DE632499C - Brennkraftlokomotive - Google Patents
BrennkraftlokomotiveInfo
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B61—RAILWAYS
- B61C—LOCOMOTIVES; MOTOR RAILCARS
- B61C15/00—Maintaining or augmenting the starting or braking power by auxiliary devices and measures; Preventing wheel slippage; Controlling distribution of tractive effort between driving wheels
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
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- Mechanical Engineering (AREA)
- Shafts, Cranks, Connecting Bars, And Related Bearings (AREA)
Description
Für neuzeitliche Großlokomotiven werden Leistungen von mindestens 3000 PSe und
Fahrgeschwindigkeiten bis zu 150 km/Std.
verlangt. Die Unterbringung dieser Leistung kann nur in mindestens vier Zylindern erfolgen.
Den störenden Bewegungen, insbesondere Schlingern und Zucken, muß bei der großen Fahrgeschwindigkeit durch besondere
Triebwerksanordnung Rechnung getragen werden. Die Anordnung von vier Zylindern
nebeneinander auf einer Lokomotivseite, wie bei der Dampflokomotive, stößt hierbei auf
Schwierigkeiten, da sie doppelt gekröpfte Treibachsen erfordert und der Raum innerhalb
des Rahmens beschränkt ist. Es ist deshalb schon vorgeschlagen worden, an jeder Lokomotivseite zwei Außenzylinder anzuordnen.
Unangenehme Erschütterungsbewegungen können dadurch vermieden werden,
ao daß man die Kolbenbewegung gegenläufig macht, also beispielsweise bei vier Kuppelachsen
das Triebwerk der hinteren beiden Zylinder gegen dasjenige der vorderen beiden Zylinder um i8o° versetzt und diese, Versetzung
durch Gegenkurbeln und Kuppelstangen zwischen den inneren beiden Treibachsen in bekannter Art aufrechterhält. Bei
dieser Anordnung ist der Ungleichförmigkeitsgrad jedoch verhältnismäßig groß. Er
kommt dadurch zur Geltung, daß bei hohen Fahrgeschwindigkeiten vier sehr große Spitzen
im Tangentialdruckdiagramm auftreten, deren entsprechende Radumfangskräfte die Reibungskraft
zwischen Rad und Schiene um ein beträchtliches übersteigen und daher die Räder zum Schleudern bringen.
Man hat diese Spitzen im Tangentialdruckdiagramm verringert, d. h. den Ungleichförmigkeitsgrad
der Maschine kleiner ge- staltet, indem man an jedem Lokomotivende statt je zwei Zylinder je drei Zylinder anordnete,
je zwei außen am Rahmen und je einen innen in der Lokomotivlängsachse. Hierbei sind verschiedene Kurbelversetzungen
möglich.
Eine derartige Anordnung ist in der Abb. 1 dargestellt. Sowohl die Kurbeln der hinteren
Maschinenhälfte als auch die der vorderen Maschinenhälfte sind um je 1200 untereinander
und die der hinteren Maschinenhälfte gegenüber den der vorderen um i8o° versetzt.
Es treten hierbei, wie das Momentendiagramm in Abb. ic zeigt, keine freien Momente auf;
dagegen werden die Spitzen im Tangentialdruckdiagramm nicht klein genug, weil die
Kolben der Zylinder der einen Lokomotivhälfte gegen die der anderen vollständig gegenläufig sind.
In der Abb. 2 sind ebenfalls die Kurbeln der hinteren und der vorderen Maschinenhalf
te unter sich um je 1200 versetzt. Jedoch beträgt die Kurbelversetzung der hinteren
Maschinenhälfte gegenüber der vorderen o°. Hierbei sind die tangentialen Massenkräfte
im Triebwerk ausgeglichen, dagegen tritt entsprechend der Abb. 2 c ein freies Moment R
auf, das, in der waagerechten Ebene wirkend, Schlingerwirkung in der Lokomotive
hervorruft. -.-,p
Um nun die Spitzen des TangentialdrucK|
diagramms möglichst niedrigzuhalten vaxS
freie Momente ganz zu beseitigen, hat man, wie bekannt, entsprechend der Abb. 3 die
Kurbeln der hinteren und der vorderen Maschinenhälfte unter sich um je 120° versetzt,
während die Kurbelwinkel zwischen den beiden außenliegenden Zylindern einer Lokomotivseite
1200 und der zwischen den innenliegenden Zylindern o° betragen. Hierbei
sind, wie Abb. 3 c zeigt, keine freien Momente vorhanden, und die Spitzen des Tangentialdruckdiagramms
liegen bei der in Betracht kommenden größten Fahrgeschwindigkeit unterhalb der Reibungsgrenze.
