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Gebiet der Erfindung:
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Die
Erfindung betrifft eine Kathode für eine elektrochemische Anordnung
zur Regenerierung von Permanganat-Ätzlösungen, ein Verfahren zu deren Herstellung
sowie eine Vorrichtung zum elektrochemischen Regenerieren von Permanganat-Ätzlösungen.
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Hintergrund der Erfindung:
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Alkalische
Permanganatlösungen
werden zum Ätzen
von Kunststoffen, beispielsweise bei der Herstellung von Leiterplatten,
aber auch vor der Metallisierung von bearbeiteten Kunststoffteilen
für die Sanitärindustrie,
Automobilindustrie, feinmechanische Industrie oder Möbelindustrie,
eingesetzt. Diese Lösungen
enthalten in einem Liter wässriger
Lösung üblicherweise
30 bis 100 g Alkalipermanganat und 30 bis 100 g Alkalihydroxid.
Das gegenüber
Natriumpermanganat weniger teure Kaliumpermanganat wird für gewöhnlich bei
einer Konzentration unter etwa 65 g/I und das wesentlich besser
lösliche
Natriumpermanganat bei einer höheren
Konzentration als 65 g/I eingesetzt. Typischerweise werden Kalium-
und Natriumhydroxid als Alkalihydroxidquellen verwendet. Diese Lösungen werden
im Allgemeinen bei einer Temperatur von 60 bis 98°C betrieben.
Normalerweise werden die Kunststoffoberflächen vor dem eigentlichen Ätzvorgang
mit einem organischen Quellmittel behandelt, um das Ätzen zu
vereinfachen.
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Durch
die Ätzbehandlung
der Kunststoffoberflächen
wird Permanganat primär
zu Manganat reduziert, das seinerseits unter Bildung von Permanganat
und Mangandi oxid disproportioniert. Dabei können sich in der Ätzlösung erhebliche
Mengen an Mangandioxid-Schlamm bilden. Wegen des Verbrauches von
Permanganat ist ein kontinuierlicher Betrieb dieses Verfahrens nicht
möglich.
Das Verfahren ist außerdem
sehr teuer, da ständig
Permanganatsalze zur Lösung
ergänzt
und Abfallstoffe entsorgt werden müssen.
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Um
diese Probleme zu lösen,
ist ein Regenerierverfahren entwickelt worden. Dieses Verfahren
ist in
EP 0 204 399
A1 beschrieben. Bei diesem Verfahren wird ein Oxidationsmittel
in einer Menge zu der gebrauchten Permanganat-Ätzlösung zugegeben, die zum Reoxidieren
des Manganat in der Ätzlösung mit
Manganverbindungen mit einer Oxidationsstufe kleiner als +VII zu
Permanganat ausreicht. Als Oxidationsmittel werden anorganische
Bromate, Hypochlorite, Chlorite, Chlorate, Peroxodisulfate, Monopersulfate
sowie deren Mischungen vorgeschlagen. Die Oxidationsmittel werden
bei der Regenerierungsreaktion reduziert und durch diese Reduktionsreaktion verbraucht.
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Es
hat sich aber herausgestellt, dass dieses Verfahren aufwendig ist.
Außerdem
bilden sich bei der Ergänzung
der Oxidationsmittel zusätzliche
Substanzen in der Ätzlösung. Dies
führt schließlich dazu, dass
die Lösung
verworfen werden muss. Aus diesem Grunde ist ein elektrochemisches
Regenerierverfahren entwickelt worden, bei dem sich keine unerwünschten
Reaktionsprodukte bilden. Ein derartiges Verfahren ist in
EP 0 291 445 A2 beschrieben. Dieses
Verfahren dient zur Regenerierung von zum Aufrauen und Reinigen
von Kunststoffoberflächen, insbesondere
Leiterplatten, dienenden Permanganat-Ätzlösungen. Das Verfahren besteht
darin, Mangan mit der Oxidationsstufe +VI durch elektrochemische
Oxidation zu Mangan mit der Oxidationsstufe +VII zu oxidieren. Diese
Reaktion wird in einer elektrochemischen Vorrichtung durchgeführt und
umfasst eine anodische Reaktion. Zu diesem Zweck werden eine Kathode
und eine Anode zusammen mit einem vorzugsweise dazwischen liegenden
Diaphragma in der elektrochemischen Vorrichtung angeordnet. Die Anode
und die Kathode werden mit einer Stromversorgung verbunden, so dass
die Kathode kathodisch und die Anode anodisch polarisiert werden.
In dieser Druckschrift wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass
optimale Ergebnisse bei der Regenerierung mit einer Vorrichtung
erhalten werden, die mit zwei Elektrolyträumen ausgestattet ist, die
durch ein Diaphragma voneinander getrennt sind. Eine ausreichende Regenerierung
lasse sich aber auch dann erreichen, wenn eine Vorrichtung mit nur
einem Elektrolytraum verwendet werde, in den beide Elektroden eintauchen.
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Weiterhin
ist ferner ein Verfahren zum Ätzen von
Epoxidharz mit einer Ätzrate
von mehr als 3 μm, insbesondere
in Bohrlöchern
von Leiterplatten, mit einer Alkalipermanganat-Ätzlösung beschrieben, wobei die Ätzlösung 10
bis 100 g/I Alkalipermanganat und mindestens 30 g/I Alkalihydroxid
enthält.
