DE32106C - Mechanisches Malzbereitungsverfahren - Google Patents
Mechanisches MalzbereitungsverfahrenInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 6: Bier, Branntwein, Wein, Essig und Hefe.
ADOLPH BEHR in COETHEN. Mechanisches Malzbereitungsverfahren.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 6. November 1884 ab..
Schon mehrfach sind Versuche gemacht worden, das Verfahren der Malzbereitung von den bei der
Handarbeit unvermeidlichen Uebelstä'nden unabhängig zu machen und die einzelnen Arbeitsprocesse
durch Maschinen verrichten zu lassen. Trotz der vielen bekannten Maschinen ist ein continuirliches,
den Erfolg völlig garantirendes Arbeitsverfahren noch nicht bekannt und sind die bekannten Keimapparate noch fast gar nicht
in den" Mälzereien eingeführt, während zur Vollziehung des Darrprocesses noch immer die
bekannten, sehr viel Raum beanspruchenden Hordendarren üblich sind, die man in rationell
eingerichteten Mälzereien höchstens mit einer mechanischen Wendevorrichtung versieht.
Zweck dieser Erfindung ist, für Mälzereien durch Anwendung geeigneter Maschinen und
Apparate eine continuirliche und vollständig mechanische Malzbereitung zu schaffen: ;
Die erste zu . diesem Zwecke erforderliche Maschine ist der Keimapparat A, Blatt I
und II. Derselbe stellt eine Combination der pneumatischen und der mechanischen Keimapparate
dar, da sich nur hierdurch ein Apparat ergiebt, welcher allen an ihn zu stellenden Anforderungen
zu genügen im Stande ist. Diese Anforderungen sind:
ι. die Aufrechthaltung einer niederen, möglichst
gleichbleibenden Temperatur im Apparat;
2. die Zuführung einer hinreichenden Menge reiner, mit Wasser gesättigter Luft, wobei das
Wasser dazu dient, das im Getreide vorhandene, verdunstende zu ersetzen und hierdurch
einen gleichmäfsigen Feuchtigkeitsgehalt zu bewirken ;
3. die Entfernung der beim Keimprocesse sich entwickelnden Kohlensäure und
4. ein sachgemäßes Umwenden des Getreides,
welches zum gleichmäfsigen Keimen unbedingt erforderlich ist.
Auf Blatt I ist das Arrangement des Keimapparates, auf Blatt II, Fig. 1 bis 6, die Detailconstruction
desselben dargestellt. Der Keimapparat besteht, wie aus Fig. 1 und 3, Blatt II,
ersichtlich, aus einer Anzahl (hier acht) Abtheilungen I bis VIII. Jede dieser Abtheilungen
ist mit Mannlochöffnungen versehen, durch welche das Getreide in den Apparat gebracht
wird. Die Drehung des Apparates erfolgt mittelst der Riemscheibe ru deren Welle ein kleines
Zahnrad trägt, welches in einen am Keimapparat befestigten Zahnkranz eingreift. Nachdem die
sämmtlichen Abtheilungen I bis VIII theilweise mit gequelltem Getreide gefüllt und durch die
Mannlochdeckel geschlossen sind, wird der Apparat in Rotation versetzt und demselben
nunmehr durch eine besondere Vorrichtung frische und kalte Luft zugeführt. Diese Vorrichtung
ist folgendermafsen beschaffen:
Eine Luftpumpe (Compressor) B, Blatt I, saugt frische Luft aus dem Freien durch das Rohr 1
an und drückt dieselbe durch die Rohrleitung 2 unter den Wasserspiegel des Brunnens C. Das.
