kommt bei Fischteichen noch hinzu, daß die
Fische über den neugebildeten Abfluß austreten können und so verlorengehen. Aus
diesem Grunde ist eine mehrmalige Reinigung und dauernde Überwachung der Abflußgitter
in Fischteichen eine unbedingte Notwendigkeit.
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Es sind schon selbsttätige in ein Abflußgerinne eingebaute Siebtrommeln
bekannt, die durch das Wasser gedreht werden und die die Schwimmstoffe in der Strömungsrichtung
nach oben befördern. Durch eine auf der Unterwasserseite angeordnete Querrinne werden
dann die Schwimmstoffe seitlich abgeführt. Diese bekannten Vorrichtungen sind jedoch
nur dann wirksam, wenn der Wasserstand im Gerinne nahezu den Scheitel der Siebtrommel
erreicht. Bei geringem Wasserzufluß und starkem Vorhandensein von Schwimmstoffen
können diese Vorrichtungen vollständig versagen.
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Durch die Erfindung soll eine Vorrichtung zur selbsttätigen Entfernung
von Schwimmstoffen geschaffen werden, die auch bei geringem Wasserabfluß jederzeit
zuverlässig arbeitet. Dies ist von Wichtigkeit, insbesondere bei Fischteichen und
Wasserkraftwehren, weil dort oft nur wenig Wasser zum Antrieb der Siebtrommel zur
Verfügung steht. Der Zweck der Erfindung wird dadurch erreicht, daß auf der feststehenden
Achse der Siebtrommel eine durchgehende, die Siebtrommel in einen oberen und unteren
Raum teilende Leitrinne fest angeordnet ist und die Trommelenden als Wasserräder
mit taschenförmigen, radial gerichteten,
Durchflußschlitze aufweisenden
Behältern aus' ebi'1=det'#intlx -denen das Treibwasser auf der dem Unterwasser zugekehrten
Seite der Siebtrommel durch Öffnungen in den Seitenwänden der Leitrinne zugeführt
1-wird; während die übrige abfließende Wassermerjge, über den Rand der Leitrinne
unmittelbar durClic. die Siebtrommel in das Unterwasser stürzt. Bei dieser Anordnung
läßt sich durch entsprechende Wahl der Anzahl der taschenförmigen Behälter und der
Größe der Zuflußöffnungen und der Durchflußschlitze eine gleichförmige und langsame
Umdrehungsgeschwindigkeit der Siebtrommel erreichen.
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Dadurch, daß der wirksame Durchflußquerschnitt der Siebtrommel dauernd
. von Schwimmstoffen befreit ist, kann sich der Wasserstand nicht über das Stauziel
erheben. Mit der Beseitigung der Schwimmstoffe ist also gleichzeitig der Vorteil
der Wasserstandsregelung verbunden.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt. Es zeigen: Abb. r die Siebtrommel im Querschnitt nach der Linie A-B
der Abb. 2, Abb. 2 die Siebtrommel von der Unterwasserseite aus gesehen. Das Sieb
ist teilweise entfernt.
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In eine Teichabsperrvorrichtung b, die unter der Bezeichnung Fischmönch
bekannt und allgemein im Gebrauch ist, ist eine die Schwimmstoffe o abhaltende Siebtrommel
1 auf der Unterwasserseite der Staubretter c eingebaut. Die Trommel 1 ist auf einer
feststehenden, von Auslegern e getragenenAchse f frei drehbar gelagert, die etwas
unterhalb des Stauziels des Teiches a angeordnet ist. Im Innern der Trommel ist
eine ebenfalls feststehende Leitrinne g angebracht, die mit der Trommelachse fest
verbunden ist und die Siebtrommel in einen oberen und unteren Raum teilt. Die Trommelenden
k sind als Wasserräder ausgebildet, indem durch entsprechende Zwischenwände taschenförmige
radiafgerichtete Behälter i gebildet sind. Auf der dem Trommelinnern zugekehrten
Seite weisen die Behälter i radial gerichtete, den Behälterrand bildendeDurchflußschlitzen
auf, die je nach der Stellung der Siebtrommel entweder als Zuflußöffnungen oder
als Entleerungsöffnungen dienen. Am unterwasserseitigen Ende der Leitrinne sind
in den Seitenwänden regelbare Öffnungen h vorgesehen, an denen die Schlitzen der
Behälter i vorbeistreichen. Die Dichtung zwischen der Siebtrommel Z und den
Staubrettern c erfolgt durch einen Winkel d.
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Die Wirkungsweise ist folgende: Das aus dem Teich a ausströmende Wasser
fließt am S taubrett c über die Dichtung d in das Innere der Siebtrommel 1, wobei
die Schwimmstoffe o von dem Sieb der Trommel zurückgehalten werden., Im Innern der
Trommel wird das Wasser von der Leitrinne g aufgefangen und nach dem unterwasserseitigen
I@@nde derselben geleitet. Dort tritt ein Teil '-des Wassers durch die in den Wänden
der Leitrinne befindlichen Öffnungen h seitlich aus und gelangt durch die Schlitze
n in die Behälter i. Durch das Gewicht und die lebendige Kraft des Wassers wird
die Siebtrornmel L in der Pfeilrichtung (Abb. z) gedreht. Die Schwimmstoffe o, Algen,
Blätter, Holzteilchen u. dgl., werden über den Scheitel der Siebtrommel mitgenommen
und stürzen auf der Unterwasserseite in den Abzugsgraben ab. Das über .die Ränder
der Leitrinne g unmittelbar abstürzende Wasser und das aus den Behältern i ausströmende,
.die Drehung der Trommel bewirkende Wasser erzeugt eine kräftige und dauernde Spülung
von innen nach außen und unterstützt dadurch die Loslösung der Schwimmstoffe o sehr
wirksam. Auf diese Weise wird die Trommel bei jeder Umdrehung vollständig und selbsttätig
gereinigt.
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Um bei Fischteichen ein Mitnehmen von Fischbrut zu vermeiden, ist
eine langsame Drehung der Trommel erforderlich. Die Umdrehungsgeschwindigkeit der
Trommel ist abhängig von der Anzahl der Behälter i und der in diese eingeleiteten
Wassermenge, ferner von der Ausflußzeit des Wassers aus den Behältern i. Durch zweckentsprechende
Bemessung der Zuflußöffnung h in den Seitenwänden der Leitrinne g und der als Zufluß-
und Entleerungsöffnungen dienenden Schlitze iz an den Behältern i kann die gewünschte
Umdrehungsgeschwindigkeit der Trommel erreicht werden.
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Je nach der Trommelbreite werden die Behälter i an beiden Trommelenden
angebracht, und zwar gegenseitig winkelversetzt oder bei schmalen Trommeln nur an
einem Ende.