Das Verfahren weist die folgenden Verfahrensschritte auf: a. Stabilisieren
der Permanganat-Ätzlösung durch elektrochemische
anodische Oxidation bei einer Gleichspannung von 0,5 bis 25 Volt
und bei einer Gleichstromdichte von 0,1 bis 20 Ampere/dm2, b. Einstellen der Permanganat- und OH-Ionenkonzentration
durch elektrochemische und/oder photometrische Messung und entsprechende
Dosierung bei Abweichung vom Sollwert.
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Eine ähnliche
Anwendung für
die elektrochemische Regenerierung von chemischen Oxidationsmitteln,
die in der Galvanotechnik eingesetzt werden, ist von W.P.Innes,
W.H.Toller und D.Tomasello in Plat. Surf. Finish., Seiten 36–40 (1978)
beschrieben worden. Dieses Verfahren betrifft die Regenerierung von
Chromsäure-Ätzlösungen.
Auch in diesem Falle sind die Anode und die Kathode der Regeneriervorrichtung
durch ein Diaphragma voneinander getrennt, wobei als Diaphragma
ein langer poröser
keramischer Zylinder eingesetzt wird.
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Eine
weitere Anwendung ist in US-A-3,470,044 angegeben. Das in diesem
Dokument beschriebene Verfahren betrifft die elektrochemische Regenerierung
von verbrauchten Ammoniumpersulfat-Ätzlösungen. Derartige Lösungen werden
u.a. zum Auflösen
von Metallen, wie von Kupfer, Kobalt, Eisen, Nickel, Zink oder deren
Legierungen, eingesetzt. Für
die Regenerierungsreaktion werden die Ätzlösungen durch einen Anodenraum
in einer elektrochemischen Zelle geleitet, in dem eine Anode angeordnet
ist. Dieser Anodenraum ist von einem Kathodenraum durch eine Kationen austauschermembran
als Diaphragma getrennt. Im Kathodenraum ist eine Kathode angeordnet.
Während
des Betriebes der elektrochemischen Vorrichtung werden an der Anode
Persulfat durch Oxidation von Sulfat gebildet und Metallionen in
den Kathodenraum überführt, wo
sie an der Kathode zu elementarem Metall reduziert werden.
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Eine
weitere Vorrichtung zum Regenerieren von Permanganat-Ätzlösungen ist
in JP 6-306668 A offenbart. In diesem Falle umfasst die Vorrichtung
einen Regenerierungsbehälter,
durch den die Permanganat-Ätzlösung hindurch
geleitet wird, weiterhin mehrere Kathoden und Anoden, die in diesem
Behälter
und zueinander gegenüberliegend
angeordnet sind. Die Kathoden sind teilweise mit einem elektrisch
nichtleitenden Überzug
bedeckt, beispielsweise einem Polytetrafluorethylen-Überzug.
Die Kathoden sind beispielsweise als Stäbe ausgebildet. Die Stäbe sind
nur in bestimmten Bereichen mit dem Überzug bedeckt. Diese Bereiche
wechseln mit anderen Bereichen an, die nicht bedeckt sind.
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Es
hat sich herausgestellt, dass die bekannten Verfahren zum Ätzen von
Kunststoffoberflächen aufwendig
sind, da entweder große
Mengen an Chemikalien für
die Reoxidation der beim Ätzen
gebildeten Manganspezies mit einer Oxidationsstufe von weniger als
+VII oder große
Energiemengen aufgewendet werden. Insbesondere hat sich herausgestellt,
dass sich trotz kontinuierlicher Regenerierung der Permanganat-Ätzlösung in großem Umfange Mangandioxid-Schlamm
bildet. Dieser Schlamm muss fortwährend abgetrennt und entsorgt
werden. Außerdem
wird dieser Schlamm durch den an der Kathode gebildeten Wasserstoff
in der Lösung
aufgewirbelt und gelangt gegebenenfalls in den Behandlungsbehälter für die zu ätzenden
Kunststoffteile. Ferner ist nach längerer Regenerierungsdauer
und damit verbundener erheblicher Schlammbildung beobachtet worden,
dass die Aufrauung der Kunststoffoberflächen ungleichmäßig wird,
so dass die Aufrauung der Kunststoffoberflächen schwankt.
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Insbesondere
in den Fällen,
in denen große Kunststoffflächen pro
Zeiteinheit geätzt
werden, ist zudem beobachtet worden, dass der Wirkungsgrad der Permanganat-Regenerierung allmählich abnimmt.
Diese Situation hat sich insbesondere bei Anwendung der SBU-Technik
(sequential build-up) eingestellt. Bei dieser Technik werden einzelne
Leiterzugebenen mit dazwischen liegenden Kunststoffschichten nacheinander
hergestellt. Damit die nachfolgende Leiterzugebene auf dieser dielektrischen
Schicht gut haftet, muss jede dielektrische Schicht in Schaltungsträgern mit
einer Permanganat-Ätzlösung gereinigt
und aufgeraut werden. Da hierbei große Flächen behandelt werden, sind
der Verbrauch von Permanganat-Verbindungen und die Bildung der entsprechenden
Abbauprodukte, beispielsweise von Manganat und Mangandioxid, pro
Zeiteinheit beträchtlich.