Mundstück des Rohres 2 bildet einen grofseri. Trichter mit vielen kleinen Oeffnungen, durch
welche die Luft austritt und, sich im Brunnen möglichst vertheilend, durch das Wasser nach
oben tritt. Der Brunnen soll, wenn möglich, nur Grundwasser enthalten und wird zu diesem
Zweck in seinem oberen Theile mit einer für das Oberwasser undurchdringlichen Cementschicht
verkleidet und aufserdem oben mit einem hermetisch schliefsenden Deckel versehen,
durch welchen die verschiedenen Rohre dicht schliefsend hindurchgeführt werden. Durch
diese Anordnung wird erreicht, dafs das im Brunnen befindliche Wasser im Winter und
Sommer eine gleichmäfsige kühle Temperatur bewahrt. Um auch die Temperatur der in
den Brunnen gedrückten Luft stets soviel wie möglichst gleichmäfsig zu erhalten, empfiehlt es
sich, die Luftentnahme im Winter an der Südseite, im Sommer an der Nordseite des Gebäudes
zu bewirken. Die durch das Wasser geprefste Luft wird hierdurch einen gewissen Feuchtigkeitsgrad und aufserdem die ungefähre
Temperatur des Grundwassers annehmen, und gelangt aus dem Brunnen durch die Rohrleitung
3 und das Mundstück α in das Innere der hohlen Welle b, Blatt II, Fig. 2. Von
dieser Welle b führen eine Anzahl Rohre c nach den einzelnen Abtheilungen des Keimapparates;
jedes dieser Rohre mündet an der Stirnwand d in einen mit Siebblech überdeckten
Kanal, so dafs die Luft sich gleichmäfsig in der ganzen Getreidemasse vertheilt. Das Siebblech
verhindert das Eindringen von Getreidekörnern in die Mündungen e der Rohre c und
kann, da es schieberartig eingesetzt ist, behufs Reinigung leicht entfernt werden. Jedes Rohr c
ist vor der Stirnwand des Apparates mit einem Hahn g versehen, vermittelst dessen man der
Luft den Zutritt in die einzelnen Abtheilungen wehren oder gestatten kann. Je zwei Abtheilungen
des Keimapparates sind, wie aus Fig. 4 und 6, Blatt II, ersichtlich, durch ein Rohr k
verbunden und kann diese Verbindung durch einen Hahn / bezw. g abgesperrt werden.
Das Rohrsystem der vorderen Stirnwand d ist in Fig. 4, Blatt II, das der hinteren Stirnwand
m in Fig. 6 dargestellt. Soll die kalte Luft nun zuerst in die Abtheilung I eintreten,
so ist die Stellung der Hähne folgende: gL offen,
/8 bis Z1 zu, Zi8 offen, die übrigen Hähne g2
bis gs und Zj1 bis h7 zu, die Hähne Z und q
offen. Die Luft tritt nunmehr durch Rohr C1, Hahn gl und Mündung ey in die Abtheilung I
des Keimapparates, durchstreicht das in derselben befindliche Getreide und tritt an der
hinteren Stirnwand durch die Mündung O1, das Verbindungsrohr ^2 bis q1 und die Mündung O2
in die Abtheilung II, durchstreicht hier wieder das Getreide, tritt an der entgegengesetzten
(vorderen) Stirnseite des Apparates durch die Mündung p.2 in das Verbindungsrohr k2 bis Ar3
und durch die Mündungp3 in die Abtheilung III.
Auf diese Weise durchzieht die Luft sämmtliche acht Abtheilungen und verläfst die Abtheilung
VIII an der hinteren Stirnwand durch den Hahn Z?8 und das Rohr is. Aus der hohlen
Welle b wird die mit Kohlensäure geschwängerte Luft durch den Zug des mit dieser Welle
durch ein Rohr in Verbindung stehenden Kamins entfernt. Statt zuerst in die Abtheilung
I, kann man die kalte Luft nach Belieben durch entsprechende Einstellung der Hähne in
jede andere der Abtheilungen leiten und bleibt der Kreislauf ganz derselbe. Läfst man die
Luft z. B. zuerst in die Abtheilung II treten, so durchstreicht dieselbe die Abtheilungen II
bis VIII, tritt aber bei VIII nicht an der hinteren Stirnwand aus, sondern an der vorderen
Stirnwand in I über und verläfst diese Abtheilung an der hinteren Stirnwand in der oben
beschriebenen Weise.
