-
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines haltbaren verzuckerten
aromatischen Malzes (Karamelmalzes) Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine
Vorrichtung zur Herstellung eines haltbaren verzuckerten aromatischen Malzes. (Karamelmalzes)
durch Feuchtwarmbehandlung des Grünmalzes vor Beginn der Darrung.-Bei den bekannten
Verfahren wird eine Feuchtwarmbehandlung im Kreislauf mit ein und derselben. Luft
in den Trockenprozeß eingeschaltet. Nach der Feuchtwarmbehandlung wird in der gleichen
Weise getrocknet wie vor der Feuchtwarmbehan.dlung. Dieses Verfahren läßt sich praktisch
aus wirtschaftlichen Gründen nicht durchführen. Es ist nämlich nicht möglich, für
dieses Verfahren Horden anzuwenden, bei denen das Grünmalz in gleichmäßig hoher
Schicht ohne Umschichtung in Ruhe den Verzuckerungsprozeß . durchmacht.
-
Bei anderen, Verfahren wird die Feuchtwarinbehandlung vor der Darrung
des Grünmalzes eingeschaltet.
-
Die Erfindung bringt nun gegenüber den bekannten Verfahren, die mit
Feuchtwarmbehandlung arbeiten, eine nennenswerte Verbesserung dadurch, daß während
der Feuchtwarmbehandlung die Temperatur allmählich gesteigert und vor Einleitung
der Darrung das Grünmalz wieder abgekühlt wird.
-
Die allmähliche Steigerung der Temperatur während der Feuchtwarmbehandlung
bis auf etwa 75 °/o ermöglicht nach den praktischen Erfahrungen eine vollkommene
und gleichmäßige Verzuckerung des Malzes, also eine Verbesserung seiner Qualität
und damit rnatürlich auch eine Qualitätssteigerung des aus dem Malz gewonnenen Bieres.
-
Nicht minder bedeutungsvoll ist die Wiederabkühlung des Malzes nach
der Feuchtwarmbehandlung vor Einleitung der Darrung. Diese Maßnahme ist besonders
bei Erreichung eines hohen Verzuckerungsgrades, wie er durch allmähliche Steigerung
der Temperatur während der Feuchtwarinbehandlung erreicht werden kann, von besonderem
Wert. Die Verzuckerung im Grünmalzkorn verursacht nämlich bei dem übergroßen Feuchtigkeitsgehalt
des Kornes leicht eine Strukturveränderung des inneren Malzkörpers. Dieser Gefahr
kann dadurch wirksam begegnet werden, daß das Korn abgekühlt und damit ausgedunstet
wird und infolgedessen bei niederen Temperaturen mit der Trocknung und Darrung des
Grünmalzes begonnen und diese infolgedessen wieder, unter allmählich sich steigernder
Temperatur durchgeführt wird. _ Wird nach der Feuchtwarmbehandlung das Malz nicht
erst wieder abgekühlt, so entsteht leicht das sogenannte Glasmalz. Weiter kann in
solchen Fällen infolge des noch zu hohen Feuchtigkeitsgehaltes des Malzes bei einer
bei höheren Temperaturen durchgeführten Trocknung eine zu frühe Bräunung des inneren
Malzkörpers eintreten, was für Malz, das für die Herstellung heller Biere bestimmt
ist, hinsichtlich
der Färbung und .des Geschmackes des Bieres nachteilig
ist.
-
Zur Durchführung des -Verfahrens gemäß der Erfindung bedient man sich
zweckmäßig: einer Verzuckerungskammer mit einer . "i dem Grünmalz zu beschickenden
Horde, welcher der Raum unterhalb der Horde ii dem Raum oberhalb der Horde durch
eine außerhalb der Kammer angeordnete Umlaufleitung verbunden ist und in geeigneter
Weise ,ein Umlauf eines Dampfluftgemisches von unten nach oben durch das Grünmalz
hindurch erzeugt wird.
-
Eine solche Verzuckerungskammer hat den Vorzug großer Einfachheit
und daher Billigkeit. Das Dampfluftgemisch kann z. B. durch den Dampf selbst in
Umlauf gebracht und gehalten werden. In diesem Falle genügt der einfache Einbau
von Injektoren in eine Verzuckerungskammer zur Durchführung des Verfahrens gemäß
der Erfindung. Wesentlich ist ferner, daß durch einfachen Anschluß an eine Frischluftleitung
nach Beendigung der Feuchtwarmbehandlung das Grünmalz auch in derselben Kammer durch
Frischluft wieder abgekühlt werden kann, bevor es auf die Darre gebracht wird.
-
Eine solche Verzuckerungskammer läßt sich an den nebenherlaufenden
Darrbetrieb leicht anschließen, ohne ihn zu unterbrechen oder sonstwie zu stören.
Dabei ist es insbesondere für kleinere und mittlere Mälzereien und Brauereien praktisch
sehr bedeutungsvoll, daß die durch das Verfahren und die Vorrichtung gemäß der Erfindung
gegebenen Vorteile ohne nennenswerten finanziellen Aufwand ausgenutzt werden können.