Um die Konzentration von Permanganat in diesen Lösungen überhaupt auf dem erforderlichen Niveau
halten zu können,
sind bisher mehrere Regeneriervorrichtungen in Produktionsanlagen
parallel geschaltet worden. Diese Vorrichtungen haben einen entsprechend
großen
Platzbedarf, so dass Schwierigkeiten bei der Anordnung der einzelnen
Einheiten (Behandlungsbehälter
und Regeneriervorrichtungen) nebeneinander auftreten. Diese Schwierigkeiten
können
nicht ohne weiteres gelöst
werden.
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Der
vorliegenden Erfindung liegt von daher das Problem zugrunde, die
Nachteile der bekannten Vorrichtungen und Verfahren zu vermeiden
und insbesondere eine Vorrichtung zu finden, mit der eine Regenerierung
von Permanganat-Ätzlösungen mit großem Wirkungsgrad
möglich
ist.
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Zusammenfassung der Erfindung:
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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine neuartige Kathode für eine elektrochemische
Anordnung zum Regenerieren von Permanganat-Ätzlösungen.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft weiterhin eine neuartige Vorrichtung
zum elektrochemischen Regenerieren von Permanganat-Ätzlösungen.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft auch ein neuartiges Verfahren zum
Herstellen einer Kathode für
eine Anordnung zum elektrochemischen Regenerieren von Permanganat-Ätzlösungen.
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Die
erfindungsgemäße Kathode,
die in einer elektrochemischen Vorrichtung für die Regenerierung von Permanganat-Ätzlösungen eingesetzt
wird, ist durch einen porösen,
elektrisch nichtleitenden Überzug
auf deren Oberfläche
gekennzeichnet. Der Überzug
wird in der Weise gebildet, dass elektrischer Strom dort hindurch
fließen
kann. Der Begriff porös ist
im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung als äquivalent
zu Lochungen zu verstehen. Daher sind vom Umfang der vorliegenden
Erfindung nicht nur Kathoden mit herkömmlichem porösem Material
als Überzug
zu verstehen, sondern auch Kathoden, die mit einem Gewebematerial überzogen
sind, wobei die Poren die Zwischenräume zwischen den Maschen des
Gewebes darstellen.
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Die
elektrochemische Regeneriervorrichtung weist mindestens eine Anode,
mindestens eine erfindungsgemäße Kathode,
eine Stromversorgung für die
mindestens eine Anode und die mindestens eine Kathode sowie elektrische
Verbindungsleitungen zwischen der Stromversorgung einerseits und
der mindestens einen Anode und der mindestens einen Kathode andererseits
auf.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
umfasst die folgenden Verfahrensschritte: a. ein Kathodenkörper wird
mit einem porösen,
elektrisch nichtleitenden Überzug
versehen, b. weiterhin wird der mit dem Überzug versehene Kathodenkörper mit
einer Manganat enthaltenden alkalischen Permanganatlösung in
Kontakt gebracht, c. eine Anode wird mit der Manganat enthaltenden
alkalischen Permanganatlösung in
Kontakt gebracht und d. mit Hilfe einer elektrischen Stromversorgung
wird ein elektrischer Strom in einem durch die Kathode und die Anode
gebildeten Stromkreis derart erzeugt, dass sich auf der Oberfläche der
Kathode eine unlösliche,
wenigstens überwiegend
Mangan mit der Oxidationsstufe +IV enthaltende Schicht bildet.
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Bei
Verwendung bekannter Kathoden und Regeneriervorrichtungen bereitete
die Aufarbeitung der Ätzlösungen Schwierigkeiten,
da Mangandioxid-Schlamm in großer
Menge anfiel, der nur schwierig abfiltrierbar war. Wegen der großen Mangandioxid-Erzeugung bildete
sich am Boden der elektrochemischen Zellen eine dicke Schlammschicht.
Kathoden und Anoden wurden teilweise in diese Schicht eingetaucht,
so dass in diesen Bereichen an der Anode eine Reoxidation von Manganat
zu Permanganat bzw. eine kathodische Reaktion an der Kathode praktisch
nicht mehr möglich
war. Weitergehende Untersuchungen der Mechanismen an den einzelnen
Elektroden herkömmlicher
Regeneriervorrichtungen, die vorzugsweise nicht mit einem Diaphragma
zwischen der Anode und der Kathode ausgestattet waren, führten zu
der Erkenntnis, dass an der Kathode nur dann Permanganat nicht überwiegend
zu Manganat und weiter zu Mangandioxid reduziert wird, wenn die
kathodische Stromdichte ausreichend hoch ist. In diesem Falle stieg
die Überspannung
an der Kathode so weit an, dass sich durch Zersetzung des als Lösungsmittel
in der Ätzlösung verwendeten
Wassers überwiegend
Wasserstoff an der Kathode bildete. Durch die Bildung von Wasserstoff
wurde die vorgenannte elektrochemische Reaktion unterdrückt. Daher
hätte eine
weitere Verringerung der wirksamen Kathodenoberfläche durch
Ansammlung von Mangandioxid-Schlamm am Boden der Regenerierzelle
eigentlich zu einer weiteren Erhöhung
des Wirkungsgrades der Regenerierreaktion führen müssen, da in diesem Falle auch
wegen einer weiteren Erhöhung
der Stromdichte und damit der Überspannung
die Reduktion von Permanganat an der Kathode zugunsten der Wasserstoffentwicklung
zurückgedrängt worden wäre. Überraschenderweise
wurde mit den herkömmlichen
Vorrichtungen aber gerade das Gegenteil beobachtet, nämlich eine
Verringerung des Wirkungsgrades bei Ansammlung des Mangandioxid-Schlammes.
