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Verfahren und Vorrichtung zum Trocknen, Darren und Rösten von gekeimtem und ungekeimtem Getreide.
In der Patentschrift Nr. 11501 ist ein Verfahren beschrieben, nach welchem grosse
Mengen von gekeimtem und ungekeimtem Getreide in einem geschlossenen, luftdichten
Behälter auf einem Siebboden behandelt werden können, wobei unter dem Siebboden und über dem Getreide sich Luftbäder befinden.
Nun enthält bekanntlich gekeimte Gerste bis zirka zoo Wasser und es soll ihr nach dem soeben erwähnten Verfahren innerhalb von sechs Stunden bei einer Temperatur, die nicht 450 C übersteigt, das Wasser entzogen werden. Da der Apparat, in dem das Verfahren vor sich geht, von Eisen ist und trotz aller Vorsicht Temperaturunterschiede auftreten, so bildet sich Schwitzwasser, das an den Wänden herunterläuft und wieder in die Gerste eindringt. Diese Bildung von Schwitzwasser wird noch dadurch bestärkt, dass bisher beim
Trocknen immer die warme Trockenluft von unten nach oben durch den Apparat gesaugt wurde. Hiebei erwärmt sich der Apparat, sowie das in dem Malz enthaltene Wasser zuerst unten und letzteres beginnt zu verdampfen.
Dieser Dampf muss durch kräftige Ventilation durch das Malz hindurchgesaugt werden, wobei es naturgemäss ist, dass, da die Matzschichten bis 1-50 m stark sind, die Wasserdämpfe sich an den kälteren, höherliegenden Malzkörpern niederschlagen, wieder zn Wasser werden und als Tropfen herunterfallen ; hiedurch wird die Trocknung bedeutend verzögert und es ist die aufgewendete Wärme und Luft bedeutend höher, als zur eigentlichen Wasserentziehung notwendig wäre. Wenngleich die
Wasserdämpfe das Bestreben haben, in die Höhe zu steigen, so werden sie, da die Malz- schicht sehr stark ist, während des Hochsteigens verdichtet und fallen immer wieder als
Wassertropfen zurück.
Um diesen Übelstand bei den grossen geschlossenen Apparaten gemäss Patent- schrift Nr. 11501 zu vermeiden, wird die warme Trockenluft nicht von unten nach oben, sondern von oben nach unten durch die Malzschicht gesaugt. Die warme Luft wird oben zweckmässig an mehreren Stellen, so dass sie sich gleichmässig verteilen kann, eingeführt und an der untersten Stelle des Apparates erfolgt die Absaugung. Hiebei wird nicht nur ein Niederschlagen der Wasserdämpfe und ein Herunterfallen der gebildeten Wassertropfen vermieden, sondern es worden auch gleichzeitig durch die von oben nach unten durch- gezogene Luft die an den Körnern sitzenden Wassertröpfchen nach unten mitgerissen.
Diese Vorteile sind natürlich auch bei der Trocknung mittels Vakuum vorhanden, denn auch hiebei wird das Wasser, welches durch sein Gewicht an und für sich das Bestreben hat, durch das Malz hindurchzuf-illen, direkt unten abgesaugt, während es bisher zuerst verdampft und durch die schwer durchlässige Malzschicht nach oben hindurchgesaugt werden musste, wobei immer ein Zurückfallen dos Wassers eintritt.
Ist das Malz soweit getrocknet, dass sich kein Schwitzwasser in dem Apparat oder an den Körnern bildet, so ist es gicichgiltig, ob die weitere Trocknung von oben nach unten oder von unten nach oben erfolgt. Praktisch erfolgt die Trocknung derart, dass ungefähr zwei Drittel des Wassers von oben nach unten und dann das letzte Drittel von
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Hiedurch wird der Siebboden früher und starker erhitzt, als das auf demselben lagernde Malz, dieses lagert also gleichsam auf erhitzten eisernen Horden, wodurch bekanntlich ein aromatisches Malz erzielt wird.
Das Abziehen der Wasserdämpfe bezw. der Wassertropfen würde eine grosse Vakuumpumpe erfordern. Es kann deshalb diese Arbeit ganz gut mittelt eines Mischkondensators geleistet werden, indem die kondensierbaren Dämpfe durch Wasser, das im übrigen Brauereibetriebe Verwendung finden kann, niedergeschlagen und die nicht kondensierbaren in be- kannter Weise mittels einer Vakuumpumpe abgesaugt werden. Bei der Verwendung eines Misehkondensators tritt besonders die Wirkung ein, dass das Wasser in tropfbar flüssiger Form unten abgesaugt wird, also nicht vorher zu verdampfen braucht.
