-
Verfahren zur Herstellung von leicht löslichen, geformten Seifenpräparaten
Vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Seifenmassen, die
in die Form ganz feiner Fäden gepreßt werden sollen. Es hat sich gezeigt, daß man
nicht jede beliebige Seife zu Fäden von etwa, 1,5 mm oder von noch kleinerem Durchmesser
verpressen kann. Um dies zu ermöglichen und insbesondere ein Zusammenbacken der
Seifenfäden nach dem Verpressen zu verhindern, hat man bisher reine Seife verwendet,
diese vor dem Verpressen erst getrocknet, und zwar so weit, daß der Fettsäuregehalt
in der zu verpressenden Seife je nach deren Zusammensetzung 7o bis 8z% betrug. Dies
ist jedoch ein sehr kostspieliges Verfahren.
-
Der Erfinder hat nun ermittelt, daß man dies Trocknen nicht vorzunehmen
braucht, wenn man der Seifenmasse vor dem Verpressen unter den nachstehend noch
zu erörternden Bedingungen Salze bzw. Salzgemische zusetzt. Diese Salze brauchen
nicht kristallwasserbindend zu sein, ja im Gegenteil, sie können auch hygroskopisch
sein. Es kommt nur darauf an, daß die hier zu verwendenden beliebig zusammengesetzten
Salze nicht zersetzend .auf die Seife einwirken.
-
Als solche Salze kommen demgemäß beispielsweise in Betracht: Pottasche,
Natrium-oder Kaliumbicarbonat, Kalium- oder Nätriüinsulfaf,`Kälium- - roZ#'er Natriumphosphat,
Kalium- oder Natriumsilikat, Kalium- oder Natriumborat, Kalium- oder Natriumacetat,
Kalium- oder Natriumnitrat, die Kalium- oder Natriumsalze von aromatischen Sulfosäuren,
wie z. B. von (3-Naphthasinsulfosäuren oder von deren Homologen und Substitutionsprödukten
@o. dgl.
-
In den meisten Fällen wird man diese Elektrolyte der warmen, flüssigen
Leim-.oder Kernseife zusetzen und nur in ganz bestimmten Fällen, wo es sich z. B.
um wärmeempfindliche Elektrolyte handelt, wie ' z. B. bei Natriumbicarbonat oder
Natrium-,f p er borat, wird man sie zu der bereit§! mehr oder wen_Wer erstarrten
kalten, festen e>e zusetzen. Es hat sich becler Verwendung der warmen, flüssigen
Seife ferner gezeigt, daß durch den Zusatz der Salze infolge der erhöhten Wärmeleitfähigkeit
die Erstarrung in ganz erheblich kürzerer Zeit vor sich geht als bei reiner flüssiger
Seife. Von diesen Salzen bzw. Gemischen derselben wird nach der Erfindung der Seife
höchstens so viel zugesetzt, daß die Grenze des Aussalzeng noch nicht erreicht wird,
d. h. daß, also nicht nochmals ein zweites Aussalzen stattfindet. Normalerweise
schwankt dieser Zusatz zwischen 5 und 3o %, ist also bei den verschiedenen Salzen
sehr verschieden. Die Vermischung erfolgt in einer Mischmaschine, und man erhält
bei Verwendung von flüssiger Seife meist in r o bis 15 Minuten schon ein
vollständig homogenes Gemisch, das genügend erstarrt ist, um ohne Trocknung sofort
verpreßt werden zu können. Die durch diesen Preßprozeß erhaltenen Fäden backen nicht
mehr zusammen und lassen sich sehr
leicht, meist schon durch kurzes
Aufblasen von Luft infolge des günstigen Verhältnisses von Oberfläche zum Gewicht
so nachtrocknen, daß sie spröde werden und zu kleinen, kristallähnlichen Stäbchen
zerbrechen. Diese sind nunmehr im Gewicht vollständig konstant, sie lassen sich
infolge ihrer relativ großen Oberfläche auch sehr schnell, selbst in kaltem Wasser,
lösen, wobei der Salzgehalt wieder wesentlich beschleunigend wirkt. Sie lassen sich
vollständig automatisch in kontinuierlichem Prozeß, herstellen, leicht automatisch
dosieren und verpacken und stellen vor allen Dingen in ihrem Äußern ein ganz bestechend
schönes Produkt dar.