Die Ursache für
diesen Effekt ist nicht bekannt.
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Es
stellte sich überdies
heraus, dass der ungleichmäßige Ätzangriff
durch die Permanganat-Ätzlösungen darauf
zurückzuführen war,
dass die Zusammensetzung der Ätzlösungen wegen
des hohen Stoffumsatzes in den Lösungen
nicht mehr ohne weiteres konstant gehalten werden konnte. Da eine
elektrochemische Regenerierung nur unter Ausnutzung der maximalen
Kapazität
der hierfür
zur Verfügung stehenden, parallel
geschalteten Vorrichtungen möglich
war, konnten die Ätzlösungen häufig nicht
vollständig
regeneriert werden. Unter diesen Bedingungen lag der Permanganatgehalt
dann unterhalb des Nennwertes und der Manganatgehalt oberhalb des entsprechenden
Wertes.
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Mit
der erfindungsgemäßen Kathode
und der Regeneriervorrichtung werden die Probleme der herkömmlichen
Vorrichtungen beseitigt:
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Indem
die Kathode der erfindungsgemäßen elektrochemischen
Regeneriervorrichtung nun mit einer porösen, elektrisch nichtleitenden
Schicht auf deren Oberfläche überzogen
wird, werden Manganverbindungen in der Permanganat-Ätzlösung mit
einer Oxidationsstufe unter +VII mit einem hohen Wirkungsgrad zu
Permanganat reoxidiert. Der Wirkungsgrad, definiert als das Verhältnis des
elektrochemischen Äquivalents
der aus Manganationen gebildeten Permanganationen zur eingesetzten
elektrischen Ladung, wird bei Verwendung der erfindungsgemäßen Kathoden
in der elektrochemischen Regeneriervorrichtung um einen Faktor von
2 bis 5 verbessert. Durch die Schicht auf der Kathodenoberfläche wird
die für
die elektrochemische Reaktion wirksame Fläche beispielsweise auf ein
Fünftel
gesenkt. Die dadurch erhöhte
lokale Stromdichte führt
aber nicht zu den vorteilhaften Eigenschaften der erfindungsgemäßen Kathode.
Dies ist leicht daran erkennbar, dass eine Reduktion der Fläche der
Kathode durch Verringerung der Abmessungen des Kathodenkörpers nicht
dieselbe Wirkung hat wie der auf der Oberfläche angebrachte Überzug.
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Gleichzeitig
fällt sehr
viel weniger Mangandioxid-Schlamm an als beim Einsatz herkömmlicher Vorrichtungen.
Interessanterweise ist beobachtet worden, dass das sich auf der
erfindungsgemäßen Kathode
bildende Mangandioxid von dieser nicht mehr ablöst, sondern an der Kathodenoberfläche als dichte
Schicht fest haftet. Bereits aus diesem Grunde wird der Schlammanfall
verringert. Dadurch wird auch das weitere Problem gelöst, dass
an der Kathode entwickelter Wasserstoff bei herkömmlichen Vorrichtungen Mangandioxid-Schlamm
aufwirbelt, der gegebenenfalls in den Behandlungsbehälter für die Kunststoffteile
gelangt und dort Störungen
verursacht.
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Der
Vorteil der erfindungsgemäßen Kathoden
und der diese enthaltenden Regeneriervorrichtungen wirkt sich insbesondere
bei Anwendung der SBU-Technik vorteilhaft aus, bei der große Kunststoffflächen pro
Zeiteinheit geätzt
werden. In diesem Falle ist nun wegen des erhöhten Wirkungsgrades der Regenerierung
eine geringere Anzahl elektrochemischer erfindungsgemäßer Regeneriervorrichtungen
mit einer geringeren elektrischen Gesamtleistung ausreichend, um
die Ätzbedingungen
konstant zu halten. Daher werden trotz eines großen Stoffumsatzes beim Ätzen der
Kunststoffoberflächen
auch keine wesentlichen Schwankungen beim Ätzangriff festgestellt.
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Ausführliche Beschreibung der bevorzugten
Ausführungsformen:
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Der
Kern der vorliegenden Erfindung betrifft einen porösen, elektrisch
nichtleitenden Überzug
auf der Oberfläche
der Kathode einer elektrochemischen Regeneriervorrichtung.
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Die
Kathode ist vorzugsweise vollständig
mit dem Überzug überzogen.
Der Überzug
ist derart ausgebildet, dass elektrischer Strom durch diesen hindurch
fließen
kann, selbst wenn die Kathode mit dem Überzug vollständig überzogen
ist.
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Vorzugsweise
wird ein Überzug
eingesetzt, der gegen Säure
und/oder Alkali beständig
und der beispielsweise aus Kunststoff oder Keramik hergestellt ist.
In einer bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung umfasst der Überzug ein Gewebe und besteht
bevorzugt aus diesem, das insbesondere an der Kathode eng anliegt.
In diesem Falle kann ein elektrischer Strom durch den Überzug fließen, weil
Zwischenräume
zwischen den Maschen des Gewebes gebildet sind. In einer anderen
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung weist der Überzug kleine Poren auf, die
im Wesentlichen oder vollständig
durch den Überzug
hindurch reichen, so dass eine elektrische Leitfähigkeit gewährleistet ist, und ist nicht
aus einem Gewebe hergestellt sondern aus einem relativ dichten Material,
mit dem der Kathodenkörper
vollständig überzogen
ist.
