DE629680C - Verfahren zur Herstellung von Gemischen aus wasserloeslichen Alkali- oder Erdalkali-Silberthiosulfat-Komplexsalzen mit Alkalisalzen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Gemischen aus wasserloeslichen Alkali- oder Erdalkali-Silberthiosulfat-Komplexsalzen mit Alkalisalzen

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DE629680C
DE629680C DEC46883D DEC0046883D DE629680C DE 629680 C DE629680 C DE 629680C DE C46883 D DEC46883 D DE C46883D DE C0046883 D DEC0046883 D DE C0046883D DE 629680 C DE629680 C DE 629680C
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Dr Erwin Kohlstaedt
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CHEMISCH PHARMAZEUTISCHE A G B
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CHEMISCH PHARMAZEUTISCHE A G B
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B17/00Sulfur; Compounds thereof
    • C01B17/64Thiosulfates; Dithionites; Polythionates

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Manufacture And Refinement Of Metals (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Gemischen aus wasserlöslichen Alkali-oder Erdalkali-Silberthiosulfat-Komplexsalzen mit Alkalisalzen Die Herstellung leicht wasserlöslicher Alkali- und Erdalkalisilberthiosulfate bereitet stets beträchtliche Schwierigkeiten. Um z. B. Salze vom Typ Ag2S203 # aNarS203 bzw. Ag2 SZ 03 - 3 K. S. O3 usw. herzustellen, war man gezwungen, in sehr verdünntenLösungen zu arbeiten. Das zur Isolierung der Sälze notwendige Verdampfen des Wassers führte infolge der dazu erforderlichen Temperaturerhöhung zur teilweisen Zersetzung, oder man erhielt, falls das Wasser bei gewöhnlicher Temperatur verdunstet wurde, in zeitraubender Arbeit nur sehr schlechte Ausbeuten, zumal die auf diese Weise erhaltenen Salze durch einen Überschuß von Alkali bzw. Erdalkalithiosulfat verunreinigt waren.
  • Die in der Zeitschrift für anorganische Chemie,Bd.25 (i9oo),S.72ff. vonA.Rosenheim und S. Steinhäuser angegebenen Vorschriften führten in der Hauptsache zu den schwer löslichen Verbindungen, während die leicht löslichen Salze nur aus den Mutterlaugen und daher in sehr schlechter Ausbeute. isoliert werden konnten.
  • Bei den im Verfolg dieser Arbeiten in der deutschen Patentschrift 42,2.323 niedergelegten Darstellungsweisen führte der Weg über die schwer löslichen Silberalkalithiosulfate zu den leicht löslichen Salzen. Es wurde also zunächst das schwer lösliche Salz isoliert und getrocknet und hierauf erst in einem zweiten Arbeitsgang mit weiterem Thiosulfat unter Zusatz von Wasser das leicht lösliche Silberalkalithiosulfat hergestellt.
  • Es wurde nun gefunden, daß man in einem einzigen Arbeitsgang bei Gegenwart denkbar geringster Mengen Wasser mit ioooloiger Ausbeute zu leicht löslichen Silberalkali- bzw. Erdalkalithiosulfaten gelangen kann, wenn man Silbersalze mit passenden Mengen von Alkali- bzw. Erdalkalithiosulfat bei Gegenwart geringster Wassermengen, es geniigt z. B. bereits das Kristallwasser des angewandten Thiosulfats, umsetzt, worauf dem z. B. in Form einer teigigen Masse anfallenden Reaktionsprodukt das Wasser durch Verdampfen bei niedriger Temperatur entzogen wird.
  • Verwendet man z. B. Chlorsilber und Natriumthiosulfat als Ausgangsstoffe, so erhält man ein chlornatriumhaltiges Produkt, in welchem das Chlornatrium verbleiben kann. Bei Verwendung von z. B. Rhodansilber erhält man rhodanalkalihaltige Produkte, aus denen das Rhodanalkali z. B. mit Behandlung mit Alkohol leicht entfernt werden kann. Ähnlich verhalten sich die meisten organischen Silbersalze.
  • Weiterhin 'wurde nun gefunden, daß man zweckmäßig bei der Herstellung des leicht löslichen Silberalkali- bzw. Silbererdalkalithiosulfates während des Reaktionsprozesses genau berechnete Mengen von Alkali, z. B. Borax, Natriumcarbonat, diäthylbarbitursaures Natrium in molaren Gewichtsverhältnissen zusetzt.