-
Bemerkt sei noch, d'aß .die bekannten Keimkästen nichts mit der Verzuckerungskammer
gemäß .der Erfindung zu tun haben, die als Zwischenstation zwischen der Keimung
und der Darrung zu betrachten ist. Ob das Keimen des Malzes, das nach dem Verfahren
und mit der Vorrichtung gemäß der Erfindung behandelt wird, in einem Keimkasten
oder auf Malztennen erfolgt, ist grundsätzlich gleichgültig.. Es ist deshalb die
Verzuckerungskammer gemäß der Erfindung nicht mit den bekannten Keimkästen, Keimtrommeln
o. dgl. zu vergleichen.
-
Die Zeichnung veranschaulicht zwei Ausführungsbeispietee von zur Durchführung
des Verfahrens gemäß der Erfindung geeigneten Verzucker ungskammern, und zwar zeigt
Abb. i bis 3 eine Ausführungsform, Abb. 4 eine zweite Ausführungsform.
-
Die Verzuckerungskammer ist allseitig geschlossen und mit einer oder
mehreren verschließbaren Abzugsöffnungen 2 sowie an der Vorderseite mit einer Tür
3 versehen. Eine luftdurchlässige Drahthorde q. dient zur Aufnahme des Grünmalzes
5, das auf die Horde in hoher Schicht aufgebracht wird.
-
Eine außerhalb der Kammer i angeordnete Umlaufleitung 6 hat die Aufgabe,
das zur kuchtwarmbehandlung dienende Dampfluftmisch nach Hindurchströmen durch das
@b=rünmalz 5 wieder dem Raum 7 unterhalb . der Horde von neuem zuzuführen. Bei dem
Beispiel nach den Abb. i bis 3 wird der Umlauf durch den zur Befeuchtung der Luft
dienenden Dampf selbst bewirkt, indem der Dampf, der von einer Leitung 8 auf die
einzelnen Zweigleitungen9 (vgl. Abb. 3) verteilt wird, Düsen io durchströmt und
dabei in der Leitung 6 einen Unterdruck erzeugt. An die Leitung 6 kann noch eine
Leitung i i mit einem Ventil 12 angeschlossen werden für die beliebig gedrosselte
Zuführung von Frischluft. Die Arbeitsweise ist folgende: Nach .dem Beschicken der
Horde mit dem Grünmalz wird die Tür 3 geschlossen und Dampf durch die Leitungen
8 und g und die Düsen io in den Raum 7 unterhalb. der Horde q. eingelassen. Der
Dampf saugt dabei durch die Umlaufleitung 6 die anfänglich noch kalte Luft aus dem
Raum 13 oberhalb des Grünmalzes an, so däß der Dampf, mit der angesaugten Luft vermischt,
zuerst nicht zu heiß in den Raum 7 eintritt, alsdann das Grünmalz durchströmt und
dieses dabei langsam erwärmt und durch den niedergeschlagenen Dampf feucht hält.
Allmählich steigt dann mit der starken Durchwärmung des Malzes und der Räume die
Temperatur unterhalb und oberhalb der Horde. Man hat es in der Hand, durch stärkere
oder schwächere Zufuhr von Frischluft die Heizwirkung des Dampfes abzuschwächen,
die Steigerung der Temperatur während der Feuchtwarmbehandlung also je nach Wunsch
langsamer oder schneller zu gestalten. Trotz der allmählichen Steigerung der Temperatur
wird dem Grünmalz die Feuchtigkeit nicht entzogen, vielmehr bleibt der Wassergehalt
im Grünmalz erhalten, so daß der Eiweißabbau und die starke Verzuckerung im Korn
bei günstigsten Temperaturen vor sich gehen kann.
-
Sobald das Grünmalz den gewünschten Verzuckerungsgrad und den gewünschten
Farbtypus erreicht hat, wird es vor Aufbringen auf die Darre wieder abgekühlt. Das
kann dadurch erfolgen, daß durch .das in der Kammer i befindliche Grünmalz Frischluft
durchgeblasen wird. Es ist aber auch möglich, das Grünmalz auf den Darrhorden abkühlen
zu lassen.- Auf- der Darre braucht dann das Malz nur nach der üblichen Darrweise
getrocknet und abgedarrt zu werden, weil der gewünschte Malzfarbtypus bereits durch
die Vorbehandlung festgelegt ist.
-
Bei der Erzeugung des Umlaufs in der
Verzuckerungskammer
ist man natürlich nicht auf die Anwendung von Dampfdüsen angewiesen. Der Umlauf
kann auch in anderer Weise, z. B. durch Ventilatoren, Gebläse u. dgl., erzeugt werden.
Ein Beispiel ,hierfür zeigt Abb. 4.. Hier ist auf die Verzuckerungskammer i ein
Ventilator 14 aufgesetzt und in die Umlaufleitung 6 eingeschaltet. An dem vom oberen
Raum 13 kommenden Zuleitungszweig 6a ist wie bei der ersten Ausführungsform
ein abschließbares Rohr 12 für den Zutritt von Frischluft angeschlossen, während
an den anderen Umleitungszweig 6b, der von dem Ventilator zum unteren Raum 7 führt,
eine Dampfleitung 8 und eine Zuleitung 15 für zerstäubtes Wasser angeschlossen sind.
Das der Leitung 15 zugeführte Wasser kann in geeigneter Weise zerstäubt werden und
hat die Aufgabe, dem umlaufenden Luftstrom die nötige Feuchtigkeit zuzuführen, damit
die Feuchtigkeit im Grünmalz erhalten bleibt, dieses also nicht durch die allmähliche
Temperatursteigerung getrocknet wird.