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Der Überzug kann
insbesondere ein Material, ausgewählt aus der Gruppe, umfassend
Polyalkylen und Polyperhalogenalkylen, umfassen und daraus vorzugsweise
bestehen und besteht vornehmlich aus einem Material, ausgewählt aus
der Gruppe, umfassend Polypropylen (PP), Hochdruck-Polyethylen (HDPE)
und Polytetrafluorethylen. Insbesondere bevorzugt ist ein Überzug,
der im Wesentlichen aus einer Gaze besteht, die aus Polytetrafluorethylen
mit einer Maschenweite von 70 bis 100 μm hergestellt ist. Es ist weiterhin
günstig,
Poren aufweisendes HDPE zu verwenden. Grundsätzlich kann auch poröse Keramik
eingesetzt werden. Als poröser Überzug im
erfindungsgemäßen Sinne
werden demnach alle Materialien verstanden, in denen über Kanäle ein elektrischer
Strom fließen
kann.
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Durch
die elektrochemische Reaktion der Manganspezies mit einer Oxidationsstufe
von größer als
+IV an der Kathode, nämlich
von MnO4– , MnO4 2– sowie
von Manganspezies mit einer Oxidationsstufe +V, wird eine unlöslicher,
wenigstens überwiegend Mangan
mit der Oxidationsstufe +IV enthaltende Schicht gebildet, die an
der Kathodenoberfläche
adsorbiert ist. Diese Schicht bildet zusammen mit dem porösen, elektrisch
nichtleitenden Überzug
eine zusammenhängende
Beschichtung, indem die Mangandioxid-Schicht gegebenenfalls sowohl
einen Zwischenraum zwischen der Kathodenoberfläche und dem Überzug als
auch die Poren des Überzuges
und den freien Raum im Gewebe ausfüllt. Unter Mangandioxid werden
im vorliegenden Falle die sich sowohl bei der elektrochemischen
Reaktion als auch durch Redoxreaktionen in homogener Lösung oder
heterogen bildenden Reaktionsprodukte verstanden. Wahrscheinlich
handelt es sich hierbei um Pyrolusit, kann aber auch irgendein anderes
der Mangandioxid-Mineralien sein. Vom Schutz der Erfindung wird
auch eine diese Manganspezies enthaltende Kathode umfasst.
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Der
Verbundüberzug
umfasst sowohl den porösen,
unlöslichen
und elektrisch nichtleitenden Überzug
als auch die in den Zwischenräumen
und Poren dieses Überzu ges
gebildete Schicht. Dieser Verbundüberzug ist elektrisch leitfähig. Diese
Leitfähigkeit
ist möglicherweise
auf Poren und Zwischenräume
im Überzug
und Poren in der Schicht zurückzuführen, kann
aber ebenso auf Poren und Zwischenräume im Überzug und einer gewissen elektrischen
Leitfähigkeit
der Schicht selbst beruhen. Die elektrische Leitfähigkeit
der Schicht kann beispielsweise auf einer nichtstöchiometrischen
Zusammensetzung des Mangandioxids beruhen, die mit einer Formel,
wie MnO2–x,
wobei x eine Zahl zwischen 0 und 1 ist, beschrieben werden könnte.
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Daher
ist es nicht erforderlich, die Kathodenoberfläche teilweise offen zu halten
wie in JP 6-306668 A beschrieben ist. In diesem Falle sind die Kathodenstäbe nur teilweise
mit einem Überzug
eines elektrisch nichtleitenden Materials bedeckt. Der Hauptstrom
wird in diesem Falle über
diejenigen Bereiche der Kathodenoberfläche geleitet, die frei von diesem
nichtleitenden Überzug
sind.
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Der
Kathodenkörper
weist eine elektrisch leitfähige
Oberfläche
auf und besteht vorzugsweise aus Metall. In einer besonders bevorzugten
Ausführungsform
der Erfindung ist der Kathodenkörper
aus Kupfer oder aus besonderem Edelstahl hergestellt, der auch gegenüber heißen alkalischen
Permanganat-Ätzlösungen beständig ist.
Beispielsweise kann V4A-Stahl verwendet werden. Edelstahl ist Kupfer vorzuziehen,
da ein aus Kupfer hergestellter Kathodenkörper wegen dessen mangelhafter
Beständigkeit
bei anodischer Polarisierung zur Reinigung des Regenerierraumes
aus der Regeneriervorrichtung ausgebaut werden müsste.
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Je
nach Art kann der Überzug
auf den Kathodenkörper
aufgezogen oder als Vorprodukt auf diesen aufgebracht werden, wobei
danach die poröse Schicht
mit einer geeigneten Filmbildungsmethode gebildet wird. Im ersteren
Falle wird beispielsweise zunächst
ein Schlauch aus dem Überzugsmaterial hergestellt,
der dann am Kathodenkörper
montiert wird. Gegebenenfalls wird ein Material für den Schlauch
ausgewählt,
das auf den Körper
aufgeschrumpft werden kann. In der zweiten Alternative wird beispielsweise
ein Pulver des Materials auf den Kathodenkörper aufgetragen und anschließend auf diesem
gesintert, wobei sich der poröse Überzug bildet.