Das Wasser des Brunnens wird durch die hindurchgeprefste Luft, welcher sie die Wärme
entzieht, allmälig eine höhere Temperatur annehmen und steigt das wärmere Wasser naturgemäfs
nach oben und wird von dort mit Vortlieil durch das Rohr 4, Blatt I, abgepumpt
und zum Weichen des Getreides in den Quellstöcken verwendet, wozu es sich ganz besonders
eignet, da stark lufthaltiges Wasser, wie dieses, der Einleitung des Keimpro cesses ungemein
förderlich ist.
Jede Abtheilung des Apparates ist mit einem kleinen Probeschieber r, Blatt II, versehen,
durch welchen man sich in jedem Augenblicke von dem Fortgange des Keimprocesses unterrichten
kann; wird die Beobachtung gemacht, dafs das keimende Getreide zu feucht ist, so
wird der Hahn Zj1 des Rohres 2 geschlossen
und der Hahn Zz2 des Rohres 5" geöffnet; die
Luft kommt nun nicht mehr mit dem Wasser direct in Berührung, sondern wird in dem
Schlangenrohre von dem dieses umgebenden Wasser gekühlt, tritt somit zwar kühl, aber
trocken in den Keimapparat.
Wird die Beobachtung gemacht, dafs selbst beim langsamsten Gange des Compressors B
die Luftcirculation im Apparat eine zu schnelle ist, so setzt man den Compressor aufser Betrieb
und öffnet den Hahn Zi3 des Rohres 5b,
alsdann wirkt allein der Zug des Schornsteines, welcher die Luft durch die Rohrleitungen 1, 5b
und 5a direct aus dem Freien und durch den
Brunnen ansaugen wird.
Um die im Innern des Keimapparates herrschende Temperatur genau controliren zu
können, wie dies für ein sicheres Arbeiten absolut unerläfslich ist, ist im Innern jeder
Abtheilung ein elektrisches Thermometer angebracht, welches das Ueberschreiten der
Maximaltemperatur signalisirt. Das Thermometer ist von einer hermetisch schliefsenden
Metallhülse umgeben und zum Schütze gegen die Getreidemassen mit einem Drahtsieb verhüllt.
Die einzelnen isolirten Leitungsdrähte
der acht Thermometer führen je zu einer der
auf der hohlen Welle b sitzenden isolirten acht Metallscheiben, deren jede einen Schleif contact
besitzt; an letzteren sind alsdann wieder acht einzelne isolirte Drähte befestigt, die, zu einem
Kabel vereinigt, nach einem Signalapparat in der Art der Nummerntableaus der Haustelegraphen
führen. Sobald also die Temperatur die Maximalhöhe überschreitet, wird in dem Thermometer ein Contact hergestellt, die Drahtleitung erhält Strom und führt diesen mit
Hülfe des Schleifcontactes zu dem Nummerntableau, in welchem sich alsdann die Nummer
der betreffenden Abtheilung zeigt, wobei zugleich durch ein Läutesignal die Aufmerksamkeit
des den Keimapparat bedienenden Arbeiters geweckt wird. In der zum Schornstein führenden
Rohrleitung 6 ist ebenfalls ein mit dem Nummerntableau verbundenes elektrisches Thermometer Z1 eingeschaltet, welches zur Controle
der Durchschnittstemperatur des Keimapparates dient.
Sobald durch Glockensignal und Fallen einer Klappe angezeigt wird, dafs die Temperatur in
einer Abtheilung die Maximalgrenze überschritten hat, wird der Luftstrom durch entsprechende
Stellung der Hähne zuerst in diejenige Abtheilung geleitet, deren Nummer das Tableau zeigt, darauf wird alsdann, falls der
Keimapparat stillstehen sollte, derselbe in Bewegung gesetzt, wodurch die Temperatur in
der betreffenden Abtheilung sofort sinken, der Contact unterbrochen und das Klingeln aufhören
wird.