  • Bei dieser Art der Verarbeitung bilden sich vermutlich - Verbindungen komplexer Natur zwischen dem Silberalkali- bzw. Silbererdalkalithiosulfat und den genannten Alkalisalzen, was physikalisch-chemisch durch erhöhte Benetzbarkeit der Schleimhäute begründet und therapeutisch von größter Wichtigkeit ist.
  • Bei dem vorgeschlagenen Verfahren zur Herstellung von Alkali- bzw. Erdalkali-Thiosulfat-Komplexsalzen ist es von besonderem Vorteil, daß i. das gewünschte Endprodukt in einem einzigen Arbeitsgang erhalten wird, 2. das Arbeiten mit konzentriertesten Lösungen möglich ist und 3. bei der chemischen Umsetzung gemachte Zusätze öder dabei entstehende Begleitstoffe nicht nur in dem Fertigprodukt verbleiben können, sondern die Anwesenheit dieser Stoffe sogar für die therapeutische Verwendung der genannten Salze vori großem Wert ist. Beispiele z. 18.5 g frisch gefälltes feuchtes Chlorsilber, entsprechend 1q:3 g trockenem Chlorsilber, werden mit 237 g trockenem Natriumthiosulfat gut durchgearbeitet. Während dieses Prozesses werden 381,4 g feinst pulverisierter Borax zugesetzt. Bei der weiteren Verarbeitung geht das Gemisch in einen halbflüssigen und hierauf in einen knetbaren Zustand über. Sodann wird das Wasser bei etwa 40° verdunstet. Es hinterbleibt eine leicht zerreibliche, weißewasserlösliche Masse, deren wässerige Lösungen erhöhte Benetzbarkeit besitzen.
  • 2. 185. g frisch, gefälltes feuchtes ' Chlorsilber, entsprechend 143 g trockenem Chlorsilber,, werden mit 237 g trockenem Natriumthiosulfat und 572 g kristallisiertem Natrium-- carbonat innigst durchgearbeitet. Dem Reaktionsprodukt wird das Wasser bei 40° entzogen und der Rückstand pulverisiert.
  • 3. 166 g Rhodansilber werden mit 496 g kristallisiertem Natriumthiosulfat in einer Reibschale gut durchgearbeitet. Während des Reaktionsprozesses werden 2o6, i g diäthylbarbitursaures Natrium zugesetzt, hierauf wird die Masse von zähflüssiger, alsdann von fester und knetbarer Beschaffenheit. Läßt man das Wasser bei niedriger Temperatur verdunsten, so hinterbleibt nach dem Zerkleinern ein weißes Pulver, das in gelöstem Zustand noch die Eigenschaft höherer Benetzbarkeit besitzt.
  • 4. 185 g frisch gefälltes feuchtes Chlorsilber, entsprechend 143 g trockenem Chlorsilber, werden mit 26o g kristallisiertem Calciumthiosulfat in einem geeigneten Apparat gut durchgearbeitet. Während dieses Vorganges werden 276 g Kaliumcarbonat zugesetzt. Demkeaktionsproduktwird dasWasser bei 40° entzogen und der Rückstand pulverisiert.
  • 5. i 6G g Rhodansilber werden in einer Reibschale mit 28,6g kristallisiertem Strontiumthiosulfat bis-- zur Verflüssigung durchgearbeitet und hierauf mit 228 g Ammoncarbonät versetzt. Die zähflüssige Masse -wird hierauf von fester und knetbarer Beschaffenheit. Nach Beendigung der Reaktion wird das Wasser bei niedriger Temperatur entfernt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Gemischen aus wasserlöslichen Alkali- oder Erdalkali-Silberthiosulfät-Komplexsalzen mit Alkalisalzen in einem Arbeitsgang, dadurch gekennzeichnet, daß man feste Silbersalze, wie Chlorsilber oder Rhodansilber, mit erforderlichen Mengen von festem Allkali- oder Erdalkalithiosulfat in feuchtem Zustande unter gleichzeitigem Zusatz molarer Mengen von festen Alkalisalzen miteinander verarbeitet, worauf dem zähflüssigen Reaktionsprodukt die Feuchtigkeit unter Vermeidung der Zersetzung bei niedriger Temperatur entzogen wird.
DEC46883D 1932-09-09 1932-09-09 Verfahren zur Herstellung von Gemischen aus wasserloeslichen Alkali- oder Erdalkali-Silberthiosulfat-Komplexsalzen mit Alkalisalzen Expired DE629680C (de)

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