Auf diese Weise können
beispielsweise poröse Schichten
auch aus Keramik hergestellt werden.
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Anschließend wird
der mit der Schicht versehene Kathodenkörper zusammen mit einer Anode mit
einer Manganat enthaltenden alkalischen Permanganatlösung in
Kontakt gebracht. Die Permanganatlösung kann hierzu mit einer
typischen Permanganat-Ätzlösung identisch
sein. Auch die Bildungsbedingungen für die Mangandioxid-Schicht
können
mit den Bedingungen identisch sein, die beim Ätzen von Kunststoffflächen angewandt
werden. Wird der mit der porösen
Schicht versehene Kathodenkörper
direkt in einer Permanganat-Ätzlösung zum
Zwecke der Regenerierung dieser Lösung zum Ätzen von Kunststoffflächen eingesetzt,
so bildet sich die Mangandioxid-Schicht ebenso mit dem Einsetzen
des Stromflusses. Als Anode kann ebenso wie beim Regenerieren der
Permanganat-Ätzlösung ein
aus Stahl hergestelltes Teil aus Streckmetall eingesetzt werden.
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Zur
Bildung der Mangandioxid-Schicht wird ein elektrischer Stromfluss
in einem durch die Kathode und die Anode gebildeten Stromkreis derart
erzeugt, dass sich auf der Kathodenoberfläche die Mangandioxid-Schicht
bildet. Zu diesem Zweck werden die Kathode und die Anode beispielsweise
mit Gleichstrom versorgt. Vorzugsweise wird dabei anfänglich ein
verringerter Stromfluss eingestellt. Nach dem Einschalten eines
erhöhten
elektrischen Stromes wird dieser allmählich auf einen Wert angehoben,
der der typischen Geschwindigkeit der Mangandioxid-Bildung entspricht. Überraschenderweise setzt
sich die Ablagerung von Mangandioxid auf der Kathodenoberfläche während des
normalen Betriebes der Regeneriervorrichtung nicht fort.
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Die
Kathode ist vorzugsweise als Stab gebildet, wobei sie insbesondere
aus einem Metall, bevorzugt aus Stahl, hergestellt ist. Die Anode
ist vorzugsweise als durchbrochener Zylinder ausgebildet, wobei
die Kathode axialsymmetrisch im Zentrum der Anode angeordnet ist.
Der Zylinder besteht ebenfalls bevorzugt aus Metall und ist insbesondere
aus Stahl gefertigt. Durch diese Anordnung wird eine gleichmäßige Stromdichteverteilung
an den Oberflächen
der Kathode und der Anode durch eine symmetrische Verteilung des
elektrischen Feldes im Raum zwischen den beiden Elektroden erreicht.
Dadurch können
die elektrochemischen Reaktionen an den Elektrodenoberflächen reproduzierbar
eingestellt werden, so dass sich definierte Bedingungen in der Vorrichtung
einstellen.
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Insbesondere
kann die Anode aus Streckmetall hergestellt sein. Derartige Anodenformen
können
sehr einfach hergestellt werden. Als Anodenmaterial kann vor allem
V4A-Stahl eingesetzt werden.
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Um
die Bildung von Mangandioxid an der Kathode zu minimieren, wird
das Verhältnis
der geometrischen Fläche
der Anode zur geometrischen Fläche der
Kathode vorzugsweise auf einen Wert von mindestens 3 : 1 eingestellt.
Insbesondere kann ein Verhältnis
von mindestens 10 : 1 gewählt
werden.
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Bei
der elektrochemischen Regenerierung wird eine kathodische Stromdichte
im Bereich von 25 bis 250 A/dm2 eingestellt.
Wird ein Kathodenkörper
in Stabform mit einem Durchmesser von etwa 15 mm eingesetzt und
etwa 45 cm tief in ein Permanganatbad eingetaucht, so ergibt sich
ein Gesamtstrom an der Kathode von etwa 50 Ampere bis etwa 500 Ampere.
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Die
Regeneriervorrichtung aus der erfindungsgemäßen Kathode und der Anode kann
entweder in einem separaten Behälter
untergebracht werden, in den die Permanganat-Ätzlösung mittels Pumpen über Flüssigkeitsleitungen
gefördert
und von diesem wieder über
andere Flüssigkeitsleitungen
in den Behandlungsbehälter
zurückgefördert wird,
oder die Regeneriervorrichtung wird in den Behandlungsbehälter integriert.
Falls genügend
Platz für
einen derartigen Einbau der Vorrichtung in den Behandlungsbehälter zur
Verfügung
steht, ist die letztgenannte Alternative günstiger, da die Behandlungslösung einfach durch
Konvektion im Behandlungsbehälter
für die Kunststoffteile
zur Regeneriervorrichtung gelangen kann. Außerdem sind im Idealfalle keine
zusätzlichen Pumpen
und Flüssigkeitsleitungen
erforderlich. Da die erfindungsgemäße Regeneriervorrichtung einen wesentlich
größeren Wirkungsgrad
bei der elektrochemischen Reaktion erreicht als herkömmliche
Vorrichtungen, kann erstere auch kleiner ausgelegt werden als die
herkömmlichen
Vorrichtungen. Daher besteht eher die Möglichkeit, die Regeneriervorrichtung im
Behandlungsbehälter
anzuordnen.