Das an den Wänden des Behälters sich niederschlagende Wasser läuft nach unten und es wird das an dem Malz selbst und dem Siebboden anhängende Wasser nach unten gezogen, sammelt sich dort an und wird abgeführt, ohne dass es vorher in Dampfform übergeführt werden muss.
Es muss jedoch auch die Bildung von Schwitzwasser aussen am Mantel des Getreidebehälters verhütet werden, denn der Mantel desselben kann, besonders wenn er sehr grosse Abmessungen hat, den Temperaturänderungen, welche durch Innenerwärmung bezw. Innenkühlung bewirkt werden, nicht in demselben Masse folgen, besonders da die Aussenluft direkt auf den Behälter einwirken kann. Es werden daher um letztere Kühl- bezw. Heiz- rohre gelegt und das Ganze wird von Isoliermauerwerk vollkommen umschlossen. Der Apparat wird somit nicht von den äusseren Temperaturverhältnisscn beeinflusst und es kann ihm Kälte und Wärme von aussen zugeführt werden, wodurch die Bildung von Kondenswasser verhütet und das Ganze auf konstanter Temperatur gehalten werden kann.
Infolgedessen wird es möglich, die Vorrichtung auch besonders gut zum Mälzen zu verwenden.
Die oberen Rohre, welche den Behälter dicht umschliessen, werden als Kühlrohre benutzt, wobei das Metall des Behälters selbst als Kältellberträger verwendet wird. Die unteren Rohre, die Heizrohre, welche zweckmässig mit Dampf beheizt werden, verhüten besonders, wenn die Darrung des Keimgutes beginnt, das Auftreten von Kondenswasser.
In der Zeichnung ist der neue Apparat in einem Ausführungsbeispiel veranschaulicht.
Der Behälter a hat eine flach zylindrische Form und ist mit den nötigen Armaturen ver- sehen. Er steht auf Säulen A und ist seitlich durch Mauerwerk c und oben durch eine
Isoliermasse d vollkommen isoliert. Zwischen dem Mauerwerk c und der Wand des Behälters sind die Kühlrohre e eingebaut, während unter dem Zylinder die Heizrohre j angeordnet sind.
Eine weitere Verbesserung bei dem neuen Apparat besteht in der Anordnung der Iuhl- bezw. Heizrohre, welche die das Getreide je nach den Stadien des Keimprozesses kühlende bezw. erwärmende Luft entsprechend kühlen oder erwärmen soll. Bisher wurden diese Rohre in den freien Räumen unterhalb des Siebbodens und über dem Getreide angeordnet, womit jedoch einige Nachteile verbunden waren. Zunächst erfordert die An- ordnung der Rohre im Keimbehälter, der an und für sich, da er für sehr grosse Mengen von Getreide bestimmt ist, schon sehr gross ist, grössere Abmessungen. Ferner ist es sehr schwierig, die Kühl-bezw. Heizfläche beliebig zu vergrössern bezw. zu verkleinern und es werden, da für die Kühlung der oberen und der unteren Luft zwei verschiedene Rohrsysteme notwendig sind, eine verhältnismässig grosse Anzahl von Rohren erforderlich.
Auch können die in dem Behälter liegenden Rohre störend wirken, da es oft wünschenswert ist, dass der
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zum Wenden der Siebböden oder der Schiebervorrichtung an den Siebböden freibleibt.
Gemäss vorliegender Erfindung kommen diese Nachteile alle in Wegfall dadurch, dass die Rohre nicht im Behälter, sondern ausserhalb desselben in dem Luftzuführungskanal
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RollI'9 zweigt sich ein Rohr h ab und führt oben in den Behälter hinein. Das Rohr g steht mit dem Luftzuführangskanai t in Verbindung, in dem eine Anzahl Kühl-bezw. Heizrohre k angeordnet sind.
Die Luft, die durch den Keimbehälter von unten nach oben oder von oben nach
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das Rohr 9 bezw. h in den Behälter eingeleitet. Da nun durch diese Rohranordnung, welche kurz vor dem Keimapparat liegt und in welcher kalte Flüssigkeit zirkuliert, die Feuchtigkeit der Luft sehr verringert wird und da das Keimgut aber feuchte Luft gebraucht, so werden zweckmässig Spritzdüsen l eingebaut, welche die gekühlte Luft etwas anfeuchten.
Infolge der Anordnung der Kühlrohre ausserhalb des Keimbehä1ters kann nun der letztere eine geringere Höhe erhalten als sonst. Es werden weniger Kühlrohre notwendig, da stets dieselben gebraucht werden, gleichviel, ob die Luft von oben nach unten oder \on unten nach oben durchgesaugt wird und es kann die Kühlfläche in einfacher Weise
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