Nachdem die Bildung des Grünmalzes im Keimapparat A vollendet ist, wird kurz vor
Entleerung des Apparates vermittelst des Compressors B ein Strom trockener Luft in denselben
gedrückt, damit das an den Abtheilungswandungen und äüfserlich am Malz hängende
Wasser zur Verdunstung gebracht wird. Die Reinigung des Apparates erfolgt in der Weise,
dafs nach dem Entleeren desselben und Schliefsen sämmtlicher Mannlöcher und sämmtlicher
Hähne h der hinteren Stirnwand m, durch Oeffnen der Hähne h der vorderen Stirnwand d
aus ..dem Rohr 7 kaltes Wasser in den Apparat geleitet wird, worauf man die Hähne h der
vorderen Stirnwand d ebenfalls schliefst. Jetzt versetzt man den Apparat in Drehung und
läfst alsdann nach "einiger Zeit das Wasser mit den abgespülten festen Theilen durch die Ablafshähne
/j4, von denen jede Abtheilung einen
besitzt, abfliefsen. Durch das Rohr 8 kann man das in der Rohrleitung 6 sich bildende
Condensationswasser ableiten.
Das im Keimapparat A gebildete Grünmalz wird jetzt dem Darrprocesse unterworfen, und
zwar zerfällt das Darren hier in zwei getrennte Operationen; durch die erste wird unter Anwendung
mäfsig erwärmter Luft der gröfste Theil des im Grünmalz enthaltenen Wassers
verdunstet, während durch den zweiten Arbeitsprocefs unter Anwendung gesteigerter Temperatur
das eigentliche Darren bewirkt wird. Die beiden hierzu verwendeten Apparate sind
der Luftmalzapparat und der Darrmalzapparat, welche beide auf Blatt III gezeichnet sind. Der
Luftmalzapparat besteht aus je zwei feststehenden Cylindern G und G1, welche bewegliche
Wellen besitzen, auf denen zum Wenden des Malzes geeignete Flügel befestigt sind. - Die
Cylinder haben oben eine mit Mannlochdeckel verschliefsbare Füllöffnung, unten einen mit
Zahnstangenvorrichtung verschliefsbaren Schieber, der zum Entleeren des Apparates dient;
der Entleerungsschieber ist mit einem kleinen Probeschieber versehen, vermittelst welches
man sich jederzeit von dem Fortgange des Darrprocesses überzeugen kann. Die Cylinder G
und G1 werden etwa bis zur Hälfte mit Grünmalz angefüllt, dessen Wassergehalt von etwa
38 pCt. in diesen Apparaten bis auf 15 pCt. erniedrigt werden soll.. Dieses verhältnifsmäfsig
grofse Wasserquantum kann nur unter Beobachtung bestimmter Vorsichtsmafsregeln aus
dem Malz entfernt werden. Zu diesem Zwecke wird eine Erwärmung der Darrcylinder mittelst
warmer Luft bewirkt, welche auf folgende Weise hergestellt und zu den Darrapparaten
geleitet wird. C ist ein Ventilator, der mit Stufenscheibe versehen ist, so dafs man denselben
nach Bedürfnifs langsam oder schnell laufen lassen kann; F ist eine Heizkammer,
in welche eine Reihe Rippenheizkörper aufgestellt sind. Diese Rippenheizkörper werden
aus der vom Dampfkessel kommenden Leitung ι mit frischem Kesseldampf oder auch mit
dem Retourdampf einer Dampfmaschine versehen und sind unter einander verbunden, so
dafs der Dampf in allen circuliren kann. Das Condensationswasser sammelt sich in dem
Condensationstopf a. Vermittelst des Ventilators C wird frische Luft durch den Kanal b
in die Heizkammer F gedrückt, welche sich dort an den Rippenheizkörpern erwärmt und
durch das Rohr 2 nach dem in dem Apparat G angebrachten Luftkanal geleitet wird, welcher
sich von· oben bis unten ganz flach an der Längsseite des Darrapparates entlang zieht.