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Eine
Ausführung
der Regeneriervorrichtung ohne Diaphragma zwischen der Kathode und
der Anode ist günstiger
als eine entsprechende Ausführung mit
einem Diaphragma, da erstere weniger störanfällig ist und weil ein geringerer
Spannungsabfall und damit ein geringerer elektrischer Leistungsverlust
in der Vorrichtung entsteht. Grundsätzlich kann die Regeneriervorrichtung
aber auch mit einem den Kathodenraum vom Anodenraum trennenden Diaphragma ausgestattet
sein.
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Die
Regeneriervorrichtung wird vorzugsweise in einer Permanganat-Ätzanlage
eingesetzt, in der Leiterplatten behandelt werden. Als besonders
günstig
hat sich ein Einsatz der Regeneriervorrichtung in sog. Horizontalanlagen
herausgestellt, in denen die Leiterplatten auf einem horizontalen
Transportweg befördert
und dabei mit der Permanganat-Ätzlösung in
Kontakt gebracht werden. Die Leiterplatten werden in diesem Falle
in vorzugsweise horizontaler oder vertikaler Ausrichtung transportiert.
Der Vorteil dieser Kombination ergibt sich daraus, dass große Kunststoffflächen pro
Zeiteinheit behandelt werden können,
da der Durchsatz dieser Horizontalanlagen relativ groß ist. Daher
muss die Regeneriervorrichtung auch einen hohen Wirkungsgrad aufweisen.
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Zur
näheren
Erläuterung
der vorliegenden Erfindung dienen die nachfolgenden Figuren, die
bevorzugte Ausführungsformen
der Erfindung wiedergeben. Es zeigen im Einzelnen:
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1:
eine schematische Darstellung eines Anoden/Kathoden-Paares einer
Regeneriervorrichtung;
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2:
einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Kathode in einer ersten
Ausführungsform;
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3:
einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Kathode in einer zweiten
Ausführungsform.
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In 1 ist
eine schematische Darstellung einer Regeneriervorrichtung gezeigt.
Die Vorrichtung kann beispielsweise in einem Behandlungsbehälter für Leiterplatten
eingesetzt werden.
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Die
Vorrichtung umfasst eine aus Streckmetall aus V4A-Stahl hergestellte
Anode 1 und eine erfindungsgemäße Kathode 2. Die
Anode 1 weist eine zylindrische Form auf. Die Kathode 2 besteht
ebenfalls aus V4A-Stahl und ist als Stab ausgebildet. Indem die
Anode 1 aus Streckmetall hergestellt ist, wird ein einfacher
konvektiver Durchtritt von Behandlungsflüssigkeit durch die Öffnungen
in der Anode 1 ermöglicht.
Somit wird die Flüssigkeit
im Innenbereich der Vorrichtung zwischen der Anode 1 und
der Kathode 2 ständig
ausgetauscht und erneuert. Der Kathodenstab 2 ist im Innenbereich
der Anode 1 so angeordnet, dass er sich an der Stelle der
Zentralachse des Anodenzylinders befindet.
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Zum
Betrieb der Regeneriervorrichtung werden die Kathode 2 kathodisch
und die Anode 1 anodisch polarisiert.
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In 2 ist
eine erste Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Kathode
2 im Querschnitt gezeigt. Die Kathode 2 umfasst einen Kathodenkörper 3 mit
einem Überzug 7,
der in diesem Falle aus einem vertikale Maschen 4 und horizontale
Maschen 5 aufweisenden Gewebe besteht. Das Gewebe ist als Schlauch
am Kathodenkörper 3 montiert.
Als Gewebe kann beispielsweise ein Polytetrafluorethylen-Gewebe
eingesetzt werden (beispielsweise TEFLON® von
DuPont de Nemours, Inc.). Zwischen den Maschen 4,5 wird
durch eine elektrochemische Reduktionsreaktion in einer alkalischen
Permanganatlösung eine
Mangandioxid-Schicht 6 gebildet.
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Zur
Herstellung dieser Schicht wurde die Kathode 2 (Stabdurchmesser:
etwa 15 mm, Eintauchtiefe in die Permanganatlösung: etwa 45 cm) mit einer Permanganat-Ätzlösung mit
folgender Zusammensetzung:
65 g/I KMnO4
50
g/I NaOH
in Wasser
bei einer Temperatur von 80°C in Kontakt
gebracht, wobei die Reaktion in der Regeneriervorrichtung gemäß 1 stattfand.
Anschließend
wurde eine Spannung an die Elektroden angelegt, so dass ein elektrischer
Strom zwischen der Anode 1 und der Kathode 2 von
5 Ampere floss (Spannung: etwa 2 Volt). Dabei bildete sich eine
erste Mangandioxid-Schicht 6 zwischen den Maschen 4,5 des
Gewebes. Nach etwa 20 min wurde die Stromdichte an der Oberfläche der Kathode 2 auf
etwa 10 Ampere erhöht
(Spannung: etwa 3 Volt). Nach jeweils weiteren 20 min wurde ein Strom
von etwa 20 Ampere (Spannung: etwa 3,5 Volt), etwa 50 Ampere (Spannung:
etwa 4,5 Volt), etwa 80 Ampere (Spannung: etwa 5 Volt) und schließlich etwa
100 Ampere (Spannung: etwa 5,4 Volt) eingestellt. Die Stromstärke wurde
danach konstant gehalten. Nach Beendigung der Behandlung hatte sich
eine fest haftende Mangandioxid-Schicht auf dem Kathodenkörper 3 gebildet.
