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Funkenfänger für Lokomotivschornsteine Bei Lokomotiven tritt häufig
ein unangenehmer Funkenflug aus dem Schornstein auf, dessen. Stärke im wesentlichen
von der Art des zur Verwendung gelangenden Brennstoffs abhängt. Dieser Funkenflug
bildet eine starke Gefahrenquelle sowohl für den Eisenbahnbetrieb selbst als auch
für die Umgebung der Eisenbahnstrecke. Brände von hölzernen Bauwerken und Waldungen
und von feuergefährlichen Stoffen in den Wagen von Güterzügen sind neben der Belästigung
der anliegenden Ortschaften die Folgen solchen Funkenfluges.
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Gegenstand der Erfindung ist ein. Funkenfänger für Lokomotivschornsteine,
der sich vom Führerstand aus ein- und ausschalten läßt und der aus einem im oder
am Schornstein beweglich angebrachten flachen Hohl körper von der Querschnittsform
des Schomsteins besteht, in dem die Rauchgase bei ihrem Durchtritt umgelenkt werden.
Die Ausbildung des Funkenfängers nach der Erfmdung erscheint besonders zweckmäßig
und erfüllt weitgehendst alle an einen Funkenfänger zu stellenden Anforderungen.
Das Wesentliche der Erfindung besteht darin, daß die untere Begrenzungsfläche des
den Funkenfänger bildenden Hohlkörpers derart gelenkig angebracht ist, daß sie sich
während der Bewegung des Funkenfängers zwangsläufig ein Stück weit von dem Hohlkörper
abhebt.
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Diese Bauweise vereinigt die Vorteile mehrerer bekannter Bauweisen
in sich, ohne deren Nachteile aufzuweisen, und macht Funkenfänger dieser Gattung
überhaupt Ferst praktisch verwendbar. Die Einrichtung nach der Erfindung gehört
zu der Gattung von Funkenfängern, die nur im Bedarfsfalle ein-geschaltet
werden. Auf diese Weise wirkt sich der bei allen Funkenfängern vorhandene Nachteil
einer gewissen Drosselung des Zuges nicht so stark aus. Durch die Anordnung des
Funkenfängers auf oder an dem Schornstein. läßt @er sich stets auch nachträglic4-leicht
anbringen und zum Zwecke der Reparatur oder Auswechslung sehr schnell wieder entfernen.
Die bisher bekannten Funkenfänger dieser Art, deren untere Begrenzungsfläche fest
an dem Hohlkörper angebracht ist, sind praktisch nicht brauchbar, da sich unvermeidlich
während des Betriebes Ruß und Staub im Hohlkörper niederschlagen, wodurch nach kurzer
Betriebszeit der Funkenfänger außer Funktion gesetzt wird. Erst durch die Erfindung
ist es möglich, derartige Funkenfänger in einfachster Weise während der Fahrt vom
Führerstand aus zu reinigen und von dem niedergeschlagenen Staub und Ruß zu befreien.
Durch Hinnndherbewegen des teilweise geöffneten Funkenfängers läßt sich der Staub
herausschütteln, was noch durch die während der Fahrt herrschende Zugluft erleichtert
wird. Ähnliche Konstruktionen dieser Art weisen ein Filter o. dgl. innerhalb des
Hohlkörpers auf. Diese Bauarten sind aber praktisch ebenfalls unbrauchbar, da sich
das Filter schnell zusetzt und nicht während der Fahrt gereinigt werden kann.
Bei
Befestigung des Funkenfängers am oberen Rande des Schornsteins liegen zweckmäßig
die Gelenke zwischen Hohlkörper und Schornstein einerseits und zwischen unterer
Begrenzungsfläche und Hohlkörper anderseits .einander am Umfang des Funkenfängers
gegenüber. Nach der Erfindung ist ferner am Umfang des Funkenfängers dem Gelenk
der unteren Begrenzungsfläche gegenüberliegend ein Anschlag angeordnet, der bei
der Schließbewegung des Funkenfängers die untere Begrenzungsfläche wieder an den
Hohlkörper andrückt.