Die in dem Apparat sich drehenden Schaufeln halten das Malz immer in Bewegung, so dafs
ein gleichmäfsiges Darren gesichert wird. Der Cylinder G1 hat dieselbe Einrichtung wie G
und soll in ihm gewöhnlich das Malz zuerst eingebracht werden, worauf es dann mittelst
eines Trichters nach G geleitet wird.
Gerste, mit der man es hier zur Malzdarstellung hauptsächlich zu thun hat, quillt
bei 37,5°.C, während die Verkleisterung bei
57,50C. beginnt; wie schon gesagt, sind etwa 23 pCt. Wasser zur Verdunstung zu bringen
und ist aus den eben angeführten Gründen die Verdunstung bei ziemlich niedriger Temperatur
vorzunehmen, weil sonst bei Ueberschreitung der erlaubten Grenze das mit Recht so sehr
gefürchtete Glasmalz oder Steinmalz gebildet wird, indem durch Verkleisterung der Stärke
das Innere des Kornes eine hornartige Beschaffenheit annimmt, welche die Diastase einschliefst
und die Wirkung der letzteren hierdurch illusorisch macht. Um das Eintreten
dieser Uebelstände unmöglich zu machen, wird dafür gesorgt, dafs die Temperatur in G
circa 350 und in G1 circa 300 beträgt; zu
diesem Zwecke wird das Rohr 3, welches die warme Luft von G nach G1 leitet, und ebenso
das Rohr 2 mit einem elektrischen Thermometer versehen, welches das Ueberschreiten der
Maximaltemperatur durch ein Läutesignal anzeigt; tritt dieser Fall ein, so wird der Hahn
des Rohres 4 geöffnet und dieses hierdurch mit dem Rohr 2, also auch mit dem Apparat G
verbunden, worauf direct kalte Luft diesem Apparat zugeführt wird. In derselben Weise
kann man durch entsprechende Hahnstellung kalte Luft durch Rohr 5 nach dem Apparat G1
führen.
Aus den Apparaten mitgerissene feste Theile lagern sich in der StaubKammer 5 ab, aus
welcher sie durch einen Schieber entfernt werden können, während feinere Staubtheilchen
durch ein vor dem Schornstein angebrachtes Sieb zurückgehalten werden.
Die Reinigung der beiden Luftmalzapparate G und G1 wird in der Weise bewirkt, dafs durch
die Rohre 6 und 7 Wasser oder Dampf eingeleitet wird. Das Schmutzwasser fliefst durch
das Rohr 8 ab.
Der Darrmalzapparat besteht ebenfalls aus zwei feststehenden, über einander gelagerten
Cylindern H und H1 , welche im Innern rotirende Rührarme besitzen. Die Luftkanäle
im Innern der Cylinder, von denen jeder die ganze Breitseite derselben von oben bis unten
einnimmt, sind genau so constrain, wie bei den Luftmalzapparaten, ebenso entspricht die
Heizkammer F1 und der Ventilator C1 der
früher beschriebenen Einrichtung. Jeder der Darrmalzcylinder ist bis zu seiner halben Höhe
auf der Aufsenseite mit einem Heifswassermantel m bezw. Wz1 versehen, welcher mit dem
sich in den Condensationstöpfen α und Ci1
sammelnden Condensationswasser gespeist wird, indem dieses vermittelst des Retour d'eau r,
durch das Rohr 9 zunächst in den Mantel des Cylinders H und aus dem letzteren durch
Rohr 10 in den Mantel des Cylinders H1 gedruckt
wird.
Die eigentliche Darrtemperatur liegt durchschnittlich zwischen 60 und 70° C. und findet
bei dieser Temperatur und Vorhandensein einer beschränkten Menge Wassers eine tief eingreifende
Veränderung der Kohlehydrate, Eiweifsstoffe und der Producte der so sehr veränderten
"Fettsubstanz statt, und sind es die letzteren, welche die Bildung des Malzaromas
bewirken.