-
Einen besonderen Vorteil erzielt man bei der Verwendung von Persalzen.
Die hiermit hergestellten Fäden zeigen selbst bei Verwendung heißer, flüssiger Seife
eine auffallende Beständigkeit des Perborats, was hauptsächlich auf die schnelle
Abkühlung und Trocknung der Fäden zurückzuführen ist. Diese Haltbarkeit wird noch
vergrößert, wenn man gleichzeitig kolloide Schutzstoffe zusetzt, die die Persalze
umhüllen und somit gegen Zersetzung sichern; zu solchen Stofben gehört z. B. Wasserglas.
Die schnelle Löslichkeit solcher perborathaltiger Fäden ist von hoher Bedeutung
für den Schutz der damit in Be---Tührung=kommenden-Gewel3-e,- da--diese--mit festem
Perborat oder konzentrierten Laugen nicht in Berührung kommen dürfen.
-
Auch Kohlenwasserstoffe, hydrierte oder Halügenkohlenwasserstoffe
kann man weiterhin den Seifen einverleiben und hierdurch die Preßfähigkeit noch
mehr erhöhen, ferner auch sulfonierte aromatische Verbindungen o. dgl. Selbstverständlich
sind auch geringe Zusätze von ätherischen Ölen oder auch von unverseifbaren oder
schwer verseifbaren Kohlenwasserstoffgin, wie Paraffin, Vaselin, Montanwachs, Bienenwachs,
Geresin o. dgl., zulässig und beeinflussen vorteilhaft das Äußere. Auch können wasserunlösliche
Füllmittel, wie z. B. Ton, Kalk, Holzmehl, Kartoffelmehl, Oxy- und Hydrocellulose
o. dgl., verwendet werden. Beispiele i. 5oo kg flüssige Kernseife, 5o kg ausgesiebte
98%ige Pottasche, 25 kg Natriumbicarbonat werden zusammengerührt. Nach 5 bis io
Minuten wird die Masse fest und zu Fäden verpreßt. '-"' `-- --2. 5oo kg Kernseife,
25 kg Borax, 35 kg Natriumbicarbonat, 25kg ausgesiebte 98%ige Pottasche werden zusammengerührt.
Nach 5 bis i o Minuten wird die Masse fest. Sie wird dann mittels Walzenmühlen vollständig
homogenisiert und dann mittels Düsen von i/2 mm Durchmesser zu Fäden verpreßt. 3.
5ookg flüssige Kernseife, 5okg Kalium, metabürat, 25 kg Natriumbicarbonat werden
gemischt und wie in Beispiel i oder 2 weiterbehandelt.
-
4. 5ookg 55- bis 6o%ige Leimseife werden mit 25 kg Borax, 35 kg Natriumbicarbonat
und 25 kg ausgesiebter 98 %ig@er- Pottasche zusammengerührt und nach Beispiel i
oder 2 weiterbehandelt.
-
5. 5ookg flüssige Kernseife werden mit 5o kg flüssigem, höchstkonzentriertem
Wasserglas verrührt, worauf die Masse in i o bis i 5 Minuten fest und bröckelig
wird und auch nicht mehr klebt. Sie läßt sich nach dem Erkalten hierauf leicht nach
Beispie12 weiter aufarbeiten, wobei hochglänzende Fäden @erhalten werden, die kaum
von Kunstseide zu unterscheiden sind.
-
6. 5oo kg flüssige Kernseife werden mit i oo kg 13-naphthalinsulfpsaurem
Natrium in Pulverform verrührt, worauf die Masse in etwa io bis 15 Minuten fest
und bröckelig wird und auch nicht mehr klebt. Sie läßt sich nach dem Erkalten alsdann
leicht nach Beispiel i oder 2 weiter aufarbeiten.