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Wird
die Schicht aus dem elektrisch nichtleitenden Gewebe mittels Seeger-Ringen
nach DIN 471 oder auch Edelstahlclips am Kathodenkörper 3 befestigt,
kann die Kathode 2 in der Permanganatlösung unter Anwendung der angegebenen
Verfahrensweise sehr viel schneller formiert werden. Werden bei
der Formierung anfangs zu hohe Ströme eingestellt, oder steigt
die Spannung sehr stark an, so dass unzulässige Spannungswerte erreicht
werden (ab etwa 8 Volt löst
sich Edelstahl elektrolytisch auf), so sinkt der Strom innerhalb
von 1 bis 5 Sekunden auf nahezu Null ab.
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Das
beschriebene Formierungsverfahren wird nur einmalig mit einer Kathode 2 durchgeführt. Anschließend kann
diese Kathode 2 zur Regenerierung von Perman ganatlösungen beliebig
eingesetzt werden. Auch nach einer längeren Betriebspause ist die
nominale Stromstärke
verfügbar.
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In 3 ist
eine weitere Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Kathode 2 im
Querschnitt dargestellt. In diesem Falle ist die Kathode 2 mit
einem porösen Überzug 7 aus
Keramik 8 versehen, die auf dem Kathodenkörper 3 fest
haftet.
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Durch
Behandlung des mit dem Überzug 7 versehenen
Kathodenkörpers 3 wird
eine Mangandioxid-Schicht 6, diesmal in den Poren des Keramiküberzuges 8,
gebildet, wobei die Schicht unter denselben Bedingungen hergestellt
worden ist, die für
die Kathode 2 in 2 angegeben
werden.
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Mit
den Ausführungsformen
der Kathoden 2 gemäß den 2 und 3 können Regeneriervorrichtungen
hergestellt werden, die die vorgenannten vorteilhaften Eigenschaften
aufweisen.
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Zur
weiteren Erläuterung
der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend ein Beispiel und ein Vergleichsbeispiel
angeben:
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Beispiel:
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Ein
stabförmiger
Kathodenkörper
mit einem Durchmesser von 15 mm aus V4A-Stahl wurde zur Herstellung
einer Kathode mit einer Schicht aus einem Teflon®-Gewebe
mit einer Maschenweite von 70 μm
einlagig umhüllt.
Der Überzug
wurde mittels Drahtringen am Kathodenkörper im Abstand von jeweils
etwa 2 cm zueinander fixiert. Der Durchmesser des Drahtes betrug
0,6 mm. Der derart vorbereitete Kathodenkörper wurde, wie oben beschrieben,
durch allmähliches
Steigern der Stromstärke
formiert, wobei sich eine Mangandioxid-Schicht auf dem Kathodenkörper bildete.
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Die
formierte Kathode wurde in ein Permanganatbad mit einem Volumen
von 350 l eingetaucht. Das Bad war auf eine Temperatur von 80°C aufgeheizt
worden. Die Kathode wurde in eine in dem Bad angeordnete Anode,
gebildet durch einen aus V4A-Stahl bestehenden Streckmetallkorb
mit einem Durchmesser von 120 mm, in einer Regeneriervorrichtung
gemäß 1 eingesetzt.
Die Kathode war hierzu durch eine nicht dargestellte Halterung so
in den Innenraum der Zylinderanode eingepasst, dass sie an der Stelle
der Zentralachse der Anode angeordnet war.
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Die
Regeneriervorrichtung wurde mit einer Gleichstromversorgung verbunden
und in einen Behandlungsbehälter
für Leiterplatten
eingetaucht, in dem sich eine Permanganat-Ätzlösung, enthaltend 65 g/I KMnO4 und 50 g/I NaOH in Wasser, befand.
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Der
Strom in der Regeneriervorrichtung betrug 100 Ampere bei einer Spannung
von 5,5 Volt.
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Unter
den genannten Bedingungen ergab sich eine Umsatzgeschwindigkeit
von 2 bis 3 g K2MnO4 pro
Liter Bad und Stunde. Mangandioxid-Schlamm entstand nur in sehr
geringer Menge.
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Vergleichsbeispiel:
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Der
Versuch nach dem vorstehend beschriebenen Beispiel wurde mit einer
herkömmlichen
Kathode ohne Überzug
wiederholt. Die Abmessungen der Elektroden, deren Materialien und
die übrigen Versuchsbedingungen
waren dieselben wie beim vorigen Beispiel. Bei Einstellung eines
elektrischen Stromes von 100 Ampere stellte sich eine Spannung von
5 Volt ein.
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Unter
den genannten Bedingungen ergab sich eine Umsatzgeschwindigkeit
von nur 0,6 g K2MnO4 pro
Liter Bad und Stunde. Gleichzeitig bildete sich in dem Bad in großem Umfange
Mangandioxid-Schlamm.
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- 1
- Anode
- 2
- Kathode
- 3
- Kathodenkörper
- 4
- vertikale
Maschen des Gewebes
- 5
- horizontale
Maschen des Gewebes
- 6
- Mangandioxid-Schicht
- 7
- poröser, unlöslicher,
elektrisch nichtleitender Überzug
- 8
- Keramiküberzug