Wichtig für den Betrieb eines derartigen Lokomotivantriebes mit zwei unmittelbar auf
die Treibachsen wirkenden gegenläufigen Brennkraftmaschinen ist die Aufrechterhaltung
der günstigen Kurbelwinkel des" einen Motors gegenüber denjenigen des anderen.
Bei den bekannten Lokomotiven dieser Art hat man die beiden inneren Treibachsen durch
ein Zahnradgetriebe verbunden, trotzdem ein Zahnradgetriebe im Lokomotivantrieb immer
ein großer Nachteil ist, der sich in erster Linie durch erhöhte Betriebsunsicherheit bemerkbar
macht. Die empfindlichen Zahnräder sind dem rauhen Lofeomotivbetrieb keineswegs gewachsen. Gegenkurbel und Kuppelstangen
hat man trotz ihrer Vorteile gegenüber einem Zahnradgetriebe bisher für diesen Zweck als
ungeeignet angesehen, weil sie schon im Dampflokomotivbetrieb vierfach zu Brüchen
geführt haben.
Dieser Nachteil wird erfindungsgemäß dadurch behoben, daß bei einer Verbindung der
beiden Triebwerke mittels auf die Treibzapfen aufgesetzten Gegenkurbeln und Kurbelstangen
die Gegenkurbel des einen Treibradsatzes gegenüber den zugehörigen Treibkurbeln um
1&50 und beim anderen Radsatz um 15° versetzt
sind. Die Kurbelversetzung nach der Erfindung hat den Vorteil, daß sie ein Minimum
der größten Kurbellänge ergibt. Damit ist die Gefahr eines Bruches beseitigt, die
durch allzulange Kurbelarme und dadurch auftretende ungünstige Biegungsmomente bedingt
ist. Außerdem hat die Versetzung der Gegenkurbei noch den weiteren Vorteil, daß
bei den beiden Treibradsätzen die Kurbeln jedes Satzes unter sich gleich sind, was für
die an sich schwierige Herstellung der Kurbeln einen außerordentlichen Gewinn bedeutet.
Ein Triebwerk nach der schemarischen Darstellung in Abb. 3a, 3b ist in den Abb. 4 und 5
mit Einzelheiten in der Kurbelversetzung dargestellt, wobei Abb. 5 ein Kurbelkreisschema
und Abb. 4 die Seitenansichten der drei Triebwerke darstellen.
!•SvHieri
!•SvHieri
bedeuten I, II und III die Zylinder *$J0fr. Treibkurbeln einer Lokomotivhälfte und
ί-:$ί*ΙΓ und ΙΙΓ die Zylinder bzw. Treibkur-•beln
der anderen Lokomotivhälfte mit der in den Abb. 3a, 3b und 5 gekennzeichneten Kurbelversetzung.
Die Aufrechterhaltung der Kurbelwinkel der hinteren Lokomotivhälfte gegen diejenigen der vorderen Lokomotivhälfte
geschieht dadurch, daß die beiden inneren Treibachsen α und b durch Kuppelstangen
c und d miteinander gekuppelt sind, die im Regelbetrieb nur Kraftunterschiede
zwischen der hinteren und der vorderen Maschinenhälfte aufzunehmen haben. In der
Abb. 6 ist ein Grundriß des Triebwerkes dargestellt, nach welchem auf die Treib- und
Kuppelzapfen I bis III bzw. Γ bis III' Kurbeln e, f bzw. e', f aufgesetzt oder mit den
Treib- und Kuppelzapfen aus einem Stück gearbeitet sind. Diese Gegenkurbeln können
beispielsweise einen kleineren Kurbelkreisdurchmesser erhalten als die in den Radsternen
befindlichen Treib- und Kuppelkurbeln; sie sind unter sich, wie bei gewöhnlichem
Kixppelstangenantrieb, zweckmäßig
unter 900 zu versetzen, so. daß, wenn die go Gegenkurbeln e, e' mit der Kuppelstange c im
Totpunkt stehen, die anderen Gegenkurbeln /, f mit Kuppelstange d das größte Drehmoment
übertragen.