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Der Gebrauch des Funkenfängers erfolgt dann nach der Erfindung in
der Weise, daß sich beim Öffnen die untere Begrenzungsfläche klapperartig abhebt
und im völlig geöffneten Zustand des Funkenfängers wieder an den Hohlkörper anlegt.
Der vorerwähnte Anschlag bewirkt beim Schließen des Funkenfängers, daß die untere
Begrenzungsfläche an den Hohlkörper angedrückt wird. Es sind ferner Mittel vorgesehen,
die ein Öffnen der unteren Klappe nur bis zu einer bestimmten Stellung zulassen,
damit bei Einleitung der Schließbewegung die Klappe, stets in einem spitzen Winkel
an den Anschlag stößt und daher zwangsläufig von diesem zugedrückt werden. muß.
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Um die Reinigung des Funkenfängers während der Fahrt noch weiterhin
zu erleichtern, kann im Schornstein ein Dampfblaserohr so angebracht sein, daß sich
im teilweise geöffneten Zustand des Funkenfängers Dampf zur Reinigung in den Hohlkörper
blasen lä,ßt. Gegebenenfalls kann hierfür das ohnehin vorhandene Blaseröhr Verwendung
finden.
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In den Figuren sind Ausführungsformen der Erfindung beispielsweise
wiedergegeben, und zwar zeigt Fig. i den Funkenfänger in seiner Anordnung auf einem
Schornstein in geschlossenem Zustand geschnitten.
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Fig. 2 zeigt denselben Funkenfänger in halb geöffnetem Zustand teils
im Schnitt, teils in Ansicht, während Fig.3 den gleichen Funkenfänger in ganz geöffnetem
Zustand in Ansicht wiedergibt. Fig.4 stellt einen Querschnitt durch die Labyrinthkanäle
einer zweiten Ausführungsart des Funkenfängers' dar, und Fig. 5 zeigt eine Draufsicht
auf diesen Funkenfänger.
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Bei der Ausführungsform des Funkenfängers entsprechend den Fig. i
bis 3 ist der Funkenfänger i gelenkig an einem besonderen Ring 2 befestigt, der
seinerseits mittels eines Ansatzes 3 auf dem Lokomotivschornstein ¢ angebracht ist.
Die Befestigung des Ringes 2 auf dem Schornstein 4 kann in irgendeiner Weise, z.
B. mittels Schrauben, erfolgen. Der Funkenfänger i läßt sich um das Gelenk 5 an
dem Ring 2 schwenken. Er besteht aus einem Hohlkörper, der einerseits durch einen
ringförmigen, nach unten offenen Körper 6 gebildet wird, andererseits durch eine
untere Begrenzungsfläche 7. Die Begrenzungsfläche 7 ist mittels eines Gelenkes 8
an dem Körper 6 befestigt, und zwar an der Stelle des Umfanges, die dem Gelenk 5
gegenüberliegt. Die Betätigung des Funkenfängers erfolgt durch ein Hebelgestänge,
das in der Zeichnung nur schematisch angedeutet ist, und dessen Handgriff 9 sich
im Führerstand der Lokomotive befindet. Die Bewegung dieses Handgriffes wird durch
das Gestänge io auf den Hohlkörper 6, 7 übertragen.
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Im geschlossenen Zustande des Funkenfängers liegt dieser auf Anschlägen
i i im Innern des Schornsteines auf, - Im geöffneten Zustand bewirkt ein Anschlag
12, daß der Funkenfänger nicht weiter als bis in die senkrechte Lage des Körpers
6, 7 bewegt werden kann. " .
