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Mehrhorden-Malzdarre Bei der Herstellung von, Dammalz sind in den
Mälzereien vorwiegend Zwei- oder Dreihordendarren in Verwendung. Nach der Anordnung
der Horden unterscheidet man diese in Plandarren und Vertikaldarren. Bei ersteren
liegt das Darrgut auf horizontalen Horden, bei letzteren bestehen die einzelnen-Horden
aus mehreren vertikalen Zellen, in denen das Darrgut zwischen gelochten Seitenwänden
liegt. Bei den Plandarren steigt die warme Luft von unten nach oben durch das Damgut,
bei den Vertikaldarren wird der Luftstrom durch künstliche Ventilation derart geregelt,
daß die warme Luft in horizontaler Richtung durch das Darrgut geführt wird. -Der
Darrprozeß zerfällt in zwei Abschnitte, das Schwelken und das Trocknen oder Rösten.
Im Schwelkprozeß wird der Wassergehalt des Ausgangsproduktes, des Grünmalzes, von
etwa 45% aurf 8 bis i o % vermindert, beim an: schließenden Trocken- oder Röstvorgang
sinkt der Wassergehalt weiter auf 2 bis 3% beim fertigen Darrmalz. Das Schwelken
wird auf einer oder mehreren übereinanderliegend@en Schwelkhorden durchgeführt,-das
Rösten auf der darunterliegenden Rösthorde.
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Die Eigenschaften des Dammalzes werden weitgehend von der Art .des
Damvorganges bestimmt, insbesondere ist der Verlauf des Röstvorganges maßgebend
für den Charakter des fertigen Malzes.
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In weit überwiegendem Maße sind Plandarren in Verwendung, während
Vertikaldarren nur ganz vereinzelt "anzutreffen sind. Der Grund liegt darin, daß
nach allgemeiner Ansicht sich das Darren, insbesondere- das Rösten, bei diesen wesentlich
vorteilhafter durchführen läßt als bei den Vertikaldarren, die dauernd mit starker
Ventilation arbeiten müssen, und daß nur auf Plandarren ein Malz jedes gewünschten
Charakters Hergestellt werden kann. Andererseits haben die Plandarren den Nachteil,
daß für das Beladen der oberen Horde und den Transport des Damgutes nacheinander
auf die weiteren Horden erhebliche Hand- oder Maschinenarbeit erfoTderlich
wird,
die bei den Vertikaldarren wegfällt. Es ist bekannt, daß diese Arbeiten bei Plandarren
größeren Ausmaßes oft erhebliche Betriebsschwierigkeiten und in jedem Falle ersi
| hebliche Betriebskosten verursachen. |
| Vertikaldarre hat den weiteren Vorteil, |
| ihre Leistung auf gleicher Grundfläche |
Mehrfaches der Leistung einer Plandarre bei" trägt.
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Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet eine Mehrhordendarre,
die eine oder mehrere übereiuanderliegende und aus einzelnen vertikalen Zellen bestehende
Schwelkhorden besitzt, unter welchen sich eine horizontale Rösthorde befindet. Sie
vereinigt einerseits die Vorteile der Vertikaldarre hinsichtlich großer Leistung
auf geringer Grundfläche bei einfacher Bedienung und bietet andererseits infolge
der horizontalen Anordnung der Rösthorde die Möglichkeit, das Rösten in gleicher
Weise wie auf der Plandarre durchzuführen und .ein Malz jedes gewünschten Charakters
herzustellen.
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In der Zeichnung ist eine Mehrhordendarre der vorbeschriebenen Art
in zwei verschiedenen Ausführungsbeispielen dargestellt, und zwar eine Dreihordendarre
mit zwei Schwelkhordenreihen und einer Rösthorde.
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Fig. i zeigt eine Ausführungsform der Darre im Schnitt.
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Fig. a ist ein Grundriß nach der Linie I-I der Fig, i.
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Die Schwelkhorden bestehen aus mehreren einzelnen Zellena, b, die
durch vertikale, gelochte Seitenwände gebildet werden, zwischen denen das Damgut
liegt. In der Zeichnung sind beispielsweise je zwei solcher Zellen dargestellt.
Unter diesen Schwelkhorden befindet sich die horizontale Rösthorde c. Mit dem zu
verarbeitenden Grünmalz werden die Zellen a-:a der oberen Horde beladen. Das in
diesen vorgeschwelkte Grünmalz wird im weiteren Verlauf des Arbeitsvorganges in
die Zellen b-b der unteren Schwelkhorde und nach beendetem Schwelken auf die Rösthorde
c verbracht, wobei jedesmal von oben frisches Grünmalz nachgefüllt wird. Die Entleerung
der Zellen erfolgt selbsttätig durch Öffnen der unter denselben befindlichen Schieber
d. Von der Rösthorde kann .das fertige Dammalz von Hand oder mechanisch abgeladen
werden.
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Unter der Rösthorde e befindet sich die Heizkammer e mit dem zur Erwärmung
der Luft dienenden Heizapparat. In den oberen Teil der Darre ist der Ventilator
f eingebaut, der die Luft durch die Darre in der Richtung der Pfeile ansaugt. Die
kalte Luft tritt von außen durch die im Boden der Heizkammer e befindlichen Öffnungen
ein. Die warme Luft strömt durch die in der Decke der Heizkammer angebrachten regelbaren
| ' |
| '*le'7 und durch das auf der Rösthorde |
| tend,eb ile Z Darrgut. in der Decke Durch über Einstellen
der Rösthorde der Luft- c |
ünd in den darüber befindlichem Zwischendecken wird die Luft -weiter in beliebig
wechselbarer horizontaler Richtung durch das. in den Zellen b-b, u,a der Schwelkhorden
liebende Darrgut ;geführt und vom Ventilator/ angesaugt. Dabei kann gleichzeitig
der durch die Unterhorde c und die Luftventile h strömenden warmen Luft durch Rohrei
von außen kalte Luft zugesetzt werden für den Fall, daß die Temperatur der warmen
Luft für den Schw elkvorgang zu hoch ist oder daß es wünschenswert erscheint, für
das Schwelken größere Luftmengen zu verwenden als für das Rösten.
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In Fig. 3 ist eine andere Ausführungsform der Darre im Schnitt dargestellt;
Fig. q. ist ein Grundriß derselben nach der Linie II-11 der Fig. 3, Fig. 5 ein Schnitt
nach der Linie I1 1-I II der Fig. q.. Abweichend von dem vorbeschriebenen Ausführungsbeispiel
ist hier zwischen den Schwelkhorden a, b und der Rösthorde c noch eine besondere
Luftmischkammer h angeordnet, während die Luftzug führungsrohre i der vorbeschriebenen
Ausführungsform fortfallen. Die zwischengeschaltete Luftmischkammer bietet die Möglichkeit,
die Schw elkhorden noch unabhängiger von der Rösthorde mit Luft in beliebigen Mengen
und von beliebiger Temperatur zu behandeln als. bei der vorbeschriebenen Ausführungsform.
Zu :dem Zweck führt ein Umgehungskanal L von der Heizkammer e in die Luftmischkammer
h. Aus der Heizkammere kann demselben durch die Klappenin warme Luft, von außen
durch die Klappern kalte Luft zugeführt und auf diese Weise die Menge und die Temperatur
der Ventilationsluft beliebig geregelt werden. Die zur Regelung der Luftzufuhr für
die Rösthorde c dienenden Ventileg, die bei der Ausführung nach Fig. i in der Decke
der Heizkammer e liegen, liegen bei der Ausführung nach Fig.3 in der Decke der Röstabteilung.