Auch bei dem Darrmalzapparat ist die Temperatur in dem oberen Darrcylinder H1
eine etwas geringere als in dem unteren Cylinder H, und kann das zunächst in den oberen
Cylinder gebrachte Malz, nach Aufziehen des am Boden des Apparates befindlichen Schiebers
durch den Trichter t in den unteren Cylinder geschafft werden. Elektrische Thermometer
zeigen sofort eine etwa eintretende Ueberschreitung der Maximaltemperaturen an und
wird in diesem Falle, wenn die Temperatur in den Heifswassermänteln eine zu hohe ist, durch
die Rohrleitung 11 kaltes Wasser in die Mantel,
und wenn die Temperatur in den Luftkanälen eine zu hohe ist, in diese kalte Luft durch die
Rohrleitung 12 bezw. 13 eingeleitet.
Ist der Darrprocefs in H beendet, so wird der Inhalt des Mantels dieses Cylinders durch
das Rohr 14 nach dem im Kesselhause befindlichen Vorwärmer geleitet. Die warme Luft
wird nun nicht mehr zunächst in den Cylinder H, sondern gleich nach H1 geleitet, in H
wird kalte Luft eingeführt und hierauf dieser Cylinder entleert.
Claims (3)
1. Die Construction des in mehrere Abtheilungen I bis VIII getheilten Keimapparates A,
Fig. ι und 3, Blatt II, dessen einzelne Abtheilungen durch die Rohre ck und z, Fig. 4
und 6 (daselbst), verbunden sind und welchen die frische Luft aus dem Hohlraum b
der Welle α durch entsprechende Stellung der Hähne g I h und q derart zugeführt
wird, dafs dieselbe nach Belieben in jede der Abtheilungen I bis VIII zuerst eingeleitet
werden kann und alsdann sämmtliche Abtheilungen zu passiren gezwungen wird.
2. Zum Zwecke der Luftkühlung bei mechanischen Keimapparaten die Verwendung
eines oben hermetisch geschlossenen Brunnens C, Blatt I, in welchem die Luft mittelst
des Compressors B durch das Rohr 2 unter den Wasserspiegel gedrückt und oberhalb
desselben gesammelt und abgeleitet wird, sowie die Lagerung des Schlangenrohres 5a
in diesem Brunnen.
3. Zur Herstellung von Malz die Anwendung feststehender Darrcylinder (Luftmalzapparate)
G und G1, Blatt III, welche innen je mit einem an der Längsseite sich von oben bis
unten hinziehenden flachen Luftkanal versehen sind, in welchen die warme Luft eingeleitet
wird, während das Malz durch ein Rührwerk mit flachen gekrümmten Schaufeln in dem Cylinder in Bewegung gehalten wird.
Zur Herstellung von Malz die Anwendung feststehender Darrcylinder (Darrmalzapparate)
H und H1, Blatt III, deren jeder mit einem Rührwerk zum Wenden des Malzes
und innen auf der einen Längsseite mit einem von oben nach unten sich erstreckenden
Luftkanal versehen ist, in welchen die heifse Luft eingeleitet wird, aufserdem noch
bis zur halben Höhe von einem festschliefsenden Mantel umgeben ist, der behufs Heizung der Cylinder mit heifsem Wasser
gefüllt wird.
Die Anwendung nachstehend aufgeführter, aus der Zeichnung ersichtlichen Apparate:
a) des Malzkeimapparates A,
b) der Ventilatoren C und C1,
c) der Heizkammern F und F1,
d) der Luftmalzapparate G und G1 und
e) der Darrmalzapparate H und H1
in ihrer Vereinigung und in der aufgeführten Reihenfolge zum Zwecke der mechanischen
Malzbereitung.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE32106C true DE32106C (de) |
Family
ID=308148
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT32106D Expired - Lifetime DE32106C (de) | Mechanisches Malzbereitungsverfahren |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE32106C (de) |
-
0
- DE DENDAT32106D patent/DE32106C/de not_active Expired - Lifetime
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