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In dem Ausführungsbeispiel der Fig. i bis 3 sind die obere und untere
Begrenzungsfläche des Hohlkörpers mit gegeneinän der versetzten runden Öffnungen
13,14 versehen, die zapfenartig so weit in das Innere des Hohlkörpers verlängert
sind, daß die Rauchgase bei ihrem Durchtritt durch den Hohlkärger umgelenkt werden.
Eine andere Ausführungsform dieser Umlenkungsweise zeigen die Fig. 4 und 5, nach
denen länge Schlitze 19, 20 vorgesehen sind, @die durch entsprechende Lenkwände
21, 22 in der aus Fig. ¢ ersichtlichen Weise gebildet werden.
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Ein an der Stelle des Gelenkes 5 i:ü das Schornsteininnere hineinragender
Anschlag i 7 dient dazu, dis -untere Begrenzungsfläche beim Zuklappen des. Funkenfängers
zu schließen. Ein in den Abbildungen nicht dargestellter Anschlag am Gelenk 8 der
unteren Blegrenzungsfläche muß, bewirken, daß sich die Fläche 7 nie weher öffnet,
als daß sie beim Schließen des Funkenfängers mit der Gleitfläche des Anschlags 17,
wie in Fig. 2 dargestellt, einen spitzen Winkel bildet, damit eine sichere Schließbewegung
gewährleistet ist.
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Die Betätigung und Wirkungsweise des Funkenfängers ist aus den Figuren
klar ersichtlich. Soll der Funkenfänger außer Wirkung gesetzt werden, so wird @er
mittels des Hebels 9 geöffnet, wobei sich während des Öffnungsvorganges eine Stellung
entsprechend Fig. 2 ,ergibt. Die untere Begrenzungsfläche 7 öffnet sich so weit,
daß der auf der Fläche abgelagerte Staub und Ruß nach unten herausfallen kann. Diese
Reinigung kann auch durch das im Schornstein 4 angebrachte
Dampfblaserohr
18 verbessert werden. Durch Hirnundherbewegen des Hebels 9 kann sein Schwenken des
Funkenfängers und dadurch eine weitere Reinigung durch Herausschütteln des Staubes
bewirkt werden.
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Der vollständig geöffnete Funkenfänger befindet sich in der in Fig.
3 dargestellten Lage, deren Endstellung durch den Anschlag 12 festgelegt ist. In
dieser Lage hängt der klapperartige Tei17 senkrecht herab. Um ein Klappern dieses
Teiles während der Fahrt zu vermeiden, kann, etwa in Verbindung mit dem Anschlag
12, eine in der Zeichnung nicht dargestellte Verschlußvorrlchtung angebracht sein,
die in geöffnetem Zustand des Funkenfängers den Tei17 an den Tei16 andrückt.
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Wird nun der Funkenfänger wieder geschlossen, so gelangt er wieder
in die Stellung, die in Fig.2 dargestellt ist, wobei, wie aus dieser Figur ersichtlich,
der Teil. 7 gegen den Anschlag 17 stößt und bei der weiteren Schließbewegung auf
diesem gleitet, so daß er sich selbsttätig an den Ob-erteil 6 anlegt, sobald der
Funkenfänger vollständig geschlossen ist.
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Der der Erfindung zugrunde liegende Gedanke läßt sich auch verwirklichen,
wenn der Funkenfänger, etwa in Art einer Drosselklappe, gelenkig innerhalb, des
Schornsteines angebracht ist, wobei dann der Bietätigungshebel an der Drehachse
außen angreifen müßte. Die Anordnung entsprechend dem dargestellten Ausführungsbeispiel
hat den Vorzug, daß durch den bei der Fahrt auftretenden Luftzug der Funkenfänger
wirksam gekühlt wird. Hierdurch wird einerseits seine Lebensdauer erhöht, anderseits
wird die Löschung der Funken gefördert.
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Die Einrichtung ist äußerst einfach und läßt sich ohne weiteres serienweise
herstellen und bequem auch an fertigen Lokomotiven anbringen.