-
7. 5ookg Kernseife werden in an sich bekannter Weise mit 5o kg Benzin
oder 5o bis 6o kg hydrierter Phenole oder Kresole vermischt, bis eine vollständig
homogene und
| -@ieh@=-1£oss@rsto -f@ab@@ |
vorliegt. Alsdann wird die Masse mit 5o kg Natriumbicarbonat und 25 kg Borax versetzt
und hierauf nach Beispiel i oder 2 weiterbehand2lt.
-
B. 5ookg 62%ige Kernseife werden mit einer für sich hergestellten
teigigen Mischung aus 661/g kg kristallisiertem Natriumperborat, 5o kg Wasserglas
vom spezifischen Gewicht 1,35 bis 450 und mit 11/g kg 34%iger Na- 1 tronlauge vermischt.
Nach 5 bis i o Minuten werden noch 20 kg calcinierte Soda zugegeben, nochmals gut
gemischt, und das Ganze, wie in Beispiel i oder 2 angegeben, weiterbehandelt.
-
9. 5ookg 62%iger flüssiger Kernseife werden mit einer für sich hergestellten
teigigen Mischung aus 32 kg Natriumperborat mit einem Gehalt von 22,5 % aktivem
Sauerstoff und So kg Wasserglas von spezifischem Ge- j wicht 1,4o bis i,5o vermischt,
worauf noch 2 5 kg Natriumphosphat in fein ,gepulverter Form zugefügt werden. Die
anfangs flüssige Masse wird im Verlauf von 5 bis io Minuten fest und kann alsdann
nach Beispiel i j oder 2 weiterbehandelt werden.
-
10. 25o kg flüssige Kernseife, 62- bis 64%ig, 25okg trockene
Kernseife mit einem Fettsäuregehalt von 82 bis 88 % werden in einer Knetmaschine
mit Soo kg Wasserglas von 38 bis 42° Be vermischt, worauf die Masse bebändert wird.
Nach kurzem Nachtrocknen
an der Luft kann man diese Bänder zu schönen,
feinen, seidenglänzenden Fäden verpressen, die nach dem Erkalten und Nachtrocknen
zu schönen, kleine., kristallähnlichen Stäbchen zerbrechen. Man kann den Wasserglaszusatz
auch noch ganz wesentlich erhöhen und das Nachtrocknen dadurch vermeiden, daß man
z. B. Bicarbonat, wasserfreies Trinatriumphosphat oder Borax der Knetmaschine nach
Bedarf zusetzt.
-
z r. a 5o kg flüssige Kernseife, 62- bis 64%ig, z 5o kg getrocknete
Kernseife mit einem Fettsäuregehalt von 82 bis 88 % werden mit Zoo kg Natriumbicarbonat
in einer Knetmaschine verknetet und, sobald die Masse homogen erscheint, gebändert.
Diese Bänder lassen sich bei passenden Fettansätzen direkt, sonst nach ganz kurzem
Antrocknen an der Luft, zu feinen Fäden verpressen, die in Wasser klar löslich sind
und ein hohes Schaum- und Reinigungsvermögen zeigen. Ihr Fettsäuregehalt beträgt
durchschnittlich 6oo/o. Die Menge der zugesetzten Salze soll sich einerseits danach
richten, daß das sehr kostspielige Trocknen der Seife nach Möglichkeit vermieden
wird; andererseits danach, ob ein mehr oder weniger hartes Gebrauchswasser vorliegt,
das beim Waschprozeß enthärtet werden soll. 12. roo kg destillierte !oder hochgespaltene
Fettsäure werden mit 5o kg Kienöl oder Cyclohexanol gemischt und bei einer Temperatur
von 3o° C mit 44 kg fester, 99%iger Soda nach dem Verfahren gemäß Patentschrift
396 15 5 verseift. Nach einigen Stunden ist diese natriumbicarbonathaltige
Seife fest geworden. Sie wird dann mit 300 kg flüssiger oder fester Kernseife
von 62 bis 64 % gemischt und gebändert und kann alsdann leicht zu schönen,
elastischen Fäden, die sich klar in Wasser auflösen und ein hohes Schaum- und Reinigungsvermögen
besitzen, verpreßt werden. Dadurch, daß bei diesem Arbeiten ein besonderes Trocknen
und höhe Temperaturen vermieden werden, treten keine Verluste an Kohlenwasserstoffen
ein.