Aus der Abb. 5 geht hervor, daß die Gegenkurbeln e,e' und /, /' nur dann unter sich
vollständig gleich sind, wenn ihr Radius den Winkel zwischen I, III bzw. Γ, ΙΙΓ halbiert;
in diesem Fall ist aber eine Versetzung der Gegenkurbeln <s,ß' gegen /, /' nicht möglich.
Da es aus fabrikatorischen Gründen erstrebenswert ist, die Gegenkurbeln auf einem
Radsatz gleich zu machen, werden die Gegenkurbeln e und / des Radsatzes« gegen die
Treibzapfen I und III dieses Radsatzes um 1050, die Gegenkurbeln ^' und /' des Radsatzes
b gegen die Treibzapfen I und III dieses Radsatzes um 15° versetzt. Damit erhält
Radsatz« zwei gleiche, lange, unter sich austauschbare Gegenkurbeln und Radsatz &
zwei ebenfalls gleiche, kürzere Gegenkurbeln. Für die Gegenkurbeln, deren Zapfen gegenüber
den Treibkurbeln, um 105 bzw. 150 versetzt
sind, ist es bezüglich der Vermessung beim Zusammenbau und der späteren Kontrolle
bei der Instandhaltung wünschenswert, daß der Winkel, welcher von der Verbindungslinie
der Achsmitte mit der Gegenkurbelmitte und der Verbindungslinie der
Mitten von Treibe und Gegenkurbelzapfen
eingeschlossen wird, eine leicht verstellbare röße, d. h. 30 oder 45°, aufweist.
Dies ist möglich, wenn der Halbmesser des Gegenkurbelhubs unter Zugrundelegung dieser
Winkel nach dem Halbmesser des Treibkurbelhubs bestimmt wird.
Legt man die Kurbelstellungen an den Innenachsen einer Lokomotivseite (Abb. 7)
aufeinander, wie es im Kurbelkreis der Abb. 8 dargestellt ist, so müssen bei den ^ OBA
= 45° und ^_ OA'B = 300 die Kurbelmitten
A'BA auf einer Geraden liegen, und der Halbmesser des Gegenkurbelhubs/' ist bei einem
Halbmesser R. des Treibkurbelhubs: r = ■
Claims (2)
- Patentansprüche:i. Brennkraftlokomotive mit sechs unmittelbar auf die Treibachsen wirkenden Brennkraftzylindern, bei welcher die Versetzung der drei Kurbeln einer Lokomotivhälfte unter sich 120°, bei den beiden äußeren Zylinderpaaren die gegenseitige Versetzung der jeweils gegenüberliegenden Kurbeln ebenfalls 1200 und bei den innenliegenden Zylindern o° beträgt, dadurch gekennzeichnet, daß bei einer Verbindung der beiden Triebwerke (I-F und IH-III') mittels auf die Treibzäpfen aufgesetzten Gegenkurbeln (e,e',f,f) und Kurbelstangen (c, d) die Gegenkurbel (e) des einen Treibradsatzes (a) gegenüber den zügehörigen Treibkurbeln (I) um 1050 und beim anderen Radsatz (b) um 15° versetzt sind.
- 2. Brennkraftlokomotive nach Anspruch r, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungslinie der Achsmitte (O) mit der Mitte der Gegenkurbelzapfen (B1B') und die Verbindungslinie der Mitten von Treib- und Gegenkurbelzapfen (A, A! und B, B') einen Winkel einschließen, der bei einer Versetzung von 105° zwischen Treib- und Gegenkurbel 450 und bei einer Versetzung von 150 zwischen Treib- und Gegenkurbel 30° beträgt.Hierzu ι Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEM129302D DE632499C (de) | 1934-11-25 | 1934-11-25 | Brennkraftlokomotive |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEM129302D DE632499C (de) | 1934-11-25 | 1934-11-25 | Brennkraftlokomotive |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE632499C true DE632499C (de) | 1936-07-09 |
Family
ID=7331708
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEM129302D Expired DE632499C (de) | 1934-11-25 | 1934-11-25 | Brennkraftlokomotive |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE632499C (de) |
-
1934
- 1934-11-25 DE DEM129302D patent/DE632499C/de not_active Expired
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